Sonntag, Oktober 09, 2011

Midtown am Morgen

Dieser Beitrag ist der Versuch, eine schöne Erinnerung zu behalten. Bei unserem letzten Aufenthalt in New York vor gut einem Jahr haben wir am ersten Morgen um 07:00 Uhr einen wunderbaren, ca. zweistündigen Rundgang durch das gerade erwachende New York gemacht, an den wir immer noch gerne zurückdenken. Bevor mir alle Details entfallen sind, versuche ich, den Rundgang  mit Hilfe des Google Street Views zu rekonstruieren. Kameras hatten wir nämlich nicht dabei. So richtig historisch ist das zwar nicht, aber egal. Ist auch eher was persönliches. Wer Lust hat, darf mitkommen, wer nicht, kann sich bei Starbucks reinsetzen, da kommen wir gleich am Anfang vorbei. Wahrscheinlich ist das hier der längste Beitrag, den ich bisher verfasst habe. Aber der musste einfach sein.

Street View: Google
Karten und Gebäudeinfo: http://gis.nyc.gov/doitt/nycitymap/


Ausgangspunkt ist unsere Unterkunft, das Hotel Pennsylvania an der 7th Avenue zwischen 32nd und 33rd Street. Von dort aus geht es in nördliche Richtung die 7th Avenue hoch in nördliche Richtung, aber nicht bis zum Times Square.


Zur Orientierung ein Blick auf die Karte. Wir sehen das Hotel Pennsylvania gegenüber vom Madison Square Garden, da gehts los, und dann hoch bis zur 35th Street.


An der 34th Street passieren wir den berühmten Kauftempel namens "Macy's", der sich rechts von uns über fast den gesamten Block bis zum Herald Square bzw. zur 6th Avenue erstreckt.


Natürlich sind die Straßen morgens um sieben noch ungleich leerer als auf den Bildern, hier sieht man den Befüllungsstand mit Passanten, so wie man ihn ab 09:00 Uhr morgens antrifft.

An der 35th Street wechseln wir auf die andere Straßenseite der 7th Avenue. Rechts liegt "Andrews Coffee Shop", ein Frühstücksrestaurant, dem wir seit mittlerweile drei Aufenthalten die Treue halten. Es ist weder das beste Frühstücksrestaurant in New York, noch das schlechteste. Aber vom Pennsylvania ausgesehen so ziemlich das nächste. Und die Omelettes und Pancakes sind schön ungesund und ungefähr genau das, was man braucht, wenn man einen langen Tag in New York auf den Beinen vor sich hat. Aber noch wird nicht gefrühstückt, sondern erst, wenn der Rest um 09:00 Uhr auch so weit ist. Also am Zebrastreifen links rum und rüber.


Gut - Frühstück is noch nich - aber ein Kaffee darfs schon sein. Die Starbucks-Seuche hat an dieser Kreuzung bereits zugeschlagen und eine Filiale gegenüber vom Andrews hinterlassen (mal schauen, ob das Andrews beim nächsten Besuch noch lebt). Dort gehen wir durch die Fronttür an der 7th Ave rein, bestellen einen Coffee to go und verlassen den Laden durch die Hintertür, wo es auf die 35th Street hinausgeht. Und hier können alle, die nicht weiter mitmöchten, bleiben und ihren Koffeinpegel hochschießen.


Mit dem Kaffee bewaffnet geht es dann die 35th Street hinunter Richtung Westen, immer weiter hinunter, bis wir den Hudson River erreichen.


Daher ist es jetzt wieder Zeit, die Karte zu zücken. Wir folgen der 35th Street, überqueren die 8th Avenue, die 9th Avenue, das Straßengewirr an der Ein- und Ausfahrt zum Lincoln Tunnel, die 10th Avenue, stoßen an der 11th Avenue auf ein massives Hindernis, biegen links ab und folgen schließlich der 34th Street bis runter zum Hudson River, wo wir links ab auf den Joe DiMaggio - Highway abbiegen.

Direkt hinter der Straßenmündung stoßen wir links wieder auf ein typisches Phänomen auf New Yorker Straßen: ein etagenschwaches Haus ist zwischen ungleich höheren Nachbargoliaths eingeklemmt.


Ich weiss zwar nicht, ob bei diesem Gebäude auch der Begriff "Holdout" zutreffend ist, aber Ähnlichkeit mit einem Holdout hat es auf jeden Fall. Unten ein Pub, darüber ein paar Etagen und darüber viel viel Luft.



Aha, das Gebäude stammt etwa aus dem Jahr 1920, verfügt über 4 Etagen und oberhalb des Pubs im Erdgeschoss wird gearbeitet, die Firma nennt sich "7th Avenue Stationers Inc", wie man dem Schild an der Dachkante entnehmen kann.


Wir folgen nun der 35th Street bis zur 8th Avenue. Auf der anderen Seite der Kreuzung links erblickt man das berühmte Hotel "New Yorker".
http://en.wikipedia.org/wiki/New_Yorker_Hotel


Blickt man von der östlichen Seite her rechts die 8th Ave hoch, fällt weiter hinten ein markanter Wolkenkratzer mit roter Fassade und grüner Spitze ins Auge. Dabei handelt es sich um das "Worldwide Plaza".
http://www.nyc-architecture.com/MID/MID100.htm


Die Ampel zeigt weiß, also überqueren wir die 8th Avenue. Ein Blick nach links, also Richtung Süden, lässt uns auf die Rückseite des Madison Square Gardens blicken, den man an der zylinderförmigen Außenwand erkennt (Hintergrund Bildmitte).


Kopf gedreht Richtung Norden schauen wir auf einen noch relativ jungen Wolkenkratzer, der Times Tower, in dem sich die aktuelle Niederlassung der New York Times befindet.
http://de.wikipedia.org/wiki/New_York_Times_Tower


Zurück auf der 35th Street weiter Richtung Westen. Das Schild an der Laterne verrät, wo wir uns befinden: Garment District - der Mittelpunkt der nordamerikanischen Bekleidungsindustrie befindet sich genau hier in diesem Viertel.

Je weiter wir nach Westen kommen, um so ruhiger wird die Gegend und langsam nimmt auch die Größe der Häuser ab.


Ich liebe diese alten verziegelten Mietshäuser, so wie das rechts:



An der Kreuzung 35th Street / 9th Avenue sehen wir rechts auf der anderen Seite ein Parkhaus bzw. eine Parkanlage oder wie auch immer sich das Ding schimpft.



Auf der 9th Avenue wieder ein Rundumcheck. Zuerst der Blick nach Süden die 9th Avenue hinunter:


Danach ein Blick zurück nach Osten die 35th Street hoch, die wir gerade entlanggelaufen sind:


Und schließlich, bevor es weitergeht, der Blick nach Norden die 9th Avenue hoch. Vielleicht kann sich der eine oder andere noch erinnern, dass wir uns vor einigen Wochen dort hinten vor den Brücken aufgehalten haben, als es um die Suche nach Drehorten zum Film "Leon der Profi" ging.


Keine Erinnerung mehr? Ich mache mal kurz einen Sprung dorthin von der 35th zur 38th Street. Links wo sich der blaue Bauzaun befindet, stand einst das Restaurant, in dem Leon seine Aufträge erhielt.


Zurück auf der 35th Street und weiter runter Richtung Westen. An jeder Ecke eine neue unbezahlbare Großstadtkulisse. Und hier im Speziellen die Zufahrt zum Lincoln Tunnel. Oder sehr schmale hohe Häuser.



Kurzer Zwischenstand auf der Karte. Das D markiert den kleinen Ausreißer zum Drehort von Leon der Profi. Das X den Ort, an dem das schöne Panorama zu besichtigen ist.


Die Brücke über den Lincoln Tunnel-Zubringer ist dagegen eher unspektakulär. Rechts und links sieht man die "Brückengeländer" in dunkelgrau. Es geht weiter die 35th Street hinunter.


Wir nähern uns langsam aber sicher der Kreuzung 35th Street und 10th Avenue:


Ein weiterer Rundumcheck auf der Kreuzung. Im Norden erblicken wir ein weiteres im Bau befindliches Hochhaus.


Im Osten nichts Neues, da kommen wir ja schließlich auch her:


Im Süden lockt ein schottisches Feinkostgeschäft. Wer von den zwei Anzugträgern mag da wohl häufiger Gast sein?
Und im Westen, also da, wo wir hinwollen, scheint die Gegend langsam etwas karger zu werden.


Oder auch nicht. Beim Annähern an die 11th Avenue sieht man bereits den großen Glaskasten, der dort im Weg steht und verhindert, dass man über die 35th Street hinunter zum Hudson River gelangt.


Ein flüchtiger Blick über die Baustelle rechts und der Spaziergänger erspäht in mittlerer Ferne neue Twin Towers:


Wir laufen jetzt schnurstracks auf den dunklen Glaskasten zu, bei dem es sich um das "Jacob Javits Convention Center" handelt.


Ein letzter Blick über die Schulter zurück und Abschied nehmen von der 35th Street. Im Hintergrund sieht man die Spitze des Empire State Buildings.


Ein Blick nach Norden verrät, dass die neuen Twin Towers ebenfalls an der 11th Avenue stehen. Mit diesem Wissen kann man auch mehr über die Gebäude erfahren: Sie stehen auf dem Block zwischen 41st und 42nd Street und sind beide als Wohnhäuser konzipiert. Sie wurden 2009 fertiggestellt und enthalten 1.359 Wohneinheiten und den größten Pool, den man in New York in einem Mietshaus findet. Auf der folgenden Seite erfährt man mehr über die "Silver Towers" im Viertel "Hell's Kitchen", insbesondere gibt es auch einige fantastische Innenan- und -aussichten aus den Wohnungen.
http://markosun.wordpress.com/2011/03/04/new-set-of-twin-towers-emblazon-new-york-city-skyline/


Wie gehts jetzt weiter? Wir überqueren erstmal die 11th Avenue, halten uns dann links und folgenden der Straße in südlicher Richtung bis zur 34th Street, wo wir wiederum elegant nach rechts abbiegen.


Und siehe da, jetzt kann man zum ersten Mal auf das Wasser blicken und dahinter auf die Hügel von New Jersey.


Weiter geht es die 34th Street hinunter. Der braune Balken in der Mitte links kennzeichnet das Ende einer besonderen und noch recht neuen New Yorker Attraktion: dem Highline Park. Es handelt sich hierbei allerdings um Section 3 und ich weiss nicht, ob die mittlerweile schon für Besucher freigegeben ist.
http://www.thehighline.org/



Eine gute Gelegenheit, mal wieder die Karte zu ziehen und den weiteren Weg zu markieren. Am Ende der 34th Street geht es links herum auf den Joe DiMaggio Highway, benannt nach einem der erfolgreichsten und berühmtesten Baseball-Spieler.
http://de.wikipedia.org/wiki/Joe_DiMaggio


Bei Google finden sich noch zwei andere Namen für die Uferstraße: 12th Avenue und Hudson River Greenway. Wieder mal ein letzter Blick zurück und es heißt Abschied nehmen von der 34th Street.


Nach rechts gedreht blicken wir jetzt auf das letzte Stück des Highline Parks, Section 3. Sehr grün scheint das hier noch nicht zu sein, vielleicht täuscht aber auch der Eindruck und dort oben befindet sich Rasen auf den Gleisen oder Wiese.


Nochmal den Kopf ein Stück weiter nach rechts gedreht stellen wir fest, dass wir gar nicht mehr so weit vom Wasser weg sind:


Im Gegensatz zum Fußgänger kommt der Street View - Nutzer natürlich nicht bis auf den Bürgersteig in Ufernähe, sondern muss auf dem westlichen Straßenstreifen bleiben (Blick nach Nord, dann nach Süd).



Links der Highline Park, dahinter unsichtbar für den Fußgänger oder Fahrer der umfangreiche Gleiskörper der Pennsylvania Station, der hier aus dem Untergrund tritt. Rechts der Hudson River und New Jersey im Hintergrund, direkt gegenüber liegt noch der Stadtteil Weehawken, aber weiter südlich, also da wohin wir blicken, fängt schon Hoboken an.



Auf Höhe der 30th Street verlässt uns die Highline und biegt nach Osten ab. Im Hintergrund das Empire State Building.


Die Uferstraße macht jetzt einen sanften Knick gen Osten.


Der Parkplatz am Wasser gehört zu einem V.I.P.-Heliport. Ich kann mich erinnern, dass wir beobachtet haben, wie ein Geschäftsmann mit seiner Limousine an einem Heliport (vielleicht sogar diesem) abgesetzt wurde, zu einem Pilot in einen Helikopter einstieg und kurze Zeit später in die Lüfte stieg und entschwebte.



Rätsel aufgegeben hat uns das Gebäude, das man südlich im Hintergrund sehen kann. Nach wilden Spekulationen konnten wir uns beim Näherkommen dann auf eine Arena einigen.


An der 29th Street gibt es nochmal eine grandiose Großstadtkulisse zu bestaunen, wenn man einen Blick zurück über die Schulter riskiert:


Folgt man weiter der Straße Richtung Süden, nähert sich auch immer mehr das Sportgebäude. Rechts tritt an die Stelle von Wasser zunehmend Parklandschaft.




Wir haben mittlerweile die 24th Street erreicht, die hier von Osten her mündet.

Hier ist meine Erinnerung etwas getrübt, aber ich glaube, wir haben uns noch bis zu dem Sportcenter durchgeschlagen, um herauszufinden, was das jetzt für ein Gebäude ist und sind danach mit Blick auf die Uhr und auf die bisher zurückgelegte Strecke nach Osten abgebogen, um zeitgerecht den Rückweg zum Hotel anzutreten.

Aha, es handelt sich also um die "Chelsea Piers", ein Entertainment and Sports Center.


Und wieder heißt es Abschied nehmen, dieses Mal vom Joe DiMaggio-Highway, der hier weiter nach Süden verläuft.


So, jetzt wird es schwierig mit der Rekonstruktion. Wir befinden uns augenblicklich an der Ecke 11th Avenue / 22nd Street und müssen zurück zu unserem Hotel an der Ecke 7th Avenue / 33rd Street. Mit anderen Worten: 4 Avenues bzw. Straßenblocks weiter nach Osten und 11 Straßen bzw. Straßenblocks weiter nach Norden. Und wie macht man das? Naja, da muss man nicht großartig planen, weil der Stadtplan ja rechtwinklig ist. Und dank der konsequent durchgezählten Straßennamen weiss man auch immer, wo man gerade ist. Also sind wir ziemlich ziel- und planlos im Zickzack durch das Häusermeer zurück zum Hotel gelaufen. Puh! Großes Puh! Wie find ich den Weg wieder? Also, folgendes weiss ich noch vom Anfang des Rückwegs. Wir sind unter der Highline hergelaufen. Ich habe mal ein paar Straßen in der Umgebung ausprobiert, vermutlich war das die 25th Street. Danach sind wir an einem Straßenblock mit relativ schmalen Häusern vorbeigekommen, den habe ich - glaube ich - auch wiedergefunden. Und dann sind wir an den markanten Hochhäusern in diesem Viertel vorbeigelaufen. Ein möglicher weiterer Verlauf unseres Wegs könnte also so ausgesehen haben:


Also zunächst auf den Ausgangspunkt 22nd Street / 11th Avenue. Noch einmal rübergeblickt nach Westen zu den Chelsea Piers und dann die 11th Avenue hochgestapft.



An der Ecke 11th Ave / 25th Street dann rechts abgebogen und ein letztes Mal auf die Silver Towers geblickt:


Aus der Ferne sieht man schon Grünzeug auf der Highline stehen. Kommt man näher, bewegt man sich wohl durch ältere Aufnahmen und das Gemüse ist wieder verschwunden.



Dann erreichen wir die Kreuzung der 10th Avenue mit der 25th Street. Rechts sieht man die schmalen Wohnhäuser, von denen ich gesprochen habe, links beginnen die markanten Hochhäuser.



Vermutlich sind wir hier erst mal nicht mehr gezackt, sondern ein ganzes Stück lang weiter die 25th Street entlang gelaufen und haben die Hochhäuser dort bewundert.






Wir nähern uns der Kreuzung 9th Avenue und 25th Street:


Mal eben schnell auf der Kreuzung einen verkürzten Rundumblick riskieren, nach Norden, Süden und Osten:




Und es geht weiter die 25th Street entlang, vorbei an Parks und Hochhäusern, von beidem gibt es hier reichlich:



Und wir nähern uns langsam aber sicher der 8th Avenue, was bedeutet, das wir zumindest in der Vertikalen langsam aber sicher unser Hotel erreichen. Horizontal fehlen allerdings noch gut 10 Blocks.



An diese zwei großartigen Häuserblocks, die man auf der anderen Seite links bzw. rechts sieht, wenn man die Kreuzung erreicht, kann ich mich auch noch gut erinnern. Ich liebe diese wunderbaren kleinen Kulissen, die hier überall lauern und sich unvermittelt bestaunen lassen.



Um die Eigth Avenue ungehindert bestaunen zu können, denn da steht gerade ein Lieferwagen im Weg, machen wir einen etwas größeren Schritt nach rechts und landen in einer Aufnahmenserie, bei der das Wetter nicht so gut war, aber zumindest kein blöder Lieferwagen die Sicht behindert.

Nach Norden hin kann man in der Ferne wieder gut den Times Tower erkennen, an dem wir vor geraumer Zeit schon mal vorbeigekommen sind.


Im Süden sieht man wenig Spektakuläres, aber nicht vergessen, auch hier sind wir schon einige Male in der Nähe gewesen, unter anderem auch bei der Drehortbesichtung von Leon der Profi. Mal kurz wieder aus dem Rundgang ausscheren, die 8th Avenue zwei Kreuzungen nach Süden bis zur 23rd Street hinunterspringen und dann den Blick nach Osten in Richtung 7th Avenue wenden, dann blickt man wieder auf das altehrwürdige Chelsea Hotel.



Zurück an der Kreuzung 8th Avenue / 25th Street plagt mich eine andere Frage: Wie ist es ab hier weitergegangen? Haben wir noch den letzten Vertikalblock genommen und sind dann die 7th Avenue hochgezogen oder sind wir die Eight Avenue hoch und später rüber zur 7th Avenue gewechselt? Ich weiss es nicht mehr. Da muss ich wohl mal wieder beide Möglichkeiten durchspielen und hoffe, das mir irgendwas auffällt, das die Erinnerung zurückbringt so wie bisher. Was auf jeden Fall feststeht, ist, dass wir auf Höhe 30th Street wieder auf der 7th Avenue unterwegs waren, weil mir an dem Morgen zum ersten Mal das Manheimer Building aufgefallen ist und das befindet sich dort in der Nähe.

So - ich bin beide Routen mal abgegangen. Ich kann nicht mehr sagen, wo wir lang sind, ich bin mir aber sicher, dass wir an dieser Kreuzung noch mal links hoch sind, um noch etwas mehr unbekannte Stadtlandschaft aufzunehmen, jenseits der 7th Avenue. Und von den beiden Rückwegen ist der entlang der 8th Avenue meiner Meinung nach der attraktivere, weshalb ich den jetzt einfach mal unterstelle und der 8th Ave bis zur 30th Street folge. Die letzte Etappe sieht auf der Karte dann so aus:


Wir starten an dem schicken kleinen Häuserblock oberhalb der 25th Street:


Dahinter sieht man rechts ein feines Großstadthinterhof-Szenario. Die Nähe der 7th Avenue, die mit höheren Häusern bebaut ist, sorgt dafür, dass man hier auf der Rückseite ganz attraktive Ansichten bekommt.


An der 27th Street stoßen wir dann auf diese Häuserkonstellation. Nanu - hier schon Erotica? Das ehemalige Deuce-Viertel liegt doch noch 15 Blocks weiter nördlich.


Jetzt haben wir die ganze Zeit auf die rechte Seite geguckt. Nicht ohne Grund. Was man links sieht, kennen wir schon, da sind wir gerade durchgelaufen. Eine endlose Ansammlung immergleicher Hochhäuser und Parkanlagen (27th und 28th Street).



Rechts nähern wir uns jetzt der 29th Street. Eine weitere Großstadtbühne öffnet ihren Vorhang:

Links hat der Hochhauspark endlich ein Ende gefunden, da gibt es jetzt auch einen interessanter gestalteten Straßenblock zu bewundern:


Sieht fast so aus, als ob da rechts wieder so eine Art Holdout stehen würde. Den schauen wir uns nochmal näher an:

Die 29th Street rechts und links das freistehende vierstöckige mit Onkel Nicks Restaurant im Erdgeschoss.


Hier sehen wir den Hinterhof links neben Onkel Nicks's mit der 7th Ave-Bebauung im Hintergrund.


Links reiht sich jetzt auch Vierstöck an Vierstöck. Könnte fast auch im West Village aufgenommen sein.


An der Ecke 30th Street / 8th Avenue gilt auf beiden Seiten wieder die Devise: an jeder New Yorker Ecke ein neues unbekanntes Großstadtspektakel. Was für herrliche Motive (erst links, dann rechts).



Hier biegen wir jetzt in die 30th Street ein und vollführen den letzten vertikalen Schritt nach Osten. Nach Norden hin fehlen noch 3 Blöcke bis zur 33rd Street.


Diese beiden Häuser konnte ich nicht einfach links liegen lassen. Da muss ich nochmal etwas genauer draufgucken:



Ein Blick zum Himmel zeigt, dass wir uns der 7th Avenue langsam aber sicher nähern, die Häuser werden höher und höher.


Wir nähern uns jetzt auf der linken Seite dem wahrscheinlich ältesten Gebäude in diesem Viertel: die Kirche St. John the Baptist (Heiliger Johannes der Täufer) ziert seit fast 140 Jahren dieses Grundstück und hat seit dem schon viele Gebäude im Viertel kommen und gehen sehen. Nur die Höchste ist sie schon lange nicht mehr. Hier die Info zu Kirche und Anbau aus den Songlines
http://www.nysonglines.com/30st.htm#7av







Nicht gucken - ausladen!


Wir stoßen jetzt in Kürze auf die Kreuzung 7th Avenue / 30th Street, die Fußgängerströme nehmen unvermittelt wieder zu und nach einem kurzen Blick rechts rum sehen wir links in der Lücke zwischen den mächtig hohen Häusern unter anderem auch das Manheimer Building stehen, das ich eben da unten an der 25th Street / 8th Avenue schon mal kurz erwähnt habe.




So, jetzt sind wir wieder zurück auf der 7th Avenue, Zeit für einen weiteren Rundumcheck. Von Westen her sind wir gekommen, das ist die 30th Street:


Von Süden her wollten wir nicht kommen, da sieht man die 7th Avenue, der wir die 8th Avenue vorgezogen haben:


Im Osten führt die 30th Street weiter, der wir jetzt aber nicht mehr folgen werden und stößt einen Block weiter westlich auf den Herald Square, den Schnittpunkt von Broadway und 6th Avenue.


Im Norden wieder die 7th Avenue und der Ort, wo alles begann. Links im Hintergrund sieht man den Eingang des Madison Square Gardens, geradeaus im Hintergrund der Nelson Tower, hinter dem wir zu Beginn der Tour links ab in die 35th Street eingebogen sind, gegenüber liegt durch die Entfernung etwas versteckt Macy's und in der Mitte rechts mit der hellen Dachkannte oben ist das Pennsylvania, wo wir losgelaufen sind. Rechts im Vordergrund mit der leichten Wölbung über der Dachkante das Manheimer Building.


Frag mich bitte nicht, was ich am Manheimer Building gefressen habe, aber irgendwie übt das eine unerklärliche Faszination auf mich aus. Habe gerade mal das Netz überprüft und festgestellt, dass es scheinbar noch nichts neues Wissenswertes über das Manheimer Building gibt. Damit bleibt es beim Inhalt des Beitrags, den ich nach meiner Rückkehr vor ziemlich genau einem Jahr verfasst haben:
http://nygeschichte.blogspot.com/2010/10/manheimer-building.html



Endspurt. Wir machen einen großen Schritt vor zur 31st Street. Links unübersehbar der Eingang zum Madison Square Garden und etwas versteckter auch der Eingang zur Pennsylvania Station, dem unterirdischen Bahnhof unter dem MSG. Rechts im Gebäude im Erdgeschoss FUSE, ein Fernsehsender mit ziemlich auffälliger animierter Eigenwerbung, die fast schon penetrant blau leuchtet.



Und dann sind wir wieder am Ziel: 7th Avenue zwischen 32nd Street (rechts) und 33rd Street (links): das altehrwürdige Hotel Pennsylvania. Rundgang beendet, zwei Stunden sind um.


Zum Abschluss der Tour ein letztes Mal die Karte und der gesamte Weg auf einen Blick. Der Teil, dessen Verlauf sicher ist, wurde rot eingezeichnet, ab da, wo die Route möglicherweise in Teilen anders gewesen sein könnte, habe ich auf fuchsienfarben umgestellt. Das Pennsylvania als Start- udn Endpunkt des Rundgangs ist in blau eingezeichnet.













Kommentare:

  1. Als ich vor 2 Jahre zuletzt in NYC gewesen bin, war ich etwas weiter nördlich unterwegs, wo es auch einiges zu entdecken gab.
    So hat man z.B. von der Kreuzung 39th St/10th Ave einen spektakulären Blick auf Midtown Manhattan.
    Geht man die 39th Straße nun weiter Richtung Hudson River, so begegnet man 2 großen fensterlosen Backsteintürmen. So weit ich weiß, handelt es sich dabei um eine Entlüftung für den Lincoln Tunnel.
    Am Ende der 44th St gibt es einen Pier, der in eine Art Park umgewandelt wurde, von dem man eine tollen Blick auf den am gegenüberliegenden Pier liegenden Flugzeugträger Intrepid hat. Des Weiteren war ich überrascht in dem Park einige Gänse anzutreffen, die sich dort auf den Grünflächen in Wassernähe offenbar wohl fühlten.

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  2. Schaedel12:21 nachm.

    hallo ub, an der Kreuzung 39th Street / 10th Avenue bin ich gestern nach Fertigstellung des Beitrags noch gewesen, da hast Du recht, der Ausblick ist wirklich großartig. Ich bin auch noch die 11th Avenue an den Silver Towers vorbei bis zur 63th Street hochgefahren, auch da gibt großartige Dinge zu sehen.

    Ich denke, es war mal wichtig zu zeigen, dass Manhattan auch abseits der Sehenswürdigkeiten und Touristenpfade noch so unendlich viel zu bieten hat.

    Eigentlich kennt man von Manhattan nur einen Bruchteil und das wird sich vermutlich auch nicht ändern.

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