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Dienstag, August 21, 2012

Park Place Disaster (1891)


Park Place Disaster - August 22, 1891, from the collection of the museum of the city of New York


Also - ehrlich gesagt, weiss ich auch noch nicht, um was es geht. Ich habe soeben dieses alte Bild in der Sammlung des Museums der Stadt New York entdeckt, werde mich aber erst jetzt in die Vergangenheit hineintasten, um herauszufinden, was es mit der Aufnahme auf sich hat.
http://collections.mcny.org

Die Bildbeschreibung verrät folgendes: Es handelt sich um das "Park Place Disaster", also ein Unglück, das sich in New York an der Straße "Park Place" ereignete und zwar am 22. August 1891, also morgen vor 121 Jahren. In der Sammlung des Museums der Stadt New York finden sich keine weiteren Bilder von diesem Ereignis.




"Park Place" ist eine kurze Straße, die man im Süden von Manhattan findet und zwar im Südwesten des City Hall Parks. Das Woolworth Building grenzt mit seiner Nordseite an diese Straße. Bei Flickr habe ich diese Aufnahme eines Monuments entdeckt, das an das Unglück erinnert:



"Hier sind die Überreste der nicht identifizierten Opfer begraben, die beim Park Place Disaster am 22. August 1891 ums Leben kamen."

Ein Kommentar merkte dazu an: "Faszinierend, ein großes Unglück, das sich nur wenige Schritte entfernt von dem zukünftigen World Trade Center-Areal ereignete und das völlig vergessen ist."

Bevor wir zur Geschichte selbst kommen, hier noch eine Farbzeichnung aus Harpers Weekly Magazine, die die Szenerie abbildete:
http://www.printsoldandrare.com/fires/index.html




Ein weiteres Bild von Ebay, auf dem "The Sudden Collapse of the Taylor Building" im Zusammenhang mit dem Park Place Disaster zu sehen ist:
http://www.ebay.com/itm/PARK-PLACE-DISASTER-TAYLOR-BUILDING-1891-Print-Matted-/140812787913




Jetzt noch mal die drei Einzelaufnahmen aus dem Ausgangsbild vom MCNY:






Aus mehreren Textquellen habe ich jetzt mal den auf der Seite GenDisasters ausgewählt, der Bericht stammt aus der Wochenzeitung "Aspen Weekly Times" aus Aspen, Colorado vom 29.08.1891. Der Inhalt der Berichterstattung verändert sich dabei mehrmals, je nach Stand der übermittelten Nachrichten, Häuser, Ereignisorte, Unglücksursachen und Namen wechseln dabei.
http://www3.gendisasters.com/new-york/3138/new-york,-ny-park-place-building-explosion-fire,-aug-1891

New York, 22. August 1891, 12:30 p.m. - An diesem Nachmittag ereignete sich in dem fünfstöckigen Backsteingebäude an den Hausnummern 68 und 70 Park Place, das sich im Besitz von JOHN EBENLE befindet, eine Explosion. Unmittelbar auf die Explosion folgte ein Feuer und das Gebäude brach innerhalb weniger Minuten in sich zusammen. Es steht zu befürchten, dass einige Menschen in dem Feuer umgekommen sind. Das Feuer hat sich auf die angrenzenden Gebäude ausgedehnt.


Kleiner Exkurs in den Stadtatlas von Bromley aus dem Jahr 1891:
http://www.davidrumsey.com






Weiter gehts:

New York, 22. August 1891, 1:15 p.m. - Es verbreiten sich Gerüchte, dass eine größere Anzahl im Park Place Feuer ums Leben kam (wörtlich : burned to death), ein Gerücht spricht von bis zu 50 Toten.


New York, 22. August 1891, 2:30 p.m. - Es scheint wahr geworden zu sein, dass möglicherweise eines der schlimmsten Unglücke, die sich bisher in dieser Stadt ereignet haben, sich gerade heute nach Mittag ereignet hat. Mindestens 50 Menschen haben dabei ihr Leben verloren.

Der Unfall kam so plötzlich, dass nicht eine einzige Person in den beiden großen Gebäuden an den Hausnummern 70 und 72 mit dem Leben davon kam. Es gibt nur einen Augenzeugen, der berichten konnte, wie es zu dem Unfall kam. Dieser Mann namens A. A. JOHNSON ist ein Hausmeister im Gebäude mit der Hausnummer 81 Park Place, also schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite vom Unfallort.

Er erzählte, dass er zur Mittagszeit auf den Stufen von Nummer 81 stand, als er das Geräusch einer Explosion hörte. Es kam schräg gegenüber von der anderen Straßenseite. Es war nicht laut. Fast unmittelbar danach brachen die Frontseiten der beiden Gebäude in sich zusammen und das gesamte Gebäude stürzte mit ohrenbetäubendem Krach ein. Dieses ereignete sich so plötzlich, dass es niemandem gelang, lebend aus dem Gebäude zu entkommen.

Im Erdgeschoss von einem der beiden Gebäude befand sich ein Restaurant, das voller Menschen war, die anderen zwei Stockwerke wurden von der "Southern Publishing Company" belegt, von "S. Loutelle and Company" (Art Designer) und von "Ellis and McDonald" (Buchbinder). Der Besitzer des Restaurants trug den Namen ROSENFELD. Es wird auch erzählt, dass ein Teil des Gebäudes von einer Arzneimittelfirma (drug firm) belegt war, wo auch die Explosion stattgefunden haben soll.

Natürlich ist nichts genaueres bekannt, als dass die Ruinen heftig brannten und alle Bemühungen darauf gerichtet waren, die Flammen unter Kontrolle zu bekommen, damit die Rettungsarbeiten und die Bergung der Leichen in Angriff genommen werden konnte. Der Hausmeister von Nummer 81 sagte, dass das Unglück sich so schnell ereignete, dass er nicht eine Person gesehen hat, die entkommen konnte und sicher war, dass jeder in den beiden Gebäuden getötet wurde.

Die Explosion soll sich in der Blattmetall Fabrik (Metal Leaf Factory - Blechfabrik?) von Rosenfeld and Company im zweiten Stockwerk von 72 Park Place ereignet haben. Diese befand sich genau über einem Drogeriemarkt im Erdgeschoss des Gebäudes. Das war gegen 12:35 Uhr. MICHAEL CARROL, der in der Blechfabrik beschäftigt war, hatte diese gerade verlassen, um sein Mittagessen einzunehmen und gerade die Tür von Nummer 72 erreicht, als er eine schreckliche Explosion hörte, die ihn für einen Moment benommen machte. Dann sprang er auf und rannte um sein Leben. Als er entkommen war, sa er die Frontwände der Häuser mit den Nummern 70, 72 und 74 mit lautem Getöse einstürzen.Als die Wände herunterkamen, sah CARROL, dass viele Fußgänger, die den Ort gerade passierten, erwischt und unter Ziegeln und Steinen begraben wurden.

Es ist nicht bekannt, wieviele Mädchen sich in der Blechfabrik noch an ihrem Arbeitsplatz befanden, aber eine größere Menge befand sich im Restaurant im Erdgeschoss von Haus Nummer 70, das sich im Besitz von J. PETERSON befand. Dort hielt sich eine ganze Menschenmenge zum Mittagessen auf. Die Zahl derjenigen zum Zeitpunkt der Explosion wird auf zwischen 25 und 35 geschätzt. Weitere 10 bis 12 Mädchen hielten sich im Waschraum im Keller auf.
Trippe und Company, die Drogisten in den Häuzsern mit den Nummern 70 und 72, hatten ebenfalls eine größere Anzahl von Beschäftigten. Die drei Kinder von FRANK HAGGERTY, dem Hausmeister von Haus Nummer 61, spielten vor Haus Nummer 72, als sich die Explosion ereignete. Sie starben, während ihr Vater zu diesem Zeitpunkt auf der anderen Straßenseite stand.

Der letzte Bericht über den Grund für die Explosion besagte, dass die "New Yorker Dampfheizungs-gesellschaft" (New York Steam Heating Company) Dampf in das Gebäude lieferte. Es wird angenommen, dass die Explosion sich wegen eines Defekts in dem Heizkessel im Keller ereignete, in dem der gelieferte Heizungsdampf ankam. ROUNDSMAN TAYLOR war auf seinem Weg zum Mittagessen und durchquerte die Park Place, als er die Explosion hörte. Er rannte sofort zum dem Unglücksort und stellte dort fest, dass unbedingt etwas unternommen werden musste, weshalb er hinüber zu einem Haushaltswarenladen an der Vesey Street rannte und dort ein Dutzend Äxte mitnahm, die er den Feuerwehrleuten aushändigte, die gerade am Unglücksort eintrafen.

Die Feuerwehrleute und Umstehenden schlugen bald ein Loch in die Seitenwand von Nummer 70, durch das siebzig Leute krochen, die alle Prellungen trugen. Die Zeugenaussagen dieser Menschen, die sich zur Unglückszeit in der Nachbarschaft befanden, berichteten, dass sie zuerst ein tiefes Rumpeln von einer Explosion wahrnahmen, auf die fast sofort der Zusammenbruch des Gebäudes folgte, die Wände fielen mit schrecklichem Getöse nach außen.

Nach drei Feueralarmen folgte das Eintreffen der Ambulanzen aus den Hospitälern. Als größte Schwierigkeit erwiesen sich die Bemühungen, eine mehrere tausend Personen umfassende Menschenmenge von dem Unglücksort fernzuhalten, als bekannt wurde, dass es am Unglücksort eine hohe Anzahl von Toten gegeben hatte. Die Polizei schätzte die Opfer zwischen 60 und 70.



New York, 25. August 1891 - Von Mitternacht bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Stadt morgens wieder zum Leben erwachte, offenbarten die Anblicke, die sich den Schaulustigen am Unglücksort boten, dass die schlimmsten Befürchtungen über das Ausmaß der Katastrophe sich in vollem Umfang bestätigten. Jene Leichen, die in dieser Zeit geborgen wurden, zeigten schreckliche Möglichkeiten von entstellten, schattenhaften Visionen menschlicher Formen, zerkleinert und zerquetscht, inmitten von Maschinenteilen und schweren Holzbalken, doch die Polizei und die Feuerwehr stellten in Aussicht, dass das Schlimmste noch kommen sollte. Die größere Anzahl der unglücklichen Opfer würde sich noch unter den Trümmern befinden und auf ihre Bergung warten.

Solche zerfleischten Überreste von Menschen waren während der Suche entdeckt wurden, die die Nacht hindurch stattfand. Leichen, bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt und so schrecklich anzusehen, dass selbst die Feuerwehrleute ihren Blick abwandten, geschwächt von ihrem Anblick. Die Italiener, die das erste Mal eingesetzt waren, seitdem sie eingestellt wurden, leisteten gute Arbeit, als sie die schrecklichen Überreste der Opfer aufsammelten. FOREMAN FARLEY vom Truck Nummer 15, der mit der Aufgabenerledigung in der vergangenen Nacht beauftragt war, konnte Fortschritte vermelden, obwohl seine Männer gegen große Schwierigkeiten anzukämpfen hatten. Am Morgen waren 20 Leichen identifiziert, darüber hinaus gab es weitere 18 unidentifizierte im Leichenschauhaus und vier in den Ruinen, das machte zusammen 42 Leichen, die dokumentiert waren.

Die Leiche von FREDERICK TRIPP, dem Leiter des Drogeriemarktes an der Hausnummer 76 Park Place, wurde um 09:15 Uhr gefunden. Sie war so schrecklich zerstückelt und verbrannt, dass es zunächst unmöglich schien, herauszufinden, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelte. Schließlich jedoch entdeckten Freunde von MR. TRIPP einen Diamantring an seinem Finger und eine goldene Uhr mit den Initialen F.W.T. , die man bei der Leiche fand, die danach aus den Ruinen an der Park Place geborgen wurde. Zu dieser Stunde konnten 32 Leichen erfolgreich identifiziert werden und eine teilweise.


Die Leiche von WM. H. ELLIS, von der Firma Ellis und McDonald, im Haus Nummer 76 Park Place, wurde um 11 Uhr aus den Ruinen getragen. Sie war verbrannt und verstümmelt und hatte beinahe alle Ähnlichkeit mit Menschen verloren, auch die Kleidung war nicht zu erkennen. In einer Tasche fand man aber ein Taschenbuch mit zahlreichen Papieren, die den Namen von WILLIAM H. ELLIS trugen, was die Rückschluss zuließ, dass die Leiche seine war. MR ELLIS war 49 Jahre alt . W.T. McDONALD, sein Partner, wird noch vermisst, es besteht aber die Vermutung, dass auch er sich unter den Toten befindet.

Bis 10:14 Uhr konnten drei der zwölf Druckerpressen geborgen werden; der Einsatzleiter entschied, dass es unmöglich war, die großen eisernen Maschinen als ganzes herauszubekommen, daher ließ er seine Männer sie mit Vorschlaghämmern auseinanderschlagen. Dieser Planwechsel fürhte dazu, dass man in der Lage war, die Trümmer schneller zu entfernen. Dennoch wird es noch ungefähr 48 Stunden dauern, bis man sich zu den Kellern und den darunter befindlichen Geschossen vorgearbeitet hat, wo die meisten Toten vermutet werden. Um halb 11 entfernten die Arbeiter Balken, die zwei weitere Leichen enthüllten, eine auf dem Grundstück von Nummer 60 Park Place, eine auf Nummer 74. Bei der ersten wird vermutet, dass es sich um eine Frau handelte. Diese konnten jedoch nicht unter der Last der schweren Maschinen hervorgezogen werden, ohne dass man die Leichen noch weitere Gewalt angetan hätte, daher waren die Bemühungen der Arbeiter in den späten Morgenstunden darauf ausgerichtet, die schweren Hindernisse wegzuschleppen. Um 10:45 Uhr konnte ein Derbyhut aus einem Haufen von Balken gezogen werden. Darunter wurden zwei oder drei weitere Leichen entdeckt. Sie können jedoch nicht erreicht werden, bevor die große Menge an Eisenschrott entfernt ist.   


New York, 25. August 1891. - Die Arbeiten wurden an Auftragnehmer übergeben, die die Bergungsarbeiten am Abend und in der Nacht fortsetzten mit dem Ergebnis, dass zwei weitere Leichen bis um zwei in der Nacht geborgen werden konnten. Um Zwei in der Nacht hatte man 52 Leichen aus den Ruinen herausgeholt.
(The Aspen Weekly Times Colorado 1891-08-29)


Die zunächst geäußerte Vermutung, dass eine Heizkesselexplosion das Unglück verursacht hatte, wurde später zumindest von einigen Sachverständigen in Frage gestellt. Eine andere These ging davon aus, dass das am 15. Oktober 1872 fertiggestellte Taylor Building eigentlich als Büro- und Wohngebäude gedacht war, durch die Nutzung einiger Etagen als Fabrikräume und das Aufstellen schwerer Maschinen aber die Statik des Gebäudes schlicht überfordert wurde, was schließlich den Einsturz verursachte. Siehe auch hier in der New York Times vom 13. September 1891:
http://query.nytimes.com/mem/archive-free/pdf?res=F00814FD385D15738DDDAA0994D1405B8185F0D3




Montag, August 06, 2012

Austria, Arctic, Pacific, Lyonnais and Tempest



Nachdem ich in den letzten Beiträgen verstärkt auf die Gegenwart von New York City geblickt habe, ist jetzt mal wieder die Vergangenheit dran. Wobei New York hier nur eine Nebenrolle spielt. Wir reisen zurück in die 1850er und blicken exemplarisch auf einige Schiffsunglücke, die sich in diesem Jahrzehnt auf der Fahrt zwischen dem Alten Europa und der neuen Welt ereignet haben.

Auch wenn Überseereisende Mitte des 19. Jahrhunderts schon mit dampfgetriebenen Passagierschiffen den Ozean überqueren konnten, so war eine Atlantiküberfahrt damals noch eine nicht ganz ungefährliche Angelegenheit. Das eine oder andere Schiff geriet in Seenot sank während schwerer Stürme oder nach einer Kollision. Andere Schiffe verließen auch einfach nur den Hafen und kamen niemals am Ziel an, sondern verschwanden unterwegs spurlos.

Austria (Juni 1857-September 1858)




Die Austria wurde 1857 in Schottland gebaut und zunächst als Truppentransporter eingesetzt. Im Mai 1858 wurde das Schiff durch die deutsche HAPAG übernommen und für Überseefahrten auf der Strecke Hamburg - New York eingesetzt. Auf einer Fahrt von Hamburg nach New York, die vom 01.09.1858 bis zum 18.09.1858 dauern sollte, ereignete sich am 13.09.1858 ein schweres Unglück. Beim vorschriftsmäßigen Desinfizieren / Ausräuchern der unteren Decks mit einem Bottich Teer und einer rotglühenden Kette geriet das Schiff versehentlich in Brand. Bei dem Unglück starben 456 Passagiere und Besatzungsmitglieder, nur 85 Menschen konnten gerettet werden.

Einzelheiten über das Ende der "Austria" kann man hier nachlesen:

Die nachfolgenden Bilder des Unglücks und das zu Beginn des Beitrags gezeigte Gemälde wurden mit der Google Bildersuche aufgespürt:






Die "Collins Line"




1847 gründete der amerikanische Geschäftsmann Edward Knight Collins eine Reederei, die die Monopolstellung der englischen "Cunard Line" auf der Transatlantikroute von England nach New York beenden sollte. Die "Collins Line" verfügte über vier Segeldampfer, die 1849 und 1850 gebaut worden waren: die "Atlantic", die "Pacific", die "Baltic" und die "Arctic". 1857 wurde die Flotte noch um ein fünftes Schiff, die "Adriatic" ergänzt. Bauen ließ Collins seine Schiffe in der Werft von William Brown und Jacob Bell in New York. Sein großer Verdienst lag darin, dass er erstmalig die Passagierschiffe nicht wie Frachtschiffe, sondern wie eine Art Hotel gestaltete, um die Reise nach Übersee so komfortabel wie möglich zu gestalten. Die Geschichte der Collins Line endete bereits in den Jahren 1857 / 1858.


Arctic (Oktober 1850 - September 1854)



In Auftrag gegeben wurde die Arctic 1849 durch die "New York & Liverpool United States Mail Steamship Company", alternativ "Collins Line" genannt. Sie lief im Januar 1850 vom Stapel und wurde im Oktober 1850 in Betrieb genommen. Sie verkehrte zwischen New York und Liverpool. Mit der schnellsten Überfahrt in 9 Tagen, 17 Stunden und 15 Minuten gewann sie im Februar 1852 das blaue Band für die schnellste Überfahrt zwischen Nordamerika und Europa mit Ostkurs und konnte diesen Rekord 4 Jahre halten.

Am 21. September 1854 legte die Arctic in Liverpool zu einer erneuten Überfahrt ab und stieß am 27. September vor der Küste Neufundlands im dichten Nebel mit dem französischen Dampfschiff "Vesta" zusammen. Obwohl die Arctic das bedeutend größere Schiff der beiden war, bedingte die Bauweise überwiegend auf Holzbasis, dass der Segeldampfer die größeren Schäden bei der Kollision davontrug, die schließlich zum Untergang des Schiffes führten. Ungefähr 350 Besatzungsmitglieder und Passagiere kamen bei dem Unglück ums Leben, nur 32 Menschen konnten gerettet werden, darunter der Kapitän.

Die New York Times vom 12. Oktober 1854 berichtete sehr ausführlich über "The Loss of the Arctic":





Pacific (Mai 1850 bis Januar 1856)


Der Stapellauf der Pacific fand bereits im Februar 1849 statt, die Jungfernfahrt von New York nach Liverpool aber erst im Mai 1850. Im September 1850 errang die Pacific das "Blaue Band" auf der Strecke von Liverpool nach New York.

Nach gut fünf Jahren in Betrieb und einem Werftaufenthalt 1854, um sie nach dem Untergang des Schwesternschiffs Arctic sicherer zu machen, endete die Geschichte Anfang 1856. Auf einer Fahrt von Liverpool nach New York ab dem 23.01.1856 verschwand die Pacific, wahrscheinlich, ohne noch eine weitere Spur zu hinterlassen. An Bord waren zwischen 200 und 240 Menschen. Als Ursachen werden ein Feuer, eine Explosion, vielleicht aber auch eine Kollision mit Eisbergen vermutet, die 1856 zahlreiche Schiffsuntergänge verursachten.



Die deutsche Wikipedia über die Pacific:

Die New York Times vom 21.03.1856 über "The Search for the Pacific"


Doch die Pacific ist nicht das einzige Schiff, dass in den 1850ern auf der Transatlantikroute spurlos verschwindet. Ein ähnliches Schicksal ereilte die "City of Glasgow" 1854 auf dem Weg von Liverpool nach Philadelphia oder die


Tempest (April 1855 bis Februar 1857)




Die Tempest war für die Anchor Line zunächst noch als Segelschiff gebaut worden und wurde 1856 zum Dampfschiff umgerüstet. Sie unternahm zwischen Oktober 1856 und Februar 1857 insgesamt drei Reisen zwischen Glasgow und New York. Zweimal fuhr sie von erfolgreich von Glasgow nach New York und einmal erfolgreich zurück. Am 13. Februar 1857 (vielleicht auch 26. Februar 1857) legte die Tempest zu ihrer vierten Überfahrt in New York ab und ward nicht mehr wiedergesehen. An Bord waren etwa 150 Menschen. Möglicherweise ging das Schiff in einem schweren Atlantiksturm unter.



Lyonnais (1856 - November 1856)




Das letzte Schiff, auf das wir in diesem Beitrag blicken, ist der französische Dreimaster mit dem Namen "Lyonnais", der im Jahr 1856 in Betrieb genommen wurde und die Route zwischen Le Havre und New York befuhr. Am Samstag, dem 01. November 1856 legte die Lyonnais in New York mit 146 Menschen an Bord zur Rückfahrt nach Frankreich ab.

In der Nähe der Insel Nantucket vor der Küste von Massachusetts kollidierte die Lyonnais am 02. November mit der amerikanischen Bark "Adriatic". Trotz eines verzweifelten gemeinsamen Kampfes von Besatzung und Passagieren gelang es nicht, den Untergang des Schiffes zu verhindern, das am 03. November schließlich sank. Obwohl alle Menschen das Schiff noch mit Rettungsbooten und einem Floß verließen, überlebten nur 16 den Untergang, das Floß ging unter und die Boote der übrigen wurden nie gefunden.


Die New York Times berichtete am 15. November 1856 und am 24. Dezember 1856 über das Unglück:
http://query.nytimes.com/mem/archive-free/pdf?res=9807E3DB1039E134BC4D52DFB767838D649FDE

http://query.nytimes.com/mem/archive-free/pdf?_r=1&res=9503E0D81039E134BC4C51DFB467838D649FDE




Samstag, August 04, 2012

Man on a Ledge (2012)



In das New York der Quasi-Gegenwart führt uns der folgende Film. Beim Stöbern im Saturn des Vertrauens bin ich Anfang der gerade endenden Woche auf die DVD "Ein riskanter Plan" gestoßen. Wir haben hier weder einen Oscar-Kandidaten noch ein Meisterwerk. Aber ich bin der Meinung, dass dieser Film für Fans der Stadt New York auf jeden Fall sehenswert ist. Denn New York spielt hier nicht nur eine unbedeutende Nebenrolle, quasi als spektakuläre Kulisse, sondern ist über weiter Teile des Films präsent. Hier kann sich jeder schon mal einen ersten Eindruck verschaffen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ein_riskanter_Plan
http://onthesetofnewyork.com/manonaledge.html





Samstag, Juni 23, 2012

New York City - 1976



Ich habe mich schon länger nicht mehr an die Fersen des Fotografen Nick DeWolf geheftet. In den letzten Wochen wurden auf dessen Fotostream Unmengen an Fotos veröffentlicht, die er während der Feierlichkeiten zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten an verschiedenen Orten an der Ostküste aufgenommen hatte, darunter auch einige in New York City. Kennzeichen dieser Feierlichkeiten war häufig der Besuch zahlreicher Segel- und Kriegsschiffe, die auf dem Wasser vor der ostamerikanischen Küste Paraden abhielten. In diese Zeit wollen wir jetzt einmal zurückkehren und dabei ein völlig anderes Mittsiebziger-New York erleben als jenes, das wir aus Filmen wie "Taxi Driver" kennen. Ich verzichte auf weitere Begleittexte und lasse die Bilder erzählen, was sich vor 36 Jahren dort am Hudson River ereignet hat.

Fotostream Nick DeWolf bei flickr: http://www.flickr.com/photos/dboo/

mehr von Nick DeWolf hier im Blog: