Donnerstag, Januar 12, 2012

New York City Observation Decks / Observatories


Vor ungefähr drei Wochen habe ich den ersten Bericht über das Leben in der Spitze des Chrysler Buildings veröffentlicht, "The Dentist in the sky".
http://nygeschichte.blogspot.com/2011/12/dentist-in-sky.html

Stammleser ub hat später folgenden Kommentar hinterlassen, der Grund genug ist, sich mal ausführlicher mit dem dort eingebrachten Fragestellung zu beschäftigen:

Toller Beitrag, ich hatte schon früher von der Aussichtsplattform und dem Cloud Club gelesen, aber wusste nicht, dass es noch so viele Fotos davon gibt. Leider sind diese Etagen heute nicht mehr zugänglich (es sei denn man hat Zahnschmerzen), womit ich auch schon bei der Frage bin, die mich schon seit längerem beschäftigt:

Scheinbar hat es vor vielen Jahrzehnten eine ganze Reihe öffentlich zugänglicher Aussichtsplattformen in New York gegeben, von denen nur noch das ESB und das Rockefeller Center geblieben sind.

ist von ganzen 11 public observation decks die Rede.

Leider findet man dazu nicht besonders viele weitere Informationen, mich würde interessieren, wo genau sich die Aussichtsplattform bei den dort aufgelisteten Gebäuden befanden, wann und warum sie geschlossen wurden und natürlich ob vielleicht sogar Fotos erhalten sind?

In diesem Forenthread, der auch auf den forgotten-ny.com-Artikel zitiert, hab ich noch einige weitere Informationen gefunden, unter anderem, dass auch das Flatiron Building eine Aussichtsplattform gehabt haben soll, aber auch die dortige Liste lässt viele Fragen offen
http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=1157883

Na, das ist doch mal ein wunderbares Thema für die Expertenrunde oder nicht? Ich bin gespannt, was wir da zusammenbekommen. Ich werde mal in den Ring werfen, was mir spontan einfällt und was ub vorgebracht hat und dann kann jeder, der etwas zu ergänzen hat, seine Vorschläge miteinbringen, über die Kommentarfunktion oder über e-mail an schaedeliof@yahoo.com

1.
Ich kann mich erinnern, mal irgendwo gelesen zu haben, dass früher viele der spektakulären Wolkenkratzer früher mal eine öffentliche Aussichtsplattform gehabt haben. Diese wurden im Laufe der Jahre aber bis auf wenige Ausnahmen alle geschlossen. Wie im Zusammenhang mit dem Chrysler Building zu erfahren war, fand die Schließung häufig in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs statt und danach sind viele Aussichtsplattformen nie mehr wieder für die öffentliche Nutzung freigegeben worden.


2.
Hinsichtlich der von ub benannten aktuell für die Öffentlichkeit zugänglichen Aussichtsplattformen stimme ich zu, mir sind auch nur das Empire State Building und das GE Building bekannt.


Empire State Building

Das Empire State Building verfügt über mehrere Aussichtsplattformen. Da wäre zum einen die bekannteste Aussichtsplattform auf der 86. Etage in 320 Metern Höhe.



Nicht so bekannt und so viel frequentiert ist die Indoor-Plattform im 102. Stockwerk, die sich bereits ziemlich weit oben in der Turmspitze befindet. 





Dann gibt es unter schwindelerregenden Bedingungen noch eine weitere Freiluftplattform im 103. Stockwerk des ESB, die aber nur ausgewählten Gästen zugänglich ist:
 



 
Und für alle, denen selbst das noch nicht aufregend genug ist, tja für die gibt es noch eine Aussichtsplattform, dieses Mal aber wirklich ganz ganz oben.
 
 
 
GE Building (Rockefeller Center): Top of the Rock
 
Die zweite Möglichkeit für den Normalsterblichen, in New York von erhöhter Stelle auf die Umgebung hinunterzublicken, wenn man die 5th Avenue von der 33rd Street (ESB) ca. 20 Blocks in Richtung Norden hinaufläuft, bis man das Rockefeller Center erreicht, dann links abbiegt und sich auf das Dach des GE Buildings begibt, auch bekannt als "30 Rock" oder "The Slab", im 70. Stockwerk. 
 
 
 
 
 
 
World Trade Center (gone)
 
Bis 2001 gab es eine weitere Möglichkeit, in New York spektakuläre Aussichtsplattformen auf dem damals höchsten Gebäude der Stadt aufzusuchen, diese Möglichkeit ging allerdings bei den Terroranschlägen am 11. September 2001 verloren. Diese befanden sich im 107. und 110. Stockwerk des Südturms bzw Nordturms. Ich habe erst kürzlich ausführlich über die Observations Decks des World Trade Centers berichtet, deshalb gibt es hier nur die Links:
 
 
Und damit sind wir schon beim eigentlichen Thema, das ub angeregt hat. Welche Aussichtsplattformen gab es in New York noch, auf welchen Gebäuden, sind sie noch da und nur nicht mehr zugänglich, oder sind sie Bestandteil von "Gone Buildings" gewesen wie dem World Trade Center.



Singer Building (gone)

Neben dem World Trade Center fällt mir noch ein weiteres Gone Building ein, das über eine Aussichtplattform verfügte, nämlich das 1908 fertiggestellte und 1968 wieder abgerissene Singer Building.

"Also the Singer Building had an observatory facility at the top, on the 40th floor."
http://www.in-arch.net/NYC/nyc1a.html


The American skyscraper, 1850-1940: a celebration of height von Joseph J. Korom

 Kehren wir erst mal zurück zu einst öffentlichen, heute aber nicht mehr zugänglichen Aussichtsplattformen.



Woolworth Building

Noch vorhanden, aber nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich ist die Aussichtplattform auf dem Woolworth Building. Ich habe erst vor wenigen Tagen ein Video von dort oben veröffentlicht.
http://nygeschichte.blogspot.com/2011/12/top-of-woolworth-tower.html



Chrysler Building

Ebenfalls noch nicht lange her, nämlich im anfangs genannten Artikel "The Dentist in The Sky" gab es auch Bilder vom ehemaligen Observatorium auf dem Chrysler Building im 71. Stock. Das ist aber Geschichte, denn die ehemaligen Räumlichkeiten sind schon lange an Geschäftsleute vermietet.
http://nygeschichte.blogspot.com/2011/12/dentist-in-sky.html




AIG Building (70 Pine Street)

Das AIG Building dürfte jeder regelmäßige Blogbesucher kennen, denn es markiert auf jeden Seite des Blogs den Beginn der Sidebar oben links. Auch dieses Gebäude hat eine Aussichtsplattform im Programm, im 66. Stock, leider auch nicht für die Allgemeinheit zugänglich. Leider, weil es sicher interessant wäre, die Südspitze Manhattans auch mal vom Osten her überblicken zu dürfen.
http://nygeschichte.blogspot.com/2007/07/70-pine-street-aig-building.html




Metropolitan Life Insurance Building

Auch in der Spitze dieses Gebäudes, das für einige Jahre das höchste Gebäude auf der Welt war, befindet sich ein Raum, der als Aussichtsplattform dienen könnte. Allerdings ist er nur mühsam über viele Treppen zugänglich, sehr klein und kaum ausgebaut, weshalb ich nicht glaube, dass er mal als öffentliche Aussichtsplattform gedient hat. Damit endet das, was mir so an Aussichtsplattformen in New Yorker Gebäuden einfällt.
http://nygeschichte.blogspot.com/2010/11/inside-clocktower.html





Flatiron Building

ub hatte in seinem Kommentar noch erwähnt, dass das Flatiron Building auch mal eine Aussichtsplattform gehabt haben soll, die sich im 21. Stock befand, zusammen mit einem Restaurant. Beide bereits viele Jahre verschwunden, denn was 1902 noch hoch war in New York, ist es heute schon lange nicht mehr.
"Originally the Flatiron building featured an observatory on the top floor, but taller buildings have taken over this function."
http://www.aviewoncities.com/nyc/flatiron.htm

"The building originally housed a restaurant and an observation deck on the 21st floor, now long gone."

http://www.in-arch.net/NYC/nyc1.html




Schauen wir mal, was die von ub erwähnten Links noch für Informationen beinhalten. Der erste führt auf die alte Forgotten NY-Seite:
http://classic.forgotten-ny.com/STREET%20SCENES/willie/willie.html

"From Seth Robbins and Robert Neuwirth's Time Out New York article of April 22, 1999:

Once upon a time, in the swellest city around, a guy could take a date to the tops of the jazziest roosts in the burg. You might impress her at the 500-foot high hangout overlooking Times Square. Or you could snag lunch and sit atop your pick of four slick spires way downtown. You could even walk into uptown buildings so fancy you felt like Croesus himself, catch an elevator and walk outside a thousand feet up, the whole never-sleepin' shebang at your feet.

This was New York during the golden age of public observation decks. In the 1880s, nearly all of our highest towers' tops were open top the public; by the 1930s, there were 11 skyscraping public observation decks. Higher than 800 feet were the downtown decks at 22 William Street, 70 Pine Street and 40 Wall Street. Almost as high was the deck at the Woolworth Building, the "Cathedral of Commerce". Times Square had the Paramount, the corner of 42nd and Lex flaunted both the Chrysler and the Chanin. And who could forget the RCA, the Empire State and Riverside Church's tower? Even Brooklyn weighed in, with the highest structure between Manhattan and Paris, the Williamsburgh Savings Bank Tower.

While no one was looking, though, New York's once-public skies were gradually declared off-limits. Only the Empire State Building, 2 World Trade Center and Riverside Church (Sundays only) are open now. And while glorious, they are reminders of all lost panoramas."

Ok, es werden tatsächlich 11 Gebäude genannt, die mit Observatorien
ausgestattet waren:
- 22 Williams Street
- 70 Pine Street (das haben wir oben schon = AIG Building)
- 40 Wall Street
- Woolworth Building (haben wir auch schon)
- Paramount Building
- Chrysler Building (haben wir schon)
- Chanin Building (on Lexington Avenue)
- RCA Building (heute GE Building, haben wir schon)
- Empire State Building (haben wir schon)
- Riverside Church
- Williamsburgh Savings Bank Tower

Sehr interessant ist auch der zweite Link aus dem Skyscraper-Forum, der sich zwar größtenteils auf den "Willi-Link" von Forgotten NY stützt, aber auch noch neue Informationen mitbringt.
http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=1157883

Woolworth Building 2

Da wären zum Beispiel die "neuen" Bilder von den Aussichtplattformen des Woolworth Buildings, die ich bei den Vorbereitungen für meinen Beitrag kürzlich nicht gefunden habe:
http://ny.curbed.com/archives/2008/02/22/curbed_inside_out_the_woolworth_building.php

Richtig gelesen, es gibt zwei Aussichtsplattformen auf dem Woolworth Building, eine in der Spitze im 58. Stock und eine Aussichtsterrasse im 43. Stock.


Schauen wir zuerst mal nach den zusätzlichen Bildern von der Spitze des Gebäudes:









Und hier sind noch Bilder von der Aussichtsterrasse im 43. Stock:






Zu dem Rest schicke ich morgen oder übermorgen noch einen Nachtrag hinterher, aber jetzt ist es langsam mal an der Zeit, für heute Schluss zu machen.


Und hier kommt der Nachtrag:


AIG Building 2

Auch vom nicht mehr öffentlich zugänglichen Observation Deck des AIG Buildings gibt es noch neue Aufnahmen:
http://wirednewyork.com/forum/showthread.php?t=20314&page=3&p=286330#post286330


Ich glaube, hier mal einen Kaffee trinken zu dürfen, wäre schon ziemlich großartig. Die Aussicht aus der Kantine, die ich mittags aufsuche, ist ungleich unspektakulärer.





40 Wall Street (Trump Building)



Der Verlierer im Rennen um den Titel "Höchstes Gebäude der Welt" aus dem Jahr 1930 verfügte genauso wie der Gewinner (Chrysler Building) über eine Aussichtsplattform, die sich im 60. und 70 Stock in der Pyramide befand (und vielleicht auch noch befindet).

"They pointed out that the observation deck in the Bank of Manhattan Building was nearly 100 feet above the top floor in the Chrysler Building"

http://en.wikipedia.org/wiki/40_Wall_Street
"40 Wall Street with former observation rooms in the pyramid on the 69th and 70th floors."
http://wirednewyork.com/forum/showthread.php?t=4238


Chanin Building

Das CB, ebenso wie das Chrysler Building an der Lexington Avenue, verfügte einst über eine Aussichtsplattform im 54. Stockwerk. Dabei streiten sich die Geister, ob diese öffentlich oder privat, also nur ausgewählten Gästen zugänglich war.


Paramount Building

Im 32. Stockwerk des Paramount Buildings soll sich ebenfalls eine Plattform befunden haben, die sicherlich einen interessanten Blick auf den Times Square selber und auf die Umgebung ermöglicht hat. Das ist eigentlich schade, dass es an diesem pulsierenden Zentrum von Manhattan heutzutage keine Aussichtsplattform mehr gibt.



20 Exchange Place / 22 Williams Street

Zur Abwechslung mal wieder eine Adresse im Financial District. Auch dieser Wolkenkratzer bot einmal die Möglichkeit, einen Blick von oben hinab in die tiefen und engen Schluchen im Süden Manhattans zu werfen.



Riverside Church

Und wem das ganze Gedöns mit den Wolkenkratzern zu modern ist, weil er es lieber Old School mag, für den gibt es auch in New York eine Möglichkeit, Höhe so zu genießen, wie man vielerorts auch in Good Old Europe zu tun pflegt, nämlich auf einem Kirchturm.



Diese steht in ruhiger beschaulicher Umgebung im Viertel Morning Heights (Upper Eastside). Die bösen Wolkenkratzer sind schön weit weg, so dass sie nicht stören, stattdessen gibt es einen feinen Blick auf den Campus der Columbia Universität.


Diese Aussichtsmöglichkeit ist wohl auch noch gegenwärtig zugänglich, allerdings muss man einen Teil der Höhe - wie bei Kirchtürmen üblich - zu Fuß überwinden. Aber das kann einem ja auch im Empire State Building blühen, wenn man die langen Schlangen vor den Aufzügen zwischen dem 80. und 86 Stock umgehen möchte, denn da gibts ein spezielles Höhenerlebnis im Treppenhaus des höchsten Gebäudes von New York.


Warum - wird sich der Leser jetzt vielleicht fragen -, warum gibt es in New York nur einen Kirchturm zu besteigen. Ich vermute mal folgendes. Vermutlich gibt es in New York mehr Kirchtürme, die man besteigen kann, aber wegen der Aussicht lohnt es sich in den meisten Fällen eher nicht, da man auf der Spitze eines Kirchturms einen Ausblick hat, der sich von dem am Grund in der Regel nur wenig unterscheidet. Wenn man sieht, wie klein die anderorts großen Kirchen in Manhattan neben den unzähligen Hochhäusern erscheinen, wie sie oft wie David zwischen zwei oder drei Goliaths einklemmt sind, der versteht, dass nur eine Kirche wie die Riverside Church, die sich jenseits der Häuserschluchten befindet, einen derartigen Service anbietet.

Zum Abschluss möchte ich noch einen Auszug aus einer E-Mail von Dirk Stichweh präsentieren, der als ausgewiesener Wolkenkratzerexperte auch noch ein paar interessante Details beizusteuern hat, insbesondere den Hinweis auf die Rooftop Bars als moderne Nachfolger der Aussichtsplattformen:

"Hallo Schaedel, ein wirklich interessanter Beitrag zu den Aussichtsplattformen. Öffentliche Aussichtsplattformen (ausgenommen die Rooftop-Bars, von denen es mittlerweile ja eine ganze Menge in Manhattan gibt) gibt es meines Wissens in Manhattan nur noch die üblichen Verdächtigen: Empire State Building, GE Building und die Riverside Church (Fahrstuhl und Treppen), die aber leider etwas abseits im Riverside Park liegt. Die anderen von Dir erwähnten Decks wurden allesamt während des 2. Weltkrieges oder kurz zuvor bzw. kurz danach geschlossen. Das ist im Falle vom Chrysler Building, 40 Wall Street und AIG Building besonders ärgerlich. Beim Woolworth Building gab es bis 2001 am Wochenende eine Art Agreement für findige Typen. Man gab den Sicherheitsdiensten, die dort am Wochenende arbeiteten, ein wenig Bargeld, und dann durfte man nach oben fahren. Das war natürlich keine offizielle Sache. Nach 9/11 natürlich nicht mehr machbar. Chanin Building wurde eigentlich nur privat für Gäste von Irwin S. Chanin bereitgestellt, 20 Exchange Place (warum wird da 22 Wiliams Street geschrieben??) war mir nicht bekannt, ebenso nicht Paramount Building. Wo soll da oben Platz für eine Aussichtsplattform sein? Auch beim Flatiron Building wäre ich mir nicht so sicher, dass man dort eine öffentliche Aussichtsterasse hatte. Oft war es so, dass man zwar Aussichtsplattformen hatte, die aber nur für Angestellte zur Verfügung standen. Außerdem war es in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts noch gar nicht so begehrt auf die Plattformen zu gehen (ist mir aus heutiger Sicht ein Rätsel..) --- Gruß Dirk"


Zum Paramount Building: Platz sehe ich da schon, wenn auch nicht viel. So ein paar größere Balkone gibt es in den oberen Stockwerken. - Zum Flatiron Building: Ich glaube, man muss nicht zwingend nach einer Terrasse suchen. Vielleicht waren die Aussichtsplattform und das Restaurant innerhalb des Gebäudes, vielleicht drehte es sich auch nur um einen schmalen Wandelgang um das obere Stockwerk, ähnlich wie beim Empire State Building. Das Chrysler Building und 40 Wall Street zum Beispiel haben / hatten auch keine Observatories, die man von außen erkennen konnte.




Dirk hat mir noch einen schönen Hinweis auf eine weitere Plattform und eine damit verbundene tragische Geschichte gegeben, die ich in Kürze in einen eigenen Beitrag präsentieren werde, deshalb spare ich den Teil der Mail aus.

Wenn Ihr noch weitere Fragen / Ideen / Anmerkungen / Bilder / Links / Gebäude / Material habt, meldet Euch, die Diskussion bleibt offen.


Nachtrag 2:

ub hat heute Abend im Kommentarfeld noch eine riesige Menge Material hinterlassen, das ich direkt mal hier in den Beitrag anhebe. Ein ganz großes Dankeschön dafür ub.

ub:
Ich habe in letzter Zeit auch nochmal intensiv recherchiert und haufenweise neue Information gefunden, die mehrere Fragen beantworten.

1. Ich fange gleich mal mit der größten Entdeckung an:





Über die Google-Buch-Suche bin ich auf einen New York Reiseführer von 1939 gestoßen, in dem alle zur damaligen Zeit existierenden öffentlichen Aussichtsplattformen im Detail aufgelistet sind:


Bank of the Manhattan Co. Bldg., 40 Wall St
71st floor
open daily 9am to 5.30pm,
admission free

Chanin Bldg. 122 E. 42nd St.
54th floor
open daily 9am to 11pm
adults 55c, children 25c

Chrysler Building, 405 Lexington Ave.
71st floor
open daily 9am to 6pm
adults 55c, children under 15 25c, under 8 free

Empire State Building, 350 5th Avenue
86th and 102nd floor
open daily 8am to 1 am
adults $1.10, children under 16 25c

RCA Building, 30 Rockefeller Plaza
70th floor
open daily 10 am to midnight
adults 40c, children under 16 20c

Sixty Wall Tower, 70 Pine St
66th floor
open weekdays 11 am to 5.30 pm, Sat. 11am to 1.30 pm
adults 40c, children under 11 free

Woolworth Building, 233 Broadway,
60th floor
open daily 9am to 6pm
adults 55c, children 25c


Wer selber nachlesen will:
New York City Vol 1, New York City Guide von Federal Writers' Project, Seite 35

Erstaunlich finde ich, dass die Plattform in 40 Wall Street sogar kostenlos war. Im selben Buch wird übrigens auch die Plattform der Riverside Church erwähnt, die es damit im Jahr 1939 auch schon gegeben haben muss. Allerdings wurde die nicht auf der Liste aufgeführt.


2. zum Paramount Building...
http://www.flickr.com/photos/emilio_guerra/4553764511/


Dort steht:
"in November of 1927, glass-enclosed observation decks were added to the north and south sides of the topmost setback; these have since been removed."

Und siehe da: Wenn man sich alte Fotos des Paramount Buildings anschaut, sieht man tatsächlich zwei Glaskästen links und rechts von der großen Uhr in der Mitte.
z.B. auf diesem Foto: 
http://imageshack.us/photo/my-images/175/paramountbuilding1935n2ev2.jpg/






3. Die Navy hatte Angst vor Spionen, die von den Plattformen alliierte Truppenbewegungen verfolgen...

... und daher Decks, wie das des Woolworth Buildings geschlossen. Siehe hier:
http://www.brooklyneagle.com/archive/category.php?category_id=23&id=20105


"By order of the U.S. Navy, the observation deck was closed on the eve of World War II lest spies could use it to track Allied movements"


4. Außerdem bin ich noch auf weitere Gebäude gestoßen, die über öffentliche/private Aussichtsplattformen verfügt haben (können):

Irving Trust Company Building (privat)
http://ci.columbia.edu/0240s/0242_3/slides/0242_3_100430.html




Park Row Building
"The twin cupolas were once the observation decks"
http://wirednewyork.com/forum/showthread.php?t=3680





Trinity Building
"Atop the Trinity Building's twenty-one-story mass rises a four-story, eight-sided, observation tower"
The American skyscraper, 1850-1940: a celebration of height von Joseph J. Korom, , via Google Buch Suche





Bilderquellen (sofern nicht verlinkt) / picture sources : Google picture search

Kommentare:

  1. Ich habe in letzter Zeit auch nochmal intensiv recherchiert und haufenweise neue Information gefunden, die mehrere Fragen beantworten.



    1. Ich fange gleich mal mit der größten Entdeckung an:

    Über die Google-Buch-Suche bin ich auf einen New York Reiseführer von 1939 gestoßen, in dem alle zur damaligen Zeit existierenden öffentlichen Aussichtsplattformen im Detail aufgelistet sind:


    Bank of the Manhattan Co. Bldg., 40 Wall St
    71st floor
    open daily 9am to 5.30pm,
    admission free

    Chanin Bldg. 122 E. 42nd St.
    54th floor
    open daily 9am to 11pm
    adults 55c, children 25c

    Chrysler Building, 405 Lexington Ave.
    71st floor
    open daily 9am to 6pm
    adults 55c, children under 15 25c, under 8 free

    Empire State Building, 350 5th Avenue
    86th and 102nd floor
    open daily 8am to 1 am
    adults $1.10, children under 16 25c

    RCA Building, 30 Rockefeller Plaza
    70th floor
    open daily 10 am to midnight
    adults 40c, children under 16 20c

    Sixty Wall Tower, 70 Pine St
    66th floor
    open weekdays 11 am to 5.30 pm, Sat. 11am to 1.30 pm
    adults 40c, children under 11 free

    Woolworth Building, 233 Broadway,
    60th floor
    open daily 9am to 6pm
    adults 55c, children 25c


    Wer selber nachlesen will:
    New York City Vol 1, New York City Guide von Federal Writers' Project, Seite 35

    Erstaunlich finde ich, dass die Plattform in 40 Wall Street sogar kostenlos war. Im selben Buch wird übrigens auch die Plattform der Riverside Church erwähnt, die es damit im Jahr 1939 auch schon gegeben haben muss. Allerdings wurde die nicht auf der Liste aufgeführt.



    2. zum Paramount Building...

    http://www.flickr.com/photos/emilio_guerra/4553764511/
    Dort steht:
    "in November of 1927, glass-enclosed observation decks were added to the north and south sides of the topmost setback; these have since been removed."

    Und siehe da: Wenn man sich alte Fotos des Paramount Buildings anschaut, sieht man tatsächlich zwei Glaskästen links und rechts von der großen Uhr in der Mitte.
    (z.B. auf diesem Foto:
    http://imageshack.us/photo/my-images/175/paramountbuilding1935n2ev2.jpg/)



    3. Die Navy hatte Angst vor Spionen, die von den Plattformen alliierte Truppenbewegungen verfolgen...

    ... und daher Decks, wie das des Woolworth Buildings geschlossen. Siehe hier:
    http://www.brooklyneagle.com/archive/category.php?category_id=23&id=20105
    "By order of the U.S. Navy, the observation deck was closed on the eve of World War II lest spies could use it to track Allied movements"



    4. Außerdem bin ich noch auf weitere Gebäude gestoßen, die über öffentliche/private Aussichtsplattformen verfügt haben (können):


    Irving Trust Company Building (privat)
    http://ci.columbia.edu/0240s/0242_3/slides/0242_3_100430.html

    Park Row Building
    "The twin cupolas were once the observation decks"
    http://wirednewyork.com/forum/showthread.php?t=3680

    Trinity Building
    "Atop the Trinity Building's twenty-one-story mass rises a four-story, eight-sided, observation tower"
    The American skyscraper, 1850-1940: a celebration of height von Joseph J. Korom, , via Google Buch Suche

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  2. ub - großartige Entdeckungen, ich habe da direkt mal einen zweiten Nachtrag von gemacht - der Schaedel

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  3. beim paramount building war das ja sogar geplant ein stern observatorium hineinzusetzen und dieses dann für besucher zugänglich zu machen.

    lg

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  4. hallo Anonym, vielen Dank für die ergänzende Info, hat die Kugel auf dem Dach etwas damit zu tun?

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  5. Marlon B.6:54 nachm.

    ja eben diese kuppel sollte ursprünglich einen globus darstellen und auch für besucher zugänglich.Hier ein auszug aus "new york von oben": Das Gebäude hatte ein Observatorium in 137 Metern Höhe. es hieß man könne die ganze Stadt und den Hafen sehen. In den frühen dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, als Konkurrenten wie das Empire State Building, das RCA und das Chrysler Building hinzukamen wurde es aufgegeben".

    wenn man unter die Kuppel schaut, kann man die Plattform erkennen, die gläskästen gibt es heute nicht mehr, siehe hier: http://farm7.staticflickr.com/6025/5989630365_911a57b3e5_z.jpg

    liebe grüße und weiter so, einer der besten blogs die ich kenne.

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