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Dienstag, Februar 28, 2012

Straßenbahnfahrt durch das New York der frühen 1900er...

...den Broadway hinunter und über den Union Square. Altagsszenen und -bilder aus einem schon mehr als 100 Jahre vergangenen New York. Die Kamera, die damals mit auf der Straßenbahn unterwegs war, hält das Fenster auf, durch das wir hier in die Vergangenheit blicken können.




Nachtrag (04.03.2012):

Zu dem Film hat sich auf der Facebook-Seite von Forgotten NY noch ein ganz interessanter Dialog im Kommentarfeld entwickelt, den ich hier ergänzen möchte, weil er noch einige Informationen zu dem Film oben enthält:


thanks to John Telesca and Johannah Turner

Freitag, September 24, 2010

Broadway at Union Square 1896

Bei den Recherchen zum Billy Bitzer - Beitrag bin ich noch auf weitere interessante Filme aus und über New York gestoßen, darunter dieser hier, der von der französischen Konkurrenz, den Gebrüdern Lumiere, gedreht wurde.



The Lumière Brothers, Auguste Marie Louis and Louis Jean Nicolas
In this approximately 35-second long Lumière Brothers short (Lumière No. 328), the camera was placed at the intersection of Broadway and 14th Street, the southeast corner of New York City's Union Square Park in Greenwich Village. The building seen at the top center of the frame is the Lincoln Building at 1 Union Square West which had just been built 6 years before, and new construction just to the left of that. Policemen direct pedestrian and streetcar traffic along the roads, and we see a number of horse-drawn carts and carriages go down 14th Street.

Billy Bitzer (1872-1944)


Ich komme nochmal zurück auf den Kameramann, der 1899 auf den Ostpfeiler der Brooklyn Bridge gestiegen und seine Kamera allzu hektisch über das damalige Panorama von Manhattan geschwenkt hatte. Irgendwie kam mir der Name bekannt vor und siehe da, er war schon mehr als einmal Gast in diesem Blog. Damit hat er sich dann auch mal einen eigenen Beitrag verdient.


In diesem Wikipedia-Beitrag findet man eine Menge Wissenswertes über das Leben von Johann Gottlob Wilhelm “Billy” Bitzer, der 1896 als Elektriker bei der Firma "Biograph" anfing und schnell zur Position hinter der Kamera wechselte, die er bei mehr als 900 Filmen innehatte.:

Gerade in der Frühzeit scheute er selten das Risiko für spektakuläre Aufnahmen und kletterte dazu nicht nur auf hohe Brückenpfeiler, sondern auch auf die Kuhfänger von Lokomotiven, um die Fahrten mit einer Filmkamera in sogenannten "Phantom Rides" festzuhalten. Hier ist ein sehr umfangreiches und informativer Beitrag zum Thema "Phantom Rides" bei Wikipedia:

Später wurde Bitzer zum Chefkameramann bei dem legendären amerikanischen Regisseur D.W. Griffith und wirkte bei seinen spektakulärsten Filmen, darunter "Geburt einer Nation" (1915) und "Intolerance" (1916) mit.

In der Pionierzeit des Films (1894 - 1910) befand sich das Zentrum der nordamerikanischen Filmindustrie noch nicht in Kalifornien, sondern in New York City und wurde von Edison und seiner Patentgesellschaft beherrscht.

Neben den unzähligen spektakulären Motiven, die die Stadt bot, ist es sicherlich auch diesem Umstand zu verdanken, dass soviel frühes Material erhalten geblieben ist, das in New York gefilmt wurde.

Zurück zu Billy Bitzer und Filmen, bei denen er hinter der Kamera stand. Da wäre zum Beispiel dieser Film, der 1903 im frisch eröffneten Luna Park auf Coney Island entstand:

Shooting the Chutes, Luna Park, Coney Island 1903


Im gleichen Jahr entstand auch dieser Dokumentarfilm von der Eröffnung der New Yorker "Williamsburg Bridge".

Opening the Williamsburg Bridge 1903


Zwei Jahre später im Juli 1905 war Billy Bitzer wieder mit seiner Kamera dabei, als der Tunnel der Pennsylvania Railroad ausgehoben wurde, um New Jersey mit der im Bau befindlichen Pennsylvania Station zu verbinden.

Old Penn (Pennsylvania) Station Tunnel Excavation 1905



Hier haben wir noch mal etwas ältere Aufnahmen von Herrn Bitzer, die er im August 1901 aufgenommen hat:

Broadway and Union Square 1901



Nochmal zwei Jahre zurück bis zum 01.05.1899 geht es mit diesem Film, als Herr Bitzer vielleicht am Union Square, vielleicht aber auch am City Hall Park die Zeitungsjungen der Zeitung "The New York World" filmte (genau die, die im World Building bzw. Pulitzer Building entstand).

Delivering Newspapers 1899



Und Herr Bitzer war auch Kameramann, als dieser berühmte Film 1905 in der nagelneuen New Yorker U-Bahn gedreht wurde, dem ich in den Anfangstagen dieses Blogs schon mal ein Kapitel gewidmet habe (Kapitel Nummer 3!). Hier wurde das Phantom Rides-Konzept unter die Erde verlegt.
http://nygeschichte.blogspot.com/2006/10/new-york-subway-1905.html




Interior New York Subway, 14th Street to 42nd Street





Aber Herr Bitzer filmte nicht nur Dokumentarisches in oder um New York, sondern auch reguläre Unterhaltungsfilme wie zum Beispiel den Kurzfilm "Stealing a Dinner", der am 28.04.1899 im Dachstudio der Biograph entstand und mit dem ich diesen Beitrag über einen Pionier der amerikanischen Filmgeschichte abschließen möchte.

Dienstag, Dezember 22, 2009

Bird's Eye View from Union Square 1849

Diese Zeichnung zeigt den Union Square und den dahinter liegenden Teil von Südmanhattan im Jahr 1849 aus der Vogelperspektive. Kommt jemandem der Schauplatz in der Mitte rechts irgendwie bekannt vor? Richtig, da war was. Dieses Bild ist quasi ein Prequel zu Kapitel 177, wo wir uns genau diesen Häuserblock schon einmal genauer angesehen haben. Wer noch einmal einen Blick riskieren möchte, bitteschön:
Zur Ergänzung noch ein Auszug aus dem Begleittext der NYPL:
This print is a copy on a greatly reduced scale of the original print New-York. Birds' eye view, looking south from Union Square / published by John Bachmann, 5 Rector St. N. York ; drawn from nature and on stone by C. Bachmann ; lith. of Sarony & Major 117 Fulton St. N.Y. ; entered . . . 1849 by J. Bachmann . .
Bildquelle Wikipedia - Union Square (dt.)
mehr über den Union Square

Montag, Dezember 21, 2009

Louis Lumiere - New York,Broadway At Union Square (1896)


Nicht nur Edison hat in den Kindertagen des Films Aufnahmen in New York City gemacht. Auch der französische Filmpionier Louis Lumiere ist bereits 1896 in Manhattan gewesen und hatte dabei seine Kamera im Gepäck. Schön für uns, denn dieses ermöglicht uns, das eine oder andere Fenster in die Vergangenheit aufzustoßen und in ein längst vergangenes bewegtes New York zu blicken.

IMDb weiss folgendes über den Kurzfilm zu berichten:
"A stationary camera captures the hustle and bustle of Manhattan on Broadway at Union Square in Greenwich Village. As streetcars pass with rapid regularity, two police officers make sure that pedestrians who are crossing the street do so safely. Horse-drawn carriages pass as well. The men wear hats and ties; the lads wear caps; the women are in long skirts."



Link:
http://www.imdb.com/title/tt0256962/plotsummary

Sonntag, Mai 31, 2009

Decker Building revisited

Kapitel 183

Als ich Anfang Mai für das Kapitel 177 recherchierte, habe ich eine Menge Bildmaterial vom Union Square gesichtet, das für eine Verwendung in dem Kapitel nicht in Frage kam, weil es nicht die Südwestecke zeigte.

Dabei habe ich auch einige interessante Aufnahmen von der Nordwestecke des Union Square gefunden, die das Decker Building noch in voller Pracht und ohne "störende" Anbauten zeigen. Diese Aufnahmen möchte ich heute präsentieren.

Vor knapp einem Jahr habe ich im Kapitel 95 über das Decker Building berichtet, einem inzwischen 116 Jahre alten Gebäude, das immer noch erhalten ist.
http://nygeschichte.blogspot.com/2008/06/decker-building.html

Leider war das Datum der Aufnahmen nicht angegeben, aber es steht fest, dass sie vor 1902 entstanden sind, weil ab diesem Jahr direkt links neben dem Decker Building die "Bank of the Metropolis" errichtet wurde.

Diese Aufnahme ist auch interessant. Rechts außen sieht man die linke Seite vom Decker Building, unschwer zu erkennen an der Aufschrift auf dem Mauerwerk. In der Bildmitte ist die ehemalige Niederlassung des Juweliergeschäfts "Tiffany & Company" zu sehen. Dieses wurde 1870 am Union Square eröffnet und blieb Standort bis 1906.

Wenige Jahre zuvor 1902 endete der besondere Zauber des Decker Buildings, als rechts daneben die "Bank of the Metropolis" errichtet wurde, ein Bauwerk, neben dem das Decker Building nur noch unscheinbar wirkte.

Auf diesen beiden Aufnahmen sieht man das Decker Building jeweils auf der linken Seite direkt rechts neben der Bank of the Metropolis.

Dieses Bild zeigt die Gebäudekonstellation noch mal in Frontalansicht.

Bevor wir zum Ende kommen, gibt es noch zwei nennenswerte Ereignisse rund um das Decker Building, die bei der Erstellung des ersten Kapitels noch nicht zugreifbar waren.

1893 brach an einer Hütte im Park vor dem Decker Building sprichwörtlich die "Anarchie" aus, als sich dort Arbeitslose bei einem Open Air Meeting versammelten.

Interessant und mir bisher unbekannt ist der Umstand, dass 1967 Andy Warhol mit seiner "Factory" in den 6. Stock des Decker Buildings einzog, nachdem die alte Unterbringung an der 47th Street abgerissen worden war.

Am 3. Juni 1968 besuchte hier im Decker Building Valerie Solanas die Factory und schoß dort dreimal auf Andy Warhol und auch auf den ebenfalls anwesenden Mario Amaya, wobei Warhol schwer verwundet wurde. 1973 schließlich zog die Factory erneut um, dieses Mal zu einer nicht weit entfernten Adresse am Broadway.

Links:
http://nygeschichte.blogspot.com/2008/06/decker-building.html
http://en.wikipedia.org/wiki/Decker_Building
http://www.nytimes.com/2006/07/02/realestate/02scap.html
http://www.preserve2.org/ladiesmile/broadway.htm
http://www.museumplanet.com/tour.php/nyc/us/20

Sonntag, Mai 03, 2009

Broadway / East 14th Street 1910

Kapitel 177


Dieses Bild liegt auch schon ein paar Monate in meinem Archiv. Eigentlich sollte das hier nur eine kurze Bildbesprechung werden, aber ich bin mal wieder tief in die Vergangenheit eingetaucht. Es ist nicht ganz einfach gefallen, den Standort des Photos auszumachen. Auf dem Bild dürfte der Straßenabschnitt der East 14th Street zu sehen sein, der sich am südwestlichen Ende des Union Square zwischen Union Square West und Broadway befindet.


Größere Kartenansicht

Der Broadway ist auf dem Photo nicht sichtbar, sondern befindet sich neben dem Haus am ganz linken Bildrand. Union Square West bzw. seine südliche Verlängerung University Place liegt dementsprechend neben dem rechten Bildrand. Einziger Orientierungspunkt war das Lincoln Monument, zu erkennen in der vorderen Bildmitte, das an der Südwestecke des Parks gestanden hat und dem ich später noch ein paar Zeilen und Fotos widmen werde.

Das Original des Bildes stammt aus einem Buch mit dem Titel "From Both sides of Broadway : from Bowling Green to Central Park, New York City" aus dem Jahr 1910. Unterhalb des Photos ist wiedergegeben, welche Gebäude dort zu sehen sind: "W. L. Douglas Shoe ; United cigar store ; Crystal Hall (one cent to nickel amusement) Comedy Theatre ; Brill Brothers, clothing and men's furnishings ; Childs' restaurant ; Goldsmith & Co., men's clothing ; Spingler Café ; Lincoln's monument faces Broadway". Manche kann man zuordnen, manche fallen schwerer. Ich versuche es mal.


In dem Gebäude links außen befanden sich wohl die folgenden Läden: "W. L. Douglas Shoe" und "United cigar store". Einen Hinweis auf das Schuhgeschäft von W.L.Douglas findet man oben an der rechten Seite des Gebäudes, dort ist ein Werbebanner auf das Mauerwerk gemalt. Den Zigarrenladen kann ich nicht wirklich ausmachen, vielleicht befand er sich dort, wo das prägnante dunkle Namensschild angebracht ist, vielleicht lag er auch um die Ecke an der Broadwayseite. Ich gehe aber mal davon aus, dass dieses schicke alte neunstöckige Haus mit der Kuppel auf dem Dach nicht nur einen Schuh- und einen Rauchwarenladen beherbergt hat. Darauf lassen auch die anderen Werbeschilder wie "Pictorial Review" und "... Gross Pictures" schließen, die an der Fassade angebracht sind, auf die der Begleittext zum Foto aber nicht weiter eingeht. Interessanterweise befindet sich an dieser Stelle mit der Hausnummer 849 Broadway auch in der Gegenwart ein Schuhgeschäft mit dem schönen Namen "Shoe Mania".


Das nächste Gebäude "Crystal Hall" könnte eine Art frühe Automatenhalle gewesen sein, in der man gegen Investition von kleinen Geldstücken (1 Cent bis 1 Nickel) Unterhaltung finden konnte. Vielleicht, da bin ich mir aber nicht sicher, handelt es sich auch um ein Nickelodeon, also eine frühe Form des Kinos, die vor allem in den 1900er-Jahren populär war. Die Zuordnung fällt etwas schwer, weil die Aufschrift über dem Eingang "Automatic Vaudeville" lautet. "Crystal Hall" steht in kleinerer Schrift im Bogen darunter, wie das nachfolgende Foto zeigt.


Nachtrag: Ich habe etwas später noch in den New York Songlines nachgeschlagen und bin dort fündig geworden. Und ich habe mit beiden Vermutungen nicht falsch gelegen: Hausnummer 46 an der East 14th Street war die Adresse des "Automatic Vaudeville", eine Penny-Arcade-Halle, die 1903 von Adolph Zukor, dem späteren Paramount-Gründer, unter Beteiligung von Marcus Loew eröffnet wurde. Im Angebot waren penny-betriebene Gucklöcher, Stationen, an denen Phonographen angehört werden konnten, Trimmräder, Boxbirnen und ein Schießstand im Keller. Als Filme aufkamen, wurde die "Crystal Hall" hinzugefügt, ein Kino, das man über eine gläserne Treppe erreichte, die wiederum als Attraktionen bunte Lichter und einen simulierten Wasserfall aufwies.

Die Filme von Charlie Chaplin wurden hier nahezu ohne Unterbrechung von 1914 bis 1923 gespielt. Am Abend des 4. März 1923 brach gegen acht Uhr ein Feuer im Schießstand aus. Der Rauch zog schnell in das ausverkaufte Filmtheater, in dem gerade ein Chaplin-Film lief. Das Gebäude konnte aber evakuiert werden, ohne das Gäste oder Personal ernsthaft verletzt wurde. Etwa 20.000 Menschen am Union Square waren Zeugen, als die Feuerwehr die Flammen löschte. Das im Anschluss neu errichtete Gebäude nannte sich "Orbachs". Im aktuellen Gebäude an diesem Ort findet man noch Teile des Originalgebäudes, die in die gegenwärtige Struktur integriert wurden. Mehr zur Crystal Hall findet man unter den Quellenlinks.


Das darauf folgende Haus hat im Erdgeschoß ein kleines "Comedy Theater" beherbergt. Hier wurden auch Filme vorgeführt. Werbeaufschriften an den Stockwerken oberhalb des Theaters lassen vermuten, dass hier noch weitere Geschäftslokale eingemietet waren.

Wiederum ein Haus weiter links findet man zum einen die "Brill Brothers", ein Geschäft für Bekleidung und Herrenausstattung. Auch hier dürften weitere Händler eingemietet gewesen sein. So kann ich ein Hinweisschild auf die "American Lady Corset Company" und auf die "Spang Gottlieb Company" erkennen, sowie eine weitere Firma, in deren Namen das Wort "Mildred" vorzukommen scheint.

Im Erdgeschoss des nun folgenden Gebäudes findet man ein Kinderrestaurant, gut beworben erkennbar durch insgesamt drei Banner "Childs" mit einem Schriftzug, der dem Coca Cola-Schriftzug ähnelt, einmal im Schaufenster im Erdgeschoß, dann oben auf dem Dach und zuletzt noch an der rechten Seite des Gebäudes unterhalb vom Dach auf das Mauerwerk gepinselt. Oberhalb des Restaurants befindet sich ein weiteres Geschäftslokal, hier ist die Aufschrift aber zu klein.

Das Erdgeschoß im sechsten und vorletzten Gebäude war durch "Goldsmith & Co." belegt, einem weiteren Herrenbekleidungsgeschäft.

Ganz links außen schließlich lag das Spingler Hotel, in dessen Erdgeschoß sich das "Spingler Café" befunden haben dürfte, welches aber hier dank der vorbeifahrenden Straßenbahn verdeckt ist. Namensgeber war Henry Spingler, der 1788 ein großen Teil des Geländes am Union Square kaufte, als dort noch Ackerland war.

Im Vordergrund schließlich das Lincoln's Monument, welches in Richtung Broadway blickte und das wir später noch ein wenig durch die Zeit begleiten.

Eine weitere Aufnahme, die ich von diesem Ort gefunden hatte, ist sehr klein und stammt aus dem Jahr 1928 und wurde aus einem anderen Winkel aufgenommen, so dass dieses Mal der Broadway die Bildmitte einnimmt. Gut zu erkennen ist das markante Gebäude mit dem Kuppeldach in der rechten Bildmitte. Ob auch die anderen Gebäude noch stehen, darüber kann man aufgrund der geringen Auflösung nur spekulieren. Das Gebäude der "Crystal Hall" war jedenfalls 5 Jahre zuvor abgebrannt.

Ergänzend zu diesem Foto ist noch eine schreibmaschinen-geschriebene Notiz erhalten geblieben, die weitere Infos zum Bild liefert.

Nachtrag 2: HILFE! Ich habe das Gefühl, dass sich dieses Kapitel nicht abschließen lässt. Gerade musste ich feststellen, dass Shorpy auch schon mal ein Bild veröffentlicht hat, auf dem genau der besagte Straßenzug sogar in HQ zu bestaunen ist. Aufgenommen im Winter 1908, also zwei Jahre vor dem Ausgangsphoto. Wieder einmal ist der Photograph G.G. Bain, der schon einige Kapitel in diesem Blog angestoßen hat.

Das Lincoln Monument am Südwestrand des Union Square wurde um das Jahr 1870 errichtet (siehe auch den Link zur New York Times unten) und war der Gegenpart zur "Washington Reiter Statue" am Südostende.


Diese beiden Stereobilder-Paare wurden vermutlich irgendwann zwischen 1870 und 1885 aufgenommen und zeigen das Lincoln Monument kurz nach seiner Errichtung. Im Hintergrund jeweils die East 14th Street. Die Häuserzeile von oben befindet sich links vom Fotographen und ist nicht auf dem Bild.

Diese beiden Bilder blicken vom Südwestende des Union Square in nördliche Richtung. Datiert sind beide nicht. Das obere ist das ältere und muss vor 1892 entstanden sein, denn das Decker Building (Kapitel 95) , welches in diesem Jahr am Nordwestende des Squares errichtet wurde und die Umgebung für Jahre überragte, stand noch nicht. Dafür spricht auch der Umstand, dass der öffentliche Personennahverkehr noch durch Pferdeomnibusse geprägt ist.

Das untere Bild dagegen entstand nach 1903, weil die "Bank of the Metropolis", welche 1902-03 links neben dem Decker Building errichtet wurde und dieses aus der südlichen Perspektive verdeckt, bereits steht. Es ist das große prägnante Haus mit teils brauner, teils weißer Fassade in der Bildmitte.

Da die Statue an ihrer alten Position einer Erweiterung der Straßen zur Verbesserung des Verkehrsflusses entgegenstand, wurde sie 1929 abgebaut und ebenso wie das Washington-Reiterstandbild tiefer im Park wieder aufgestellt.

Zum Abschluss gibt es noch zwei Straßenansichten, die den Standort des Ausgangsfotos einmal von der Broadway-Seite (oben) und einmal von der Union Square West-Seite (unten) aus zeigen.


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Quellenlinks:
http://digitalgallery.nypl.org/nypldigital/dgkeysearchdetail.cfm?trg=1&strucID=705979&imageID=810072&total=213&num=180&word=bowling%20green&s=1&notword=&d=&c=&f=&k=0&lWord=&lField=&sScope=&sLevel=&sLabel=&imgs=20&pos=196&e=r#_seemore
http://digitalgallery.nypl.org/nypldigital/dgkeysearchresult.cfm?keyword=east+14th+street
http://digitalgallery.nypl.org/nypldigital/dgkeysearchresult.cfm?keyword=union+square+lincoln
http://query.nytimes.com/gst/abstract.html?res=9B0DE2DD113DE53BBC4952DFBF66838B669FDE
http://cinematreasures.org/theater/17576/ (Crystal Hall)

http://www.shorpy.com/node/4609

Montag, Juni 23, 2008

Decker Building

Kapitel 95 (Alte) Gebäude sind für mich das Herz und die Seele von New York City. In diesem Kapitel möchte ich ein weiteres Gebäude in die Sammlung aufnehmen: das Decker Building. Es wurde von John H. Edelmann 1893 für die "Decker Brothers Piano Company" am Union Square errichtet. Die Firma war 1856 gegründet worden und 1869 in ein vierstöckiges Gebäude am Union Square gezogen, welches bis 1892 der Firmensitz blieb.

Der Neubau war 11 Stockwerke hoch und nur 30 Fuß breit. Die Fassade aus Terrakotta vereinte sowohl venezianische als auch islamische Elemente und erinnert nicht nur zufällig an Minarettbauten. Der Bau wurde lange Zeit von einem Zwiebeltürmchen abgeschlossen, das heute allerdings nicht mehr erhalten ist. Architekt Edelmann starb während einer Hitzewelle im Juni des Jahres 1900 in New York. Das Decker Building ist das einzige von ihm errichtete Gebäude, das heute noch erhalten ist. Weiter Informationen über Gebäude und Erbauer findet man im Artikel der New York Times, der zum Abschluss des Kapitels verlinkt ist.

Die besondere Wirkung des Gebäudes konnte sich vor allem entfalten, solange es noch das höchste Gebäude der Umgebung war. Als später der Nachbar links neu baute und das Decker Building sprichwörtlich in den Schatten stellte, verlor der Bau leider ein wenig von seinem Reiz.

Man findet das Decker Building heute noch an der Adresse 33 Union Square West, man nennt es inzwischen allerdings "Union Building".



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Links
http://www.nyc-architecture.com/GRP/GRP040.htm
http://www.nycjpg.com/2003/pages/0723.html http://query.nytimes.com/gst/fullpage.html?res=9406E4D71738F93BA25751C1A962958260