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Sonntag, Juni 17, 2012

Kaiser und Kosmos



Ich habe normalerweise nur sehr wenig mit Fußball am Kopf, aber im Moment beuge ich mich der Gewalt und schaue mir auch schon mal das eine oder andere Spiel an. So wie heute abend wieder. Passend dazu gibt es noch ein bebilderten Beitrag, der an die Zeiten des Kaisers bei Cosmos New York erinnert, wo er von 1977 an für einige Jahre Teil der Mannschaft war. Auch ein kleiner Teil aus der Stadtgeschichte von New York City. Für den einen mehr von Bedeutung, für den anderen weniger.









Donnerstag, Juni 07, 2012

Dorothy Catherine Draper




Gelegentlich muss man auch mal einen Beitrag riskieren, der vielleicht doch nicht den erhofften New York-Bezug hat. In diesem Fall werde ich das mal in Kauf nehmen, da ich einfach nicht an diesem Portrait vorbei kann, das ich vorhin auf tumblr entdeckt habe.
http://www.iphotocentral.net/search/detail.php/32/double%20exposure/30/11687/3

Auf den ersten Blick verrät das Bild oben nicht seine Besonderheit. Aber es handelt sich hier wohl um das erste gelungene photographische Portrait eines Menschen, entstanden 1839 oder 1840, angeblich im Juni 1840, als Daguerreotypie, einem frühen Verfahren für die Herstellung von Photographien. Der Chemiker und Daguerreotypist Dr. John William Draper fertigte diese Aufnahme von seiner Schwester, Dorothy Catherine Draper.

Wo ist jetzt die mögliche Verbindung zu New York City? Die kann durch Dr. Draper hergestellt werden. Der 1811 in England geborene Wissenschaftler war nach dem Tod des Vaters im Juli 1831 zusammen mit seiner Mutter und seinen Geschwistern nach Virginia ausgewandert. Nach dem erfolgreichen Abschluss eines Medizinstudiums an der Universität von Pennsylvania nahm er 1837 ein Angebot der New York University an und lehrte dort zunächst in den Fächern Chemie und der Botanik, ab 1840 kam die Medizin hinzu. Er lebte in Hastings-on-Hudson, einem Vorort von New York City und wurde 1882 in Brooklyn beerdigt.
http://en.wikipedia.org/wiki/John_William_Draper



Hier ist eine andere Version der Aufnahme von Dorothy Catherine Draper, die 1807 in England zur Welt kam und 1901 in den Vereinigten Staaten starb. Die Wikipediaseite über ihren Bruder enthält noch einen alternativen Link zu einer Version des Portraits, die eingangs bereits gezeigt wurde, dieses Mal aber noch mit erläuterndem Text versehen und der stellt sogar für diese Aufnahme einen New-York-Bezug her:



Wenn ich das richtig entziffert habe, steht dort in etwa: Photographic copy of the first Daguerreotype of the human face in existence. Taken by John Draper on the roof (???) of the New York University in 1839.


Dem Text in diesem Beitrag nach war Dorothy Draper als Künstlerin tätig, unterstützte aber auch ihren jüngeren Bruder und dessen Ehefrau bei ihren Ambitionen.
http://www.uh.edu/engines/epi2604.htm


Hier habe ich noch eine weitere Version des Fotos entdeckt, dieses Mal eingebettet in eine Art Etui:
http://click.si.edu/Story.aspx?story=226




Das mit dem Dach der New York University als Entstehungsort könnte stimmen, wenn diese Beschreibung zutrifft, denn hier ist die Rede von der frühesten Sonnenlicht-Aufnahme eines menschlichen Gesichts:
http://www.picturehistory.com/product/id/17828

Dr. John William Draper took this photo of his sister, Dorothy, the "earliest sunlight picture of a human face." It was the first known photographic portrait in the United States.



Hier sehen wir Ms. Draper nochmal auf einer deutlich später entstandenen Aufnahme, vermutlich aus dem Jahr 1890:
http://www.iphotocentral.com/search/detail.php/256/John+William++Draper/0/11687/3




Zum Abschluss noch ein Beitrag über das Grab von Dorothy Catherine Draper, die ebenfalls in Hastings-on-Hudson bei New York verstorben ist. Auch im Tod besteht noch eine enge Bindung an den Bruder und die Schwägerin, denn sie teilen sich ein gemeinsames Grab.
http://www.findagrave.com/cgi-bin/fg.cgi?page=gr&GRid=79159833



Montag, Juni 04, 2012

Landship on Union Square 1917



Ungewöhnliche Bauwerke in einem der Stadtparks von Manhattan. Wir schreiben das Jahr 1917 und der erste Weltkrieg ist schon seit einigen Jahren in Europa Realität. 1917 hatten sich dann auch die Vereinigten Staaten dem Kreis der kriegführenden Nationen angeschlossen. Und in diesem Kontext ist das zu sehen, was hier an einem beliebten Erholungsort gerade zusammengezimmert wird: ein Rekrutierungsbüro in der Optik eines Kriegsschiffs.

Bei Shorpy, wo ich die Aufnahme entdeckt habe, wurde das Bild so beschrieben:

New York, 1917. "Landship Recruit on Union Square." The U.S.S. Recruit, a wooden battleship erected by the Navy, served as a World War I recruiting station at Union Square from 1917 to 1920, when it "set sail" for Coney Island. This is the first in a series of photographs depicting life around and aboard the landlocked boat. 5x7 glass negative, George Grantham Bain Collection.


Wir blicken hier von südlicher Richtung auf den Union Square, dieses verrät schon allein der Metropolitan Life Tower im Hintergrund, der etwas weiter nördlich an der nächsten Schnittstelle des Broadways mit einer Avenue zu finden ist, nämlich am Madison Square.




Jetzt nochmal eine Totale auf das hölzerne Kriegsschiff, dass hier vor den Augen der vorbeikommenden Passanten zusammengezimmert wird.




Einer der Besucher von Shorpy hat daraufhin einen Wikipediabeitrag in englischer Sprache gefertigt, da die Informationen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vor vier Jahren arg spärlich waren:


Den Shorpy-Macher scheint dieses faszinierende Bauwerk, das im Prinzip auch in die Reihe der Gone Buildings von New York gehört (1917-1920), ebenfalls nicht losgelassen. Kurze Zeit später gab es einen weiteren Beitrag zum hölzernen Schlachtschiff:




New York, 1917. "Washday on landship Recruit." Sailors doing their laundry on the Navy's pretend battleship moored at Union Square, used for recruiting during World War I. In back is the Automatic Vaudeville penny arcade, two of whose backers -- Marcus Loew and Adolph Zukor -- went on to found Metro-Goldwyn- Mayer and Paramount Pictures after a few years in the nickelodeon business. 5x7 glass negative, George Grantham Bain Collection.


Heute nach vier Jahren hat sich schon mehr Bildmaterial im weltweiten Netz gefangen, wie zum Beispiel hier:







Oder hier:




oder hier:





oder hier, wo direkt eine ganze Sammlung von Postkarten zu finden ist:










oder schließlich hier:







Ich finde, dieses Bauwerk hat aufgrund seines ungewohnten Aussehens durchaus einen Platz in der Reihe mit dem Hotel Elephant verdient.
http://nygeschichte.blogspot.de/2006/10/hotel-elephant.html

Samstag, Juni 02, 2012

Duell with Wax Bullets



Noch ein Beitrag, der durch Shorpy inspiriert wurde. Ich bin schon vor ein bis zwei Wochen bei Shorpy auf dieses seltsame Foto gestoßen, ohne aber zu registrieren, dass die Aufnahme in New York City entstanden ist. Es stammt aus der George Bain Collection.

http://www.shorpy.com/node/12929

http://www.bartitsu.org/index.php/2011/12/paintball-edwardian-style-bloodless-duelling-with-wax-bullets-circa-1908/

http://de.wikipedia.org/wiki/Duell

Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1909 und zeigt eine sportliche Variante des Pistolenduells, die aber unblutig angelegt war und mit Wachskugeln ausgetragen wurde. Die Idee stammte ursprünglich aus Paris und wurde dort um das Jahr 1905 entwickelt, um dann 1909 durch Mitglieder des "Carnegie Sword and Pistol Club" und des "New York Athletic Club" übernommen zu werden.



Im Jahr zuvor hatte man sich die sportliche Version des Duellierens wohl auch im Umfeld der Olympischen Spiele 1908 in London angesehen, als potentielle Sportart hat es sich dann aber trotz des großen Interesses wohl nicht oder zumindest nicht dauerhaft durchsetzen können.

Great interest was taken in the bloodless dueling tournament at the Olympic games in which the international revolver and pistol championships were contested for. Wax bullets were used, but the combatants were as elaborately protected as a German student duelist, and even the revolvers were equipped with large hand guards. Windows of plate glass were arranged in the helmets.
(Popular Mechanics, November, 1908)

Zurück nochmal zu dem Herrn, den wir eingangs gesehen haben:



Hier sehen wir noch eine weitere Aufnahme, die das ganze "sportliche" Geschehen erfasst, die beiden Duellanten, die zwar weiterhin mit scharfen Pistolen aufeinander zielen, die aber mit Wachsmunition geladen sind. Ich könnte mir vorstellen, dass die auch noch ordentlich blaue Flecken hinterlässt, wenn die einen erwischt. Nicht umsonst sind die Kontrahenten gut eingepackt.



Auch diese Aufnahme ist hochauflösend, ich fahre da mal hier und da rein, um ein paar Details rauszuholen. Allerdings kann ich nicht sagen, wo in New York das ist. Hat jemand eine Ahnung, was das für ein Kuppelgebäude links im Hintergrund sein könnte?


Werfen wir jetzt mal einen näheren Blick auf die handelnden Personen.







Und nach den Duellanten, Sekundanten, Unparteiischen, Fotografen und sonstigen Anwesenden noch ein Blick in die tragbare Waffenkammer:



Und hier nochmal eine Nahaufnahme von den geheimnisvollen Wax Bullets. Na, Ihr könnt mir ja sagen was Ihr wollt, aber die sehen mir so aus, als ob die mächtig gezwiebelt haben, wenn die einen irgendwo erwischt haben.



Zuletzt wollen wir noch einen Blick unter die Helme und die schweren Mäntel werfen auf diejenigen, die diesen "Sport" damals ausübten. Der Herr rechts war wenige Jahre später Passagier auf der RMS Titanic. Den Untergang überlebte zwar, aber von den skandalösen angeblichen Begleitumständen seiner Rettung erholte er sich nicht wieder.
http://www.bartitsu.org/index.php/2012/04/sir-cosmo-duff-gordon-bartitsu-club-member-and-titanic-survivor/

Romy Schneider


Romy Schneider? Was hat die denn mit New York zu tun? Natürlich ziemlich wenig, das gebe ich zu.  Als ich eine Fotogalerie zum 30. Todestag durchgeblättert habe, ist mir eine Aufnahme in die Hand gefallen, die sie vor einem Theater zeigte, dass ziemlich typisch nach Broadway aussah. Und siehe da, im Januar 1958 hielten sich Romy Schneider und ihre Mutter Magda Schneider in New York City auf. Viele Bilder stammen von Dennis Stock und wurden hier gefunden, die anderen über die Google Bildersuche (found by using Google picture search)


Was sie dorthin geführt hat, verrät die deutschsprachige Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Romy_Schneider

Anfang 1958 begab sich Romy Schneider zusammen mit ihrer Mutter für eine dreiwöchige Reise nach New York City und Hollywood. Anlass war die New Yorker Premiere ihres Films Mädchenjahre einer Königin, den die Walt Disney Company unter dem Titel The Story of Vicky in die US-amerikanischen Kinos brachte. Schneider gab zahlreiche Interviews in Rundfunk und Fernsehen, wurde von den großen Hollywood-Studios empfangen und pflegte Kontakte zu Kollegen wie Helmut Käutner, Curd Jürgens und Sophia Loren.