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Sonntag, April 22, 2012

New York Subway October 1970

Im Oktober 1970 entstand die nachfolgende Serie von Schwarz-Weiß-Fotos, die allesamt in der New Yokrer Subway aufgenommen wurden. Um die Bilder für sich sprechen zu lassen, verzichte ich auf weitere Erläuterungen.
http://www.flickr.com/photos/avatar1/sets/72157594144745407/with/59559057/








Montag, März 19, 2012

Grime and Crime in New York



Der Schaedel ist wohlbehalten aus der Hauptstadt zurück und hat sich gleich nach New York City aufgemacht, um einen kurzen Film über die New Yorker Subway in den 1970ern auszugraben. Zunächst gibts noch ein paar Fotos zur Einstimmung, dann folgt der Hauptfilm.














okay - genug Bilder von der New Yorker U-Bahn in einem Zustand, in dem man sie heute nicht mehr erlebt, jetzt kommt der versprochene Film.

Various shots of New York City, 1970s. Crowds of rush hour passengers getting onto subway; shots of city bus covered with grafitti; Yellow Cabs driving up a NYC street; POV shot of cabbie from backseat of cab.


Freitag, Oktober 07, 2011

Dead in a midtown subway station



Im folgenden Text erfahren wir etwas über einen Mord, der sich vor einundzwanzig Jahren in Manhattan ereignete.

Immer dann, wenn sich ein Verbrechen ereignet, das besonders sinnlos gewesen zu sein scheint, packt es nicht nur New York, sondern macht Schlagzeilen im ganzen Land. Das war zum Beispiel der Fall, als Brian Watkins 1990 erstochen wurde, ein Jahr, in dem sich 2.245 Mordfälle in der Stadt ereigneten, die Rekordmarke, wenn man die Terroranschläge vom 11. September außen vor lässt.

Tennis-Fan Watkins aus Utah, 22 Jahre alt, und seine Familie befanden sich in der Stadt, um die U.S. Open anzusehen. Am Abend des 2. Septembers begaben sie sich in die U-Bahnstation der Linie E an der 53rd Street, um zum Abendessen nach Greenwich Village zu fahren. Sie hatten dabei das Pech, dass eine Gruppe von Teenagern sie als Ziel für einen Raub ausgewählt hatten, mit dem sie die 15 Dollar Eintritt pro Mann für das Roseland abdecken wollten, ein Dance Club an der 50th Street.


Der Raubüberfall ereignete sich schnell und brutal. Brians Vater Sherwin wurde zu Boden geschlagen und mit einem Teppichmesser verletzt. Brians Mutter sagte, dass sie an den Haaren gezogen und so in die Hocke gezwungen wurde und erhielt so Tritte ins Gesicht und gegen die Brust. Als Brian ihr zur Hilfe kommen wollte, wurde er von einem der Teenager in die Brust gestochen. Er brach am Token-Stand zusammen (Token - damals noch gebräuchliche Münzen für eine U-Bahn-Fahrt) und wurde im St. Vincent's Hospital für tot erklärt, weil bei dem Stich die Lungenaterie durchtrennt worden war.

Die Teenager gingen in dieser Nacht noch im Roseland tanzen . . . aber sie wurden schnell gefangen und verurteilt. Sieben erhielten Strafen zwischen 25 Jahren und lebenslänglich.Die öffentliche Empörung über Mr. Watkins Ermordung übte Druck auf Bürgermeister David N. Dinkins aus, mehr Polizisten einzustellen und beeinflusste maßgeblich die fiskalischen Prioritäten in jenem Geschäftsjahr. Ein Jahr nach dem Mord, also 1991, benannte die Stadt einen Tennisplatz im East River Park nach Brian Watkins.

Es folgt ein Blick auf den Ort des Geschehens, zunächst auf einer Karte (google maps), dann mit dem Google Street View an Ort und Stelle.


Wir stehen hier auf der 53rd Street, die im Vordergrund von der 7th Avenue gekreuzt wird. Hinter der Kreuzung sind die Eingänge zur U-Bahn. Der Blick geht nach Osten.



Vielleicht waren es aber auch die westlicher gelegenen Ein- und Ausgänge, die sich in der Nähe zu Broadway befinden.


Ein interessanter Artikel über Johnny Hincapie, einer der Täter, der bereits 20 Jahre für die Tat abgesessen hat, und über das blutigste Jahr in der Geschichte der Stadt kann hier eingesehen werden:


Zum Schluss - und das hätte ich fast vergessen - spüren wir noch dem Brian Watkins Tennis Center im East River Park nach.
http://www.tennismaps.com/index.asp?regionid=146&locid=8416

Grob gesagt findet man ihn direkt nördlich unterhalb der Williamsburg Bridge zwischen FDR Drive und East River.





Montag, September 26, 2011

Old-Timey Subway Cars on the MTA

Eine Fahrt mit einem historischen Wagen der New Yorker Untergrundbahn sehen wir hier. Fans der New Yorker U-Bahn (zu denen ich mich auch zähle) können hier einige interessante Details aufschnappen. Der Wagen, in den der Berichterstatter einsteigt, scheint - wenn ich das richtig verstanden habe - Anfang der 1930er in Betrieb genommen worden zu sein.

Even the Grinchy, fare-hiking MTA is getting into the spirit of the season by running vintage cars along the V line on Sundays this month. New Yorks Christopher Bonanos took us on a ride-along last weekend. Watch the video to get a glimpse of open windows, wicker seats, and Dr. Zizmors predecessors. Then take a ride yourself this Sunday or next. Video by jonah green.



Mike hat bei NYC Total vor kurzem auf aktuelle Sonderfahrten von historischen U-Bahn-Zügen in New York hingewiesen.
http://www.nyctotal.de/insider/vintage-subway/

Montag, August 15, 2011

Backfire on the Subway

Ich habe einen Weg gefunden, das letzte Wochenende mit diesem Blog zu verknüpfen. Unter anderem sind bei dem Haldern Pop am Freitag abend auch die Wombats aus Liverpool aufgetreten. Und die wurden vor drei Jahren bei einem Geheimgig in der New Yorker Subway gefilmt, bei dem sie ihre damals wahrscheinlich noch unveröffentlichte Single "Backfire at the Disco" präsentierten. Normalerweise gehts bei denen etwas stürmischer zu, aber wie das so mit akustischen Konzerten ist, so ist die hier gespielte Version etwas relaxter. Während sich die meisten New Yorker erwartungsgemäß unbeeindruckt zeigen, so springt zumindest ein Fahrgast mit auf den Performance-Zug.

The Wombats feel the urge to perform whilst traveling downtown on the subway.





über die Wombats: http://de.wikipedia.org/wiki/The_Wombats

Samstag, August 06, 2011

Subway Construction Accident 1915


Bei der Materialsuche zu dem vorausgegangenen Kapitel bin ich mal wieder auf ein lange vergangenes und vermutlich auch vergessenes Unglück in der New Yorker Stadtgeschichte gestoßen.
http://www.flickr.com/photos/12456197@N03/with/2388629921/


Am 22. September 1915 verursachte eine Dynamitexplosion an der 7th Avenue zwischen 23rd und 25th Street einen Tunneleinbruch in Manhattan. Die Explosion ereignete sich in einem Tunnel unter der Avenue, während dort Erweitungsarbeiten für die New Yorker U-Bahn durchgeführt wurden. Ein Straßenbahnwaggon stürzte in den einstürztenden Tunnel. Bei dem Unglück starben 7 Menschen und beinahe 100 weitere wurden verletzt.



Dienstag, August 02, 2011

Stand clear of the closing doors please (DING DONG)


Heute morgen auf der Autobahn ist mir das hier wieder eingefallen. Nur ein winziges Detail bei einem New York-Aufenthalt, aber ein sehr prägnantes. Das ist jetzt allerdings eher ein Stück Gegenwart als ein Stück Vergangenheit. Die wohlforme Herrenstimme, die da in der New Yorker Subway immer wieder diesen Satz von sich gibt, im Schnitt jeweils einmal pro Station, bevor die Türen schließen.

Die Sprachmelodie, in der er seinen Satz hier aufführt, ist für europäische Ohren eher ungewöhnlich. Aber einprägsam. Für mich ganz ganz eng mit dem U-Bahn-Fahren in New York verbunden. Wenn man die Videos sieht, scheint das nicht nur dem gemeinen Niederrheiner aufzufallen.















Ich habe nochmal ein klein wenig gegraben und diesen Herrn mit dem Namen Charlie Pellett entdeckt, ein gebürtiger Engländer, der seit über 20 Jahren in New York City lebt und der offenbar derjenige ist, der den Satz gesprochen hat:


kurz:
http://www.bloomberg.com/personalities/charlie_pellett/

lang:
http://www.nypress.com/article-7207-the-voice-behind-the-closing-doors-would-like-to-clear-something-up.html
Quelle U-Bahnkarte

Samstag, April 30, 2011

GRAFFITI OLD SCHOOL 1970'S NEW YORK CITY TRAINS

Einen interessanten Blick zurück in das New York der 1970er kann man in diesem Film über graffitibesprühte Züge werfen, eine "Mode", die später auch hier nach Europa herübergeschwappt ist.



Als kleine Bonustrack gibts noch eine Sammlung von Filmclips, die die New Yorker U-Bahn / Hochbahn in den 1970ern zeigen.

"Putting together some New York City Subway Trains of the 1970s.Movie clips from THE EXORCIST,DEATH WISH,KING KONG,SATURDAY NIGHT FEVER & THE WARRIORS.Footage by WARNER BROS.& PARAMOUNT PICTURES."

Montag, März 14, 2011

Subway Vigilante


Die älteren unter Euch werden sich vielleicht noch an diesen Herrn erinnern, der Mitte der 1980er einiges an Schlagzeilen ausgelöst hat und dessen Fall mir letzte Woche bei einer Autobahnfahrt wieder in den Sinn kam: Bernhard Goetz.

Ich habe U-Bahn-Fahren in New York bei meinen letzten Aufenthalten eigentlich immer als etwas recht Ungefährliches wahrgenommen. Die Bahnen sind hell ausgeleuchtet, in der Regel sauber und scheinen auch vernünftig überwacht zu werden. Selbst die 23:00 Uhr - Schwelle, die ich 2001 noch als problematisch erlebt hatte, ist mir zuletzt nicht mehr aufgefallen. Es gab keinen Grund, ab dieser Uhrzeit die New Yorker Subway zu meiden.


Das war aber auch schon mal anders. Es gab Zeiten, wo die Benutzung der Subway durchaus gefährlich werden konnte, in denen das Erscheinungsbild des Verkehrsmittels innen und außen trist und schmutzig war.  Die Möglichkeit, Zeuge oder Opfer einer Straftat zu werden, war ständig präsent. Von meinem ersten Aufenthalt 1992 ist mir auch noch in Erinnerung geblieben, das bei einigen Linien für mehrere Sekunden das Licht ausfallen konnte, wenn der Zug in eine enge Kurve ging. In diesem gegenwärtig nicht mehr vorhandenen Szenario spielt die Geschichte von Bernhard Goetz, die ich jetzt einfach mal von der Wikipedia übernehme:


"Bernhard „Bernie“ Hugo Goetz (* 1947 in Queens, New York City) wurde bekannt als der Subway Vigilante, als er am 22. Dezember 1984 in der New Yorker U-Bahn auf vier Afroamerikaner schoss, die ihn berauben wollten. In New York wurde er zu einer Symbolfigur für einen Bürger, der angesichts der extrem hohen Kriminalität zu dieser Zeit zur Notwehr gezwungen war.


Der Vorfall
Goetz war der Sohn deutscher Einwanderer. Er studierte Elektrotechnik an der New York University. Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls betrieb er als Selbstständiger einen Elektronik-Reparaturdienst in seinem Appartement in Greenwich Village. 1981 wurde Goetz überfallen und trug dabei Verletzungen davon. Seitdem trug er eine Pistole bei sich, ohne jedoch die Erlaubnis zum Führen einer Waffe zu haben. Zweimal konnte Goetz sich durch das Ziehen dieser Waffe aus Bedrohungssituationen retten.

Am frühen Nachmittag des 22. Dezembers 1984 fuhren die Afroamerikaner Barry Allen (19 Jahre), Troy Canty (19 Jahre), James Ramseur (18 Jahre) und Darrell Cabey (19 Jahre) mit dem Express Train Nr. 2 in Richtung Downtown. An der Station 14. Straße stieg Goetz zu und setzte sich in die Nähe der vier Männer. Laut Goetz' Aussage sprachen sie ihn unmittelbar danach an und bedrängten ihn. Canty verlangte von Goetz: „Gib mir fünf Dollar!“ Laut Aussage der Jugendlichen hingegen sammelten sie ohne jede räuberische Absicht lediglich Geld, um Videospiele zu spielen. Vor Gericht gaben die vier allerdings zu, die Absicht gehabt zu haben, Goetz zu berauben. Goetz erhob sich, zog aus seiner Jacke einen fünfschüssigen Smith & Wesson-Revolver Kaliber 38 und gab in rascher Folge alle fünf Schüsse auf die vier Männer ab. Dem auf dem Boden liegenden Cabey rief Goetz angeblich zu „Du siehst noch ganz gut aus; hier ist noch einer“ und versuchte, aus seiner leeren Waffe einen weiteren Schuss auf Cabey abzugeben; Goetz bestreitet dies jedoch. Alle vier jungen Männer wurden verletzt, überlebten jedoch. Cabey blieb als Folge seiner Schussverletzungen gelähmt und trug einen Gehirnschaden davon. Goetz flüchtete aus der U-Bahn, mietete sich ein Auto und stellte sich am 31. Dezember 1984 in New Hampshire der Polizei.


Reaktion der Öffentlichkeit
Der U-Bahn-Vorfall beherrschte vor dem Hintergrund der damals hohen Kriminalität in New York monatelang die Presse und spaltete die öffentliche Meinung. Manche verdächtigten Goetz, aus Rachsucht gehandelt zu haben, da er zuvor schon zweimal überfallen worden war. Sie sprachen von einer Überreaktion angesichts unbewaffneter Afroamerikaner und von nicht hinnehmbarer Selbstjustiz. Andere billigten ihm ein Recht auf Notwehr zu. Bürger-Selbstorganisationen wie die Guardian Angels und der Congress of Racial Equality sammelten Geld für die Verteidigung von Goetz.
Goetz stand im Fokus der Diskussion über die hohe Kriminalität in der Stadt. Im Jahr 1984 wurden allein in der New Yorker U-Bahn 38 Verbrechen täglich verübt. Erst in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts sank die Kriminalitätsrate in New York – nach ihrem Höhepunkt im Jahr 1990 – auf den Wert der 1960er-Jahre, unter anderem als Folge der Nulltoleranzstrategie der New Yorker Polizei.


Die Prozesse
Im Strafverfahren gab Goetz zu, die Schüsse abgegeben zu haben, berief sich aber auf sein Recht auf Notwehr. Das Gericht erkannte seine Handlungen als Notwehr an, verurteilte Goetz aber zu einer einjährigen Haftstrafe wegen illegalen Waffenbesitzes, von der er acht Monate absaß. Darrell Cabey verklagte Goetz im Jahr 1985 in einem Zivilprozess, den Cabey im Jahr 1996 gewann. Ihm wurden 48 Millionen US-Dollar Schmerzensgeld zugesprochen. Goetz meldete daraufhin Insolvenz an.


Nach den Prozessen
Goetz kandidierte erfolglos als Bürgermeister von New York im Jahr 2001 und als Ombudsmann (Public Advocate) im Jahr 2005. Er ist ein Befürworter eines vegetarischen Lebensstils und setzt sich für die zusätzliche Einführung von vegetarischen Mahlzeiten an New York Citys öffentlichen Schulen ein. Über seine Firma Vigilante Electronics verkauft er elektronische Testgeräte."


Pictures-Source: Google, Bing Beta

über die New Yorker U-Bahn

Mehr über Bernhard Goetz

Samstag, Oktober 30, 2010

Behind an Old Subway Wall


Auf diesen Artikel in der New York Times vom 20.10.2010 hat mich Mike von NYC Total aufmerksam gemacht. Bei der Gelegenheit werden wir mal hinabsteigen in die Vergangenheit einer der ältesten U-Bahn-Stationen in New York, der Station mit dem Namen 59th Street / Columbus Circle.

Durch die hohen Bevölkerungszuwächse ergab sich in New York City schon früh ein Problem, das Verkehrsaufkommen zu bewältigen. Ab den 1870ern versuchte man, dieses Problem zu lösen, indem man überall in der Stadt Hochbahnen baute, die in der Regel den vertikal von Süden nach Norden verlaufenden Avenues folgten. Aber die Hochbahnen waren laut, unter Dampfbetrieb wahrscheinlich auch schmutzig und benötigten eine Menge Platz mitten in der Stadt, dort wo ohnehin kaum Raum zur Verfügung stand. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde entschieden, dem Vorbild von anderen Metropolen wie London und Paris zu folgen und der Stadt New York ein neues Verkehrsmittel hinzuzufügen. Damit sollten die Menschenmengen nicht mehr ausschließlich überirdisch, sondern in besonders dicht besiedeltem Gelände wie Manhattan vornehmlich unterirdisch transportiert werden.

Mit Beginn des neuen Jahrhunderts begannen die Arbeiten an der ersten New Yorker U-Bahn, der "Interborough Rapid Transit Subway", kurz IRT. Der damalige Bürgermeister der Stadt New York, Robert Anderson Van Wyck, trat am 24. März 1900 aus seinem Rathaus und musste nur wenige Meter laufen, um dort am City Hall Park den ersten Spatenstich für die Arbeiten an der New Yorker U-Bahn zu tätigen. Ein ehrgeiziges Projekt, bei dem nicht nur die Enge der dicht und hoch bebauten Großstadt ein Hindernis war, auch Höhenunterschiede im Gelände, tiefe Gräben und Hügel stellten die Ingenieure vor einige Herausforderungen, denn die Bahn erstreckte sich bis weit hoch in den Norden Manhattans.


Unser Interesse gilt aber nur einem ganz kleinen Teilabschnitt der ersten U-Bahn. Ab der 42nd Street, später Times Square, verlief die U-Bahn unter dem Broadway, der an der Südwest-Ecke des Central Parks die 59th Street, die 8th Avenue bzw. die Central Park West streifte. An diesem Verkehrsknotenpunkt mit dem Namen Columbus Circle wurde jetzt auch noch eine U-Bahn-Station hinzugefügt.


Die Station mit dem Namen 59th Street / Columbus Circle war 1901 unter den ersten fertiggestellten Stationen, wurde aber erst am 27.10.1904 eröffnet. Das folgende Bild entstand während des Baus und zeigt die Station Columbus Circle während der Bauphase gegen Ende der Stahlarbeiten. Die Arbeiten an Decke, Fußboden und Wänden sind bereits abgeschlossen.


Dieser Abschnitt bereitete den Ingenieuren besondere Kopfschmerzen, weil oberhalb der geplanten Station das Columbus Monument stand und dessen massiver gemauerter Sockel ragte in den Raum hinein, den die Station zukünftig in Anspruch nahm. Diese drei Zeichnungen dokumentieren das Problem und seine Lösung:




Die drei nun folgenden Bilder sind zeitlich nicht genau bestimmt, scheinen aber noch vor Ende der Bauarbeiten in der noch nicht geöffneten Station aufgenonmen worden zu sein.




1904, in und oberhalb der neuen Station entstanden diese drei Aufnahmen, die einen Eingang zur U-Bahn, den Bahnsteig und eine Detailaufnahme der angebrachten Ornamente zeigen.




Nachdem wir weit genug in die vergangene Welt der alten Station am Columbus Circle eingetaucht sind, werfen wir jetzt mal einen Blick darauf, was die New York Times vor wenigen Tagen geschrieben hat:

"Hinter einer alten Wand in der U-Bahn, ein Blick auf eine noch ältere

Wenn die Menschen New York mit Rom vergleichen, ist das Ergebnis in der Regel nicht schmeichelhaft für New York. Aber unsere Stadt teilt zumindest eine Besonderheit mit der ewigen Stadt: wenn Du irgendwo eine alte Wand niederreisst, kommt dahinter eine noch ältere zum Vorschein.


Ein Tor in die Vergangenheit hat sich vor kurzem auf dem Bahnsteig der 59th Street / Columbus Circle-Station geöffnet, am Bahnsteig für nordwärts fahrende Züge der Subway-Linie 1. Durch ein Loch in der aktuellen Wandverkleidung, unter einer der Keramikplatten, auf denen das Flaggschiff von Columbus zu sehen ist, erkennt man schwach ein ungewöhnliches Muster: eine Guilloche, also ein Ornament aus mehreren ineinander verwickelten und überlappenden Linienzügen, in der Form eines zweidimensionalen Hefezopfes, gebildet aus roten und gelben Mosaiksteinchen.


Wir steigen auf eine nahegelegene Bank (wobei wir die vielseitigen Qualitäten einer Tageszeitung ausnutzen und damit die Sitzfläche abdecken) und die Wand offenbart noch mehr von sich. Neben dem Guilloche-Muster befindet sich ein großes blau-graues Mosaik-Medaillon, darin eingeschlossen ein vierblättriges Gebilde, das man als Quatrefoil kennt, im Deutschen Vierpass genannt. Es ist nicht zu erkennen, ob es sich um eine richtiges Mosaik aus einzelnen Steinen handelt oder um eine große Platte mit einem eingeprägten Mosaik.

Was wir wissen, ist, dass die Geschichte weit zurück in die Vergangenheit führt, in das Jahr 1901, also drei Jahre, bevor die New Yorker U-Bahn eröffnet wurde. In seinem Buch "Silver Connections" (1984), einem Monumentalwerk über die New Yorker U-Bahn, schrieb Autor Philip Ashforth Coppola, dass die Columbus Circle Station eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des gesamten Systems gespielt hat. Es war praktisch die erste Station, die als Bauwerk vollständig fertiggestellt wurde. Deshalb nutzen die Architekten ihre Wände wie eine Art Kunstgallerie, als eine Art Experimentierfeld, um dekorative Ideen mit verschiedenfarbigen Fliesen und anderen Materialien auszuprobieren.

Nach einer kurzen Existenz während der Jahrhundertwende wurden alle diese Vor-Versuche mit dem endgültigen Wandschmuck bedeckt und danach vergessen, schrieb Mr. Coppola. Sie wurden durch etwas noch gewaltigeres ersetzt: Terracotta-Schmuck im "Arts and Crafts-Stil" in Museumsqualität, entworfen und hergestellt von der renommierten Firma "Grueby Faience Company" aus Boston. Grueby's Kunstwerke wurden hier 106 Jahre lang der Öffentlichkeit präsentiert.

Als 2007 umfangreiche Renovierungsarbeiten in der U-Bahn-Station in Angriff genommen wurden, kamen auch die vergessenen Spuren aus der Vergangenheit wieder ans Licht, weil dabei die Wände, die vor den Prototypen errichtet worden waren, niedergerissen wurden. Die New York Times hatte bereits im November 2007 berichtet, als eine alte Keramikplatte bei den Arbeiten zum Vorschein gekommen war.


Auf der weißblauen Platte im Art Nouveau-Stil befand sich folgende Aufschrift: "The Tiles in This Exhibit are the product of the American Encaustic Tiling Co. Limited / Zanesville Ohio / New-York N.Y.” (Die Fliesen in dieser Ausstellung wurden von der American Encaustic Tiling Company Limited mit Sitz in Zanesville, Ohio und New York City hergestellt).



Bei der Ausstellung, die auf der Fliese erwähnt wird, handelt es sich genau um das in der noch nicht eröffneten U-Bahn-Station unter dem Columbus Circle gelegene Experimentierfeld der U-Bahn-Architekten, das oben beschrieben wurde. Die Plakette wurde in der Zwischenzeit restauriert und an einer anderen Stelle in der Station wieder aufgehängt.

Die Wand mit dem Guilloche und dem Medaillon dagegen sind erst vor kurzem entdeckt worden. Es wird nicht lange dauern, bis sie wieder eingemauert werden. Aber es scheint gute Neuigkeiten für die geschichtsbewußten New Yorker zu geben: "Wir sind uns der historischen Bedeutung dieses Fundes durchaus bewusst", sagte Charles F. Seaton, der Sprecher der New York City Transit, "und wir arbeiten an einem Entwurf für eine Art Fenster in der Wand, das es ermöglicht, diesen Schatz zukünftig der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Nun, das klingt doch wie etwas, was sie auch in Rom machen würden."
 


Quellen:

Der Artikel in der New York Times vom Oktober 2010
http://cityroom.blogs.nytimes.com/2010/10/20/antique-mosaic-comes-to-light-not-far-from-where-the-coliseum-stood/?ref=nyregion

Der Artikel in der New York Times vom November 2007
http://www.nytimes.com/2007/11/02/nyregion/02plaque.html?_r=1

Eine ausführliche Seite über die erste U-Bahn
http://www.nycsubway.org/irtsubway.html

Eine Seite über die U-Bahn-Station 59th Street / Columbus Circle
http://www.nycsubway.org/perl/stations?6:3137

Eine Seite über den damaligen Bürgermeister von New York

über den Arts and Crafts - Stile und Grueby

Vielen Dank an Mike für den Hinweis auf den Artikel und das wunderbar zu diesem Blog passende Thema.