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Donnerstag, Dezember 06, 2012

World Trade Center



Um hier im Blog auch mal kurz auf die Baufortschritte beim neuen World Trade Center einzugehen, habe ich mir erlaubt, zwei Bilder bei Dirk Stichweh abzugucken. Bei dem zweiten Bild, das vom Baukran auf dem Dach aus aufgenommen wurde, finde ich es faszinierend und bedrückend zugleich, wie klein das einst höchste Gebäude der Welt (1913-1930) inzwischen geworden ist, das man ganz links unten in der Ecke sieht.




Donnerstag, September 13, 2012

der 11. Jahrestag

Der elfte Jahrestag ist vorgestern nicht ganz ohne Spuren an diesem Blog vorbeigegangen. Ähnlich wie im letzten Jahr haben wieder eine ganze Menge Leute ihre Suchmaschinen angeworfen und nach dem WTC gegoogelt. Ein Teil ist dann wohl hier im Blog gelandet. Mit der Folge, dass in der Wochen-Top-Ten der meistaufgerufenen Einzelbeiträge aktuell sieben Beiträge über das World Trade Center angezeigt werden. Mit Verlinkung auch zu finden unten links am Ende dieser Webseite:

Montag, August 06, 2012

Haldern Pop Festival 2012




Am kommenden Wochenende muss das Programm hier im Blog leider pausieren, denn wie in den vergangenen Jahren werde ich auch dieses Jahr wieder hinter den Kulissen des Haldern Pop Festivals mitwirken, so wie 250 andere Helfer auch.




Ab Donnerstag werden die Rindviecher rund ums Dorf wieder liebevoll geschmückt, um Gäste aus halb Europa und Musiker aus der ganzen Welt zu empfangen, entsprechend dem Mottoklassiker "Catch the spirit of freedom and landluft".
http://www.haldern-pop.de/




Haldern Pop Festival 2012 Trailer - No. 2 from haldern pop televisions on Vimeo.

Mittwoch, Juni 06, 2012

Assassins Creed 3





Als Kind der 1980er, der mit den Computerspielen auf einem Commodore 64 großgeworden ist, bin ich immer wieder aufs Neue fasziniert und erstaunt darüber, was heutzutage grafikmäßig und in Bezug auf die Komplexität einzelner Spiele und der darin begehbaren künstlichen Welten möglich ist.

Assassins Creed hat den Spieler in den ersten zwei Teilen und Zusatzmissionen zu verschiedenen Schauplätzen im Nahen Osten (Jerusalem, Damaskus, Istanbul) und in Italien (Florenz, Venedig, Rom) geführt. Im für den Herbst angekündigten dritten Teil geht es wohl in die Neue Welt.


Zum ersten Mal darauf aufmerksam geworden bin ich darauf in der Online-Ausgabe des Sterns, der über neue Videospiele berichtet hat, darunter auch Assassins Creed 3. Allerdings befindet sich der Stern meines Erachtens im Irrtum, was den Schauplatz und das Zeitfenster angeht. Dort wird nämlich davon berichtet, dass es den Spieler in die Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs verschlägt (1861-1864).


Nachdem ich mir jetzt aber mal den Trailer zum Spiel angesehen habe, möchte ich doch mit Blick auf die Uniformen der Soldaten meinen, dass das nicht die Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs ist, in der das Spiel stattfindet, sondern der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg, der ungefähr 90 Jahre vorher stattfand (1775-1783).


Der Grund, warum ich dieses Spiel an dieser Stelle hier erwähne, liegt - denke ich - auf der Hand: einer der Schauplätze, in denen die Spielhandlung dieses Mal stattfindet, ist die Stadt New York. Hier ist das, was ich bisher über New York als Schauplatz (neben Boston) herausfinden konnte:



Das Zeitfenster ist hier wohl das Große Feuer von 1776, ein verheerender Großbrand, der Teile der alten Stadt New York in Schutt und Asche legte (nicht zu verwechseln mit dem Großen Feuer von 1835, das war ein anderes Ereignis und fand später statt). Wenn ich das richtig verstehe, spielt die Handlung sowohl vor dem Feuer, während des Feuers und auch nach dem Feuer


This image shows the aftermath of the Great Fire of New York, a catastrophic event in 1776 that left around a quarter of the city in ruins. To this day, it remains unclear whether the fire was accidental or if it was purposeful arson to hamper the occupying British forces within the city. In previous installments of Assassin’s Creed, the history enthusiast could delight in visiting particular places. In Assassin’s Creed III, the focus has been shifted to experiencing particular events, like the fire. You’ll see a location before a major event, during, and after it has occurred. When you’re done, you’ll understand why we remember events like the New York fire in the historical record.


Das komplette Zeitfenster des Spiels, so habe ich im gleichen Artikel gelesen, erstreckt sich über die Jahre 1753 - 1783. Es gibt mehr Bildmaterial aus dem Spiel, aber ich habe den Eindruck, dass die anderen Schnappschüsse in der virtuellen Stadt Boston entstanden sind, nicht in New York, weshalb ich darauf verzichtet habe, die hier hinzuzufügen. Stattdessen gibt es noch etwas bewegtes Bildmaterial. Das scheint durchaus auch ein Spiel zu sein, auf das man später nochmal ein Augenmerk richten sollte, wenn mehr Material von New York verfügbar ist.



Sonntag, Mai 27, 2012

The Great Gatsby (2012)



Erstaunlich, die goldene Ära der 1920er scheint im Moment gerade mächtig hip zu sein. Nach Boardwalk Empire wird demnächst schon wieder ein Kunstprodukt auf den Markt gespült, das in diesem Jahrzehnt verankert ist.



Ich habe den Trailer zu Baz Luhrmans "The Great Gatsby", der nächste Weihnachten als 3-D-Film in die Lichtspielhäuser gelangen wird, gerade eben bei den Bowery Boys entdeckt. Und der Trailer verspricht Bilder des historischen New Yorks, die sicherlich den einen oder anderen Blogleserpuls höherschlagen lassen, auch wenn jeder weiss, dass sie computergeneriert sind. Ob die Gebäude alle an der richtigen Stelle sind und tatsächlich auch in den historischen Kontext des Jahres 1922 passen, habe ich jetzt nicht geprüft, der Originalbeitrag setzt sich mit dieser Frage kritischer auseinander. Ich freue mich einfach nur, wenn mal wieder das alte New York im Kino zum Leben erweckt wird.

Hier ist der Beitrag bei den Bowery Boys:


Ich habe selbst mal ein paar Vidcaps gezogen als Appetitanreger. Der Trailer folgt dann im Anschluss am Ende des Beitrags.






Ich sehe schon wieder Luftschiffe über New York. Waren die damals eigentlich obligatorisch am Himmel über Manhattan oder warum tauchen die sowohl hier als auch bei Boardwalk Empire auf? Die Brücke, die hier überquert wird, ist die Queensboro Bridge, die über die Insel Welfare Island (oder war es Blackwell's Island, heute jedenfalls Roosevelt Island) von Queens nach Manhattan führt.






Wenn es in das historische New York geht, darf der gute alte Times Square natürlich auch hier nicht fehlen. Die Reklamen links (z.B. Robin Hood mit Douglas Fairbanks) könnten in die Zeit passen. Das Hotel Astor daneben trägt hier den Namen Hotel Sayre. Das nächste Bild stammt von einer sehr kurzen Kamerafahrt über das nächstliche New York. Ob das höchste Gebäude im Bild das Woolworth Building ist (höchstes Gebäude in NYC von 1913 bis 1930), kann man auf die Schnelle nur erahnen. Es müsste aber mit Blick auf die Brüchen im Hintergrund links eines jener Gebäude sein, die man zwischen dem Hochhaus in der Mitte und den Brücken ebenfalls weit im Hintergrund sieht. Stellt sich nur die Frage nach der Identität des Hochauses in der Mitte. Es könnte der Metropolitan Life Tower am Madison Square Park sein. Oder hat jemand noch eine andere Idee?



Zuletzt noch die Bilder einer Verfolgungsjagd unter einer Hochbahntrasse. Ob das hier tatsächlich auch in New York spielt, erschließt sich aus dem Kontext des Trailers nicht, es könnte aber auf dem New Yorker Stadtgebiet gewesen sein.





Ich hoffe, dass uns der richtige Film noch mehr historisches Bildmaterial von New York City gönnen wird. Ich bin jedenfalls gespannt. Hier ist jetzt noch der Trailer:


Samstag, Mai 26, 2012

Inside the Woolworth Building - The Movies



Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Und das kam so: Alex ist es gelungen, die Videos, die seine Freundin während des Aufenthalts im Woolworth Building 2008 aufgenommen hat, rechtzeitig in das weltweite Netz hochzuladen. Die ergänzen in wunderbarer Weise die bisherigen Beiträge, vervollständigen sie teilweise auch, insbesondere, was das Innere der Turmspitze angeht. Einige wenige auf den Fotos nicht gesehene Schauplätze kommen hinzu.  Ich habe mich mit Alex kurzgeschlossen und wir sind uns darüber einig, dass wir keine zwei bis drei Wochen mehr warten wollen, bis wir das bewegte Material nachreichen. Also, dann will ich auch nicht mehr lange einen vom Pferd erzählen. Los gehts:


VIDEO 1 - Woolworth Building - Lobby




Zum Nochmalnachlesen: die Folge über die Lobby des Woolworth Buildings




VIDEO 2 - Woolworth Building - Roof 29th floor




Zum Nochmalnachlesen: die Folge, die sich auch mit dem Dach des Anbaus auf Höhe des 29. Stockwerks befasst



VIDEO 3 - Woolworth Building - Walk to the Top




Zum Nochmalnachlesen: die Folgen, die sich mit dem Weg durch die Turmspitze zur Aussichtplattform hinauf und mit der Aussichtsplattform selbst befassen:



So - nun kennt Ihr auch die bewegten Bilder. Wie geht es jetzt weiter mit der Inside Woolworth - Serie? Dazu habe ich zwei Antworten.


Erstens: Alex und ich werden wie angekündigt in zwei bis drei Wochen nochmal ein Interview führen und uns dann nochmal über Einzelheiten aus den Videos unterhalten. Zugleich eröffne ich in diesem Zusammenhang auch interessierten Bloglesern die Möglichkeit, Fragen an Alex zu stellen. Entweder über die Kommentarfunktion am Ende des Posts oder über eine E-Mail an schaedeliof@yahoo.com .

Aus dem Material mit Leserfragen und Fragen zum Video werden wir dann noch eine vierte Folge zusammenstellen.


Zweitens: Außerdem werde ich in Kürze noch einen Sidespin zu "Inside the Woolworth Building" eröffnen, denn das Material aus dem Inneren des Gebäudes ist noch nicht erschöpft.


Das bisher angesammelte Material über das Woolworth Building findet Ihr hier:


P.S.: Wem die Videos gefallen haben und wer zugleich über eine Google- oder eine YouTube-Kennung verfügt, der könnte vielleicht kurz mal rüberspringen zu den Videos und ein "Gefällt mir" oder einen Kommentar für Alex und seine Freundin hinterlassen. Danke.
Lobby: http://www.youtube.com/watch?v=C0C4yWQvRXA
Dach: http://www.youtube.com/watch?v=01Ub8e080-8
Spitze: http://www.youtube.com/watch?v=9DV2e2ZvnRQ

Mittwoch, Mai 23, 2012

Inside the Woolworth Building - Part 3




Einer der schönsten klassischen Wolkenkratzer in New York City ist zweifellos das Woolworth Building, von 1913 bis 1930 das höchste Gebäude in New York und auf der Welt. Der bald 100 Jahre alte Veteran am Südwestende des City Hall Parks ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil in der Skyline von Lower Manhattan. Blogleser Alex hatte vor wenigen Jahren die seltene Gelegenheit, dieses beeindruckende Gebäude von innen zu erleben und war so freundlich, sein Material für diesen Blog zur Verfügung zu stellen.

http://nygeschichte.blogspot.de/2012/05/inside-woolworth-building-part-1.html

Schaedel: Hallo Alex – weiter geht es auf unserer Reise durch das Woolworth Building. In den ersten beiden Teilen haben wir uns von der Lobby im Erdgeschoss über das Dach des südlichen Gebäudeanbaus auf Höhe des 29. Stocks durch den Turm hinauf bis zur Aussichtsplattform im 58. Stock hochgearbeitet. Am Ende des zweiten Teils standen wir quasi in der Spitze innen vor der Tür zur Aussichtplattform.


Alex: Richtig! Dann war es soweit: Aus dem schattigen Vorräumchen des Aufzugs traten wir durch die Metalltür auf die Aussichtsplattform hinaus, die uns mit ihrem charakteristischen Patina-Grün fast unwirklich vorkam. Jahrelang kannte man diesen Ort nur von Bildern, und jetzt stand man tatsächlich dort oben. Es war schon erhebend, irgendwie.




Schaedel: Auf dem Foto, das Du mir von der Spitze geschickt hast, ist die Aussichtsplattform durch die Gestalt einer Frau im weißen Gewand gut markiert. Eine Frage, die nicht nur mich, sondern auch die Leser beschäftigt: Wer ist die Person? Und – kann das sein, dass die ziemlich lange Beine hat. Oder steht die auf einer Kiste?

Alex: Dieses Bild ist (laut Mr. S.) aus einem Hubschrauber aufgenommen worden (sonst bekommt man die Spitze gar nicht so gut und nah drauf), und zwar angeblich für eine Parfüm-Werbekampagne vor einigen Jahren! Das ist also irgendein Model, das hier Werbung macht. Frag mich aber nicht, für welche Marke oder so, ich bekam das Bild so, wie es ist. Und es hängt eingerahmt über meinem Schreibtisch... ;-) Aber um das aufzuklären: Entweder sie wäre wirklich SEHR groß oder sie steht in der Tat auf einer Kiste, denn so niedrig ist die Brüstung nun wirklich nicht. Aber wenn man von ihr nur den Oberkörper sehen würde, würde sie wohl nicht mehr so sexy und werbewirksam rüberkommen, nehm ich an. Call it künstlerische Freiheit!


Schaedel: Wenn ich mir dieses Foto ansehe, habe ich das Gefühl, dass ich da zwei Plattformen übereinander erkenne. Ist das tatsächlich so oder ist die obere Plattform nur eine Attrappe?

Alex: Das dachte ich auch immer. Auf Bildern meint man leicht, über der eigentlichen Plattform wäre noch mal eine kleinere, aber das sieht – hoffentlich enttäusche ich keinen! – leider nur so aus. Das sind schwarze Platten ringsherum. Die Treppe endet an der Aussichtsplattform, höher gehts nur noch über eine senkrecht nach oben durch eine Öffnung führende Metallleiter. Ich nehme sehr stark an, dass dies das Aufzugsräumchen ist, denn irgendwo muss das Ding ja auch seinen Motor haben. Sieht man sich das Bild sehr genau an, ist man in der Tat versucht zu meinen, über den schwarzen Platten (auf Höhe der Dreiecke über den Platten um das runde Schlußtürmchen herum) nochmal einen möglichen winzigen Umgang zu entdecken. Bestätigen kann ich das aber nicht, Mr. S erwähnte nichts dergleichen, und wenn überhaupt (was ich aber nicht glaube), wäre dies nur eine Art Serviceumgang für den allerobersten Teil der Spitze, bei dem man aber sicher arg den Kopf einziehen müsste, so niedrig und eng sehen die Bögen aus. Aber als wahrscheinlich nie zu ergründendes Mysterium darf man sich’s ja ausmalen bzw. davon träumen...



Schaedel: Was man ja so ein wenig aus den Augen verliert, ist, dass der Ort, auf den wir gleich hinaustreten, für immerhin 17 Jahre die Aussichtsplattform des höchsten Gebäudes in New York und auf der ganzen Welt war. Allerdings war es zu jener Zeit nicht das höchste Bauwerk der Welt, dieses stand bis 1930 immer noch in Paris. Die Aussichtplattform des Eiffelturms liegt noch ungefähr 40 Meter höher als die des Woolworth Buildings. Wie ist das Gefühl, wenn man dort heute heraustritt?

Alex: Bis das ja wesentlich höhere Empire State Building Anfang der 30er Jahre allen bisherigen Aussichtsplattformen in New York (und der restlichen Welt gleich mit!) den Rang ablief, gab es ja in der Tat sehr viele Türme bzw. Hochhäuser, auf die man dort hochkonnte. Wie ich das sehe, wollten von den “normalen Leuten“, die ja auf so eine Plattform vor allem deshalb hochfahren, um die Aussicht zu genießen, immer weniger auf die mittlerweile sehr viel niedriger erscheinenden älteren Umgänge, und so wurde eben einer nach dem anderen wegen Besuchermangels geschlossen (das WB 1941). Außerdem war das ESB ja im damals schon angesagteren Midtown-Bezirk (Macy’s, Times Square), da konnte das altehrwürdige Downtown-Woolworth Building wohl irgendwann nicht mehr mithalten. Man muss sich immer vor Augen führen, dass, abgesehen vom WTC, das Empire State Building über die Jahrzehnte hinweg (und während des Baus des neuen World Trade Centers auch nochmal für gut 10 Jahre!) nach wie vor das höchste Gebäude in New York war. Und wie schon gesagt, normalerweise interessieren sich ja die „normalen“ Besuchermassen nicht für Architektur, kleine Wendeltreppen, enge Gänge, Verzierungen, Nebenräumchen, all die Geheimnisse eben, die, sag ich jetzt mal, uns Wolkenkratzerliebhaber ausmachen.

Ich wusste, dass ich an einem ganz besonderen Ort bin (Eine Freundin von mir würde, wenn ich ihr diese exklusive Tour anbieten würde, nur antworten: „Warum nicht aufs Empire State Building, das ist doch viel höher und man sieht mehr!“ ) Die Aussicht ist nach wie vor atemberaubend, die Brooklyn Bridge hat man samt Auffahrt voll im Blick, und wenn ein, zwei Gebäude nicht gewesen wären, hätte man direkt in die Baugrube des WTC hinabblicken können. Meine Gedanken waren wahrscheinlich ungefähr die selben wie die von Edmund Hillary, als er auf dem Mount Everest stand – ein Traum war für mich wahr geworden. Ich strich mit der Hand an den alten, grünen Wänden, der Brüstung und den Bögen entlang, um die Magie, die dieser Ort zweifellos besitzt, größtmöglich auszukosten, all die Verzierungen und Details, die man sonst nur als grüne kompakte Form von unten wahrnimmt, endlich aus der Nähe sehen zu dürfen. Es gibt nichts Schöneres und Abenteuerlicheres in der Architektur als die Gotik bzw. Neugotik, von daher mein ewiger Dank an die Herren Gilbert und Woolworth für dieses Kunstwerk.



Schaedel: Gibt es viele Gebäude in der Umgebung des Financial Districts, die das Woolworth Building heute übertreffen, oder hat man von dort immer noch einen recht ungestörten Blick in die Ferne?

Alex: Also, so eingekeilt zwischen höheren Gebäuden oder zur Zwergenhaftigkeit verdammt war das gar nicht da oben! Man hatte immer noch das Gefühl, dass das WB die Gegend wie ein Grandseigneur bestimmt und überschaut. Aber wie man dann auch bei dem Film sehen kann, den meine Freundin gemacht hat und bei dem sie eher die Brooklyn Bridge gefilmt hat als die Bögen des Umgangs! ;-)), ging es mir mehr um die Spitze an sich, weniger um die Aussicht. Ich war nie der große Aussichts-Fan, es waren bzw. sind immer die Spitzen an sich, die eine unwiderstehliche Faszination auf mich ausüben. Wie der Film zeigen wird, ist die Aussicht zum größten Teil immer noch ungetrübt.



Schaedel: Die Plattform im Woolworth Building gehört ja auch in die lange Reihe der New Yorker Aussichtsplattformen, die seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr öffentlich zugänglich sind. Nachdem Du das vor Ort selbst erlebt hast, meinst Du, dass moderne Touristenströme dort überhaupt zu bewältigen wären?

Alex: Das ist exakt die Frage, die ich mir bei einer solchen Gelegenheit auch immer stelle! Was wäre, wenn man nicht nur einigen Fans und Liebhabern wie uns den Zugang erlauben würde, sondern wieder jedem? Könnte man das heutzutage? Im Falle des Woolworth Buildings muss ich sagen: leider wohl nein! Wie du ja in einem Blogbeitrag auch mal so treffend geschrieben hast, waren die Plattformen in New York in den ersten 30 Jahren des 20. Jahrhunderts gar nicht so der Touristenmagnet, der sie heute sind, von daher waren das ganz andere Dimensionen an Besucherzahlen. Sieh dir den Turmaufzug an, da passen, ich sag mal, 7, 8 Leute rein. Entweder man läuft die schmale Treppe um den Aufzug herum oder man wartet ewig auf den Aufzug. Was aber noch viel entscheidender ist: Auf dem Umgang selbst hätten vielleicht 20, 30 Leute Platz, ohne dass es eng wird. Die doch sehr kleine Spitze ist schlicht und einfach nicht für einen Massenansturm a la ESB oder Rockefeller Center gebaut, so leid mir das selbst tut, das sagen zu müssen. Wenn du dir das ESB ansiehst, das wurde bereits so geplant mit den großen Warteräumen für die Besucherschlangen und den geräumigeren Aufzügen nebst einer riesigen Aussichsterrasse. Im WB dagegen ist bei 6 oder 7 Leuten Schluß in einem der Aufzüge von unten. Das war ja trotzdem erst 1913 und noch kein Kaufhaus mit riesigen Aufzugskabinen oder so.

Oder nimm die Fackel der Freiheitsstatue, auch so ein „feuchter Traum“ von mir. ;-) Du erreichst sie nur über eine Leiter im rechten Arm, nicht mal mehr über eine Treppe! Wie sollte man das gestalten, es könnte ja immer genau eine Person hoch- oder runtersteigen (vom Wind, der Höhe und der unglaublichen Beengtheit ganz abgesehen), also keine Chance. Oder die Kuppel des Petersdoms in Rom. Von der großen Außengalerie am Fuß der Laterne, wo jeden Tag hunderte Touristen stehen, geht nochmal eine klitzekleine Wendeltreppe weiter nach oben. Was würde ich dafür geben, da hoch zu dürfen! Aber auch hier könnte nur jeweils eine Person hoch oder runter, also kann ich verstehen, dass sie das nicht zugänglich machen können (ist ja auch nicht direkt für die Touristen gedacht). Die Alternative wäre, wie beim Schiefen Turm von Pisa z.B., Zeitfenster-Karten zu verkaufen, da immer nur 30 Leute gleichzeitig im Turm sein dürfen. Aber ob sich das beim Woolworth Building rentieren würde, der Aufwand einer Wiedereröffnung der Plattform? Kosten-Nutzen-Rechnung? Würden die Massen wieder strömen, insbesondere die „normalen Aussichtstouristen“? Und ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob die alte Brüstung, die ja an sich hoch genug ist, heutigen (US)-Vorstellungen von Sicherheit entsprechen würde? Da hätte ich ebenfalls meine Zweifel. Aber ein Modell mit begrenzter Besucherzahl, Voranmeldung (wie in einem Canyon in Arizona, wo auch nur 20 Personen pro Tag (!) hineindürfen, oder der Totenstadt unter dem Vatikan), das würde sicher gehen. Nur wer würde das tatsächlich durchziehen? Solange man nicht mal richtig weiß, was man mit dem Gebäude überhaupt machen soll auf mittlere Sicht, wird die Außengalerie auch weiterhin die allermeiste Zeit still und menschenleer da oben existieren.

Schaedel: Vielen Dank für die sehr ausführlichen Antworten, dem ist erst mal nichts weiter hinzuzufügen. Dann starten wir jetzt wieder mit der Ansicht weiterer Fotos, die Du uns mitgebracht hast.




Schaedel: Ich vermute, hier blicken wir von der Aussichtsplattform nochmal ins Gebäude hinein und sehen dort einen alten Bekannten, dem wir am Ende des letzten Teils mehrfach begegnet sind.

Alex: Ja! Hier stehe ich bereits außen und wir sehen nochmal die Aufzugtür, die ursprünglich sicher verglast war und jetzt mit Karton überklebt ist.




Schaedel: Hier hast Du in den Bereich hineinfotografiert, der oberhalb der Aussichtsplattform liegt, oder?

Alex: Tja, hier ginge es rein theoretisch noch höher, in das Aufzugsräumchen über der Plattform, und ich habe auch sehr interessiert nach oben geschaut und fotografiert. Aber nachdem Mr. S. nicht auf den Kopf gefallen ist, antwortete er mir, auf die Plattform deutend, ohne dass ich ihn überhaupt direkt fragen hätte müssen: „That’s as high as you will get.“ Also schade, höher gings nicht. Na gut...





Schaedel: Ganz schön hoch hier – der erste Blick geht direkt hinunter in die Tiefe. Die Straße da unten ist nicht der Broadway, sondern die Park Row. Ich würde sagen, City Hall Park, links oben das alte Gebäude der New York Times, heute Pace University, daneben das rote Potter Building und rechts noch ein einst höchstes Gebäude der Welt.

Alex: Was könnte ich dem Blick des Experten noch hinzufügen...? Die Stahlkabel, die die Spitze anscheinend etwas besser zusammenhalten? Sehr vertrauenserweckend! Und nicht zu vergessen, die vier kleinen Türmchen, von denen man eins hier sieht. Architekt Gilbert hat das ähnlich wie sein Ingenieurskollege auf der Titanic gelöst: Drei Türmchen sind leere „Attrappen“, wenn man so möchte, nur zur Zierde da, das vierte allerdings enthält – den ursprünglichen Schornstein!





Schaedel: Das Gebäude im Zentrum des Bildes ist ein neuerrichtetes Apartmenthouse, hast Du uns letztes Mal wissen lassen. Der kleine Park links gehört zum vermutlich ältesten erhaltenen Gebäude in Manhattan. Und im Hintergrund schimmert an mehreren Stellen ein Ort durch, der im ganz frühen 21. Jahrhundert äußerst geschichtsträchtig war.

Alex: Allerdings - das Gelände des World Trade Centers. Wie schon erwähnt, liegt das arme kleine Woolworth Building ja mehr oder weniger direkt neben der tragischen Stätte des 11. September 2001, und ich habe Mr. S. oben darauf angesprochen, wie er diesen Tag hier erlebt hat, und dass es doch ein Riesenglück war, dass es nicht auch beschädigt bzw. gar zerstört worden ist. Aber – ich bekam hierauf keinerlei Antwort. Er hat einfach nichts darauf gesagt. Das ist einer der Momente, an die ich mich noch wie heute erinnere. Dieses Schweigen von ihm, auf jenen Vormittag knapp 7 Jahre zuvor angesprochen. Das muss ihn als New Yorker bis ins innerste Mark erschüttert haben, der noch dazu quasi vom Bürofenster aus diesen Schreckenstag miterleben musste, als die Riesentürme, von hineinrasenden Passagierflugzeugen tödlich getroffen, in sich zusammenstürzten, mit einem unbeschreiblichen, infernalischen Beben und Krachen, wie man es in seinem Leben wohl nur bei einem Vulkanausbruch erleben könnte... von all den tausenden sterbenden Menschen darin ganz abgesehen. Was mag er da mitangesehen haben? Wie sich etliche in schierer Verzweiflung aus dem Fenster in den Tod stürzten, vor seinen Augen, hunderte Meter fallend und schreiend, bis sie als nicht in Worte zu fassende Obszönitat menschlichen Leids auf dem Boden aufklatschten? Ich sagte dann in dem Moment auch nichts, und mir war das richtig unangenehm, um nicht zu sagen peinlich. Er hat sich aber nichts weiter anmerken lassen und normal freundlich weitergemacht mit unserer Führung. Um aber wieder auf andere, positive Gedanken zu kommen: Man beachte den Hausmeister auf der Terrasse gegenüber! Auch ein netter Arbeitsplatz...


Schaedel: Ich denke, da hast Du einen wichtigen Punkt angesprochen, das Erleben der Menschen, die bei diesem Ereignis tatsächlich live vor Ort waren. Deren Wahrnehmung war sicherlich noch eine deutlich andere als die, die wir - gefiltert durch die Massenmedien - hatten. Das manche nicht (mehr) darüber sprechen möchten, ist nachvollziehbar. Den Hausmeister gegenüber hatte ich noch gar nicht entdeckt.





Schaedel: Das älteste Gebäude von Manhattan ist auch hier verdeckt (oder schimmert da ein ganz klein wenig Dach links vom Verdecker?). Und da, wo heute links oben dieser grobe Klotz steht (Ecke Ann Street / Broadway), standen zuvor zumindest zwei geschichtsträchtige Häuser: Barnums American Museum und das St. Paul’s Building.


Alex: Derlei grobe Klötze gibt es heutzutage leider ja viel zu viele in New York. Umso schöner, dass so etwas wie das Woolworth Building auch nach 100 Jahren immer noch Akzente setzt! Und man sieht, etliche Gebäude drumherum sind durchaus weit weniger hoch, also auch hier kann unser vitaler Oldtimer noch immer locker mithalten...





Schaedel: Wohl wahr. Bei den letzten drei Bildern bin ich bei der Bildbeschreibung ein wenig vorgeprescht. Jetzt halte ich mich mal zurück und überlasse Dir bei den nächsten drei Fotos den Vortritt. 

Alex: Das größte Foto-Problem war für mich ehrlich gesagt, den Umgang irgendwie ganz draufzubekommen! Er ziert natürlich als Desktophintergrund meinen PC, aber Querformat habe ich nur eines gemacht, denn entweder bekommt man (als Hochformat) den Bogen oben und eine Seite der Umgangs-Krümmung drauf, wie hier, oder das Bild ist breiter, aber dafür ist kein Bogen zu sehen. Ja, ist echt nicht sonderlich groß da oben, und weiter zurückzugehen, wäre eher ungünstig...! Aber fantastisch natürlich die neugotischen Verzierungen und noch dieses gewisse Alte, irgendwie noch ein bisschen Ursprüngliche, Handgemachte, nicht überall 100% auf den Millimeter Perfekte, wenn man sich Kanten und Ecken der Brüstung mittlerweile so ansieht. Aber warten wir mal, wie WIR mit 100 aussehen...!





Schaedel: Was mir aber doch auffällt, ist die menschenleere Plattform. Wart Ihr da alleine oben oder hast Du die anderen aus der Besuchergruppe wegretuschiert? 

Alex: Ich fotografiere solche Sachen grundsätzlich menschenleer, sofern dies halt geht. Das soll überhaupt nicht böse klingen, aber ich hätte einen Ort, gerade auf einem Foto für die Ewigkeit, schon gern für mich allein – oder soll ich sagen, für den Ort allein. Er soll wirken durch seine bloße und stille Existenz. Aber das war da oben sehr einfach – es gab niemand anderen, das war für eine Stunde unser Woolworth Building, unsere Zweierführung. Ich weiß nicht, wieviele Leute es bis zu ihm schaffen und um eine Führung nachsuchen pro Jahr, dass er quasi regelmäßig so etwas machen würde, mit mehr Leuten. Kann ich mir aber nicht vorstellen, er ist ja trotzdem kein Touristenführer, sondern Gebäudemanager. Aber einer mit einem großen Herz, gottseidank!





Schaedel: Jetzt sind wir quasi einmal herum, nehme ich an?

Alex: Richtig, und dem geschulten Auge werden zwei ebenfalls markante Orte in der New Yorker Bucht auffallen, die gerade noch so ins Bild spitzen: Zum einen direkt über der Brüstungskante Ellis Island und links davon, vom Pfeiler nach rechts hereinragend, Liberty Island!






Schaedel: Und hier nochmal die ganze gotische Pracht der Wolkenkratzer-Kathedrale in Großaufnahme. 

Alex: Dieses Bild spricht für sich; das könnte ich mir stundenlang anschauen. Kein weiterer Kommentar nötig. Einfach genießen!






Schaedel: Na, wenn das nicht dem einen oder anderen Leser irgendwie bekannt vorkommt.

Alex: Das ist meine Freundin, und da oben wehte ein ganz schön kräftiges Lüftchen, trotz Sonnenscheins, also war die Jacke nicht übertrieben! ;-) Obwohl ich ehrlich gesagt hier eher noch einmal dieses nicht ganz 100 % Perfekte der Bausubstanz festhalten wollte. Das hat etwas sehr Menschliches, Liebenswertes, in Würde Gealtertes. Das macht diese Plattform auch so besonders. Wahrscheinlich sah das 1913 ganz anders aus, es roch noch nach frischer Farbe, alles war neu und gerade erst fertig, und die Leute kamen, um dieses perfekte Wunderwerk moderner Technik und märchenhafter Architektur aus der Nähe zu sehen. Aber, mein liebes WB, ich nehm dich auch mit 100, altes Mädchen!





Schaedel: Toll, wie Du wirklich versucht hast, so viele Details wie möglich mitzunehmen. Sogar das obligatorische W sieht man hier wieder. 

Alex: Das ist es, was ich erwarte bei so einem Bauwerk – Perfektion bis in den letzten Zentimeter, Detailtreue bis zum Knauf der Tür zur Aussichtsplattform. Man beachte das „W“ oben im Wappen und die komplexe Verzierung der Knauf-Vorderseite. Übrigens war dies das letzte Bild, das ich machte, bevor wir für Zeit und Ewigkeit diesen Ort verließen. Aber irgendwann musste ja mal Schluß sein – und das Dach wartete ja auch noch auf uns... ;-)





Schaedel: Ein historischer Klappstuhl aus dem frühen 20. Jahrhundert? Oder eine Sitzgelegenheit, falls mal jemandem in der Höhe schummrig wird?

Alex: Gute Frage! So einen habe ich auch daheim. Man könnte sich vorstellen, dass auf ihm einst der Turmwärter gesessen hat, um den Aufzug zu bedienen und aufzupassen, dass da oben alles seinen geregelten Gang geht, als feine Damen mit wallenden Kleidern nebst ihren in einen zugeschnürten Sonntagsanzug gepackten Gatten und den aufgeregten Kinderchen am Arm dem Aufzug entstiegen, um einen bis dato noch nie gekannten Ausblick auf das für uns alte (bzw. für sie gerade zum Himmel der Moderne strebende) New York zu genießen - nach Brooklyn, zur Freiheitsstatue und Richtung Midtown, wo noch keiner sich vorstellen hätte können, jemals einen solchen Koloss wie das Empire State Building in den Blick zu nehmen... Links des Sitzes sieht man, ganz nebenbei, die Leiter nach oben, rechts die Aufzugtür.






Schaedel: Ich hab da so meine Vermutung, aber erzähl Du uns mal, was Du hier fotografiert hast.

Alex: Was soll ich sagen? Wir blicken noch einmal weiter nach oben, dahin, wo mich Mr. S. leider nicht hochgelassen hat. Was mag da über der Plattform wohl sein, außer dem Aufzugsmotor? Noch ein allerletztes Leiterchen nach oben, zu jenem verwunschenen Umgängchen, ehe sich die Spitze endgültig verjüngen muss, alle Bögen und Streben sich finalerweise einer Kronenform nähern, bis dieses um Jahrhunderte aus der Zeit gefallen scheinende Gebäude ganz zuletzt in einer mittelalterlichen Lanze ausläuft?






Schaedel: Das letzte Bild ist nochmal ein Aussichtsfoto. Brooklyn oder Jersey?

Alex: Die schräg zulaufende Fläche (gleich rechts neben meiner Freundin) mit dem kleinen Grün dahinter und dem Boot davor gehört zum Brooklyn Bridge Park; die große Straße, die nach rechts am Ufer entlang verläuft, ist der Brooklyn Queens Expressway. Wie schon erwähnt: Wettertechnisch hatten wir perfekte Bedingungen. Im Internet gibt es auch Bilder von anderen WB-Außenführungen, die während eines Wolkenbruchs stattfinden mussten, da ziehe ich diesen Ausblick schon vor!


Schaedel: So schnell vergeht die Zeit. Schon haben wir das Ende des dritten Teils erreicht.

Alex: Das absolut Seltsamste war: Als wir am Ende wieder vor dem Gebäude standen, erschien mir die letzte vergangene Stunde wie ein Traum – obwohl es doch gerade erst geschehen war, aber ich sehe mich immer noch davorstehen, zur nun wieder unerreichbaren Spitze hochsehend, und ich spüre immer noch, wie unwirklich und so schnell vorbei sich das alles in dem Moment anfühlte, diese Überfülle an Eindrücken, von den Schätzen der Lobby über die Gipfelstimmung auf der Plattform bis zum verwinkelten Weg durch die Eingeweide des Gebäudes auf das Dach. Ich hätte dasselbe gleich nochmal machen können, um, quasi neben mir stehend, jetzt erst beim zweiten Mal so richtig begreifen zu können, was ich alles gesehen hatte und wo ich gerade gewesen war.

Schaedel: Das Gefühl kenne ich. Das geht mir eigentlich bei jedem Besuch in New York so. Wenn ich vor Ort bin, fliegt das alles an einem vorbei. Erst wenn ich wieder zurück in der Heimat bin, begreife ich so langsam, wo ich mich in den letzten Tagen aufgehalten habe.

Mit den Fotos sind wir jetzt durch, aber wir wollen hier noch nicht mit der Serie aufhören. Du hast noch weiteres Material , das Du mit uns teilen möchtest. Was erwartet uns da?

Alex: Last but not least gibt es auch von allem Filmmaterial! Für den konstanten Wind auf der Plattform kann ich leider nichts, für eventuelle Unschärfen und Wackler bitte ich jetzt schon um Nachsicht, ansonsten an dieser Stelle schon mal viel Spaß beim Rundgang in der Lobby, dem Weg aufs Dach und dem Aufstieg zur Spitze.

Schaedel: Das klingt ja nochmal richtig vielversprechend, dann auf Wiedersehen bis zum Teil vier.

Alex: Das Vergnügen ist ganz meinerseits. Danke fürs Interesse nochmal an alle, die dies jetzt lesen!



(Foto: Dirk Stichweh, April 2012, vom Dach des One Liberty Plaza (Nachfolger Singer Building))




An dieser Stelle endet der dritte Teil über die Reise in das Innere des Woolworth Buildings. Im letzten und vierten Teil gibt es dann quasi nochmal eine Zusammenfassung und Ergänzung der bisherigen Folgen. Und das mit bewegten Bildern. Allerdings wird es ein wenig dauern, bis der vierte Teil auf Sendung gehen kann.

Der gute Alex muss sich jetzt erstmal von dem anstrengenden Interview-Marathon erholen. In gut zwei Wochen steht er voraussichtlich wieder zur Verfügung und dann werden wir den letzten Teil der Serie formen.

Die ersten zwei Teile und mehr Material über das Woolworth Building findest Du hier:

Sonntag, Mai 13, 2012

Municipal Archives - Top oder Flop?


Nachdem ich gestern abend bei einer Geburtstagsfeier mal wieder auf das neue Bilderarchiv angesprochen worden bin, möchte ich mal eine Frage an Euch richten. Wer hat sich das Archiv mittlerweile mal angesehen und wie ist Euer Eindruck?
http://nycma.lunaimaging.com/luna/servlet

Ich muss bisher sagen, dass ich etwas enttäuscht bin. Der riesige Medienhype, der die Bildersammlung weltweit angekündigt hat, steht für mich bisher noch nicht in einem angemessenen Verhältnis zu dem, was man dort geboten bekommt. Wenn ich die Sammlung des Stadtarchivs mit denen der öffentlichen Bibliothek von New York (New York Public Library Digital Gallery) http://digitalgallery.nypl.org/nypldigital/index.cfm und des Museums der Stadt New York http://collections.mcny.or vergleiche, dann finde ich das Angebot beim Stadtarchiv bisher eher schwach.

Allerdings muss ich der Fairnis halber eingestehen, dass ich nach mehreren Suchanläufen, die mit eher mageren Ergebnissen ausgingen, meinen Fokus wieder auf die regelmäßig genutzten Archive zurückverschoben habe. Natürlich hängt das Suchergebnis im Wesentlichen von den Tags ab und wenn die nicht oder nur sparsam vorhanden sind, kann man erst mal nichts finden oder nicht viel. Vielleicht muss man bei diesem Archiv noch mehr Eigeninitiative und Suchfreude entwickeln, als es bei den beiden oben genannten der Fall ist, wo einem die richtigen Suchergebnisse ja auch nicht immer automatisch in den Schoß purzeln.

Was ich aber bedauerlich finde - und das hat ja auch schon ein Blogleser im Kommentar unter dem letzten Beitrag über die Municipal Archives kritisch angemerkt - ist die geringe Bildqualität, die man hier geboten bekommt. Gibt es eine Möglichkeit, das zu umgehen, oder besteht nur die Möglichkeit, das Bild zu kaufen, um eine bessere Auflösung zu erhalten? Da entsteht bei mir der Verdacht, dass der große Hype, der da um die Bildersammlung gezündet wurde, in erster Linie dazu diente, um das Geschäft anzukurbeln.

Was denkt Ihr? Wie sind Eure Erfahrungen mit den Municipal Archives? Habt Ihr in dem neuen Bilderarchiv schon echte Schätze ausgegraben, die eine Erwähnung finden sollten? Dann schreibt ins Kommentarfeld unter diesem Beitrag oder an schaedeliof@yahoo.com .

Sonntag, Mai 06, 2012

Inside the Woolworth Building - Part 1



Einer der schönsten klassischen Wolkenkratzer in New York City ist zweifellos das Woolworth Building, von 1913 bis 1930 das höchste Gebäude in New York und auf der Welt. Der bald 100 Jahre alte Veteran am Südwestende des City Hall Parks ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil in der Skyline von Lower Manhattan.

Blogleser Alex hatte vor wenigen Jahren die seltene Gelegenheit, dieses beeindruckende Gebäude von innen zu erleben und war so freundlich, sein Material für diesen Blog zur Verfügung zu stellen. Dafür an dieser Stelle schon mal ein ganz großes Dankeschön Da es einerseits eine Menge an Bildmaterial gibt, andererseits Alex auch viel über die Reise durch das Innere des Woolworth Buildings zu erzählen hat, haben wir uns entschieden, den Beitrag zu splitten. Hier ist nun der erste Teil, der uns in die Lobby des Gebäudes führt.


Schaedel: Hallo Alex, vielen Dank, dass Du uns heute ein wenig über Deinen Besuch im Woolworth Building erzählen wirst. Stell Dich doch bitte kurz vor, wie alt bist Du, wo kommst Du her?
Alex: Ich bin 46 (gefühlt ca. die Hälfte :->) und komme aus Nürnberg.

Schaedel: Wann warst Du das erste Mal in New York City? Wie oft bist Du dort gewesen?  Nur als Tourist oder  auch beruflich?
Alex: Meine Freundin und ich waren 2008 das erste Mal auf Urlaub in den USA (seitdem noch dreimal), und da ist New York City sowieso Pflicht, nicht zuletzt da ich, seit ich denken kann, eine fast magische Anziehungskraft verspüre für verborgene (Wendel-)Treppen, obere Regionen von Türmen bzw. anderen Gebäuden und Aussichtsplattformen bzw. Umgänge. Und NYC ist ja eine DER Städte für derartige „feuchte Träume“;  man denke nur an das Municipal Building mit seinem unglaublichen Giralda-Turmaufbau oder auch das alte Metropolitan Life Insurance Building mit dieser schlicht umwerfenden Spitze mit gleich mehreren Umgängen und Plattformen.

Schaedel: Wann sind die Aufnahmen aus dem Inneren des Woolworth Buildings entstanden, die Du mitgebracht hast?
Alex: Das war im Juni 2008.

Schaedel:  Warst Du vorher schon einmal  im  Woolworth Building oder war das Dein erster Besuch in diesem Gebäude, als die Fotos entstanden sind?
Alex: Das war das erste – und leider auch bisher letzte Mal, denn ich hatte im Jahr darauf, als wir wieder in New York waren, vorher eine Mail geschrieben, ob wir nochmal in die Lobby dürften, um bessere Fotos zu machen, aber es kam leider nie eine Antwort, warum auch immer. Ich glaube, man muss manchmal einfach dankbar sein für ein solches Once-in-a-lifetime-Erlebnis. Einige Dinge lassen sich wohl nicht wiederholen.

Schaedel: Ich hatte selbst noch das Glück, 1992 und 2001 (im März) in die Lobby des Woolworth Buildings zu gelangen, die damals für Besucher bzw. Touristen frei zugänglich war, was seit den Anschlägen vom 11. September aus Sicherheitsgründen leider nicht mehr möglich ist. Kannst Du uns erzählen, wie Du trotzdem in das Gebäude gelangt bist  oder sollten wir besser darüber schweigen?
Alex: Dem Internet sei dank! Da ich das WB ja schon seit meiner Jugend liebte, nachdem ich es mal irgendwo als Bild gesehen hatte und von der kirchenartigen Form der Spitze mit dem Umgang wie hypnotisiert war, war ich eines Tages wieder mal auf Bildersuche, so Anfang 2008, um wenigstens eine Ahnung zu bekommen, wie es da oben wohl aussehen würde. Und ich fand tatsächlich eine US-Seite mit einer Gruppe von Leuten, die es geschafft hatten, eine Spezialführung zu bekommen, so eine New Yorker Urban Explorer-Truppe, wenn ich mich recht erinnere. Da stieß ich dann auf den Namen des Gebäudechefs, dessen Emailadresse ich dann auch nach einiger Detektivarbeit herausfand. Es folgten eine Reihe von mit Herzblut geschriebenen Mails, in denen ich ihm glaubhaft machen konnte, dass es mir wirklich viel bedeuten würde, auf die Aussichtsplattform zu gelangen. Und, was soll ich sagen: Er schrieb mir die magischen Worte zurück, die ich nie vergessen werde: „I’d like to know more about somebody who might be coming for an exclusive visit...“ Das konnte er gerne haben! Der zweite Satz, den ich für immer im Gedächtnis behalten werde, war seine Begründung für die Erlaubnis zu kommen: „Call it American Gastfreundschaft!“, da er deutsche Wurzeln hat (sein Urgroßvater kam ca. 1860 in die USA). Danke, Mr. S.!

Schaedel:  Ich kann mich noch gut an die Worte meines Reiseführers erinnern, der damals bei meinem ersten Besuch in New York  von einer Kathedrale des Kommerzes gesprochen hat, eine Beschreibung, die ich nicht vergessen habe. Wenn ich jetzt Deine Bilder sehe, fällt mir das wieder ein. Beim Betreten des Woolworth Buildings könnte man wirklich meinen, dass man in einer Kirche gelandet ist, so prunkvoll ist die Lobby ausgestattet. Wie war Dein erster Eindruck beim Betreten der Lobby?
Alex: Der erste Eindruck war, dass uns ca. 2 Meter nach der Drehtür bereits ein Security-Schrank entgegenkam und uns dezent aufforderte, wieder zu gehen. Ich sagte, wir hätten einen Termin, darauf er: „No, you don’t.“ --- „Oh yes, we do!“, entgegnete ich ihm in diesem jetzt schon leicht absurden Gespräch. (Probieren das wohl so viele und haben dann nur diese billige Ausrede parat?!) Dann sagte ich den magischen Namen, quasi die Woolworth-Building-Version des Sesam-Öffne-Dich: „We have an appointment with Mr. S.!“ Und von einer Sekunde auf die andere war dieser Herr wie auf Knopfdruck plötzlich  „normal“ freundlich und ging mit uns zur Rezeption in der Mitte der Lobby, um uns anzumelden. Erst da hatte ich dann wirklich Gelegenheit, diese einmaligen Räumlichkeiten langsam in mich aufzusaugen. Ich war schlicht weggeblasen von all dem Dekor, den Farben, der neugotischen Ornamentik, und dachte mir: Diese Leute, die hier in der Lobby oder im Gebäude selbst arbeiten (es ist ja schließlich kein Museum, sondern ein echtes Bürogebäude), haben das den ganzen Tag, jeden Tag! Ob selbst das wohl irgendwann normal wird und man achtet gar nicht mehr auf all die Details um einen herum? Ich jedenfalls wusste im Prinzip gar nicht, wohin ich zuerst schauen sollte, jeder Zentimeter wollte begutachtet und bewundert werden, und gleichzeitig mussten wir uns ja noch mit den  Mitarbeitern unterhalten und konnten nicht minutenlang einfach nur stumm herumgehen.




Schaedel: Lass uns jetzt mal in das Gebäude hineingehen. Was sieht man hier? (Bild 010)
Alex: Das ist kurz nach der Drehtür, wieder zu dieser hingewendet. Der kleine Balkon bzw. Übergang über der Tür läßt mich immer noch eine Träne vergießen, denn wir konnten ja praktisch überall hin in der Lobby, aber irgendwie traute ich mich am Ende dann doch nicht mehr zu fragen, ob wir, abgesehen von den zwei großen Mezzanin-Ebenen, auch noch da oben rauf dürften. Call it German shyness!



Schaedel: In der Lobby gibt es auch mehrere Treppen. Hier sehen wir die erste.
Alex: Diese Treppen gehen links und rechts nach oben, direkt nach der Drehtür. Man kann den Anfang der einen Treppe auf Bild 010 sehen, links etwas besser, da ist noch ein Stück der roten Absperrkordel zu erkennen.


Schaedel: Ein interessantes Relief.
Alex: Das befindet sich auch gleich nach dem Eingang in einer Ecke oben an der Wand. Um ehrlich zu sein – ich weiß nicht, wer das ist! In den Ecken des Lobbygewölbes wurden eine ganze Reihe maßgeblicher Herren verewigt, allen voran natürlich Frank Woolworth selbst, wie er sein Gebäude mit Kleingeld abbezahlt, dann Architekt Cass Gilbert, der ein Modell „seines“ Woolworth Building fest umklammert hält. Daneben der Chefingenieur, ein Banker und noch ein paar andere. Ich dachte mir, ich fotografiere mal den, dessen Bild man nie im Internet findet.


Schaedel: Und hier sehen wir noch eine Treppe. Führt die auch aus dem Erdgeschoss nach oben oder ist der Startpunkt auf einem höheren Stockwerk? Das sieht aus wie eine Uhr dort am Ende der Treppe über der Tür.
Alex: Wenn man durch die Drehtür ins Gebäude hineingeht und geradeaus läuft, kommt man zu einer Pförtnertheke. Würde man weiter geradeaus gehen, so ginge man diese Treppe nach oben, in Räume, die, wie ich in Erfahrung bringen konnte, ursprünglich zu einer Bank gehörten. Was da oben heute ist, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Und ja, das ist eine Uhr.


Schaedel: Ich nehme an, durch diese Fenster hier blickt man nicht nach draußen.
Alex: Richtig, das ist die Sicht, wenn man nicht die Treppe ansieht, sondern den Blick nach links oben wendet. Auf beiden Seiten oberhalb der Treppe befinden sich solche Fenster. Da man Deckenleuchten erkennen kann, sind dahinter ebenfalls Räume oder ein Gang.


Schaedel: Wow, das ist schön. Was sieht man hier?
Alex: Wir bleiben einfach am selben Punkt stehen und schauen nun direkt nach oben. Was auf dem Foto leider überhaupt nicht herauskommt, ist, dass alle bedeutenden Länder der damaligen Zeit mit Namen dort oben stehen, nebst wichtigen Jahreszahlen von Frank Woolworths Karriere in den Ecken. Die Lobby ist allerdings so hoch, dass man kaum alles von unten richtig lesen kann - wenn man überhaupt die Genickstarre so lange aushält! ;-)


Schaedel: Wenn das nicht wie das Innere einer Kirche aussieht, dann weiß ich auch nicht.
Alex: In der Tat! Das ist von der einen Mezzanin-Ebene zur anderen hinüberfotografiert, also den beiden Zwischengeschossen oder –balkonen, wenn man so möchte, die rechtwinklig zur Achse „Drehtür-Große Treppe“ angebracht sind. Hier befinden sich die beiden allegorischen Wandgemälde „Labor“ und „Commerce“ sowie weitere Aufzüge.


Schaedel: Auch das hier hat etwas Ikonenhaftes.
Alex: Das ist das Triptychon „Commerce“, also „Handel“. Die „Handels“-Dame hält die damals wohl schon relativ globalisierte Weltkugel in Händen (mit Amerika zum Betrachter gedreht, versteht sich!), flankiert von den beiden ihr helfenden Figuren, die weltweiten Handel erst möglich gemacht hatten: links ein Segelschiff, rechts die Eisenbahn. Man beachte vor allem die lateinische Inschrift auf dem Stoffbanner (leider hier nur schwer zu erkennen): „VIS INERTIAE“, also „Trägheitskraft“ – das physikalische Prinzip der Eisenbahn.


Schaedel: Sollte bei diesem Foto die rote Strumpfhose oder die Lampe verewigt werden?
Alex: Wahrscheinlich beides! Wie schon gesagt, buchstäblich jeder einzelne Zentimeter dieser Lobby ist ein Fotomotiv, und irgendwann war einfach ein Overkill an Eindrücken da. Ich musste versuchen, auf einem Foto mehrere Sachen unterzubringen.


Schaedel: Das hier ist jetzt aber ein anderes Wandbild, oder?
Alex: Hier sind wir nun auf der „Commerce“-Seite und blicken zum gegenüberliegenden „Labor“-Gemälde.


Schaedel: Sehr  schöne Aufnahme, die Dame scheint „Die Arbeit“ zu sein.
Alex: Richtig. Dieses Triptychon stellt quasi die “blue collar“-Seite der amerikanischen Wohlstandsmedaille dar, wenn man so will, also die der körperlichen Arbeit, im Gegensatz zur „white collar“-Seite des Handels, mit der Betonung auf klassischer Landwirtschaft.  Hier sehen wir die Dame in der Mitte mit der weiblich assoziierten Tätigkeit des Webens oder Garnherstellens, flankiert von Getreideanbau links und Früchten aller Art (Äpfel, Trauben) rechts.






Schaedel: Hui, jetzt wird es etwas unheimlicher. Erinnert mich an Wasserspeier oder an Passagen aus dem Film „Der Name der Rose“. Sind wir immer noch in der Lobby? Interessante Aufnahmen, da kann ich mich gar nicht mehr dran erinnern.
Alex: Selbst die „Tag-Der-Offenen-Tür“- oder Kunststudenten-Gruppen, die die Lobby ab und an einmal besichtigen dürfen, kommen wohl niemals auf die beiden Balkone, wo man diese Figuren antrifft, von daher ist das sicher einer der verstecktesten „Schätze“ des Woolworth Buildings. So erhaben, prächtig und kathedralenhaft die Lobby von unten auch sein mag: Die eigentliche Attraktion sind für mich die beiden Mezzanin-Ebenen, auf die man übrigens nur mit einem speziellen Aufzug kommt, denn nicht alle halten  in diesem „1 1/2ten“ Stock! Da fuhr der Lobbychef höchstpersönlich mit uns hinauf - auf beide, wohlgemerkt!! -  und ließ uns dann allein dort oben. Hier finden sich neben den Wandgemälden an den Seitenwänden alle möglichen Arten von neugotischen Verzierungen, allen voran etliche Vampir- und sonstige Gruselköpfe, von denen jeder einzelne individuell modelliert ist, also nicht nur einfach nach Schablone. Das nenne ich wahre Liebe zum Detail! Die „Tropfsteine“, wie ich sie immer nenne, hängen so niedrig, dass man sie ohne Probleme anfassen und aus nächster Nähe bewundern kann. Unterhalb der Gemälde führen jeweils drei Glastüren in das Gebäude hinein, also man könnte auch so auf diese Ebenen gelangen, nicht nur über die Aufzüge.



Schaedel: Das sieht auch großartig aus (Bild 036, Bild 039).
Alex: Alles von der Mezzanin-Ebene aus fotografiert. Auf Bild 036 blickt man in Richtung Große Treppe. Man erkennt links von der Bildmitte wieder die bereits beschriebene Fensterfront über der Treppe. Die leuchtenden Gewölbemosaiken mit den verschiedenen exotischen Vögeln kann man auch nur von den Balkonen aus so richtig inspizieren. Aber wie gesagt, wenn man fast ständig nach oben fotografieren muss, ohne Stativ, ist Schärfe irgendwann Glückssache, leider. Wenn ich all diese Pracht vorher geahnt hätte...




Schaedel: Ein letzter Blick von oben in die Lobby? (Bild 037, Bild 038)
Alex: Bild 037 zeigt eindrucksvoll, wie niedrig die Brüstung der Balkone nach unten in die Lobby ist! Das sind höchstens 50 cm oder so. Da sollte man schon vorsichtig sein beim Hinunterschauen... Links ist noch die grüne Aufzugtür im Bild. Man beachte, wie schmal dieser Aufzug ist! Bild 038 schließlich richtet den Blick nach rechts in Richtung Drehtür, und hier sieht man sehr schön noch einmal die eine der beiden Treppen vom Anfang, gleich nach dem Haupteingang.


Schaedel: Sieht man dieses Pentagramm auch noch in der Lobby?
Alex: Das ist die Decke hinter der Großen Treppe im Detail. Die Treppe ist übrigens gleichzeitig der Überbau einer weiteren Treppe nach unten in das alte, damalige Gewölbe-Restaurant mit dem höchst interessanten Namen „Ratskeller“... Call it German heritage! Da konnten wir allerdings nicht hin.

Schaedel: Und hier endet auch schon der erste Teil. Alex, was erwartet uns in der nächsten Folge?
Alex: Nach der auf ihre Art schon mehr als beeindruckenden Lobby geht es nun ins Büro des Gebäudechefs, Mr. S., durch diverse Gänge und mit einem der vielen Aufzüge hinauf irgendwo in die Mitte des Gebäudes, wo wir herzlich begrüßt wurden und uns bereit machten für den Weg ganz nach oben, bis zur Aussichtsplattform des Turmes, vorbei an „normal“ und relativ schmucklosen Bürogängen und diversen Haufen von Bauschutt, denn das Woolworth Building war ja seinerzeit fest im Umbau bzw. der Renovierung begriffen.
ENDE TEIL 1 - FORTSETZUNG FOLGT


Weiterführende Information über die Lobby des Woolworth Buildings findet man auch auf dieser Webseite, die von der Columbia University stammt:
Alex hatte oben angesprochen, dass einige der am Bau des Woolworth Buildings beteiligten Personen in der Lobby verewigt wurden. Seinem Vorschlag, einen kleinen Exkurs hierzu einzufügen, komme ich gerne nach.
(Quelle Bilder / picture source: Google Bildersuche / Google picture search)

Hier sehen wir zum Beispiel den Architekten des Woolworth Buildings, Cass Gilbert und sein Ebenbild in der Lobby:



Weitere Reliefs von Beteiligten habe ich bei der Fordham University gefunden:


 Gunvald Aus (engineer), Lewis Pierson (president of Irving Bank), Edward J. Hogan (rental agent)

Und natürlich noch ein Bild vom Erbauer und Namensgeber Frank Winfield Woolworth:





Nachtrag:
Wer allerdings derjenige war, den Alex fotografiert hat, habe ich auch nicht herausgefunden. Bis Alex dann aufgrund der von mir ergänzten Bilder nochmal geschrieben hat:

"Ich glaubs echt nicht... Der unbekannte Relief-Mann ist todsicher dieser "Lewis Pierson (president of Irving Bank)": Wenn du dir die Fotos genau ansiehst, meine ich dasselbe Bild zu erkennen, vor allem die Hand, die links unten endet, der "Klotz" über dem Oberam und das runde Ding, das er ansieht, das ist Irving!!! Wahnsinn, wie unterschiedlich diese Reliefs aus verschiedenen Blickwinkeln aussehen können. Und das passt ja auch, denn als Präsident der Bank sieht er sich natürlich gerade die neuesten Börsenkurse aus dem Fernschreiberstreifen kommend an. Sag, dass ich recht habe!"

Schauen wir mal (Irving ist in der Mitte):




Ich würde sagen wollen: Alex, da hast Du tatsächlich recht. Klasse! Rätsel gelöst. Bevor der Nachtrag endet, schiebe ich noch eine kleine Information über die Position der Skulpturen nach, die Alex ebenfalls mitgeschickt hat:

"Die Figuren hängen allesamt in den Deckenübergängen bei den beiden Treppen nach der Drehtür, zu erkennen schön im letzten Lobby-Bild, da sieht man ein Relief im linken Treppenaufgang, also soviele kann es gar nicht geben."




Zum Abschluss noch ein kurzer Ausflug dorthin, wo Alex nicht hingekommen ist, nämlich in das Restaurant im Untergeschoss. Ich konnte mich erinnern, dass ich da schon mal Bildmaterial in der Sammlung des Museums der Stadt New York gesehen habe.


 Woolworth Building, Rathskeller from N.E. corner 3-10-1913, from the collections of the museum of the city of New York


 Woolworth Building, Rathskellar from s.e. corner, 4-8-1913, from the collections of the museum of the city of New York


 Woolworth Building, kitchen to Rathskellar from s.e.corner, 4-8-1913, from the collections of the museum of the city of New York


Woolworth Building, Rathskellar, ca 1910, from the collections of the museum of the city of New York



Spätere Folgen der Reihe "Inside the Woolworth Building" und weitere Blogbeiträge zum WB findest Du hier:
http://nygeschichterucksack.blogspot.de/2012/05/woolworth-building.html