Samstag, Januar 24, 2015

Inside the Woolworth Building again - Part 3


from the book "The Master Builders" by Hugh McAtamney, 1913


Mit Blick darauf, dass die letzte Folge schon Anfang Dezember erschienen ist, stelle ich fest, dass es ein wenig bis zu dieser Folge gedauert hat. Dafür gibt es zahlreiche Gründe - Vorweihnachtsstress, Festtagsträgheit und Jahreswechseljetlag zum Beispiel. Aber auch, dass Alex möglichst viele Informationen zu den heutigen Motiven zusammentragen wollte und teilweise noch auf Zuarbeit von außen gewartet hat. Ich denke, das Warten hat sich gelohnt.

Picture Source:
Falls nicht ausdrücklich anders angegeben, stammen auch in diesem Beitrag wieder alle Abbildungen aus der Kamera von Alex.


Falls Du die vorherigen Folgen verpasst hast, kannst Du die hier noch einmal nachschlagen:
Teil 1: http://nygeschichte.blogspot.de/2014/11/inside-woolworth-building-again-part-1.html
Teil 2: http://nygeschichte.blogspot.de/2014/12/inside-woolworth-building-again-part-2.html


from the book "The Master Builders" by Hugh McAtamney, 1913



Schaedel: Ein neues Jahr ist ein guter Grund, die Miniserie über das Innere des Woolworth Buildings fortzusetzen. Alex, was erwartet uns heute im dritten Teil? 

Alex: Diesmal geht's um die Karikaturfiguren der Erbauer und die Deckenmosaike.


Schaedel: Dann schlage ich vor, mit den Erbauerkarikaturen anzufangen. Die gehören ja zu den bekannteren Schmuckstücken aus der Lobby des Woolworth Buildings. Was müssen wir uns darunter genau vorstellen?

Alex: Nun, so wie es in vielen Kathedralen innen oder auch außen an der Fassade Figuren bzw. Köpfe der Erbauer gibt, also Architekten, Bildhauer, Geldgeber etc., so finden wir das auch in unserer "Cathedral of Commerce" (ein Ausdruck, der übrigens nicht von Woolworth selbst stammt. Er hat sein Gebäude witzigerweise nie als Pseudo-Kirche gesehen, was ja zugegebenermaßen auch etwas vermessen wäre.) Wenn man den Blick hebt, kleben in den Winkeln zwischen Wand und Decke bzw. offenen Durchgängen (als in der Fachsprache sogenannte Kragstücke) die karikaturhaft überzeichneten Ebenbilder von diversen Leuten, die maßgeblich am Bau des WB bzw. dessen Durchführung beteiligt waren.


Schaedel: Weiß man eigentlich, wessen Idee diese Karikaturen waren? Hatte Herr Woolworth diese Art von Humor oder hat man dem Bauherrn die Karikaturen heimlich untergejubelt?

Alex: Die Idee hatte natürlich letzten Endes Frank Woolworth selbst, der schon von vornherein an die Massenwirkung seines Gebäudes dachte und voraussah, dass nach der Eröffnung viele Leute vorbeischauen und sich die Lobby ansehen würden (abgesehen von den Bankkunden und Käufern in den Geschäften in den Lobby-Arkaden), und er wollte ihnen allen etwas bieten, an das sie sich erinnern würden, durchaus auch mit Augenzwinkern und Humor, um vom schieren schweren Prunk der Lobby nicht ganz erschlagen zu werden. Ausgeführt wurden die Figuren von der Bildhauer-Werkstatt Donnelly & Ricci, damalige Adresse: 335 East 46th Street, nach Entwürfen von Thomas R. Johnson, dem Chefzeichner in Gilberts Architektenbüro. Johnson war im übrigen auch für die gesamten Terracotta-Verzierungen an der Fassade zuständig. Zu ihm kommen wir später aber noch genauer.



Schaedel: Ich habe mal das Bildmaterial, das Du mir geschickt hast, durchgeforstet und meine, zwölf Erbauerkarikaturen zu zählen. Ist das richtig?

Alex: Ja, und diesmal hatte ich versucht, alle zu finden, und das ist echt nicht so einfach, denn wie gesagt, die sind in jeder denkbaren Ecke der Lobby oben versteckt und man muss schon schauen. Ist ein bisschen wie Ostereiersuchen!




Schaedel: Gut, dann fangen wir mal mit dieser hier an. Wen sehen wir da? Ich hätte so eine Ahnung...

Alex: Das ist Architekt Cass Gilbert höchstpersönlich, der "sein" Woolworth Building als Modell in der Hand hält, damals das höchste Gebäude der Welt und außen wie innen ein echtes Prachtstück. Ich finde, er sieht es stolz an, ein bisschen so wie ein Vater, der zum ersten Mal sein neugeborenes Baby hält, oder nicht...?

Schaedel: Da kann er durchaus stolz drauf sein, auf sein "Kind". Immerhin handelt es sich um ein Gebäude, das über knapp zwei Dekaden hinweg eine herausragende Rolle in der Skyline von Manhattan gespielt hat und selbst hundert Jahre später noch zu beeindrucken weiß.




Schaedel: Der hier sieht aus wie ein Buchhalter, der Kopfschmerzen wegen zu hoher Ausgaben hat. 

Alex: Könnte man sicher auch meinen, so wie er aussieht! Das ist aber tatsächlich kein anderer als der schon erwähnte Thomas R. Johnson, Chefdesigner und Zeichner in Cass Gilberts Architekturbüro. Hier überlegt er vor einem leeren Blatt, welche gotischen Feinheiten er noch in die Lobby bzw. an die Fassade zaubern kann. Alles aber natürlich nach grundsätzlichen Vorgaben von Gilbert, versteht sich, die dieser dann absegnen musste.




Schaedel: Und wer ist der Herr mit den dicken Oberarmen?

Alex: Ob man es nun glauben will oder nicht, aber das ist schlicht nicht mehr bekannt!!! Ich habe mit mehreren Experten in den USA Kontakt gehabt, die sich speziell mit diesem Thema befassen, außerdem Bücher zum Thema gewälzt, aber immer mit dem gleichen Ergebnis. Man weiß es nicht mehr. Eigentlich echt kaum zu glauben. Das ist ja schließlich keine altsumerische oder vorzeitliche Statue! Die ist gerade mal hundert Jährchen alt, und dass da keinerlei Aufzeichnungen oder Quellen da sind, schockiert mich fast. Die in den USA meinen, dass es wahrscheinlich keine bestimmte Person darstellt, sondern einfach "nur" eine witzig aussehende Karikatur ist, die jemand sein KÖNNTE, damit die 12 möglichen oberen Winkel in der Lobby ausgefüllt sind und kein Eck leer bleibt. Das ist mir allerdings persönlich zu billig bzw. auch nicht logisch. Warum hätte es keine geeigneten Herren mehr geben sollen? Natürlich hätt's die gegeben! 
Eine Theorie habe ich hierzu; das ist natürlich nur meine ganz private Theorie, und ich will mir ja nicht anmaßen, das Expertenwissen der Damen und Herren irgendwie in Frage zu stellen, aber dennoch... ;-) In eigentlich DEM Buch zum WB (Gail Fenske, "The Skyscraper and The City", 2008) erwähnt sie als Block die wichtigsten Mitarbeiter Woolworths, die auch dann zufällig alle eine Figur haben - alle bis auf einen, der von ihr mit aufgezählt wird, aber eben anscheinend nicht als Figur verewigt wurde: Hugh McAtamney, quasi der PR-Chef, der sich um die werbewirksame Darstellung des brandneuen WB in der Öffentlichkeit gekümmert hat durch Werbung, Zeitungsartikel, Publikationen etc. Warum könnte er es nicht sein? Er hat einen Stapel Papiere in der Hand - Zeitungen, Artikel, Zeitschriften, Druckfahnen etc.? Was das runde Ding ist, das er in der Hand hat - keine Ahnung, leider, aber dennoch - das wäre meine Theorie.

Schaedel: Diesem Herrn verdanken wir auch die ersten drei Abbildungen in diesem Beitrag, die aus dem 1913 veröffentlichten Buch "The Master Builders" stammen. 




Schaedel: Lass mich raten: das ist derjenige, der das Geld verwaltet. 

Alex: Siehe den Herrn zuvor. Die Experten in den USA haben absolut keine Ahnung, wer das sein soll und ob er überhaupt jemand sein soll!!! Aber diese Figur unterscheidet sich so sehr von all den anderen, da es ja kein "moderner" Amerikaner im Anzug oder kurzen, hochgekrempelten Hemd ist, sondern ein alter Mann wie aus einem Märchen: ein Zauberer, ein Magier mit Schatzkästchen, das er Woolworth lachend und ohne Zögern gibt, da dessen Einnahmen in seinen Five and Dime-Billigläden ja praktisch auch wie von selbst sprudelten? Oder doch ein reicher, klischeehaft jüdisch (?) aussehender Kaufmann? Ich will, kann und werde hier echt nicht spekulieren, inwieweit man sich hier evtl. über irgendwen lustig gemacht hat oder irgendetwas karikiert, da es auch vor allem nicht logisch wäre. Warum hätte man das tun sollen? Persönlich finde ich die Theorie mit dem wie von Zauberhand sich vermehrenden Reichtum Woolworths am nettesten - und ja auch am zutreffendsten. Hat jemand eine bessere anzubieten...? ;-)

Schaedel: Ein wenig hat mich diese Skulptur an antisemitische Karikaturen erinnert, die es sicherlich auch schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegeben hat. Die von Dir entwickelte Idee eines Zauberers, der quasi magisch Geld vermehren kann, finde ich als Erklärung dann aber doch deutlich sympatischer. 




Schaedel: Was hält dieser Herr in den Händen? Eine Liste mit einem Kreuz drauf? Oder ist das eine Bibel? Dafür ist das Teil aber wieder zu lang, oder?

Alex: Gestatten? Daniel E. Moran, von Moran, Proctor and Freeman, einer Firma, die sich auf Fundamentarbeiten für hohe Gebäude bzw. schwierige Untergründe spezialisiert hatte. Da das WB auf eher weicherem bzw. feuchterem Grund geplant war, mussten ja insgesamt 69 riesige Betonpfeiler fast 40 (!) Meter in die Erde versenkt bzw. gegossen werden, was man mit sogenannten Senkkästen oder auf Englisch "caissons" machte, unten offene Holzkästen, die mit Luft versorgt wurden, damit die Arbeiter in ihnen nicht erstickten. So konnte man sogar unter Wasser arbeiten, siehe das berühmteste Beispiel hierfür, die Pfeiler der Brooklyn Bridge 25 Jahre zuvor (wo einige Arbeiter umkamen). Mr. Moran, der seine Firma erst ein Jahr zuvor gegründet hatte, sieht sich hier gerade die Grundrisspläne an, wie er wohl seine Fundamentpfeiler setzen muss, damit das WB auch 100 Jahre später noch gerade steht. Da durfte nichts schiefgehen! Und wie hieß es mal vor langer langer Zeit bei uns im Werbefernsehen? Auf diese Steine können Sie bauen!




Schaedel: Zu dem Teil, was dieser Herr in den Händen hält, fällt mir gar nichts ein. Kannst Du da Licht ins Dunkel bringen?

Alex: Hier haben wir Lewis E. Pierson, den damaligen Präsidenten der Irving National Exchange Bank, der die neuesten Börsenkurse auf dem Fernschreiber-Streifen abliest. Man kann es hier zwar nicht erkennen, aber der Streifen enthält lauter kleine Woolworth Buildings als Muster. Diese stehen symbolisch für die Gewinne der Broadway-Park Place Company, der Firma also, die Woolworth und Pierson gemeinsam gegründet hatten (mit den beiden als Hauptaktionären, versteht sich!), um die Finanzierung des Baus des WB sicherzustellen und die künftigen Mieteinnahmen zu verwalten. 1907 bereits zog Woolworth bei der Vereinigung zweier Banken in New York die Fäden: die der New York National Exchange Bank (in deren Vorstand er praktischerweise bereits saß) und der Irving National Bank. Heraus kam die neue Irving National Exchange Bank, eine der mächtigsten Banken in New York, die dann (selbstverständlich!) prominent im ersten Stock des WB ihren Platz fand und zu der man die große Treppe in der Lobby (mit der Uhr darüber und dem Glasfenster an der Decke) hinaufging. Es ist natürlich auch kein Zufall, dass man, um in die Bank zu gelangen, erst durch die gesamte Lobby musste! Da ging's nicht gleich nach der Drehtür links hoch in die Schalterhalle! Erstmal musste bzw. durfte man die Pracht und den Glanz der Woolworthschen Lobby in sich aufnehmen, um dann, mit diesen Eindrücken im Hinterkopf, sein Geld hoffentlich vertrauensvoll in die Hände der Irving National zu legen. Unnötig zu erwähnen, dass Frank Woolworth bei der neuen Irving National auch sein eigenes Vermögen hatte... Der Mann verstand was von Geschäften!




Schaedel: Erst habe ich gedacht, der hält zwei Rasseln oder zwei Hanteln in den Händen. Aber kann das sein, dass das in Wirklichkeit so ein altertümliches Telefon ist?

Alex: Sehr richtig beobachtet! Das ist Louis Horowitz, der Präsident von Thompson-Starrett, der ausführenden Baufirma, wie er gerade einen wichtigen Anruf tätigt. Das damals immer noch relativ neue Telefon beschleunigte die Kommunikation zwischen Horowitz und dem Bauleiter von Thompson-Starrett, William Sunter (auf den wir noch separat zu sprechen kommen), als auch allen Gewerkleitern auf dieser Riesenbaustelle. Die Firma hatte sich in den Jahren davor den Ruf erarbeitet, nicht nur die wichtigsten nationalen Bauaufträge an Land ziehen zu können, sondern auch - sehr modern für die Zeit- "Alles aus einer Hand"-Lösungen anzubieten, was durch die Absprache zwischen den Gewerken die Kosten reduzieren half und derart große Bauaufträge sicher, zuverlässig und vor allem innerhalb des Zeit- und Kostenplans ablaufen ließ. Das gefiel unserem Herrn Woolworth natürlich sehr, da er stets ein Mann war, dem Effizienz und Kostenbewusstsein am Herzen lagen. Von nichts kommt eben nichts!




Schaedel: Das hier sieht nach einem Stahlgerüst aus. Das war bestimmt der Bauingenieur.

Alex: Gunvald Aus, der Ingenieur und Chefstatiker, inspiziert hier gerade einen Stahlträger. Aus war 1883 aus Norwegen in die USA ausgewandert, nachdem er zuvor am Polytechnischen Institut in München studiert hatte. Zunächst arbeitete er als Brückenkonstrukteur, bevor er sich 1902 in New York niederließ. Vor seinem großen Auftrag, das Fundament des Woolworth Buildings und dessen Stahlrahmenkonstruktion zu entwerfen, hatte er bereits mit Cass Gilbert am West Street Building gearbeitet (heute: 90 West Street, ein Luxusapartmenthaus im typischen Gilbert-Stil nahe dem World Trade Center, in dessen Erdgeschoß sich übrigens das Besucherzentrum des 9/11-Memorials befindet). Aus's Statikkünste verschafften Woolworth genau die Wirkung, die er erreichen wollte: Jeder sollte es kennen und sehen wollen, seine Kathedrale des Handels, das mit Abstand höchste Gebäude der Welt, und gleichzeitig natürlich auch einzigartig in seiner Form und, ja, auch seiner Theatralik. Die statischen Finessen von Aus in punkto Lastverteilung und Windwiderstand waren Grundlage und Voraussetzung für die verspielt pseudogotisch-himmelstürmende Architektur Gilberts. Ohne Gunvald Aus kein Woolworth Building!




Schaedel: Worauf dieser Herr zeigt, das kann ich nicht erkennen. Aber da hat jemand später recht unsensibel ein Kabel an der Skulptur vorbeiverlegt.

Alex: Ja, auch die heiligen Hallen des WB sind nicht sicher vor derartigen (zeitweiligen, nehm ich an) "Verschandelungen". Edward Hogan wird's aber wohl verschmerzen. Er war Makler bei der Broadway-Park Place Company und schließt hier evtl. gerade symbolisch einen Deal ab oder verhandelt auf seine eigene spezielle Art, wer weiß? Hogan hatte für Woolworth im Jahr 1900 das Grundstück für dessen schloßartiges Anwesen in der Fifth Avenue besorgt und half ihm später, den Baugrund für das Woolworth Building am Broadway zu sichern.Möglicherweise hat er Woolworth auch mit Gilbert zusammengebracht. Nach der Fertigstellung des WB übernahm Hogan die Maklergeschäfte für das Gebäude, indem er potentiellen Mietern ein Büro im höchsten und schönsten Wolkenkratzer New Yorks schmackhaft zu machen suchte. Schwer gefallen dürfte ihm das nicht sein, nehm ich mal an!




Schaedel: Wer ist der Mann mit dem Buch und dem Lineal?

Alex: William Sunter, Ausführender Bauleiter bei Thompson-Starrett, wie er gerade den dicken Projektplan durchsieht, ob auf der Riesenbaustelle auch alles nach Plan läuft. Und zur Kontrolle, ob auch überall die Maße stimmen, hat er ein Baulineal in der Hand. Gilbert nannte ihn den "tüchtigsten Mann auf der Baustelle", da er stets sämtliche Arbeiten im Blick hatte und darauf bedacht war, dass der Zeitplan peinlich genau eingehalten wird. Zeit war schließlich immer schon Geld - auch für einen Multimillionär wie Frank Woolworth!




Schaedel: Zu dem fällt mir gar nichts ein. Kannst Du da weiterhelfen?

Alex: Das ist John Rockart, ebenfalls Architekt in Cass Gilberts Büro und sowas wie der Ausführende Architekt, so eine Art rechte Hand von Gilbert, der hier gerade die Bauzeichnungen des WB (samt eigenem -hier nicht sichtbaren- Gekritzel darauf) studiert. Was aber fast noch interessanter sein dürfte, ist, dass er nicht immer so hieß: Sein richtiger Name war nämlich John Rachač, Jr. Sein Vater stammte aus Böhmen, war Zimmermann und wanderte 1863 in die USA aus, wo er von 1896 bis 1907 beim Bau des Minnesota State Capitol dabei war. Architekt übrigens, na? Richtig, Cass Gilbert! So, und zwei seiner Söhne, John Jr. und Henry, arbeiteten als Technische Zeichner ebenfalls für Gilbert. Während Henry später Rohrleger wurde, schaffte es John Jr. tatsächlich bis zum Architekten und wurde, nachdem er 1902 von Minnesota nach New York zog und sich fortan John Rockart nannte, sogar Partner von Gilbert in dessen Büro, und das insgesamt 25 Jahre lang. Als Gilbert 1934 starb, vollendete Rockart dessen letztes und abschließendes Meisterstück, das US Supreme Court Building in Washington, DC. Tja, was wäre Amerika ohne seine Einwanderer?!




Schaedel: Wenn ich jetzt richtig mitgezählt habe, sind wir bei der zwölften und somit letzten Erbauerkarikatur angekommen: noch jemand mit muskulösen Oberarmen und obendrein hat der auch Geld. 

Alex: Das ist die treibende Kraft hinter unserer ganzen Geschichte: Frank Woolworth, der seine Pennies, Nickels und Dimes zählt, die ihn reich gemacht haben. Über ihn muss ich glaub ich keine großen Worte mehr verlieren. Er hatte eine architektonische Vision, und das in einer Epoche, als man die noch ungestraft haben konnte. Er war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Ein Selfmade-Millionär, ein erfolgreicher Geschäftsmann mit dem richtigen Riecher. Und das um die Jahrhundertwende in New York, zu einer Zeit, als alles möglich schien. Die Stadt war eine Spielwiese, ein Experimentierfeld, eine fruchtbare Erde für Superlative, vor allem was das Bauen anging: höher, prachtvoller, verschwenderischer. Erst ein paar Jahre zuvor waren die fünf großen Stadtteile ja zu dem New York zusammengewachsen, das wir heute alle kennen, und sicher auch aus diesem Stolz heraus entstanden all die glorreichen Bauwerke und Errungenschaften, die man auch hundert Jahre später noch bewundert: Die U-Bahn ab 1904 mit der immer noch fast mythisch verklärten City Hall-Station; der Metropolitan Life Tower als riesenhafte Variante eines italienischen Campaniles, komplett mit Glocken; das Municipal Building als nicht zu übersehender Ausdruck des neuen Selbstbewusstseins, klassisch anmutend mit seinen Giralda-Türmen, monumental gen Himmel ragend und leicht konkav in die Breite gehend - die Bürger von New York gleichsam mit offenen Armen einladend und empfangend. Und schräg gegenüber: Das Woolworth Building. Der Stein gewordene amerikanische Traum, dass man alles erreichen kann, wenn man will. Und dass man stolz sein darf darauf. Und die Zeit gibt ihm recht: Heute, über 100 Jahre später, ist es, was das Wohnen angeht, das begehrteste Gebäude der Stadt: 110 Millionen Dollar allein für das oberste Penthouse, das buchstäblich wahrgewordene "Castle in the Sky". Ich glaube, Frank Woolworth hätte das gefallen...


Schaedel: Hast Du noch etwas hinzuzufügen, bevor wir uns dem zweiten Thema zuwenden?

Alex: Ich frage mich immer, warum so etwas heute nicht mehr möglich ist. Ich finde es so unglaublich traurig und schade, dass heutige Wolkenkratzer, ganz gleich wo sie stehen, ihre Persönlichkeit fast komplett verloren haben, oder um noch einen Schritt weiterzugehen: ihre Menschlichkeit, ihr menschliches Maß. Hier wurden Persönlichkeiten verewigt, die etwas Tolles und Bleibendes geleistet haben, geehrt auf eine humorvoll-witzige und zugleich stets respektvolle Art. Man sieht in der Tat zu ihnen auf, und zugleich haben sie dort oben in den Ecken ihre Ruhe vor den neugierigen Händen der Besucher. Auch sie haben ihren dauerhaften Platz im Woolworth Building gefunden, ihre kleine Wohnung, ihr Plätzchen, ihre Loge, von der aus sie wiederum uns ansehen und von der sie keiner mehr vertreiben kann. Sie stehen als Erinnerung an eine Zeit, als selbst das höchste und teuerste Gebäude der Welt als Idee im Kopf einer kleinen Gruppe von Menschen entstand, die ihre märchenhaft-überbordende Idee dann realisierten, und im Vergleich zu so vielen aktuellen unnahbaren und gesichtslosen Hochhäusern ist das WB einfach eine Persönlichkeit, und dafür stehen diese Kragstücke beispielhaft. Wobei ich natürlich noch ein 13. angebracht hätte, aber es sei ihnen verziehen: Stellvertretend für alle Arbeiter und Handwerker, die das "Woolworth" tatsächlich errichtet haben: die jeden Tag unter zuweilen Lebensgefahr in den Senkkästen der Fundamentpfeiler schufteten, die die Stahlstreben fast 300 Meter in den Himmel Manhattans hochzogen, die bei Wind und Wetter in schwindelerregender Höhe die Terracottaverkleidungen an der Fassade und die Kupferverzierungen auf den Dächern anbrachten, die die Wände gestrichen, die Rohre verlegt, den großen Wassertank in der Spitze eingebaut und das Schwimmbecken im Keller gefliest haben. All denen würde ich genauso eine Figur widmen. Und die hätte erst dicke Oberarme...!


from the book "The Master Builders" by Hugh McAtamney, 1913



Schaedel: OK - dann legen wir jetzt mal den Kopf ganz weit in den Nacken und schauen uns das an, was den größten Teil der Decke in der Lobby des Woolworth Buildings schmückt. Von den Mosaiken hast Du ja eine ganze Menge Bilder mitgebracht. Gar nicht so einfach, die in eine sinnvolle Ordnung zu bringen. 

Alex: Wem sagst du das... Wie bereits mehrfach erwähnt, ist im Prinzip buchstäblich jeder Fleck in der Lobby verziert, geschmückt oder sonstwie künstlerisch interessant bzw. ein "Hingucker". Dies trifft in besonderem Maße auch auf die Decke zu, die über und über mit glitzernden, in absolut prächtigen Farben leuchtenden Mosaiksteinchen besetzt ist. Da weiß man echt nicht, wo man das Objektiv zuerst hinhalten soll.




Schaedel: Ich fange mal mit dieser Aufnahme an, die ich besonders schön finde. Da sieht man jetzt nicht nur die mosaikgeschmückte Decke, sondern auch noch ein paar andere Ornamente. Wo ist das?

Alex: Das ist nach der Drehtür. Wenn du dich, sobald du die Lobby betreten hast, gleich wieder umdrehst und nach oben schaust, siehst du diesen kleinen Verbindungsbalkon bzw. Übergang. Ich hatte gefragt, ob man da auch mal hochkönnte, aber die vom Lobbyservice haben gesagt, dass das einem Mieter, also irgendeiner Firma gehören würde, die gleich im ersten Stock ihre Büros haben, und selbst die Lobbyleute könnten nicht einfach so hoch.




Schaedel: Das Muster bzw. Schema gibt es noch öfter in der Halle, wie mir scheint.

Alex: Das ist dazu da, dass man niemals vergisst, wo man hier ist, gell! ;-) Ich persönlich finde es ja schon etwas übertrieben, auf Schritt und Tritt diesem Namen zu begegnen, aber so ist es halt. Diesen Schriftzug hier findet man über der großen Mietertafel, die kurz vor der großen Treppe links an der Seite steht.




Schaedel: Hier sehen wir das Motiv in den Rundbögen etwas genauer. Kannst Du mir sagen, was man da sieht? Sind das Pflanzen? Blüten? 

Alex: Frank Woolworth unternahm Anfang des Jahrhunderts ausgedehnte Reisen nach Europa, er war immer schon sehr kunstinteressiert. Heinigke & Bowen aus New York, eine damals sehr bekannte Firma für Kirchenfenster, Mosaiken u.ä., schuf praktisch die gesamte Innendekoration der Lobby, inklusive des großen Decken-Glasfensters. Modell für die Mosaiken stand die Basilika in Ravenna, Italien, aus dem 6. Jahrhundert, die im frühbyzantinischen Stil erbaut wurde. Die mächtigen halbrunden Tonnengewölbe und die Mosaiken im WB sind also natürlich nicht gotisch "angehaucht", wie der Rest des Gebäudes. Man konnte ja letzten Endes machen, was man wollte, ob 6. oder 13. Jahrhundert oder alles nebeneinander - was soll's? ;-) Und es passt ja auch, finde ich. Die bunten Vögel und Blumen als Symbole des Lebens und der Prosperität finden sich sowohl in Kirchen wie auch im Dekorationsprogramm der Woolworth-Lobby. Und selbst wenn einem die einzelnen Formen und Figuren egal sind, bleiben immer noch die überwältigenden Farben und Muster als pure Schönheit für die Augen.


Schaedel: War da auch Blattgold mit im Spiel bei der Gestaltung der Decke? Die gelbe Farbe ist aber wohl nicht mehr flächendeckend vorhanden, wie es scheint. Im Teil rechts oben scheint schon etwas abgebröckelt zu sein. 

Alex: Nein, das an der Decke sind alles Mosaiksteinchen, und auch wenn in einigen Teilen der Lobby (siehe die Mezzaninbalkone mit den beiden Gemälden) die Farbe etwas abblättert, an der Decke fehlt absolut nichts, das sind nur Lichtspiegelungen.




Schaedel: Eine Detailstudie von einem anderen, etwas schmaleren Zierband.

Alex: Ja, ein Eichhörnchen - sehr süß! Heinigke and Bowen versteckten an diversen Stellen in der Lobby solche Sachen, alle auf Anweisung Gilberts bzw. Woolworths natürlich, da dieser wie schon erwähnt seinen Besuchern etwas bieten wollte, an das sie sich erinnern sollten; dass sie überall etwas entdecken konnten, wenn sie sein tolles Gebäude durchschritten und alles in sich aufsaugten. Und vergessen wir auch nicht, dass sich Frank Woolworth immer als jemand sah, der bei allem Reichtum trotzdem gedanklich im Grunde dem alten, "persönlichen", quasi "naturverbundenen" Geschäftstreiben anhing (was auch seine Wandgemälde ausdrücken), er also aus mehreren Gründen viele florale und tierische Naturmotive in die Lobbydekoration miteinbezog. Mal ehrlich - Kannst du dir in irgendeinem modernen Businesswolkenkratzer irgendeines anonymen Großkonzerns ein Eichhörnchen an der Wand der Lobby vorstellen...?




Schaedel: Wenn ich das richtig gesehen habe, dann geht das Band auf dieser Aufnahme ganz rechts oben hinauf. 

Alex: Das geht ganz herum. Die schmäleren Bänder gliedern die lange Decke auch etwas, sonst wäre das zuviel Mosaik "am Stück".




Schaedel: Da haben wir es auch nochmal in der Mitte. Sieht auch wieder nach Blütenmotiven aus.

Alex: Das meiste sind in der Tat Pflanzenmotive. Das muss aber auch so sein, denn wenn das überwiegend Tiere wären, also insb. bunte Vögel, sähe das eher wohl nach Tiergarten aus oder so... Pflanzen sind da "neutraler". Obwohl viele, wenn sie das nicht gerade wie hier von den Balkonen bewundern können, evtl. gar nicht gleich als Pflanzen oder Vögel wahrnehmen, denn das sind ja doch gute zehn Meter vom Boden bis zur Decke!




Schaedel: Hier haben wir eine fast komplette Abbildung. Rechts im Bild meine ich, Vögel zu erkennen.

Alex: Ja, die sehen wir gleich noch im Detail, und erst dann, aus der Nähe, zeigt sich für mich die ganze Schönheit und Pracht des Designs. Im Prinzip hat man ja nie genug Zeit, das alles mal richtig auf sich wirken zu lassen - außer auf Fotos...



Schaedel: Sind das diese Vögel hier? Sehr schöne bunte Mosaikkunst.

Alex: Dazu muss man eigentlich fast nichts sagen, außer dass diese Dekoration in der Tat einmalig für ein Bürogebäude war und wohl auch ist. Ein Fest für die Augen.





Schaedel: Daneben scheint es noch ein weiteres Zierband mit Vögeln zu geben.

Alex: Das gibts an diversen Stellen der Decke. Man beachte die verschiedenen Haltungen bzw. Positionen der Vögel, das ist jedesmal ein bisschen anders. Sonst wäre es ja auch langweilig, oder...!




Schaedel: Noch mehr Vögel - oder hatten wir die vorher schon?

Alex: Hier sehen wir mal einen kompletten Bogen von einer Seite über die oberste Wölbung der Decke wieder runter zur anderen Seite.

Schaedel: Unten im Bild fällt mir ein merkwürdiges Motiv auf, das sollten wir uns mal genauer ansehen. 





Schaedel: Weißt Du, ob das einfach nur ein Ornament ist, oder hat das eine höhere Bedeutung mit den weißen Sternen und diesem kompassähnlichen Teil in der Mitte?

Alex: Das ist rein technisch zuerst nur der höchste und zentrale Punkt eines Gewölbes, da, wo alle Linien zusammenlaufen bzw. von ihm ausgehen, insofern ist die runde Form nur folgerichtig bzw. klassisch geometrisch. Die zwölf Sterne allerdings, tja... wenn's 13 gewesen wären, könnte man natürlich auf einen Verweis auf die berühmten "13 colonies" der Siedler vor dem Unabhängigkeitskrieg tippen, aber so... Die Zahl 12 ist in der christlichen Religion eine "gute" Zahl und 13 ja eins mehr, also "böse", aber inwiefern da jetzt wirklich eine tiefere Symbolik drinsteckt, kann ich nicht sagen. Vielleicht sind's auch einfach nur zwölf Sterne am "Himmel" der Lobby!




Schaedel: Dann erkenne ich noch eine weitere Motivgruppe, die hier mit einem üppigen Busch im linken Bildteil beginnt und in der wieder vereinzelte Vögel eine Rolle spielen. 

Alex: Ja, wunderschön meiner Meinung nach, wie der Platz der Decke ausgenutzt und damit gespielt wird, dass es nach oben hin breiter wird. Man beachte die symmetrischen Spiralranken, die in ihrem Zentrum jeweils eine Blüte aufweisen. Aber wer hat schon Zeit von all den Menschen, die tagtäglich durch die Lobby gehen und vielleicht gar nicht mehr den Kopf heben, derartige Details zu erkennen - und als schlichte Schönheit eines floralen Designs in sich aufzunehmen?




Schaedel: Interessant, was da alles für unterschiedliche Motive miteinander kombiniert wurden. 

Alex: In der Tat, und es wirkt dennoch nicht überladen. Heinigke and Bowen waren ja nicht umsonst die Nr. 1 für derartige Aufträge. Für das Woolworth Building eben alles nur vom Feinsten!




Schaedel: Dann haben wir hier noch eine weitere Version von Deckenschmuck, wo eine Vielzahl unterschiedlicher Ornamente mit quadratischem Grundriss miteinander kombiniert werden.

Alex: Ja, und auch wenn sich die Motive regelmäßig wiederholen, wirkt es doch in keiner Weise langweilig oder repetitiv, oder? Und auch hier finden sich wieder Sterne in einem bestimmten Motiv, diesmal acht - was ja für die Unendlichkeit steht. Oder es sieht einfach am harmonischsten und besten in dieser Mosaikgröße aus - kann auch sein! ;-)





Schaedel: Zum Abschluss sehen wir dann hier noch zwei Detailstudien.

Alex: So wie sie sonst niemand zu Gesicht bekommt - außer jemand lässt eine Drohne in der Lobby steigen oder lernt fliegen... Auf diesen Bildern erfahren wir übrigens ein - psst, aber nicht weitersagen! - Geheimnis, denn falls sich nach soviel Deckenmosaiken jemand doch mal die bescheidene Frage stellen sollte, wie denn diese ganzen tausende und abertausende an Steinchen an die Decke gekommen sind: Waren das mittelalterliche Meister wie weiland Michelangelo, die wochenlang auf Holzgerüsten auf dem Rücken direkt unter der Decke gelegen haben und in mühevollster Kleinarbeit jedes Steinchen mit einem leisen Stöhnen, weil die Arme schwerer und schwerer wurden, in den feuchten Putz der Decke drückten? Nein, natürlich nicht! Wenn man genau hinsieht, erkennt man deutlich die (durchaus nicht ganz sauberen!) Fugen zwischen den quadratischen Elementen, die in den Werkstätten von Heinigke and Bowen angefertigt und dann als Platten auf die Decke verlegt wurden. Aber diese Unsauberkeit macht das ganze auch wieder menschlich-sympathisch - und ist wie gesagt ja auch nur in so einer Bilderserie zu erkennen. Von unten betrachtet legt man als Besucher einfach den Kopf in den Nacken - und genießt.

Schaedel: Damit erreichen wir das Ende der dritten Folge. Wir haben noch Material für mindestens drei weitere Folgen, also haltet die Augen offen, die nächste Folge kommt bestimmt. 



Wer gerne selbst einmal bei einem New York-Aufenthalt die Lobby des Woolworth Buildings besichtigen möchte, kann sich hier schlau machen. Die Lobby ist zwar nicht mehr frei für jedermann zugänglich wie in Prä-9/11-Zeiten, aber inzwischen werden für Interessierte wieder Führungen angeboten, die allerdings kostenpflichtig sind. Wer sich informieren bzw. reservieren möchte, kann das hier tun: https://www.woolworthtours.com/


Wer nach diesem Beitrag noch nicht genug vom Woolworth Building hat, kann hier nochmal auf die ersten beiden Folgen zurückgreifen oder auf andere Beiträge, die in diesem Blog über das Woolworth Building veröffentlicht wurden:
http://nygeschichterucksack.blogspot.de/2012/05/woolworth-building.html



Kommentare:

  1. Hi

    Vielleicht könnstest Du ja mal einen kurzen Beitrag darüber machen, wie die historische Perspektive aufs Woolworth Building von Brooklyn aus mit der Brooklyn Bridge in der Sichtachse, die Motive sollten ja so einige kennen, seit einiger Zeit von diesem modernen und merkwürdig geschwungenem Wolkenkratzer versperrt wird. Es gibt da auch diese berühmte Nachtfotografie von 1919 mit dem stolzen noch jungen Woolworth Building das heute im Schatten so vieler anderer Gebäude steht, vor allem in dem des angesprochenen Wolkenkratzers.

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  2. Ich darf im März selber wieder rein und freue mich auf die Atmosphäre und die Chance wieder schöne Aufnahmen zu machen. Gerne teilen ich wieder meine Aufnahmen mit Euch und freue mich auf Euer Feedback.

    Grüße
    Thomas

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    1. Wir sind gespannt, Thomas. Viel Spass in NYC.

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  3. Für alle, die diese Serie mit Interesse verfolgen, folgender Hinweis: es wird noch etwas dauern, bis wir die nächste Folge in Angriff nehmen. Im Moment fehlen die zeitlichen Kapazitäten für eine zeitnahe Fortsetzung. Ich lasse Euch wissen, wenn wir die Produktion wieder aufnehmen. Gruss vom Schaedel (02/03/2015)

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