Eine Sammlung von Bildern, Filmen und Texten zur Geschichte von New York City. Über Hochhäuser, Straßen, Bahnen, Inseln und Menschen. Für Anregungen und Kommentare bin ich jederzeit dankbar. Gruß vom Schädel.
Auf deutsch: "Panik in New York", ein früher Monsterfilm aus dem Jahr 1953. Ich habe dieses Bild oben ausgeschnitten aus irgendeiner Programmzeitschrift jahrelang als Grundschüler aufbewahrt. Dinosaurier in New York, eine fantastische Geschichte!
Und Gruselfilme, die spätabends im Fernsehen liefen, waren für lange Zeit aus den gleichen Gründen völlig unerreichbar wie beispielsweise "Raumschiff Enterprise". Zu aufregend - ansehen verboten. Das ist natürlich schon ewig her, aber ein bisschen hallt der besondere Reiz des Verbotenen immer noch nach. Und als ich jetzt nach langer Zeit mal wieder auf das Foto oben gestoßen bin, habe ich gedacht, dass das auch einen kleinen Slot hier im Blog verdient hätte. Eine fiktive Katastrophe in einem fast sechzig Jahre zurückliegenden New York, das passt doch rein.
Die Geschichte ist schnell erzählt: nach Atomwaffentests in der Arktis stapft ein lebendiger Dinosaurier in der Gegend herum, den es - warum auch immer - viele tausend Kilometer weiter südlich in die Metropole am Hudson River verschlägt. Und dort kann man eine Menge gekaputtmachen, was der wütenden Urechse ganz gut in den Kram passt.
Und der Vergnügungspark auf Coney Island hat eine neue Attraktion, jedenfalls für kurze Zeit.
Eine Momentaufnahme vom Strand auf Coney Island, entstanden vor ca. 107 Jahren. Auch das war Coney Island, da gab es nicht nur die legendären Vergnügungsparks. Und auch hier kann man ganz tief ins Bild hineinschlüpfen, wenn man möchte, denn es stammt (mal wieder) von Shorpy.
Im Shorpy-Fundus bin ich auf eine interessante Bildserie gestoßen, die vor dem ersten Weltkrieg auf Coney Island entstanden ist. Dort, wo die Vergnügungsmaschinerie von New York City ohne Ruhepause immer wieder neue Attraktionen hervorbrachte, wurde zur Unterhaltung der Massen auch dieses wilde Spiel präsentiert, blaue Flecken sicherlich inclusive.
Beim Durchstöbern meiner Blogroll habe ich bei den hochgeschätzten Bowery Boys einen interessanten kleinen Beitrag entdeckt, den ich unbedingt aufgreifen möchte, vor allem, weil er in das legendäre Dreamland zurückführt, jenen riesigen Vergnügungspark, der 1904 eröffnet wurde und dessen Geschichte schon 1911, also vor 100 Jahren wieder endete, als ein spektakuläres Großfeuer die gesamte Anlage zerstörte.
Jetzt geht es aber nicht um das Feuer, sondern um einen Teil des Dreamland Parks. Dort gab es nämlich auch einen kleinen Zoo. Im Eröffnungsjahr 1904 entstand diese Aufnahme vor dem Eingang zum Zoo, auf der man junge Parkbesucher in von Ziegen gezogenen Kutschen sieht.
Ziegen waren eine umweltfreundliche Möglichkeit, um Coney Island im Jahr 1904 zu erleben. Der kurzlebige "Coney Island Zoo" war eigentlich ein Teil des Dreamland Vergnügungsparks, zusammen mit dem bizarren Zwergendorf "Lilliputia" und dem berühmten Raum, in dem man frühgeborene Babies in Inkubatoren besichtigen konnte.
Jetzt kommt der Abschnitt des Textes, der mich echt gepackt hat. Vor einigen Wochen habe ich hier im Blog schon mal einen ganzen Slot einer ausgestorbenen amerikanischen Tierart gewidmet: der Wandertaube. Und dann musste ich gerade feststellen, dass im Coney Island Zoo eine weitere Tierart präsentiert wurde, die heute als quasi ausgestorben gilt und die ich niemals mit New York in Verbindung gebracht hätte. Diese Tierart, die erst im letzten Jahrhundert in den 1930ern von der Bildfläche verschwunden ist, finde ich schon seit langem sehr faszinierend.
Die oben abgebildeten Ziegen wurden in dem kleinen Zoo zusammen mit einer Sammlung von Thalycinen präsentiert, die man auch Tasmanische Tiger nennt, einer Tierart, die heute als ausgelöscht gilt. Im Blog "The Circus 'No Spin Zone' " kann man nachlesen, dass Thalycine manchmal in Tierhandlungen angeboten wurden, obwohl ihre außergewöhnlich weit-öffnenden Kiefer und ihre nicht einziehbaren Krallen sie vermutlich zu einem unbeliebten Haustier machten.
Also bin ich direkt mal weitergesprungen zu dem oben genannten Blog, um zu erfahren, was die dort noch so zu berichten haben.
Eine Gruppe von Thylacinen wurde zum ersten Mal der Öffentlichkeit im Dreamland Zoo auf Coney Island, Brooklyn, im Jahr 1904 präsentiert. Die Thylacine waren zur damaligen Zeit eine der beliebtesten Tierarten. Das Nachwuchsprogramm für die exotische ausländische Tierart im Zoo des Vergnügungsparks war so erfolgreich, dass einige der dort geborenen Exemplare als Haustiere unter den Namen "Tasmanischer Tiger" oder "Zebra-Hund" an Besucher des Vergnügungsparks verkauft wurden. Es gab ungefähr 20 Tierhandlungen, die gleichzeitig Thylacine in Brooklyn verkauften. Dieses ist der Grund dafür, warum so viele Menschen in Coney Island - im Gegensatz zum Rest der Vereinigten Staaten - dieses ungewöhnliche Haustier besaßen. Leider wurden der Dreamland Zoo und der gesamte Dreamland Vergnügungspark bei einem heftigen Feuer am 27. Mai 1911 zerstört, das unter dem Namen "Dreamland Fire" in die Geschichte eingegangen ist.
Den Kommentaren zu diesem Beitrag kann man entnehmen, dass auch im Bronx Zoo, im National Zoo in Washington D.C. und auch im Londoner Zoo Tasmanische Tiger ausgestellt waren.
Wer über den Tasmanischen Tiger, den man im deutschsprachigen Raum auch unter dem Namen "Beutelwolf" kennt, weil er ähnlich wie die Känguruhs zu den Beuteltieren gehört(e) und der zuletzt nur noch auf der Insel Tasmanien im Süden Australiens zu finden war, mehr erfahren möchte, dem empfehle ich als Einstieg die deutschsprachige Wikipediaseite
Das letzte bekannte Exemplar eines Tasmanischen Tigers verstarb 1936 in einem Zoo in Hobart auf Tasmanien. Seitdem gibt es zwar immer wieder Berichte über Sichtungen von Beutelwölfen, bis in die Gegenwart hinein, aber handfeste Beweise oder Aufnahmen fehlen bisher. Der Versuch, den Tasmanischen Wolf anhand von Erbmaterial aus einem in den 1880ern in Alkohol konservierten Fötus zu klonen, ist bislang gescheitert.
Um den Tasmanischen Tiger auch mal in Aktion zu erleben, füge ich dieses Filmmaterial aus dem Jahr 1933 bei, das kurz vor dem mutmaßlichen Aussterben der Art aufgenommen wurde.
Hier ist ein weiteres Bild vom Coney Island Zoo, das ich über Google gefunden habe und das ein ähnliches Szenario zeigt wie das eingangs gezeigte Foto, dieses Mal mit Kindern auf Ponys. Mal abgesehen von den Thylacinen scheint der Coney Island Zoo vor allem ein Streichelzoo gewesen zu sein.
Mehr Fotos habe ich vom Coney Island Zoo bisher nicht finden können. Hier noch ein kurzer Filmbeitrag über den Dreamland Park, in dem der Coney Island Zoo mit eingebettet war:
Fast zum Abschluss dann noch ein paar Bilder, die ich über die Suchbegriffe Coney Island Zoo ebenfalls gefunden habe, die definitiv neueren Datums sind und die eine andere aber auch typische Seite von Coney Island repräsentieren, nämlich die Side Shows.
Zum Abschluss kehren wir noch einmal zum Dreamland Fire zurück. In der Tradition der einst im Dreamland Park präsentierten Katastrophen-Shows wie "Fighting the Flames" (Brand und Löschen eines mehrstöckigen Wohnhauses), "The Destruction of Pompeii" (die Zerstörung von Pompeji) sowie weiterer Shows über das Erdbeben in San Franciso 1906 und die Galveston-Flut 1900 in Texas wird hier für den 27. Mai 2011 ein Spektakel angekündigt, in dem der Zuschauer 100 Jahre nach dem Ereignis in einer 360-Grad-Show das Ende des Dreamland Parks erleben soll.
Was mir aber nicht gelungen ist, war herauszufinden, ob die angekündigte Show am 27. Mai 2011 tatsächlich stattgefunden hat. Normalerweise müssten davon ja irgendwo Fotos oder Handy-Videos zu finden sein. Fehlanzeige. Ich habe nur Ankündigungen gesehen, aber keine Reviews. Möglicherweise ist es doch nicht gelungen, das Spektakel noch rechtzeitig zu finanzieren.
Und zu allerallerletzt noch ein kurzer Film über die Wiederentdeckung der Dreamland-Glocke, mit der Besucher begrüßt wurden, wenn die Zubringerschiffe am Coney Island Pier anlegten. Die Glocke, die 1885 gegossen worden war, lag 98 Jahre lang auf dem Meeresgrund vor Coney Island, denn auch der Pier war 1911 ein Opfer der Flammen geworden und ins Meer gestürzt.
Für die Statistik-Freunde unter Euch Lesern lege ich heute mal ein paar Zahlen aus der Besucherstatistik des Blogs offen, so wie sie von der Blogger-Software angeboten wird.
Ich weise aber darauf hin, dass diese Zahlen nicht mit denen des externen Counters übereinstimmen, der in der Sidebar unten die Besucher erfasst. Das hat unterschiedliche Gründe. Erstens: der externe kostenlose Counter wurde nach dem Verschwinden des alten Couter-Anbieters im Dezember 2010 neugestartet und hat deshalb einen anderen Startpunkt als die Bloggersoftware. Zweitens: die Parameter für die Erfassung sind unterschiedlich. Ein Beispiel: ein Besucher besucht die Seite mehrmals innerhalb von 24 Stunden. Die Einstellungen, nach wieviel Stunden sein Besuch erneut gezählt wird, stimmen nicht miteinander überein. Dieses führt natürlich in der Folge zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Übersicht 1: Die Entwicklung der Besucherzahlen seit Beginn der Zählung im Mai 2010
Warum da Mai 2009 steht, weiss ich nicht, da war die Statistik noch nicht im Angebot. Der Nullpunkt liegt am 01.05.2010, die erste zahlenmäßige Erfassung mit 5.648 Besuchen betrifft den Zeitraum bis zum 01.06.2010. Erfreulich, dass es eine sanfte Aufwärtsentwicklung gibt. Im November 2010 mit 9.552 Besuchen und im Januar 2011 mit 9.720 Besuchen haben wir uns zum ersten mal der 10.000 angenähert. Die Schallmauer durchbrochen wurde im März 2011 mit 11.262 Besuchen, im April konnte die Linie gehalten werden und im Mai gibts eine neue Höchstzahl mit 12.155 Besuchen. Vielen Dank dafür.
Übersicht 2: Die täglichen Besucherzahlen im letzten Monat
Die Besucherzahlen schwanken zwar ziemlich zwischen den beiden Polen 250 und 500, haben sich aber mittlerweile schon auf einem recht stabilen Niveau eingependelt. Und mindestens 250 Besuche am Tag sind aus meiner Sicht eine ganze Menge Aufmerksamkeit. Die 500 ist in der Vergangenheit schon einige wenige Male geknackt worden, aber noch eher die Ausnahme. Höhepunkt im Erfassungszeitraum war der 11.05.2011 mit 486 Besuchen und Tiefpunkt der 28.05.2011 mit 230 Besuchen.
Übersicht 3: Das Besucherverhalten im Laufe einer Woche
Interessant ist sicherlich, dass man in dieser Übersicht direkt auf den ersten Blick die sieben Wochentage identifizieren kann. Die Abstände zwischen den einzelnen Meßpunkten betragen jeweils eine Stunde. Die Spitzenwerte an den einzelnen Tagen: 01.06.2011 - 16:00 Uhr - 39 Besuche; 02.06.2011 - 13:00 Uhr - 28 Besuche; 03.06.2011 - 14:00 Uhr - 46 Besuche; 04.06.2011 - 20:00 Uhr - 37 Besuche; 05.06.2011 - 17:00 Uhr - 33 Besuche; 06.06.2011 - 18:00 Uhr - 38 Besuche; 07.06.2011 - 14:00 Uhr und 21:00 Uhr - jeweils 39 Besuche.
Die dokumentierten Tiefpunkte lagen jeweils in den hiesigen Nachtstunden, allerdings sind auch hier gelegentlich Aktivitäten zu verzeichnen, da Besucher aus der ganzen Welt zugreifen und dank der häufig englischsprachigen Beitragsüberschriften sich gerade auch Menschen in Nordamerika häufiger angesprochen fühlen.
Übersicht 4: Die Verteilung der Besucherzugriffe am 07.06.2011
SONSTIGES:
Hier ist die Besucherstatistik nach Herkunftsländern, bezogen auf den gesamten Erfassungszeitraum seit Mai 2010. Erfasst sind hier nur die Top Ten mit den häufigsten Besucherzugriffen.
Bezogen auf einen einzelnen Tag kann das schon wieder ganz anders aussehen. Hier als Beispiel der gerade vergangene Tag, also der 07.06.2011:
Informationen über die beliebtesten Beiträge im Blog können im Prinzip permanent durch den Besucher abgerufen werden. Die entsprechenden Gadgets habe ich am unteren Ende der Blogseite eingefügt, dort gibt es immer die aktuelle Auskunft über die beliebtesten Beiträge der letzten 7 Tage (links) und die beliebtesten Beiträge insgesamt, also seit Mai 2010 (rechts).
Hier gibts ergänzend dazu auch mal die Zahlen, zuerst die beliebtesten Beiträge insgesamt:
Bezogen auf den letzten Monat:
Bezogen auf die letzten 7 Tage:
Bezogen auf die letzten 24 Stunden:
Zuletzt noch zwei Grafiken für die Technikfreunde, sie erklären sich selbst. Grundlage war hier wieder der gesamte Erfassungszeitraum seit Mai 2010. Danke für die Aufmerksamkeit.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich den 100. Jahrestag des Dreamland Fires am 27. Mai 2011 glattweg verpasst habe. Dieses will ich nun mit einer kleinen Sammlung von Bildern nachholen, die vor vier Jahren noch nicht online zur Verfügung standen, als ich den Beitrag über die Brandkatastrophe auf Coney Island übersetzt habe, bei der ein ganzer Vergnügungspark den Flammen zum Opfer fiel.
Hier ist der Link zum Originalbeitrag über das Dreamland Fire:
Mein erstes richtig großes Übersetzungsprojekt, hat damals auch ein paar Wochen gedauert.
Mit Blick auf die folgenden Bilder stelle ich fest, dass ein niedergebrannter und vollkommen zerstörter Vergnügungspark auch irgendwie eine schaurige Faszination ausübt, vielleicht wegen der paradoxen Situation, mit dem man hier konfrontiert ist.
Quellen: Google, Museum of the City of New York, McMahan Photo und
Coney Island hatten wir schon länger nicht mehr. Heute geht es um eine Attraktion aus dem Steeplechase Park, der 1897 geöffnet wurde und damit einer der ersten Vergnügungsparks auf Coney Island war. Bei der Attraktion, die offenbar seit Anfang an dabei war, handelt es sich um den "Steeplechase Ride" und war eng an die Pferderennbahnen angelehnt, die schon seit Jahren absolute Publikumsmagneten auf Coney Island waren:
"Eine Hauptatraktion ahmte die Steeplechase Pferde(rennen) nach und kostete 41,000 Dollars. Es bestand aus unebenen, kurvenreichen Metallschienen, auf denen sich doppelsattelige Holzpferde auf Rädern Rennen lieferten, in dem sie ein wirklich Pferderennen nachahmten. Es war ein Bahn, die von der Schwerkraft angetrieben wurde, auf der sich sechs Pferde parallel zueinander einen 1100 Fuß (335 m) langen Parcour entlangbewegten, sich dabei abschüssige Hügel hinabglitten und vom Schwung angetrieben die nächsten wieder erklommen. Der Parcours überquerte einen Bach und zahlreiche Hürden. Das Ganze erhielt einen realistischen Touch durch Personal, das wie Jockeys gekleidet war, durch Hornbläser, die den Start des Rennen mit einer Fanfare begleiteten, mit Pfeilern, die eine Viertelmeile und eine halbe Meile anzeigten und mit einer zu durchreitenden Zielschnüre im Ende. Abweichend von den wirklichen Pferderennen, bei denen am ehesten die leichten Jockeys gewannen, erreichten hier üblicherweise die Schwersten das Zieltor als Erste."
Es gibt auch bewegte Bilder von diesem eigentümlichen Fahrgeschäft, zu sehen im nachfolgenden Video mit Aufnahmen aus dem Jahr 1903 ab 0:43.
Wie ich da jetzt draufgekommen bin? Tja, in dem befreundeten Blog "NYC Total" hat Mike heute über die neue Scream Zone auf Coney Island berichtet, die unter anderem mit einem Fahrgeschäft namens "Steeplechase" auftrumpft. Und da war ich echt überrascht, wie man das uralte Fahrgeschäft oben auf schlaue Weise in das 21. Jahrhundert hinübergerettet hat. Seht selbst: