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Sonntag, Januar 08, 2012

Pier 51 - West Village


Die Faszination der allmählichen Zerstörung. Heute ist an dieser Stelle, die sich auf Höhe der Jane Street am Ufer des West Village befindet, ein Überwasser-Kinderspielplatz. Wobei diese teilweise abgesackte Ruine bestimmt auch ein großartiger Kinderspielplatz war, wenn auch ein gefährlicher. Auf dem Bild oben, linke Seite, meine ich Schwimmer oder Sonnenanbeter am Ende des Piers zu sehen. Das war sicherlich ein kleines Abenteuer, dorthin auf die Plattform zu gelangen. Wer noch mehr über das Ende von Pier 51 erfahren möchte, kann mal hier rüberwechseln:
http://chezjeaux.blogspot.com/2008/01/pier-51.html


Mittwoch, Dezember 08, 2010

The Village 1905


Schon seit einigen Wochen habe ich dieses Bild aus dem Shorpy-Fundus posten wollen, heute ist endlich mal die Zeit gekommen. Ich empfehle auch mal, den Pfad zum Original zu beschreiten, denn so groß bildet Blogger das Bild auch in der größeren Version normalerweise nicht ab wie dort.
http://www.shorpy.com/node/7687?size=_original

Im Mittelpunkt eindeutig das Gebäude, das damals noch "Jefferson Market Courthouse" hieß und heute den Namen "Jefferson market Library" trägt. Hier sind zwei Seiten mit Informationen zum Gebäude:
http://en.wikipedia.org/wiki/Jefferson_Market_Library
http://nygeschichte.blogspot.com/2006/11/neuschwanstein-in-greenwich-village.html

Im Bildvordergrund, aber weitestgehend verdeckt durch die Hochbahntrasse der 6th Ave El befindet sich die 6th Avenue, auch "Avenue of the Americas" genannt. Die Straße, die rechts im Bild hochführt,  ist die West 10th Street und jene, die sie hinter dem JMC kreuzt, ist die Greenwich Avenue. Dort, wo sich links auf dem Bild noch Geschäftslokale, Schuppen und ein kleiner Hinterhof befinden, wurde später ein Frauengefängnis gebaut, das aber auch schon wieder abgerissen ist. Gegenwärtig befindet sich links vom Gebäude ein Park. Hier ein Blick auf die Gegenwart von oben mit Google Maps.



Erneut bleibt festzuhalten, dass der Detail-Reichtum der Photographie enorm ist und jeder mal losziehen sollte und dieses Bild erkunden. Ein paar Schnappschüsse möchte ich dann aber schon präsentieren. Zum Beispiel diese wunderbaren New Yorker Straßenszenen, die der Fotograph vor 105 Jahren eingefangen hat und die einen authentischen Blick auf das damalige Leben im Village ermöglichen:










Oder alte Hinweistafeln und Reklameschilder, bevorzugt an Hauswänden zu finden, manchmal aber auch als Aufsteller auf Dächern, im Holzrahmen.









Oder eine merkwürdige Aufschrift auf dem Dach des JMC:


Oder eine vermutliche  Pferdetränke am Kopf des Gerichtsgebäudes:


Oder Wäscheleinen, die hinter großen Reklametafeln auf dem Dach verborgen sind:


Oder eine Seitenfront und die Frage, sehen wir hier belgische Dachrinnen oder verlängerte Kaminschlote?


Und zu guter Letzt lassen wir mal wieder den Blick in die Ferne schweifen und entdecken dort neben einem kleinen Ausschnitt mit den Hügeln von New Jersey auch noch ein unbekanntes ziemlich hohes Haus am Westende des Village.

Montag, November 01, 2010

Bodies below Washington Square



Auch eine interessante Information, die da anlässlich von Halloween durch die Bowery Boys publiziert wurde: Zwischen 1797 und 1825 diente der Washington Square Park in Manhattan als Friedhof.

"Dort wo heute asphaltierte Wege, Blumen, Springbrunnen, der Washington Arch und die aristokratischen Häuser sind, wurden einst die Armen zu Tausenden in namenlosen Gräbern beerdigt." (Kings Handbook of New York, 1893).

In den Jahrhunderten zuvor hatte sich am heutigen Washington Square Farmland befunden, das von niederländischen Siedlern und später auch von schwarzen Sklaven bewirtschaftet worden war. Die Gegend trug deshalb einst den Namen "Land of the Blacks".

Im April 1797 erwarb der Rat der Stadt New York das Gebiet außerhalb der Stadt, um einen öffentlichen Friedhof (Potter's Field) anzulegen. Zunächst wurden dort nur die Namenlosen und Bedürftigen zur letzten Ruhe gebettet. Während mehrerer Gelbfieber-Epidemien Anfang des 19. Jahrhunderts beerdigte man jedoch aus hygienischen Gründen alle Toten auf dem Gelände jenseits der Stadt. In viele Stadtführer ist außerdem die Geschichte von der Henkersulme (Hangman's Elm) eingegangen, einem großen Baum, der heute noch am Rand des Washington Square zu finden ist. Dabei handelt es sich aber wohl mit ziemlicher Sicherheit um eine Legende. Tatsächlich ist nur eine öffentliche Hinrichtung in dieser Gegend dokumentiert.


Als die vornehmen New Yorker in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus den beschränkenden Vierteln in Lower Manhattan nach Greenwich Village zogen, wurde der Friedhof 1825 geschlossen und darauf ein hübscher Park auf dem Gelände angelegt, der Washington Square Park. Bereits 1830 gehörten die Straßen um den Washington Square zu den besten Adressen in der wachsenden Stadt.

Das Anlegen eines Parks auf dem ehemaligen Friedhof hatte übrigens nicht ohne Kalkül stattgefunden. Es kommt einem etwas morbid vor, wenn man in den Akten der Stadt nachlesen kann, dass der ehemalige Friedhof eine hervorragende Grundlage für das Anpflanzen von Gehölzen und Waldbäumen bietet und der Park die verbliebenen Reste von faulender Materie und Quellen üblen Gestanks tilgen wird.

Heute befindet sich dort, wo einst die Quellen des üblen Gestanks dünsteten, einer von New Yorks lebhaftesten Freiluft-Plätzen. Aber die Stadt hat einfach über dem Friedhof gebaut. Es wird erzählt, dass während des 19. Jahrhunderts nachts noch blaue Schwaden über dem Park gehangen haben sollen, angeblich die gruseligen Dämpfe der Überreste im Untergrund.

Und was ist mit den Leichen? Na, die sind immer noch da unten.

Wie viele denn? Nunja, definitiv mehr als 20.000 (und die Zahl steigt ständig mit voranschreitenden Ausgrabungsarbeiten). Schätzungen gehen von 125.000 Menschen aus, die hier begraben sind.

Der Washington Square Park ist übrigens nicht der einzige Park in New York, der früher mal als Friedhof diente. Auch der Park am Union Square war einmal ein öffentlicher Friedhof (bis 1807) und ebenso der Madison Square Park (bis 1797). Während sich unter dem Madison Square vielleicht noch Tote befinden (möglicherweise an die 1.000), wird dagegen beim Union Square davon ausgegangen, dass durch die zahlreichen Umgestaltungen und durch den U-Bahn-Bau keine Leichen mehr im Untergrund verblieben sind.

Quellen: NYPL Digital Gallery und
http://theboweryboys.blogspot.com/2010/10/i-sit-on-your-grave-new-yorks-hidden.html
http://en.wikipedia.org/wiki/Washington_Square_Park

Montag, April 05, 2010

Greenwich Village Volcano

Kapitel 240

"Greenwich Village Volcano", na das ist doch mal ein Stichwort. Gefunden habe ich das bei der Suche zum letzten Kapitel über die Brände an der City Hall. Allerdings war das dieses Mal nicht so einfach, Informationen, geschweige denn Bilder zu finden. Vielleicht bin ich aber bisher auch einfach noch nicht auf die richtige Seite gestoßen.

Der erste Vorschlag führt direkt in die Songlines, speziell in die zur (West) 12th Street.

"Hausnummer 247: In diesem Gebäude, das einst die Räume der "Manufacturers Transit Company beherbergte, brach am 18. Juli 1922 ein Feuer aus. Das Unglück, bei dem die brennbaren Chemikalien und Whiskey, die dort gelagert waren, vier Tage lang brannten, wurde als "Greenwich Village Vulkan'" bekannt. Irgendwie hat das Gebäude überlebt und wurde in den 1980ern in ein Haus mit Eigentumswohnungen umgewandelt"

http://www.nysonglines.com/12st.htm

Damit lässt sich schon mal der Standort des Ereignisses bestimmen, nämlich der Häuserblock in Greenwich Village, der im Westen an die W 4th Street, im Norden an die Jane Street, im Osten an die Greenwich Avenue und im Süden an die W 12th Street grenzt. Es handelt sich um das durchgehende Gebäude, das sowohl eine Front an der Jane Street als auch an der W 12th Street hat.


Größere Kartenansicht

Eine weitere Information findet sich auf einer der vielen Timeline-Seiten:

"18. Juli 1922 - Ein Feuer brach im siebenstöckigen Lagerhaus der "Manufacturers Transit Company" an der Jane Street in Greenwich Village, NYC, aus. Explosionen erschütterten die Umgebung und die Zeitungen gaben dem Ereignis den Namen "Greenwich Village Vulkan". 2 Feuerwehrleute starben. Bei einer letzten Explosion wurden am 23. Juli zwei Häuser zerstört. Der stellvertretende Feuerwehrchef "Smoky Joe" Martin (gestorben 1945) leitete die Feuerbekämpfungsmaßnahmen."

http://timelines.ws/20thcent/1922_1923.HTML

Ein Nachruf auf den alten Feuerwehr-Haudegen "Smoky Joe" Martin liefert weitere Informationen:

"Als Stellvertretender Chef war Smoky Joe garantiert bei der Bekämpfung jedes großen Feuers in der Stadt mit dabei. Zusammen mit "Daredevil" Dan Healy am Steuer tauchte sein rotes Feuerwehrauto überall auf, bei der viertägigen Feuersbrunst im Lager der Standard Oil Company in Greenpoint im September 1919 genauso wie bei dem enormen "Greenwich Village Volcano" an der Jane und W 12th Street im Juli 1922. Zwei Feuerwehrleute starben in dem explosionsreichen Lagerhausfeuer und Martin brach am Einsatzort zusammen, nachdem er über mehrere Tage hinweg nicht mehr geschlafen hatte. Ein Arzt forderte ihn auf, nach Hause zu gehen, aber Smoky Joe hörte nicht auf ihn. Obwohl er sich auf einer nahegelegenen Fensterbank hingelegt hatte, bellte er von dort aus weiterhin seine Anweisungen hinaus, stand dann wieder auf und kehrte zu seinen Leuten auf das Dach zurück. Aber 1922 war Smoky Joe bereits 60 Jahre alt und modernere Zeiten kündigten sich an."

http://www.nydailynews.com/archives/news/1999/05/27/1999-05-27_smoky_joe_martin_last_of_the.html

Eine detailreiche Beschreibung findet sich bei Google Books in dem Buch "Fire Department, City of New York" von Paul Hashagen.

"Etwa einen Monat nach dem "Averne Fire" ging Chief Kenlon in Erholungsurlaub und übertrug seinem Stellvertreter Chief Martin die Aufgaben des Feuerwehrchefs. Smoky Joe sah sich bald darauf mit einem der schwierigsten Gebäudefeuer in der Geschichte der Stadt konfrontiert. Diese Feuersbrunst führte zum Tod von zwei Feuerwehrleuten, einer auf dem direkten Weg und einer indirekt. Die Manuvacturer's Transit Company befand sich in einem großen, siebenstöckigen, feuerbeständigen ehemaligen Parkhaus, das in ein Lagerhaus umgewandelt worden war. Das Gebäude erstreckte sich von der Jane Street quer durch den Block bis hin zur West 12th Street.Während der Morgenstunden des 18. Juli 1922 wurden Arbeiter dabei gesehen, als sie hölzerne Kisten in einen großen Frachtaufzug luden, der normalerweise für den Transport von Automobilen vorgesehen war.


Plötzlich explodierte eine der Kisten und die Arbeiter rannten auseinander. Das anschließende Feuer griff auf weitere Kisten über und weitere Explosionen folgten. Einige der Arbeiter begannen, Sand auf die brennenden Kisten zu werfen, allerdings ohne Erfolg. Ein Kaufmann sah dieses von seinem Laden auf der anderen Seite der Straße aus und rannte die Straße hinunter, um den Feueralarm auszulösen. Um 08:15 am Morgen erreichte die Manhattener Feuerwehr den Einsatzort.


Die Flammen breiteten sich schnell den offenen Aufzugschacht hinauf aus und erreichten schon bald das Dach. Kisten brannten lebhaft auf der Straße, eine Fontäne von weißen Funken schoß aus den Behältnissen, die zeitweise so hoch hinaufreichte wie die drei- und viergeschossigen Häuser in der näheren Umgebung. Schwarzer beißender Rauch, der aus dem Dach drang, senkte sich herab auf die Straße, als der erste Feuerwehrwagen eintraf. Angesichts der schlimmen Bedingungen war schnelles Handeln angezeigt, also wurden schnurstracks die Schläuche in Position gebracht und gleichzeitig die nahegelegenen Gebäude evakuiert.


Als die Kompanien am Einsatzort eintrafen, meldeten sie sich vor dem Gebäude bei Martin. Leutnant Schoppmeyer vom Engine 13 und einige seiner Männer begannen gerade, das brennende Gebäude zu betreten, als eine große Explosion das gesamte Lagerhaus erschütterte. Der Offizier und seine Männer wurden zurückgeschleudert und noch bevor sie wieder auf die Füße kommen konnten, prasselte bereits eine Lawine von Trümmern auf sie hernieder. Die Feuerwehrleute gruben einander verzweifelt wieder aus. Schwerverletzt wurde Leutnant Schoppmayer geborgen und sanft davon getragen. Er lebte gerade noch lange genug, um vor Ort die letzte Ölung zu empfangen.


Chíef Martin und nahezu jeder Feuerwehrmann, der nahe des Lagerhauses arbeitete, wurde von der gleichen Detonation getroffen. Smoky Joe flog rückwärts durch die Jane Street und durchbrach eine geschlossene Holztür. Ein blendender Blitz und ein Regen von Ziegelsteinen hüllten Greenwich Village ein. Ein Flammenmeer breitete sich durch die Jane Street aus und entzündete beinahe ein Lagerhaus, das gerade gebaut wurde.


Zahlreiche weitere Alarm-Einheiten trafen am Ort des Geschehens ein und Chief Martin, dessen Gesicht böse verbrannt war, teilte sie ein. An nahezu jedem erreichbaren Hochdruckhydranten wurden Schläuche angeschlossen, weitere Wasserleitungen wurden über eine Entfernung von zwei Blöcken aufgebaut, Schläuche durch Keller und über Straßen hinweg zum Feuer hin verlegt.


Major Hyland erreichte den Einsatzort und erhielt einen Lagebericht von Smoky Joe. Während sie knietief im Löschwasser standen, sagte der Chief: "Herr Major, das hier ist das härteste und schlimmste Feuer, das ich in all den Jahren bei der Feuerwehr jemals erlebt habe." Fünf Alarme und ein Boroughs Call, also ein Aufruf in die anderen Stadtteile, wurden ausgelöst, die größte Versammlung von Löschfahrzeugen für einen Gebäudebrand seit dem Brand des Equitable Buildings 10 Jahre zuvor.


Während der Rückkehr zu den Quartieren von Engine 207, die sich am Feuer befanden, stieß Engine Company 210 in der Nähe der Flatbush Avenue Erweiterung und der Johnston Street an einen Bordstein. Feuerwehrmann James H. Malone starb und Feuerwehrmann James Carrol wurde schwer verletzt, als sie bei dem Unfall vom Trittbrett des Feuerwehrwagens geschleudert wurden.


Dichter Rauch hüllte die gesamte Nachbarschaft ein. Martin's Kommandoposten vor dem Gebäude lag mittendrin, doch er behielt seine Position bei, während er die 63 Schläuche koordinierte, die von 16 Hochdruck-Hydranten und -pumpen heranverlegt worden waren. Zwei Wassertürme wurden mit in die Operation mit einbezogen und 28.000 Gallonen Wasser pro Minute wurden in das Gebäude gelenkt.


Um 04:30 am Nachmittag konnte Martin überzeugt werden, Doktor Harry M. Archer aufzusuchen. Smoky Joe mit verbranntem Gesicht und weggesengten Wimpern und Augenbrauen bekam seine entzündeten Augen vom Doktor bandagiert, der selber Platzwunden, Prellungen und eine Rauchvergiftung erlitten hatte. Martin leitete die Operation danach von einer Fensterbank aus, wo man ihn im Fenster eines Ladens auf der anderen Straßenseite platziert hatte, bevor er gegen 8:00 Uhr abends an seinen Posten zurückkehrte.


Wegen der im Gebäude aufbewahrten Güter, darunter Blitzpulver für Photographen, Whiskey sowie Tonnen von Gummi und Zeitungspapierrollen, widerstand das Feuer allen Löschversuchen. Dabei entwickelte es ein seltsames Eigenleben. Von Zeit zu Zeit gab es eine Eruption und Teile des Gebäudes, Backsteine, Fenster, Türen, Glass, die im Gebäude aufbewahrten Waren und  Flammen schossen hinauf in den Himmel. Aufgrund dieses ungewöhnlichen Verhaltens wurde das Feuer unter dem Spitznamen "Greenwich Village Volcano" bekannt.

Schließlich erklärte man um 06:15 Uhr am nächsten Morgen (19. Juli), dass sich das Feuer unter Kontrolle befinde. Wasser wurde immer noch auf die rauchenden Überreste gepumpt. Ermittlungen ergaben, dass Kisten voll mit Magnesiumpulver, die ohne ordnungsgemäße Genehmigung aufbewahrt wurden, für die Explosionen verantwortlich waren. Die Feuerwehrleute dachten, dass die aufsteigenden Funken, die sie beim Eintreffen gesehen hatten, auf Feuerwerkskörper zurückzuführen seien und löschten mit Wasser. Die Kombination von brennendem Magnesium mit Wasser indes verursachte eine äußerst heftige chemische Reaktion."

Für alle Chemieinteressierten ein Video, das die Reaktion von Magnesium und Wasser unter kontrollierten Bedingungen im Labor zeigt und danach ein zweites Video mit einer Reaktion unter nahezu unkontrollierten und damit vergleichbaren Bedingungen wie beim Brand in Greenwich Village.





"Die Brunst enzündete sich gegen Mitternacht erneut und es war der erneute Einsatz von vier Feuerwehrwagen erforderlich, um die Flammen niederzuschlagen. Um eine ohnehin schon schwierige Situation noch zu verkomplizieren, rannte ein geistig verwirrter Mann in das vom Feuer verwüstete Gebäude. Er erschien bald wieder in einem rauchgefüllten Fenster im dritten Stock. Deputy Chief Helm fragte nach Freiwilligen, um den Mann zu bergen. Die Feuerwehrmänner Sven Hanan, Thomas Ward und Lee Easop bahnten sich ihren Weg hinauf über die geschwärzten Treppen und schleppten dem Mann zurück auf die Straße, wo er körperlich fixiert und in das Bellevue Hospital gebracht wurde."

http://books.google.de/books?id=ubGf6Z15CiIC&pg=PA66&lpg=PA66&dq=%22Greenwich+Village+Volcano%22&source=bl&ots=Jh9X6_4Jzc&sig=lMgaFJ3Kbe-msaolrRyT1mA-nbg&hl=de&ei=aSS2S7m-N4aysAbCs-WpDg&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CAgQ6AEwADgK

Ein kurzer, aber mit zusätzlichen Informationen gespickter Artikel, findet sich in dem Buch "All Around the Town: Amazing Manhattan Facts and Curiosities" von Patrick Bunyan:

"247 West 12th Street: Manufacturers Transit Company - Dieses Gebäude, einst ein Lagerhaus für flammbare Chemikalien und Whiskey, explodierte am 18. Juli 1922. Das Feuer, das den Spitznamen "Greenwich Village Volcano" erhielt, rauchte und brannte vier Tage lang. 70 Menschen wurden verletzt und zweitausend Nachbarn mussten ihre Häuser evakuieren. In dem Gebäude befinden sich heute Eigentumswohnungen."

http://books.google.de/books?id=ZJfrHHEA7xQC&pg=PA156&lpg=PA156&dq=%22Manufacturers+Transit+Company%22&source=bl&ots=5c-RYOg_wk&sig=RO1yczLM3sDKQJkRI1DIJt0D8nI&hl=de&ei=WYK2S5CIMNrcsAaT2-DDDg&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=3&ved=0CBUQ6AEwAg


Dieses Foto des Schauplatzes in der Gegenwart stammt von der Seite "Jane Street History", auf der das Ereignis ebenfalls Erwähnung findet. 

Die drei dreistöckigen Backsteinhäuser im Vordergrund (Hausnummern 4, 6 und 8 Jane Street) wurden schon 1847 bebaut und sind noch weitestgehend erhalten geblieben. Nummer 8, das Haus rechts, wurde beim Feuer 1922 beschädigt. Das höhere Haus am rechten Bildrand ist jenes ehemalige Lagerhaus, das 1922 gebrannt hat. Zusätzliche Informationen über die Geschichte des Gebäudes werden gratis mitgeliefert:

"Hausnummer 10-14 An dieser Stelle befand sich ein sechsstöckiges Parkhaus, das sich durch den Block bis hin zur Hausnummer 247-261 an der West 12th Street ausdehnte (Sie wurde die "Castle Garage" genannt, war 1910 gebaut worden als ein Lagerhaus, um Papier, Gummiprodukte, Whiskey und Blitzpulver für Photographen aufzubewahren. Das Gebäude war vermutlich feuerbeständig, aber Terry Miller's Greenwich Village and How it Got That Way" (1990) beschreibt, wie es fünf Tage und Nächte lang gebrannt hat, mit Explosionen, als der Whiskey oder das Blitzpulver Feuer fingen. Das Parkhaus wurde durch Eigentumswohnungen ersetzt und die Jane-Street-Seite wurde geschlossen)"

Wer noch mehr Bilder und Informationen über die Jane Street erhalten möchte, sollte hier mal reinschauen:
http://wasm.us/janestreethistory.html

Und wer sich noch durch die zeitgenössischen Berichte der New York Times vom 19. Juli 1922 und vom 21. Juli 1922 buddeln möchte, kann das hier tun:

19. Juli -  HUNDREDS OVERCOME AT $1,000,000 BLAZE; TWO FIREMEN KILLED
http://query.nytimes.com/gst/abstract.html?res=9D0DE6DD1F3CE533A2575AC1A9619C946395D6CF

21. Juli - JANE STREET FIRE FLARES UP AGAIN
http://query.nytimes.com/gst/abstract.html?res=9F06E1DE1239EF3ABC4951DFB1668389639EDE

Zum Abschluss noch ein paar Bilder vom Ereignisort in der Gegenwart, gefertigt mit Google-Maps Streetview. Warum der den oberen Teil des Bildes immer unscharf macht, weiss ich nicht, das ist keine Absicht von mir.


Der Blick auf die Jane-Street-Seite war etwas schwierig, genau an dieser Stelle spinnt die Navigation ein klein wenig herum. Der sechsstöckige Backsteinbau in der Bildmitte ist das ehemalige Lagerhaus, welches 1922 gebrannt hat.


Auf der anderen Seite des Blocks die Front des heutigen Apartmenthauses an der West 12th Street. Und zum Abschluss noch die 12th Street mit dem Gebäude in der rechten Bildmitte.


Mir ist es bisher leider nicht gelungen, Originalbilder von dem spektakulären Lagerhausbrand zu finden, obwohl zumindest in Büchern Fotos vom Brand abgebildet sein sollen. Vielleicht hat ja einer von den Lesern die richtige Eingebung und ich kann noch einen Nachtrag liefern.

Samstag, Februar 21, 2009

New York City im Oktober 1970

Kapitel 154

Knapp 40 Jahre alt sind diese Aufnahmen, die im Oktober 1970 an unterschiedlichen Orten in New York City entstanden. Die Bilder stammen von Richard Friedman aus Oakland, Kalifornien.



New York City im März 1971

Kapitel 152

Drei Fotos von New York City, die im zeitlichen Umfeld meiner Geburt entstanden sind, möchte ich zum Abschluss noch teilen. Das obere Foto zeigt die Ecke 6th Ave / 4th Street in Greenwich Village, das mittlere den Eingang zur Carnegie Hall und das untere wurde im Central Park aufgenommen.

Quelle:

Freitag, Dezember 28, 2007

New Yorker Hochbahn 1878 und 1894

Kapitel 83
Natürlich gibt es auch schönere Bilder von der New Yorker Hochbahn (Elevated Railroad - El).
Zwei davon präsentiere ich hier.

Das obere Bild zeigt den ersten Zug auf der Gilbert elevated railroad bei der Durchfahrt durch die Sixth Avenue. Dieser Holzschnitt wurde in Frank Leslie's Illustrated Newspaper am 25.05.1878 veröffentlicht.


Ich mag dieses Bild sehr, weil im Hintergrund das damals gerade fertiggestellte "Jefferson Market Courthouse" zu sehen ist. Diesem faszinierenden Gebäude habe ich bereits früher ein eigenes Kapitel gewidmet:
http://nygeschichte.blogspot.com/2006/11/neuschwanstein-in-greenwich-village.html

Das untere Bild zeigt die berühmte Kurve der Hochbahn an der 110th Street auf einer Fotographie von J.S. Johnston aus dem Jahr 1894.

Link:
http://www.loc.gov/rr/print/list/picamer/paTrCity.html

Sonntag, November 05, 2006

Liquor Store

Kapitel 42

Auf eine 180jährige Geschichte blickt diese Kneipe mit dem Namen "Liquor Store" zurück, die sich in Greenwich Village an der Ecke West Broadway / White Street Broadway befindet. KARTE
Der Name verrät, dass das Haus, das hier 1825 errichtet wurde, in der Vergangenheit mal ein Geschäft war, in dem auch hochprozentiger Alkohol verkauft werden durfte.



Hier eine nähere Beschreibung dessen, was einen innen erwartet:
It lacks leather banquettes and attitude at the door, but this tiny tavern is quite an attraction. On any given night, the little wooden cocktail tables are packed with locals seeking refuge from haughtier drinking establishments nearby. The cordial bartenders serve up pints of beer and generous $8 martinis to an attractive after-work crowd that cozies up to the etched oak-and-brass bar during the week. On the weekends, a fashionable coterie packs the place to standing-room capacity, making it the busiest spot in the area—and leaving competitors' velvet ropes to do little more than swing in the wind. —T Sahara Coen

NACHTRAG: Möglicherweise ist das "Liquor Store" schon seit einigen Jahren geschlossen (2004). Entsprechende Hinweise finden sich auf der zweiten verlinkten Seite und auch auf weiteren Seiten im Netz.

NACHTRAG 2: Das "Liquor Store" ist ganz offensichtlich Geschichte. Ein Blick auf den Ort mit der Straßenansicht offenbart, das an der Ecke Broadway / White Street vor einiger Zeit neu gebaut wurde.


Größere Kartenansicht

Links:
http://www.nyc-architecture.com/GV/GV-058.htm

http://nymag.com/listings/bar/liquor_store_bar/

Mittwoch, November 01, 2006

Neuschwanstein in Greenwich Village

Kapitel 37


Im Westen von Greenwhich Village, an der "Avenue of the Americas" (6th Ave) Ecke 10th Street, befindet sich auf einem dreieckigen Grundstück ein Gebäude, welches nicht nur entfernt an das Märchenschloss von König Ludwig II von Bayern, "Neuschwanstein" erinnert: Die "Jefferson Market Library", eine öffentliche Bibliothek. KARTE

Das ursprüngliche Gebäude, das "Jefferson Market Courthouse", wurde in den Jahren 1874-1877 nach einem Entwurf der Architekten Frederick Clark Withers und Calvert Vaux errichtet.

Das rote Ziegelsteingebäude vereinigt eine ganze Sammlung von Stilen, inspiriert durch Dachgestaltung deutscher Schlösser und Details der venetianischen Gothik und Kennzeichen wie vielfach unterteilte Glasfenster und einen viereckigen Uhrenturm.

Ein einfacher hölzerner Feuerwachturm war das erste Gebäude an diesem Ort, der ungefährt 1833 im Zentrum der Markthallen am Jefferson Market errichtet wurde.


Später in den 1870ern wurde der Platz dann mit dem ungewöhnlichen Gerichtsgebäude (Courthouse) belegt, welches sich zusammen mit einem angrenzenden Gefängnis entlang der 10th Street erstreckte. Die alten Hallen vom Jefferson Market wurden 1883 durch ein neues Marktgebäude ersetzt.


1927 wiederum wurden das "neue" Marktgebäude und Gefängnis durch das "New York Women's House of Detention" ersetzt.


1974 wurde das "New York Women's House of Detention" wieder abgerissen und man richtete an der Stelle einen Gemeindepark mit dem Namen "Jefferson Market Greening" ein.

Das Jefferson Market Gerichtsgebäude wurde bis 1945 benutzt. Nachdem es einige Zeit leer gestanden hatte und schon für einen Abriss vorgesehen war, konnten Bewohner aus der Umgebung die Stadt überzeugen, das Gebäude als ein öffentliche Bibliothek weiterzuverwenden.

So sieht die Umgebung heute von oben aus:

Einen alternativen Blick aus der Fußgängerperspektive bietet die Straßenansicht von Google-Maps, die ich hier noch präsentieren möchte:


Größere Kartenansicht


Quellenlinks:
http://www.nyc-architecture.com/GV/GV028JeffersonMarketLibrary.htm
http://wotan.liu.edu/~amatsuuchi/historical_timeline.html
http://en.wikipedia.org/wiki/Jefferson_Market_Library