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Sonntag, September 25, 2011

Edisons Frankenstein

Und noch mal Edison. Vor zweieinhalb Jahren habe ich einen Beitrag zum Stummfilm "Frankenstein" aus dem Jahr 1910 verfasst, der in New York entstanden ist, schon bald nach seiner Premiere in Vergessenheit geriet und nach seiner Wiederentdeckung in den 1960ern lange als verschollen galt. Genauso interessant wie der Film selbst ist auch die Geschichte drumherum.
http://nygeschichte.blogspot.com/2009/03/frankenstein-1910.html

Der Autor Ralf Ramge, der indirekt und unwissentlich einen der wesentlichen Impulse für den Start dieses Blogs geliefert hat, ist seit einiger Zeit dabei, seine hervorragende Horrorfilm-Enzyklopädie "Das Dokument des Grauens" neu aufzulegen und zu überarbeiten. Dabei hat er in der neuen Version ein eigenes Kapitel zu dem Frankenstein-Film von 1910 hinzugefügt, das erfreulicherweise wieder direkt angesteuert werden kann, ohne dass man das ganze Buch herunterladen muss.

Wer das nahezu ultimative Informationspaket zu "Frankenstein" 1910 sucht, der wird bei Ralf Ramge mehr als fündig. Ich kann den Besuch dort nur empfehlen.
http://retro-park.ch/download/pdf/a4/Als%20der%20Horror%20laufen%20lernte%20-%2023.pdf

Samstag, April 30, 2011

80 Blocks from Tiffany's

Für alle, denen der vorausgegangene Beitrag über das New York der Siebziger gefallen hat, gibt es hier noch einen ausgiebigen Nachschlag. Es handelt sich um einen Dokumentarfilm aus dem Jahr 1979, der sich schwerpunktmäßig mit den Jugendbanden in der Südbronx befasst. Danke an Leser Chris für den interessanten Tipp. Eine weitere Gelegenheit, in ein New York zurückzukehren, das mehr als 30 Jahre in der Vergangenheit liegt.

"This 1979 documentary film focuses on gangs such as the savage skulls & nomads who occupied areas of the South Bronx. Perhaps even more compelling is considering that the backdrop and social conditions in this film are a 'far cry' from the lifestyle being promoted through disco music and film. Perhaps this answers questions to why many people took preference over the funk records which arguably pathed the way for Hip Hop culture."













TEIL 7 LEIDER OHNE TON


Freitag, Oktober 08, 2010

Greater New York (1931)


Zu dieser Aufnahme von 1931 kann man wohl Luftbild sagen. Eine schönen Abbildung der Stadt New York. Alle Stadtteile von New York sind dort verewigt. Im Vordergrund links Staten Island, dahinter vorne rechts Brooklyn, daran anschließend im fließenden Übergang Queens. In der linken Bildhälfte oben Manhattan und darüber etwas heller die Bronx. Ganz links die Stadt New Jersey. Im Vordergrund in der Bucht sind auch gut die drei bedeutenden Inseln Gouvernors Island (rechts vor Manhattan), Ellis Island (links und viereckig vor New Jersey und Bedloe's Island (heute Liberty Island, vor Ellis Island) zu erkennen. Im Hintergrund noch gut zu erkennen sind Blackwell's Island (heute Roosevelt Island) an der Seite von Manhattan und die Gefängnisinsel Rikers Island nördlich von Queens. In Manhattan fällt neben den Hochhäusern an der Südspitze noch der Central Park in der oberen Hälfte auf, der sich deutlich von der restlichen Stadt abhebt. In Brooklyn fallen im Vordergrund auch zwei Flächen auf, die sich vom Rest der Umgebung abheben. Bei der oberen dunkleren handelt es sich um den Prospect Park, bei der unteren und etwas helleren um den Green-Wood Cemetary auf dem höchsten Hügel in Brooklyn.

Sonntag, März 15, 2009

Frankenstein 1910

Kapitel 164

Auch das hier ist ein Teil der New Yorker Stadtgeschichte. Nachdem Edison zuerst seine Filme ab 1894 in der Black Maria in West Orange, New Jersey, hergestellt hatte (siehe auch Kapitel 71), war die Filmproduktion 1901 in ein gläsernes Dachgeschoss-Studio an der 21. Straße in Manhattan umgezogen. 1907 wurde dann eine weitere Produktionsstätte an der Kreuzung Decator Avenue / Oliver Place im Stadtteil Bronx eingerichtet.

So sieht es dort heute aus, von den Edison Studios ist nichts mehr zu erkennen (Blickwinkel ohne Gewähr). Edison verkaufte seine gesamte Filmproduktion einschließlich der Studios in der Bronx 1918 an die Lincoln & Parker Film Company of Massachusetts.


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Neben vielen anderen Filmen wurde in den Edison Studios in der Bronx auch die legendäre erste Verfilmung von Mary Shelley's Roman "Frankenstein" produziert. Shelley hatte den Roman 1817 geschrieben.

Unter der Regie von J. Searle Dawley entstand Anfang 1910 der rund 16minütige Stummfilm. Die Dreharbeiten dauerten drei Tage, Dr. Frankenstein wurde von Augustus Philips dargestellt, die Braut des Doktors von Mary Fuller und das Monster von Charles Ogle.
(Mary Fuller)

(Charles Ogle)
Über Jahrzehnte galt der Film als Lost Movie. 1963 fand man die Beschreibung der Handlung und einige Standbilder in einer Ausgabe eines Edison-Film-Katalogs vom 15.03.1910 (ja, heute vor 99 Jahren). Der Film blieb jedoch weiter verschollen. In den 1950ern hatte aber bereits ein Filmsammler aus Wisconsin namens Dettlaff eine Kopie des Films über Umwege erhalten, ohne sich jedoch tatsächlich darüber im Klaren zu sein, welche Rarität er da besaß. Der Film stammte ursprünglich aus dem Besitz der Großmutter seiner Ehefrau. Diese veranstaltete viele Jahre zuvor Aufführungen, bei denen sie sich als Indianerin verkleidete, tanzte und Filme vorführte, darunter den Indianerfilm "Hiawatha", aber auch "Frankenstein".

Erst als der Film gegen Ende der Siebziger öffentlich als einen der 10 kulturell und historisch bedeutsamsten verlorenen Filme eingestuft wurde, erinnerte er sich an seine Kopie. Trotz einiger Beschädigungen befand sich der Film in einem ansehbaren Zustand und verfügte auch noch über die vollständigen Zwischentitel und Einfärbungen wie 1910. Für die Allgemeinheit zugänglich wurde er aber erst in den früheren 2000ern. Die Dettlaff-Kopie scheint bis heute die einzige erhalten gebliebene Fassung zu sein.
So, genug erzählt, hier kann sich nun jeder selbst ein Bild machen von dem ersten Frankenstein-Film aus dem Jahr 1910:

Ich habe gerade festgestellt, dass der ursprünglich eingestellte Link nicht mehr funktioniert. Deshalb setzte ich hier gleich mal ein paar unterschiedliche Quellen ein in der Hoffnung, dass zumindest eine für länger erhalten bleibt. (Schaedel 25/08/2011)




Frankenstein (1910) from Gonzali Producciones on Vimeo.


Frankenstein (1910) - Thomas Edison von dreadcentral




Ralf Ramge hat bei der Überarbeitung seiner Horrorfilm-Enzyklopädie "Das Dokument des Grauens" mittlerweile auch ein hervorragendes Einzelkapitel über den Frankenstein (1910) hinzugefügt, das in der ursprünglichen Fassung so nicht enthalten war. Da jetzt auch wieder Einzelkapitel angesteuert werden können, kann ich den Besuch dort nur wärmstens empfehlen.
http://retro-park.ch/download/pdf/a4/Als%20der%20Horror%20laufen%20lernte%20-%2023.pdf

Quellenlinks:
http://en.wikipedia.org/wiki/Edison_Studios
http://www.filmbuffonline.com/Features/EdisonsFrankenstein1.htm
http://en.wikipedia.org/wiki/Mary_Fuller
http://en.wikipedia.org/wiki/Charles_Stanton_Ogle
http://www.aycyas.com/F1910.htm

Samstag, Januar 24, 2009

Starlight Park

Kapitel 141

Es muss ja nicht immer Coney Island sein. Per Zufall bin ich auf einen kleinen, in Vergessenheit geratenen Vergnügungspark im Norden New Yorks gestoßen, der dort von 1918 bis 1932 im Stadtteil Bronx die Besucher anzog. Der Starlight Park lag in der Nähe des West Farms Square am Bronx River. Zunächst nannte er sich "Exposition Park", weil auf dem Gelände von 1917 bis 1918 die "Bronx International Exposition of Science, Arts and Industries" (Internationale Ausstellung von Wissenschaft, Kunst und Industrie in der Bronx) stattgefunden hatte. Die Umbenennung erfolgte aber bereits kurz nach der Schließung der Ausstellung.


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Der Starlight Park bot an Attraktionen unter anderem Unterhaltung durch Feuerwerk, eine Achterbahn, ein Schwimmbecken und zahlreiche Spiele. Auf dem Gelände befand sich später auch das Heimatstadion des Fußballteams (Soccer) der New York Giants, in dem aber auch Boxkämpfe, Wrestling oder "Zwergen-Autorennen" (!) veranstaltet wurden. Das Stadion verfügte über 15.000 Sitzplätze und nannte sich "New York Coliseum" (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Gebäude am Columbus Circle) oder auch "Starlight Park Stadium". Das Stadion war zunächst 1926 für eine Ausstellung in Philadelphia errichtet wurden, wurde nach deren Ende aber abgebaut und 1928 an der Ecke 177th Street / Devoe Avenue in der Bronx neu aufgebaut.

Ab 1926 bot der Park kostenlose Opern-Musik-Veranstaltungen während des Sommers an und ermöglichte so auch einfachen Leuten Zugang zu dieser Form von Kultur zu erhalten. Zunächst wurden sie als Freiluftveranstaltungen durchgeführt, nach Errichtung des Starlight Park Stadiums fanden sie dort statt. Samstags abends wurde Big Band Jazz für Tänzer auf einer Open-Air-Tanzfläche geboten.

Eine weitere Attraktion während der gesamten Zeit, in der der Park bestand, war das U-Boot "USS Holland", eines der ersten U-Boote der United States Navy, gebaut 1897. Als es 1914 von der Navy außer Dienst gestellt wurde, folgte im Anschluss die Verwendung als Museumsschiff, zunächst in Philadelphia und Atlantic City und ab 1918 dann im Starlight Park, wo es bis 1930 ausgestellt wurde. Das Ende war unspektakulär, 1932 wurde das U-Boot zusammen mit sonstigen metallenen Überresten des Parks verschrottet.

Am 21. Mai 1922 fand ein Passagier bei einem Unfall mit der Achterbahn den Tod, 6 weitere Fahrgäste wurden schwer verletzt. Zunächst war ein Fahrgast während der Fahrt aus seinem Sitz aufgestanden und dann in einer Kurve aus dem Waggon geschleudert worden. Er stürzte aus 50 Fuß Höhe herunter und zog sich einen tödlichen Schädelbruch zu. Der Operator des Achterbahnzuges sah das Unglück und löste die Notfallbremsen aus. Weil aber die meisten Fahrgäste im Zug vermutlich durch das Unglück abgelenkt waren, rechneten sie nicht mit der Bremsung und wurden ebenfalls aus den Waggons geschleudert. Sie stürzten teilweise auf das Gerüst der Achterbahn, andere fielen ebenfalls die 50 Fuß in die Tiefe und zogen sich dabei schwere Verletzungen zu, sowohl Knochen- und Schädelbrüche als auch innere Verletzungen. Die einzigen 2 Passagiere, die unverletzt blieben, saßen in der hinteren Reihe des Zuges, einer davon der Operator.

1932 wurde der Park endgültig geschlossen und die Attraktionen demontiert. Vermutlich war die Konkurrenz aus dem Süden von Brooklyn einfach zu groß, als dass der kleine Park in der Bronx dauerhaft neben den großen Parks auf Coney Island hätte bestehen können. 1947 brannten noch einige erhalten bebliebene Überreste des Parks wie der hölzerne Badepavillon in einem Feuer nieder.

Wer die oben angebotene Karte auf Satellitenansicht umstellt, sieht, dass gut 75 Jahre nach der Schließung vom Park nichts mehr zu sehen ist. In den 1940ern befand sich dort wohl noch ein Fußballfeld und eine Tanzfläche. Heute ist die Umgebung durch Straßenbau und sonstige Gebäude bereits so stark verändert, dass man nur noch ahnen kann, wo sich der Park einst befunden hat.

Links:
http://www.shorpy.com/Starlight-Park-Bronx
http://www.shorpy.com/Starlight-Amusement-Park
http://en.wikipedia.org/wiki/Starlight_Park
http://en.wikipedia.org/wiki/USS_Holland_(SS-1)
http://query.nytimes.com/mem/archive-free/pdf?res=9504E1D61531EF33A25751C2A9639C946395D6CF