Donnerstag, August 16, 2012

Haldern 2012

Festival ist so gut wie vorüber, was bleibt ist der alljährliche Haldern Blues, der sich immer anschließt. Deshalb gibts noch einen kleinen Beitrag von mir dazu, ich kann noch nicht ganz loslassen. Aber ab dem nächsten Beitrag geht es dann wieder zurück an den Hudson River. Versprochen.

Eine gute Zusammenfassung von dem, was sich am letzten Wochenende ereignet hat, bietet dieser kleine Film von der Musikzeitschrift Intro, die dem deutschen Musiker Stefan Honig beim diesjährigen Festival mit der Kamera über das Gelände gefolgt ist und dabei ein paar schöne Momentaufnahmen eingefangen hat.

Montag, August 06, 2012

Haldern Pop Festival 2012




Am kommenden Wochenende muss das Programm hier im Blog leider pausieren, denn wie in den vergangenen Jahren werde ich auch dieses Jahr wieder hinter den Kulissen des Haldern Pop Festivals mitwirken, so wie 250 andere Helfer auch.




Ab Donnerstag werden die Rindviecher rund ums Dorf wieder liebevoll geschmückt, um Gäste aus halb Europa und Musiker aus der ganzen Welt zu empfangen, entsprechend dem Mottoklassiker "Catch the spirit of freedom and landluft".
http://www.haldern-pop.de/




Haldern Pop Festival 2012 Trailer - No. 2 from haldern pop televisions on Vimeo.

Austria, Arctic, Pacific, Lyonnais and Tempest



Nachdem ich in den letzten Beiträgen verstärkt auf die Gegenwart von New York City geblickt habe, ist jetzt mal wieder die Vergangenheit dran. Wobei New York hier nur eine Nebenrolle spielt. Wir reisen zurück in die 1850er und blicken exemplarisch auf einige Schiffsunglücke, die sich in diesem Jahrzehnt auf der Fahrt zwischen dem Alten Europa und der neuen Welt ereignet haben.

Auch wenn Überseereisende Mitte des 19. Jahrhunderts schon mit dampfgetriebenen Passagierschiffen den Ozean überqueren konnten, so war eine Atlantiküberfahrt damals noch eine nicht ganz ungefährliche Angelegenheit. Das eine oder andere Schiff geriet in Seenot sank während schwerer Stürme oder nach einer Kollision. Andere Schiffe verließen auch einfach nur den Hafen und kamen niemals am Ziel an, sondern verschwanden unterwegs spurlos.

Austria (Juni 1857-September 1858)




Die Austria wurde 1857 in Schottland gebaut und zunächst als Truppentransporter eingesetzt. Im Mai 1858 wurde das Schiff durch die deutsche HAPAG übernommen und für Überseefahrten auf der Strecke Hamburg - New York eingesetzt. Auf einer Fahrt von Hamburg nach New York, die vom 01.09.1858 bis zum 18.09.1858 dauern sollte, ereignete sich am 13.09.1858 ein schweres Unglück. Beim vorschriftsmäßigen Desinfizieren / Ausräuchern der unteren Decks mit einem Bottich Teer und einer rotglühenden Kette geriet das Schiff versehentlich in Brand. Bei dem Unglück starben 456 Passagiere und Besatzungsmitglieder, nur 85 Menschen konnten gerettet werden.

Einzelheiten über das Ende der "Austria" kann man hier nachlesen:

Die nachfolgenden Bilder des Unglücks und das zu Beginn des Beitrags gezeigte Gemälde wurden mit der Google Bildersuche aufgespürt:






Die "Collins Line"




1847 gründete der amerikanische Geschäftsmann Edward Knight Collins eine Reederei, die die Monopolstellung der englischen "Cunard Line" auf der Transatlantikroute von England nach New York beenden sollte. Die "Collins Line" verfügte über vier Segeldampfer, die 1849 und 1850 gebaut worden waren: die "Atlantic", die "Pacific", die "Baltic" und die "Arctic". 1857 wurde die Flotte noch um ein fünftes Schiff, die "Adriatic" ergänzt. Bauen ließ Collins seine Schiffe in der Werft von William Brown und Jacob Bell in New York. Sein großer Verdienst lag darin, dass er erstmalig die Passagierschiffe nicht wie Frachtschiffe, sondern wie eine Art Hotel gestaltete, um die Reise nach Übersee so komfortabel wie möglich zu gestalten. Die Geschichte der Collins Line endete bereits in den Jahren 1857 / 1858.


Arctic (Oktober 1850 - September 1854)



In Auftrag gegeben wurde die Arctic 1849 durch die "New York & Liverpool United States Mail Steamship Company", alternativ "Collins Line" genannt. Sie lief im Januar 1850 vom Stapel und wurde im Oktober 1850 in Betrieb genommen. Sie verkehrte zwischen New York und Liverpool. Mit der schnellsten Überfahrt in 9 Tagen, 17 Stunden und 15 Minuten gewann sie im Februar 1852 das blaue Band für die schnellste Überfahrt zwischen Nordamerika und Europa mit Ostkurs und konnte diesen Rekord 4 Jahre halten.

Am 21. September 1854 legte die Arctic in Liverpool zu einer erneuten Überfahrt ab und stieß am 27. September vor der Küste Neufundlands im dichten Nebel mit dem französischen Dampfschiff "Vesta" zusammen. Obwohl die Arctic das bedeutend größere Schiff der beiden war, bedingte die Bauweise überwiegend auf Holzbasis, dass der Segeldampfer die größeren Schäden bei der Kollision davontrug, die schließlich zum Untergang des Schiffes führten. Ungefähr 350 Besatzungsmitglieder und Passagiere kamen bei dem Unglück ums Leben, nur 32 Menschen konnten gerettet werden, darunter der Kapitän.

Die New York Times vom 12. Oktober 1854 berichtete sehr ausführlich über "The Loss of the Arctic":





Pacific (Mai 1850 bis Januar 1856)


Der Stapellauf der Pacific fand bereits im Februar 1849 statt, die Jungfernfahrt von New York nach Liverpool aber erst im Mai 1850. Im September 1850 errang die Pacific das "Blaue Band" auf der Strecke von Liverpool nach New York.

Nach gut fünf Jahren in Betrieb und einem Werftaufenthalt 1854, um sie nach dem Untergang des Schwesternschiffs Arctic sicherer zu machen, endete die Geschichte Anfang 1856. Auf einer Fahrt von Liverpool nach New York ab dem 23.01.1856 verschwand die Pacific, wahrscheinlich, ohne noch eine weitere Spur zu hinterlassen. An Bord waren zwischen 200 und 240 Menschen. Als Ursachen werden ein Feuer, eine Explosion, vielleicht aber auch eine Kollision mit Eisbergen vermutet, die 1856 zahlreiche Schiffsuntergänge verursachten.



Die deutsche Wikipedia über die Pacific:

Die New York Times vom 21.03.1856 über "The Search for the Pacific"


Doch die Pacific ist nicht das einzige Schiff, dass in den 1850ern auf der Transatlantikroute spurlos verschwindet. Ein ähnliches Schicksal ereilte die "City of Glasgow" 1854 auf dem Weg von Liverpool nach Philadelphia oder die


Tempest (April 1855 bis Februar 1857)




Die Tempest war für die Anchor Line zunächst noch als Segelschiff gebaut worden und wurde 1856 zum Dampfschiff umgerüstet. Sie unternahm zwischen Oktober 1856 und Februar 1857 insgesamt drei Reisen zwischen Glasgow und New York. Zweimal fuhr sie von erfolgreich von Glasgow nach New York und einmal erfolgreich zurück. Am 13. Februar 1857 (vielleicht auch 26. Februar 1857) legte die Tempest zu ihrer vierten Überfahrt in New York ab und ward nicht mehr wiedergesehen. An Bord waren etwa 150 Menschen. Möglicherweise ging das Schiff in einem schweren Atlantiksturm unter.



Lyonnais (1856 - November 1856)




Das letzte Schiff, auf das wir in diesem Beitrag blicken, ist der französische Dreimaster mit dem Namen "Lyonnais", der im Jahr 1856 in Betrieb genommen wurde und die Route zwischen Le Havre und New York befuhr. Am Samstag, dem 01. November 1856 legte die Lyonnais in New York mit 146 Menschen an Bord zur Rückfahrt nach Frankreich ab.

In der Nähe der Insel Nantucket vor der Küste von Massachusetts kollidierte die Lyonnais am 02. November mit der amerikanischen Bark "Adriatic". Trotz eines verzweifelten gemeinsamen Kampfes von Besatzung und Passagieren gelang es nicht, den Untergang des Schiffes zu verhindern, das am 03. November schließlich sank. Obwohl alle Menschen das Schiff noch mit Rettungsbooten und einem Floß verließen, überlebten nur 16 den Untergang, das Floß ging unter und die Boote der übrigen wurden nie gefunden.


Die New York Times berichtete am 15. November 1856 und am 24. Dezember 1856 über das Unglück:
http://query.nytimes.com/mem/archive-free/pdf?res=9807E3DB1039E134BC4D52DFB767838D649FDE

http://query.nytimes.com/mem/archive-free/pdf?_r=1&res=9503E0D81039E134BC4C51DFB467838D649FDE




Sonntag, August 05, 2012

Alex McLean - Up on the roof



Und wieder lande ich in der Gegenwart von New York City. Dieses Mal schauen wir auf die Arbeit des Fotografen Alex Mc Lean, der New Yorker Gebäude von oben fotografiert, allerdings mit dem Ziel, das einzufangen, was der Mensch auf Bürgersteigniveau nicht zu sehen bekommen.
http://www.rp-online.de/kultur/buch/bildband-zeigt-new-yorks-geheime-daecher-1.2929165


und
http://blogs.wsj.com/photojournal/2012/05/18/new-york-photos-of-the-week-may-12th-may-18th/
http://www.slate.com/articles/arts/books/2012/05/new_york_city_rooftops_alex_maclean_photos_.html


Soho House New York, Meatpeacking District, Manhattan



 Mill Building, Williamsburg, Brooklyn



The Visionaire, 70 Little West Street, Battery Park City, Manhattan




 5pointz Aerosol Art Center, Long Island City, Brooklyn



77 Water Street, Financial district, Manhattan



122 Fifth Avenue, Flatiron District, Manhattan



Arts Building, Chelsea, Manhattan



Brooklyn Grange, Long Island City, Brooklyn


 
Kent Avenue Apartments, Williamsburg, Brooklyn



Museum of Modern Art, Midtown, Manhattan



230 5th Ave, Chelsea, Manhattan



534 W 30th St, Chelsea, Manhattan



601 W 112th St, Morningside Heights, Manhattan







Soho House New York, 29-35 9th Ave, Meatpacking District, Manhattan



Windsor Tower, 5 Tudor City Pl, Murray Hill, Manhattan



Die deutsche Ausgabe von Alex McLeans "Up on the roof" sieht übrigens so aus und trägt den Titel: "Über den Dächern von New York":


Über Alex McLean:
http://de.wikipedia.org/wiki/Alex_MacLean

Und ruhig mal bei Google mit dem Namen auf Bildersuche gehen, da kommt eine Menge interessantes Bildmaterial zum Vorschein.


Samstag, August 04, 2012

Man on a Ledge (2012)



In das New York der Quasi-Gegenwart führt uns der folgende Film. Beim Stöbern im Saturn des Vertrauens bin ich Anfang der gerade endenden Woche auf die DVD "Ein riskanter Plan" gestoßen. Wir haben hier weder einen Oscar-Kandidaten noch ein Meisterwerk. Aber ich bin der Meinung, dass dieser Film für Fans der Stadt New York auf jeden Fall sehenswert ist. Denn New York spielt hier nicht nur eine unbedeutende Nebenrolle, quasi als spektakuläre Kulisse, sondern ist über weiter Teile des Films präsent. Hier kann sich jeder schon mal einen ersten Eindruck verschaffen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ein_riskanter_Plan
http://onthesetofnewyork.com/manonaledge.html





Sonntag, Juli 29, 2012

FAZ Reisehörbuch New York

Werbung hat eigentlich nichts bei NYHG zu suchen. Aber in diesem Fall mache ich mal eine Ausnahme. Da hat mir die FAZ doch tatsächlich eine Pressemitteilung geschickt. Nett von der FAZ. Also - ich könnte mir vorstellen, dass das New York - Reisehörbuch vielleicht den einen oder anderen Blogleser interessieren könnte. Wer mal ein Ohr riskieren möchte, folgt dem Link:
http://verlag2.faz.net/IN/INtemplates/faznet/default.asp?tpl=common/product.asp&doc=%7BB0D56138-6572-4100-87FA-F024E3274D5B%7D&rub=%7B8D484202-9A34-4576-BA4F-204E5D6EC5F0%7D


F.A.Z. mit neuem "New York"-Reise-Hörbuch.
Bereits vor zehntausend Jahren bevölkerten Lenape-Indianer das heutige Stadtgebiet von New York. Spätestens seit dem Eintreffen europäischer Siedler ist dieser Lebensraum vielfältigen Veränderungen und Entwicklungen unterworfen, die bis heute fortdauern. Das neue F.A.Z.-Reise-Hörbuch "New York. Kultureller Reichtum "reizvolle Perspektiven" beschäftigt sich mit dem Zauber der multikulturellen Metropole.
Upper West Side, Wall Street, Ground Zero, die frühen Hip-Hop-Schauplätze in Harlem und in der Bronx, ein altehrwürdiges YMCA am Central Park, dies sind einige Stationen der Städtetour, zu der "New York. Kultureller Reichtum - reizvolle Perspektiven" einlädt. Für diese Produktion hat das F.A.Z.-Archiv informative Berichte und kuriose Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart über die mannigfaltigen New Yorker Stadtviertel und ihre Bewohner zusammengetragen, die den unverwechselbaren Charakter New Yorks wiedergeben.
Dem Hörer begegnen nicht nur die geschichtsträchtigen Orte, sondern auch die unterschiedlichsten Menschen, die in New York leben: Adrenalinjunkies auf ihren Fixed Bikes, Kirchenmänner und Polizisten, die den Gewaltverbrechen in Brooklyn beikommen wollen, in die Jahre gekommene Rap-Helden, Künstler und Musiker, Friseure und Imbissbudenbesitzer.
Berichte aus dem modernen New York, verwoben mit Anekdoten vergangener Tage, lassen ein lebendiges Bild der Weltstadt entstehen und zeigen den außergewöhnlichen Reiz, zu dem die ethnische und kulturelle Vielfalt der Stadt geführt hat.

Ansonia Apartments 1904



Bei Shorpy wurde aktuell dieses Bild vom Ansonia eingestellt, dem "Hochzeitskuchen" an der Ecke Broadway / 73rd Street, dem wir hier vor längerer Zeit schon einmal ein Kapitel gegönnt haben. Wer Shorpy kennt, folgt auch mal dem Link zum Original, denn nur dort offenbart sich die wahre Größe des photographischen Bilddokuments.

Hier ist noch der Link zum alten Beitrag von 2009 über das Ansonia, der ich mit dem gleichen Foto eingeleitet habe, allerdings nicht in derselben Auflösung.