Samstag, Dezember 14, 2013

Five Boroughs - Building Age NYC - Part 4




Ich habe gerade Lust, mich mal wieder auf die Suche nach alten, noch erhaltenen historischen New Yorker Gebäuden zu begeben. Eine gute Gelegenheit also, der kleinen Serie "Five Boroughs - Building Age NYC" einen weiteren Teil hinzuzufügen.


Die ersten drei Teile findest Du hier:
http://nygeschichte.blogspot.de/2013/09/five-boroughs-building-age-nyc.html
http://nygeschichte.blogspot.de/2013/09/five-boroughs-building-age-nyc-part-2.html
http://nygeschichte.blogspot.de/2013/10/five-boroughs-building-age-nyc-part-3.html


Der Link zu der verwendeten Karte ist dieser hier: http://bdon.org/2013/09/12/building-age-nyc/

Auf besonders alte Gebäude weisen dort die Farben rot, pink und violett hin.




Beim letzten Mal haben wir uns drei Gebäude angesehen, die alle westlich der 6th Avenue, aber in räumlicher Nähe von Greenwich Village und dem Washington Square zu finden sind. Östlich davon sehe ich noch weitere Gebäude in den interessanten Farben, weshalb ich vorschlage, dass wir unsere Aufmerksamkeit mal dorthin verlagern.



Dieses Gebäude in der Nähe der 6th Avenue, auch Avenue of the Americas genannt, soll das erste Ziel sein. 



Die Gebäudeinformation verrät folgendes: 198 Avenue of the Americas, Year: 1800

Das würde bedeuten, dass es auf die Suche nach einem Haus geht, das schon seit ca. 210 Jahren in Manhattan steht. Dann schauen wir mal. Erste Station NYCityMap, um die Gebäudeinformation nochmal zu bestätigen.



Das Entstehungsjahr 1800 ist also geschätzt (estimated), es besteht eine Mischnutzung des Gebäudes, unten dürfte - wie so oft - ein Geschäftslokal untergebracht sein, darüber Wohnungen. 

Zeit sich in die Lüfte zu erheben und aus der Dompfaff-Perspektive hinabzublicken. Das gesuchte Gebäude am "Father Fagan Park" ist das dritte von oben:

google maps


Ich kippe das ganze mal nach hinten. Zuerst wird der Dompfaff ganz weit hinauf in die Luft gescheucht, damit wir sehen können, wo in Manhattan wir uns eigentlich befinden:



Dann geht es wieder hinunter in den Luftraum über dem Father Fagan Park. Dank der höheren Häuser in unmittelbarer Umgebung ist von unserem Haus hier nichts zu sehen. 



Ich drehe mal um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn. Wenn es Winter wäre, könnte man das Haus wahrscheinlich sehen, aber so ist das Grünzeug vom Park im Weg. Also runter mit dem Dompfaff und weiter zu Fuß mit dem Google Street View. 



Na das ist ja schon mal praktisch. Als der Street View - Wagen am Father Fagan Park vorbeigerauscht ist, war Winter und kein Laub an den Parkbäumen. Kommt uns entgegen:



Unser Gebäude ist das dritte von "oben" her gezählt. Also jenes dreieinhalbstöckige mit der rotbraunen Fassade:




Hmm - irgendwie ist mir das soeben vollmundig angekündigte Geschäftslokal abhanden gekommen. Es sieht so aus, als ob man das da unten im Keller neben dem Eingang suchen muss. Rein interessehalber habe ich mal nachgesehen, wann das blaue Haus neben links entstanden sein soll. Hier ist das Baujahr mit 1900 angegeben, es liegen also vermutlich hundert Jahre zwischen blau und braunrot. Der größere Kasten rechts von unserem Haus ist auf das Jahr 1925 datiert. 

Wenn man mit "198 6th Avenue" auf die Suche geht, finden sich auch noch ein paar Innenansichten des Gebäudeklassikers. Wie zum Beispiel hier, wo das Baujahr mit 1830 angegeben wurde. Dann war das wohl nichts mit 200 Jahren. Aber mehr als 180 Jahre ist ja auch noch eine Hausnummer.










Allzuviel Platz darf man in diesem alten Haus nicht erwarten, aber erfreulicherweise wird die Mietbereitschaft zumindest mit einer sympatischen Dachterrasse belohnt. Fragt sich allerdings, ob man die für sich alleine hat oder mit den anderen Hausbewohnern teilen muss...

Ich hatte gehofft, noch einen Hinweis auf das Geschäftslokal im Gebäude zu finden, lasse es jetzt aber mal sein mit der Sucherei und ziehe stattdessen ein Häuschen weiter. Das hier soll unser nächstes Ziel sein:



Gebäudeinformation sagt folgendes: 74 Mac Dougal Street, Year: 1800

Na, das hatte ich mir schon fast gedacht, dass 1800 wieder ein geschätztes Baujahr ist. Ansonsten gibt es vier Stockwerke und ein Mehrfamilienhaus. 



Zeit, den Dompfaff wieder loszuschicken. Die Bilder, die der aber aus dem Luftraum über NoHo (North Houston Street) funkt, decken sich irgendwie nicht so ganz mit der Karte. 



Na , möglicherweise habe ich den Pfeil auf das falsche Gebäude gerichtet, wahrscheinlich ist das dieses hier: 



Ich kippe den Vogel mal um ein paar Grad nach hinten, mal schauen, was es dann zu sehen gibt.



Naja, das ist noch nicht allzu viel. Dann nochmal 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn. Da wo der Pfeil hinzeigt, könnte das gesuchte Haus sein.



Runter mit dem Dompfaff und ab auf die Straße:



Ich glaube, ich habe mit meinen Mutmaßungen noch immer knapp daneben gelegen, der Pfeil steht auf dem zweistöckigen roten Haus, vierstöckiges Mehrfamilienhaus findet man erst weiter dahinten, wo die Fassadenfarbe grau ist.



Also irgendwie irritiert mich das jetzt schon ein wenig, dass die alle von der Fassade her gleich aufgezogen sind, obwohl das Haus in der Bildmitte rechts in dunkler grau älter sein soll. Aber an der grünen Tür unten steht die Hausnummer 74, das ist also das Gebäude, das wir suchen.



Also, die Hausnummer 76 (hell grau) wird auf 1899 geschätzt, ebenso die Nummer 78 (rotbraun) und auch die Nummer 80 (dunkelbraun). Wahrscheinlich hat man damals um 1899, als die übrigen Nachbarn errichtet wurden, das alte Haus an das Design angepasst (oder die neuen Nachbarn an den alten Kasten). 

Wenn man sich das hier ansieht, dann scheint es fraglich zu sein, ob unser gesuchtes Haus tatsächlich schon aus dem frühen 19. Jahrhundert stammt. Demnach ist als Entstehungsjahr eher die Zeit um 1844 anzunehmen.



Bob Dylan hat ein paar Jahre (1970-1973) in einem der Häuser etwas weiter die Straße hoch gewohnt.

Innenansichten von 74 Mac Dougal Street habe ich nicht finden können, da scheinen im Moment alle Bewohner zufrieden zu sein.

Bevor ich zum nächsten Haus weiterziehe, noch ein ganz kleiner Exkurs. Wir gehen mal kurz von unserem Zielobjekt die Straße hinunter zur Houston Street, dann einen Block in Richtung Osten bis zur Ecke "Sullivan Street / Houston Street". 



Dort landet man bei einer kleinen Erdgeschossbar, schön duster und nicht ganz so piekfein, wo ich mit meiner Reisegruppe anno 2006 mal richtig herrlich versackt bin. 2010 wurde der Laden leider renoviert und war nicht zugänglich, aber es scheint so, als ob er bis heute erhalten geblieben ist. 



Hmm - es scheint mir so, als ob da jetzt eine Bar-Restaurant-Kombination in der Hausnummer 128 West Houston Street zu finden ist. Auf jeden Fall sieht es dort jetzt feiner aus als damals vor sieben Jahren, als wir dort waren.



Traditionell steuere ich ja immer drei Häuser an, also auch heute. Nummer drei suche ich noch etwas weiter nördlich als bisher im West Village:


Na, da scheine ich mir zum Abschluss ja noch ein interessantes Exemplar ausgewählt zu haben. 

Folgende Gebäudeinformation: 14 Leroy Street, Year: 1798

Und wieder haben wir es mit einem vierstöckigen Mehrfamilienhaus zu tun, so wie es aussieht:



Mal sehen, was der Blick des Dompfaffs so einfängt. Also, wenn ich das Kartenmaterial richtig interpretiere, müsste hier das gesuchte Haus Nummer 14 Leroy Street sein:



Ok, dann wird mal wieder gekippt. 




Die Rückseite kennen wir schon, dann wird die Stadt mal eben um 180 Grad gedreht und dann können wir auch die Vorderfront unseres Hauses an der Leroy Street sehen.



Und ein letztes Mal lässt sich der Dompfaff auf dem Pflaster nieder, um vom Birdseye- in den Street View überzugehen. Und wir sehen, dass die Leroy Street ein ganz schön schmales Pflaster ist. 



An dem rotbraunen Haus steht die Hausnummer 12, also ist unser Klassiker das Haus mit dem grauen Anstrich, auch wenn ich jetzt keine 14 finden konnte.





12 Leroy Street, das rotbraune Haus links vom Zielobjekt soll 1899 gebaut worden sein. Dasselbe gilt auch für 18 Leroy Street, das beige Haus rechts. 

Hier gibt es auch wieder ein paar Innenansichten. Leider verrät die nachfolgende Quelle nichts über das Alter des Hauses, in dem die Wohnung angeboten wird.

Mit solchen Fotos macht man aber schon Appetit auf diese Wohngegend, das sieht deutlich sympathischer aus als im Street View:




Zunächst diese beiden Bilder, jetzt gehen wir aber hinein in 14 Leroy Street in Wohnung Nummer 4, die zeichnen ein etwas düstereres Bild:









Ein anderes Bild zeichnet die nachfolgende Quelle, die mit den anfangs gezeigten Bildern übereinstimmt, hier scheint die Wohneinheit aber auch über zwei Etagen zu gehen. Das Jahr 1798 wird hier nicht bestätigt, streeteasy ist da auch etwas uneinheitlich aufgestellt, einmal ist die Rede von 1835, ein anderes Mal von 1910. Ich schlage vor, wir schauen uns erst nochmal die Bilder an und gehen dann auf die Suche nach weiteren Informationen zur Entstehung des Gebäudes.
http://streeteasy.com/nyc/sale/880760-multi-14-leroy-street-west-village-new-york










Nachtrag:

Ich habe in der Hektik gestern abend vergessen, neben den Fotos auch die Grundrisse des Gebäudes hochzuladen, die sogenannten Floor Plans. Was ich jetzt hiermit nachhole:





Nachtrag Ende.

Diese Quellen hier geben als Entstehungsjahr für 14 Leroy Street auch erst 1835 an:
http://ny.curbed.com/archives/2013/07/24/10_of_the_oldest_houses_on_the_market_in_nyc_right_now.php#518293b5f92ea176c100bf7e
http://www.corcoran.com/nyc/Listings/Display/2592154
http://www.trulia.com/property/3118188440-14-Leroy-St-New-York-NY-10014

Der Schauspieler Will Smith hat mal für kurze Zeit gegenüber auf der anderen Straßenseite in 13 Leroy Street gewohnt. Die eher idyllische Gasse scheint auch häufiger mal als Kulisse für Dreharbeiten genutzt zu werden. 
http://www.nysonglines.com/leroy.htm


Hier steht nochmal, dass 14 Leroy Street 1835 zunächst als zweieinhalbstöckiges Stadthaus errichtet und dann später im Jahr 1872 auf volle drei Stockwerke aufgestockt wurde. 
http://wikimapia.org/27665549/14-Leroy-Street

Zum Abschluss noch ein Beitrag aus Forgotton-NY, denn auch Kevin Walsh hat schon mal die Leroy Street besucht:
http://forgotten-ny.com/2012/12/leroy-street-greenwich-village/



Times Square after Rain 1944



Und wieder ein Fundstück aus einer Online-Gallerie bei Facebook. Diese schöne Aufnahme, die den Times Square vor fast 70 Jahren in Farbe nach einem Regenguss zeigt, habe ich heute hier entdeckt:
https://www.facebook.com/TheOldNewYorkPage?ref=stream

Nachschlag gefällig?

Zum "Lower Manhattan - Ann Street / Broadway Time Stream" kann ich noch einen Nachschlag anbieten. Ich hatte noch einen sehr wichtigen Link vergessen und dann gibt es noch umfangreiches ergänzendes Textmaterial in englischer Sprache aus der privaten Datenbank eines Bloglesers. 
http://nygeschichte.blogspot.de/2013/12/lower-manhattan-ann-street-broadway.html

Dienstag, Dezember 10, 2013

Once upon a time in America



Es war einmal in Amerika, dieses späte Meisterwerk von Sergio Leone aus dem Jahr 1984 hat sicherlich einen Platz ganz weit oben auf der Liste der besten Spielfilme, deren Handlung in New York stattfindet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Es_war_einmal_in_Amerika#Filmmusik


Ich wollte aber jetzt das Augenmerk gar nicht auf den Film richten, sondern stattdessen nur kurz die ebenfalls herausragende Filmmusik einbetten, die wie so oft bei Leone von Ennio Morricone komponiert wurde. Die alleine reicht schon aus, um vor dem inneren Auge einen guten Film ablaufen zu lassen. Also Lautstärke hoch oder Kopfhörer auf oder beides und genießen.





The secret tunnel between NYH and Penn

New Yorker Hotel at Night from Penn Station while it was raining, January 2 1930, from the collection of the museum of the city of New York


Nur einen klitzekleinen Beitrag will ich heute hinterlassen, über einen nicht mehr genutzten Tunnel im Untergrund von Midtown Manhattan. Den Link hatte ich mir wohl schon vor einigen Jahren gespeichert, bin aber jetzt erst wieder beim Aufräumen da drauf gestoßen.

Das "New Yorker Hotel" findet man seit 1930 an der Eight Avenue auf dem Block zwischen 34th and 35th Street an der Hausnummer 481 Eight Avenue.
http://en.wikipedia.org/wiki/New_Yorker_Hotel


 8th Avenue and 34th Street - Hotel New Yorker general view, 4-15-1930, from the collection of the museum of the city of New York


Nur einen Kugelstoß entfernt liegt ein wichtiger New Yorker Bahnhof, die Pennsylvania Station, heute nur noch unterirdisch, 1930 auch überirdisch mit einem monumentalen Prachtbau vertreten.





Auf diesem Luftbild von 1951 können wir uns räumlich orientieren, das New Yorker Hotel liegt an der Kreuzung 8th Avenue (blau) und 34th Street (rot) und ist damit nur einen Block von der Pennsylvania Station entfernt, deren hotelnächster Gebäudeabschnitt an die Ecke 8th Avenue und 33rd Street stößt. 



Natürlich war es ein nicht zu unterschätzender Service, wenn die Gäste nach ihrer Ankunft das nahe gelegene Hotel erreichen konnten, ohne dabei den wechselhaften Witterungseinflüssen wie Kälte, Nässe, Wind oder auch Hitze ausgesetzt zu sein. Und genau das wurde durch den Bau eines Tunnels zwischen dem New Yorker Hotel und der Pennsylvania Station ermöglicht. 

Wo genau der Tunnel verläuft, kann ich nur raten, es gibt da verschiedene Möglichkeiten, aber der Spielraum im New Yorker Untergrund dürfte hier nicht allzu groß sein, denn da gibt es im direkten Umfeld ja noch Eisenbahntunnel, U-Bahn-Tunnel, und und und...



Und hier sehen wir nun ein Foto des Tunnels, der heute aber nicht mehr in Betrieb ist, sondern von dem Hotel wohl als Abstellfläche genutzt wird. Die zweckmäßige Ornamentierung mit Fliesen ist aber immer noch gut zu erkennen. Und die Ausgestaltung der meisten öffentlichen Tunnel in New York ist ja ohnehin eher schlicht. 



In einer alten Broschüre des New Yorker Hotels findet man den Tunnel auch zweimal erwähnt:
http://madelinesmemories-ann.blogspot.de/2012/03/1939-worlds-fair-photos-and-hotel-new.html










Angeblich sind Sicherheitsgründe ausschlaggebend dafür, dass der Tunnel nicht wieder in Betrieb genommen wird. Ich kann die Informationen nicht ganz genau trennen, aber es scheint so, dass der Tunnel seit der vorübergehenden Schließung des Hotels im Jahr 1972 nicht mehr genutzt wird. 

Dieser vom Hotel selbst auf seiner Facebook-Seite initierte Beitrag und die daraus resultierende Kommunikation lassen eigentlich keinen Zweifel daran, dass der Tunnel wohl nicht mehr in Betrieb genommen wird:





Mehr Infos über das New Yorker Hotel (und den Tunnel):
http://nyc-architecture.com/MID/MID129.htm
http://blogs.villagevoice.com/runninscared/2008/08/amnewyorks_urba.php
http://www.newyorkerhotel.com/directions
http://www.amny.com/urbanite-1.812039/gotham-s-gems-the-secrets-of-the-new-yorker-hotel-1.1106234
http://www.nytimes.com/2007/11/18/nyregion/thecity/18new.html?_r=0

Zum Abschluss habe ich noch eine alte Speisekarte aus dem New Yorker Hotel vom 5. Mai 1937, gefunden in der NYPL Digital Gallery. Mahlzeit!



NYPL Digital Gallery



Sonntag, Dezember 08, 2013

Xenia Rubinos


Kaum hatte ich am heutigen Sonntagabend den Beitrag über die Veränderungen an der Ecke Ann Street / Broadway fertiggestellt, bin ich im Anschluss unerwartet nochmal mit der Stadt New York konfrontiert worden. Denn die Künstlerin "Xenia Rubinos" aus Brooklyn hatte sich zu einem Konzert in der Haldern Pop Bar in meinem kleinen gemütlichen Heimatdorf am Niederrhein eingefunden.
http://blog.hamburg-internet.de/nachtasyl-hamburg-xenia-rubinos-live-aus-usa/

Was da geboten wurde, war zwar ziemlich schwere Kost, war aber sehens- und hörenswert und hatte wirklich einige starke Momente. Ist aber nicht ganz so leicht zu beschreiben, hat mich ein klein wenig an "Deerhoof" aus San Francisco erinnert.  Hier ist einer der zugänglicheren Songs aus dem Repertoire von Xenia Rubinos: