Eine Sammlung von Bildern, Filmen und Texten zur Geschichte von New York City. Über Hochhäuser, Straßen, Bahnen, Inseln und Menschen. Für Anregungen und Kommentare bin ich jederzeit dankbar. Gruß vom Schädel.
Sicherlich hat sich der eine oder andere schon mal gefragt, wie eigentlich die Umgebung vom Ground Zero eigentlich früher einmal aussah, als auch das World Trade Center mit seinen Twin Towers noch nicht errichtet war. Die Antwort lautet: Hudson Terminal.
An der Stelle standen von Juli 1909 bis Juli 1971 zwei riesige Bürogebäude, die über einer Bahnstation errichtet worden waren, in der Pendlerzüge aus New Jersey durch zwei Tunnelröhren die Südspitze Manhattans ansteuerten.
Auch auf allen Bildern zu entdecken ist das unverwechselbare Singer Building aus Kapitel 1, welches ja in unmittelbarer Nähe stand und drei Jahre vor dem Hudson Terminal abgerissen wurde. LINKS:
Kapitel 58"Three American Beauties" ist ein Kurzfilm, der am 17.03.1906 von Edwin S. Porter im Edison-Studio in der 21st Street in New York gedreht wurde. Der ursprüngliche Schwarz-Weiß-Film wurde später teilweise in einen Farbfilm umgewandelt, indem jede Kopie Bild für Bild von Hand eingefärbt wurde (hand tinted). Es handelt sich nicht um die eigentlich sichtbaren natürlichen Farben, sondern nur um ausgewählte Teilbereiche, was dem Film einen ganz besonderen Look verleiht. Das Nachfärben von Schwarz-Weiß-Filmen per Hand war in den ersten 10 Jahren des 20. Jahrhunderts eine populäre, aber auch aufwändige Methode, um Filme spektakulärer zu gestalten.
Bei den drei amerikanischen Schönheiten handelt es sich um
- eine in den USA populäre Rose mit dem Namen (American Beauty), die gut 90 Jahre später einen weiteren spektakulären Filmauftritt hatte
- eine junge Frau und
- die amerikanische Flagge.
Dieser patriotische Kurzfilm aus der Edison-Werkstatt wurde damals üblicherweise als letzter Film in einem Filmprogramm gezeigt, auch um dem ganzen mit einem Farbfilm einen besonders eindruckvollen Abschluss zu geben. Die Tradition, Filmmatinees mit dem bewegten Bild einer wehenden amerikanischen Flagge enden zu lassen, stammte schon aus den Anfängen des Kinos in den 1890ern.
Der Film war damals so beliebt, dass Porter den Film im September 1907 nochmal abfilmen musste, um die verschlissenen Originalnegative für neue Kopien zu ersetzen.
Nachtrag Juli 2008: Leider ist das eingebettete Video nicht mehr aktiv und es ist mir auch nicht gelungen, anderswo eine lauffähige Version aufzutreiben. Naja, vielleicht ist in der Zukunft ja irgendwann mal wieder jemand bereit, dieses Kleinod ins Netz zu stellen. (der Schaedel)
Nachtrag März 2009: Eine Version des Films wurde zum Glück wieder bei YouTube eingestellt, hoffentlich bleibt diese nun für längere Zeit erhalten. Nachtrag April 2010: Ein neuer Abspielversuch hat gezeigt, dass das Video mal wieder lahmgelegt worden ist. Sehr schade, dass hier wohl mal wieder die Urheberrechte zugeschlagen haben, und das bei einem 104 Jahre alten Film. Leider ist im Moment auch mal wieder kein Ersatz auffindbar. Deshalb befinden wir uns nun erneut in einer videolosen Zeit.
Zum Abschluss noch ein ergänzender Text in englischer Sprache von der IMDb-Seite:
A Simple, But Pleasing & Colorful Effect
30 June 2005
Author: Snow Leopard from Ohio
As simple as it is, this short feature that highlights "Three American Beauties" creates a pleasing and colorful effect. It probably looked quite impressive in its time, and it is still in pretty good condition now.To the short, straightforward footage of a rose, a woman, and the flag, color was added by the old practice of laboriously hand-tinting each frame, one at a time. The audiences of the era would have been aware of the extra effort involved, and features like this were most generally shown at the end of a series of movies, to provide a colorful and memorable finale.Among the many hand-tinted features that still survive in viewable form, this has some of the brightest and deepest colors. The colors in it are not, of course, the 'natural' colors of the objects, which makes it particularly interesting to watch now. The best of these early hand-tinted features have a very distinctive look, not quite like anything else. Modern cinematographers themselves sometimes look for ways of making slight changes to the natural color scheme of their subjects, in order to create the right effect - 'back to the future', in a sense.And besides all that, this little feature is still nice to look at in itself, having fortunately been preserved in nice condition.
Bei dem gefallenen Engel handelt es sich nicht um eine Person, sondern um ein Gebäude, welches man an der Downing Street in Brooklyn findet, nördlich der Fulton Street. KARTEDas Broken Angel - Building ist 10 Stockwerke hoch und das Haus eines verrückten alten Mannes, wie ein Nachbar sagt.
Der Besitzer, Erbauer und Designer dieses Unikums heißt Arthur Wood, ein Architekt und Maler, der sich seine Kenntnisse autodidaktisch angeeignet hat. Der 71jährige hat 22 Jahre lang am Broken Angel gearbeitet, nachdem er das ursprüngliche Gebäude 1971 für 2000 Dollar erworben hatte. Das "aktive Architekturprojekt", in dessen Rahmen die "Veredelung" des Baus stattfand, begann 1979. Neben Herrn Wood wohnen noch seine Frau Cynthia sowie 14 Katzen, 4 Hunde und ein Schwein im Broken Angel, während die zwei erwachsenen Kinder anderswo leben. Mieter sind dagegen nicht vorgesehen.
Recht aktuell ist die Nachricht, dass das Broken Angel Gebäude im Oktober 2006 gebrannt hat. Allerdings scheint das Feuer wohl keinen massiven Schaden angerichtet haben.
Der Brand hat aber offensichtlich die Behörden aufmerksam gemacht und so scheinen die Besitzer im Clinch mit der Stadt New York zu liegen, die offenbar die Einhaltung bestimmter Bauvorschriften erwartet und ansonsten mit der Räumung des Gebäudes droht.
Nachtrag Juli 2008: Die aktuelle Straßenansicht bei Google-Maps enthüllt, dass der Gefallene Engel doch ordentlich Federn gelassen hat. Ob jetzt der Brand oder die Stadt New York dafür verantwortlich ist, dass der Dachausbau verschwunden ist, kann ich aber nicht sagen.
Das heutige Video ist eine Ergänzung zum Kapitel 48, das sich um den großen Stromausfall in New York im Jahr 1977 drehte.
Als Nachtrag folgt hier ein Auszug aus einer historischen Nachrichtensendung mit dem schön-dramatischen Namen "Eyewitness News", die vom Sender WABC ausgestrahlt wurde. Anchorman war Larry Kane.
Das Video ist leider nicht mehr verfügbar. (13/07/08)
Ich gebs ja zu - ich bin ein unverbesserlicher Fan des alten untergegangen Coney Islands. Ich liebe diese Bilder, die in den Jahren 1903 bis 1910 im Luna Park aufgenommen wurden und den Vergnügungspark in der Dunkelheit zeigen. Wunderschöne alte Photographien finde ich.
In diesem Kapitel möchte ich einmal mehr einen Pfad zu Forgotten-NY schlagen und für einen Bericht danken, der unter anderem einen Schiffsfriedhof im Südosten von Staten Island zum Thema hatte. KARTE
Ich habe in der letzten Zeit schon mehrmals Kapitel auf Inhalte dieser hochinteressanten Internetseite gestützt. Die Macher haben sich darauf spezialisiert, ein anderes New York zu zeigen als dass, welches von Touristen wie auch mir schon unzählige Male abfotografiert wurde. Ich kann einen Besuch auf der Seite nur empfehlen.Allerdings ist das ganze ähnlich unsortiert wie meine eigene Seite, so dass man sich schnell mal in den verschlungenen Pfaden verirren kann. Das - so nehme ich an - ist aber vermutlich sogar beabsichtigt.
Ein nicht unsympathischer Schwerpunkt liegt neben Berichten über verborgene Orten und ungewöhnliche Geschichten sicherlich auch darin, ein unperfektes kaputtes quasi abrissreifes New York zu zeigen. Der Bericht über den "Rossville Boatyard" ist ein Musterbeispiel hierfür, der nur so mit Bildern von Schiffswracks, verrostetem Metall und Gerümpel strotzt.
An der Arthur Kill Road und Rossville Avenue im Südosten von Staten Island liegen ungezählte Schiffe aus allen Dekaden des 20. Jahrhunderts und warten langsam auf ihren Zerfall. Die meisten sind ehemalige Transportschiffe oder Schlepper.
Die ehemaligen Piers sind mittlerweile verfallen und größtenteils nicht mehr passierbar, aber das Gelände ist sicherlich ein Geheimtip als verbotener Abenteuerspielplatz - auch für erwachsene Spielkinder.
Der Fotograf selbst hatte auch so seine Schwierigkeiten, als er auf der Suche nach besonders gelungenen Bildern in dem Gerümpel herumgeklettert ist. So kann man bei Ebbe zwar ziemlich nah an die Schiffe herankommen, aber der Sand ist sehr lose und erinnert teilweise sogar an Treibsand, so dass man steckenbleiben kann und in Bedrängnis gerät, wenn die Flut zurückkehrt. Er musste wohl am eigenen Leib erleben, dass man kaum gehört wird, wenn man um Hilfe ruft, obwohl die Arthur Kill Road nur ungefähr so weit entfernt ist wie ein Football-Feld lang.
Und da man gerade schon mal auf Staten Island ist, gibts in dem Bericht außerdem noch Bilder von einem Autofriedhof, zwei bis drei versteckten Friedhöfen und zwei verfallenen Fabrikgeländen.
Bei diesem alten Bild ist mir leider nicht gelungen, mehr über die Hintergründe zu erfahren. Auch hier wird ein dramatisches Unglück dokumentiert, welches sich am 28. März 1860 an der 45th Street in New York ereignet hat: der Brand eines Mietshauses.
Wer Informationen über dieses Ereignis hat, die über die Bildunterschrift hinausgehen, trage sie bitte mit der Kommentar-Funktion nach. Vielen Dank.