Sonntag, August 31, 2014

Der kleine Prinz und die Stadt New York


Ich habe dieses Buch noch nie gelesen und auch immer einen großen Bogen da drumherum gemacht, weil mir die Passagen, die wir im Deutschunterricht gelesen haben, keineswegs gefallen haben. Ich stelle aber nun - Jahre später - fest, dass andere wohl ein besseres Verhältnis zu Antoine de Saint-Exuperys Buch "Der kleine Prinz" pflegen, vor allem stoße ich immer wieder darauf, dass irgendjemand aus irgendeinem Grund aus dem Buch zitiert oder vorliest, offenbar ist da doch ein ziemlich schlauer Text drin enthalten.



Für alle, die den kleinen Prinzen mögen, könnte der nachfolgend verlinkte Artikel auf "diepresse.com" interessant sein. Darin sind die Verbindungen zwischen der Stadt New York und dem Buch "Der kleine Prinz" ausführlich beschrieben. Kein Wunder, war doch Saint-Exupery in seinem Leben ziemlich viel in der Welt herumgekommen und hatte Ende der 1930er / Anfang der 1940er auch wiederholt in New York City Station gemacht. 1943 war während eines New York-Aufenthalts  "Der kleine Prinz" entstanden.

Der kleine Prinz ist ein New Yorker:


Alle anderen, die zu dem kleinen Prinzen ein ähnlich distanziertes Verhältnis pflegen wie ich, lassen die Links oben und den Beitrag einfach links liegen und freuen sich auf die Veröffentlichung des nächsten. 



Woolworth Building - Subway entrance



Blogleser O'Boyle hat mich auf ein interessantes Thema aufmerksam gemacht, dem ich hier mal einen Beitrag widmen möchte. Ich übergebe das Wort an O'Boyle:

Hallo, ich weiß nicht, ob du dieses Thema zum Woolworth Building schon mal erwähnt hast, aber ich war doch ziemlich überrascht, als ich diesen Artikel heute gelesen habe: 
http://untappedcities.com/2014/08/27/top-10-secrets-of-the-nyc-subway/ . 
Ein direkter Zugang zur U-Bahn? Weißt du da mehr? LG O'Boyle


Ich schließe nicht aus, dass ich möglicherweise in irgendeinem der zahlreichen Beiträge über das Woolworth Building auch mal den Zugang zur New Yorker U-Bahn erwähnt habe, aber im Mittelpunkt eines Beitrags hat dieses Detail bisher noch nicht gestanden. Es ist also durchaus an der Zeit, das nachzuholen.

Neben dem oben gezeigten Foto habe ich bei tripadvisor noch zwei weitere Aufnahmen gefunden, die zwei Möglichkeiten zeigen, mit denen man im Woolworth Building zur U-Bahn gelangen konnte, ohne das Gebäude vorher verlassen zu müssen: Einmal zu Fuß über eine Treppe aus der Lobby und einmal mit Fahrstuhl (elevator), der im passenden Kellergeschoss anhielt. 





Die Fotos sind versehen mit dem Hinweis "subway entrance, no longer in use", "entrance to the basement defunct subway station" und "basement lobby at the entrance to the no longer used subway lines". 

Auf der deutschen Wikipedia-Seite findet sich kein Hinweis auf den U-Bahn-Zugang des Woolworth Buildings: http://de.wikipedia.org/wiki/Woolworth_Building

Auch die englischsprachige Wikipedia-Seite erwähnt keinen "subway entrance", was aber noch lange nicht bedeutet, dass es diesen nicht gegeben hat: http://en.wikipedia.org/wiki/Woolworth_Building

Im Gegenteil, es macht geradezu Sinn, ein Bürogebäude, das einst für 17 Jahre das höchste Gebäude der Welt war, mit einem eigenen U-Bahn-Zugang auszustatten, um den zahlreichen Werktätigen, die das Woolworth Building während der Geschäftszeiten bevölkerten, den Zu- und Abgang zu erleichtern. 

Schauen wir jetzt mal auf die Quelle, die O'Boyle erwähnt hat: ein erst vor wenigen Tagen auf der Seite "untapped Cities" erschienener Beitrag über die Top 12 unter den Geheimnissen der New Yorker U-Bahn.

Neben den üblichen Klassikern wie der City Hall Station, Alfred E. Beachs Pneumatic Subway oder der geheimen Plattform des Waldorf-Astoria-Hotels gibt es aber auch das eine oder andere unbekanntere Fundstück, daher ist der Beitrag nur zu empfehlen. 



Geheimnis Nummer 3 beschäftigt sich mit den Zugängen des Woolworth Buildings zur U-Bahn. So falsch habe ich mit meinen Mutmaßungen offenbar nicht gelegen:

"Als Teil von Elementen, die in das Woolworth Building eingefügt wurden, um es für mögliche Mieter unwiderstehlich zu machen, gab es auch einen direkten Zugang zur U-Bahn. Laut Woolworth Building-Tour-Führer Jason Crowley, führten die Zugänge einst zu einer Passage unter dem Broadway, die wiederum wahlweise bei den U-Bahnen der Gesellschaften BMT oder IRT endete. Heutzutage ist aus dem BMT-Zugang der "City Hall R stop" geworden, während der City Hall Stop der IRT - die berühmte City Hall Station - bereits 1945 geschlossen wurde. Die einstige Passage unter dem Broadway wurde wieder aufgefüllt und existiert nicht mehr." 


Ebenfalls auf "Untapped Cities", aber an anderer Stelle, nämlich in einem Beitrag über die Top 10 der Geheimnisse des Woolworth Buildings gibt es weiteres Bildmaterial vom U-Bahnzugang. 



In den Beiträgen über den "subway entrance" bei Untapped Cities ist zwar immer die Rede von (kleinen) roten Türen, die den Zugang zur Passage unter dem Broadway darstellten. Die vermag ich auf den Fotos irgendwie nicht zu finden, aber ich habe den Eindruck, dass damit die Holztüren gemeint sind, die man jeweils am Ende des Korridors sieht, wo die Treppe aus der Lobby herab und die Fahrstühle ankommen. 

Hmm, vielleicht ist das "Geheimnis" der roten Türen auf Kupferrahmen zurückzuführen, von denen steht hier etwas geschrieben: http://blog.ohny.org/field-trip-fridays-the-woolworth-building/

In its earlier days, the building even housed a working swimming pool, a copper-gated subway entrance, and a full-service restaurant, but all of these have since passed out of use. 


Auch wenn ich es nirgendwo explizit gelesen habe, so gehe ich mal davon aus, dass die Schließung des U-Bahn-Zugangs auf die gleiche Ursache zurückzuführen ist, die auch dazu geführt hat, dass die wunderschöne Lobby des Woolworth Buildings nicht mehr für Touristen zugänglich ist: die Terroranschläge vom 11. September 2001. 

Mehr Material habe ich auf die Schnelle nicht auftreiben können. Wer noch mehr Quellen zu diesem Thema weiß, die bisher keine Erwähnung gefunden haben, darf sich eingeladen fühlen, einen entsprechenden Kommentar zu hinterlassen. 

Danke an O'Boyle für diese tolle Beitragsidee. 



BONUS TRACK:

Einen Bonus Track kann ich dann doch noch bieten. Unter den zahlreichen Fotos, die mir Blogleser Alex unlängst zugeleitet hat und die bei einer Lobby-Tour durch das Woolworth Building im vergangenen Jahr aufgenommen wurden, habe ich auch einige gefunden, die genau den Bereich betreffen, den O'Boyle hier angesprochen hat. 

Deshalb veröffentliche ich diesen kleinen Ausschnitt jetzt schon mal hier, weil der gerade gut passt. Die Bilder unterstützen ein paar der oben gewonnenen Erkenntnisse, werfen aber auch ein paar neue Fragen auf. Vielleicht kann Alex dazu noch ein paar Erläuterungen aus eigener Anschauung ergänzen. 

fotos taken by Alex - 2013



















fotos taken by Alex - 2013


Schauen wir mal, ob wir hierzu noch einen Nachschlag ergänzen können. 




Wer nochmal in der nahe beim Woolworth Building gelegenen verlassenen City Hall Station vorbeischauen möchte, der kann dieses hier tun: http://nygeschichte.blogspot.de/2013/07/windows-of-city-hall-station.html

Mehr über das Woolworth Building erfährst Du hier:

Sorry, der Blocksatz wollte sich nicht als Formatierungselement aktivieren lassen, deswegen sieht der Text heute am rechten Rand etwas struppig aus. 



Mittwoch, August 27, 2014

Lucy am Times Square



Dem französischen Regisseur Luc Besson habe ich hier im Blog schon öfter einen Beitrag gewidmet, sicherlich auch dadurch bedingt, dass er schon einige seiner bildgewaltigen Filme teilweise oder ganz in New York hat stattfinden lassen. 



Da ist zum Beispiel "Leon der Profi" (1994), einer meiner absoluten Lieblingsfilme, über den hier im Blog eine kleine und noch nicht abgeschlossene Serie zu den Drehorten des Films vorhanden ist: 
http://nygeschichterucksack.blogspot.de/2011/11/leon-der-profi.html




Da ist "Das fünfte Element" (1997), der mir beim ersten Mal nicht so gefiel (bis auf die New York-Szenen), der dann aber mit jedem Ansehen besser und besser wurde und sich inzwischen auch sehr weit oben auf der Rangliste befindet.
http://nygeschichte.blogspot.de/2010/06/le-cinquieme-element.html




Da ist schließlich der ebenalls sehenswerte Freitaucher-Film "The Big Blue" (1988), der vor allem im Mittelmeerraum spielt, in dem es aber auch eine kurze New York-Sequenz gibt.
http://nygeschichte.blogspot.de/2012/01/le-grand-bleu.html



Und aktuell ist nach längerer Zeit endlich wieder ein Film von Luc Besson in den Kinos: "Lucy" (2014) mit Scarlett Johansson in der Hauptrolle. 
http://de.wikipedia.org/wiki/Lucy_(2014)


Ich hatte bisher leider noch keine Gelegenheit, mir "Lucy" im Kino anzusehen. Daher werde ich auch noch keine Bewertung zu dem Film abgeben.

Blogleser Thomas dagegen hat "Lucy" schon angesehen und einen sehr interessanten Hinweis für alle Freunde der New Yorker Geschichte hinterlassen, vielen Dank dafür - Thomas!

Ein Filmtip in anderer Sache: Luc Besson hat in seinem neuen Film "Lucy" u.a. den Times Square auserwählt um eine Reise in die Vergangenheit darzust ellen. Darin sieht man in Zeitraffer das One Times Square Building in seiner heutigen Form, dann in seinem damaligen Originalzustand und auch sehr interessant, die Zeit als es noch gar nicht existierte, bis in die Zeit wo es noch kein New York gab. 
Eine echt beeindruckende Szene. Absolut sehenswert.

Also, wenn Ihr die Gelegenheit habt, den Film anzusehen, dann achtet mal auf diese Szene. In diesem Auszug aus einer Filmkritik wird sie ebenfalls beschrieben: 

Und kurz bevor sie 100 Prozent ihrer geistigen Kapazität nutzt, hält sie am New Yorker Times Square mal eben den Trubel an, um ihn wie mit einem Smartphone-Wisch wieder zu beschleunigen oder das Rad der Geschichte kurzerhand in die Siedlerzeit oder die Ära der Saurier zurückzudrehen.


Bilder oder Videos habe ich davon bisher noch nicht finden können. Mit Ausnahme eines kurzen Schnipsels, der Teil des Filmtrailers zu "Lucy" ist:












Und für alle, die wissen wollen, was es mit Lucy auf sich hat, noch der vollständige Filmtrailer:





Sonntag, August 24, 2014

Returning to the top of the Chrysler Building



Nach längerer Abwesenheit hatte ich mal wieder Lust, in die Spitze des schönen Art Deco-Wolkenkratzers aus dem Jahr 1930 hinaufzusteigen, dem momentan noch vierthöchsten Gebäude in New York City. 


Frühere Besuche in der Spitze des Chrysler Buildings hier im Blog: 



Der erste Weg führt direkt bis ganz hinauf in die obersten Ebenen der Spitze, dort wo es nur noch Leitern und mit Beton ummantelten Stahl gibt. 


Als nächstes springen wir mal 10 Jahre zurück in die Vergangenheit bis zum Februar 2004, als die "Municipal Art Society of New York" in der Spitze des Chrysler Buildings eine Party veranstaltete. Im Mittelpunkt stand damals die Präsentation eines Buches über den Bau des Chrysler Buildings. 







Dort oben im 71. Stockwerk befand sich einst auch eine öffentliche Aussichtsplattform (Observatory), die allerdings schon seit 1945 nicht mehr zugänglich war. Was ziemlich schade ist, zumal Freunde der deutschen Stummfilmkunst erkennen, dass die Gestaltung sich deutlich an expressionistische Klassiker wie Robert Wienes "Das Cabinet des Dr. Caligari" (1919) anlehnte. Die Aufnahmen müssten 1930 entstanden sein, als das Chrysler Building eröffnet wurde, denn man kann auf zwei Aufnahmen das im Bau befindliche Empire State Building erkennen.










http://web.archive.org/web/20120402071358/http://chryslerbuilding.circa68.net/cloudclub.html


Auf der Höhe des alten Observatoriums könnte auch dieses Foto entstanden sein:



Das nachfolgende Foto habe ich ebenfalls unter dem Begriff "Chrysler Building Observatory" gefunden. Möglicherweise ist hier das Treppenhaus zur Aussichtsplattform hinauf zu sehen. 



Der Fotograf Andrew Bordwin hat die nachfolgenden drei faszinierenden Bilder in den Ruinen des legendären "Cloud Clubs" aufgenommen: 





Der Cloud Club befand sich in 66., 67. und 68. Stockwerk des Chrysler Buildings, wurde im Juli 1930 eröffnet und 1979 geschlossen. In den ersten drei Jahren bis zum Ende der Prohibition war der Cloud Club ein Speakeasy, also ein Ort, an dem heimlich Alkohol ausgeschenkt wurde. 


Die folgenden zwei Bilder zeigen die Lobby und einen der Gesellschaftsräume des Cloud Clubs in den 1930ern. 



Die nachfolgende Bilderserie gibt einen guten Eindruck davon, wie es im Cloud Club einst ausgesehen hat. 

























Aus der Spätphase des noch geöffneten Cloud Clubs stammen diese Bilder aus dem Jahr 1971 aus dem Bilderarchiv der New York Times:
https://www.nytsyn.com/archives/photos?keyword=Chrysler%20Building










Ich hatte mal einen Link mit noch mehr Bildern des verlassenen Cloud Clubs gespeichert, aber den konnte ich heute nicht mehr wiederfinden. Sollte der mir noch wieder in die Hände fallen, schicke ich einen Nachtrag hinterher.

NACHTRAG:

Ich habe den Link wiedergefunden. Allerdings funktioniert der nicht mehr. Zum Glück gibt es ja noch das Internetarchiv in der Waybackbackmachine. Und da habe ich noch ein wenig Material vom Cloud Club gefunden.

http://web.archive.org/web/20120402071358/http://chryslerbuilding.circa68.net/cloudclub.html

Allerdings lassen sich die größeren Versionen der Bilder, die ursprünglich hinterlegt waren, nicht mehr abrufen. Dennoch erhält man einen Eindruck, wie die Räumlichkeiten des Cloud Clubs nach der Schließung aussahen. Und das Lobby-Foto oben scheint auch nicht in den 1930ern, sondern wohl eher in den 1980ern oder -90ern aufgenommen worden zu sein.















- NACHTRAG Ende -



Ein ganzes Stück unterhalb der Spitze wurden 1930 im 22. Stock des Chrysler Buildings diese "Restrooms" in den Räumlichkeiten der Texas Oil Company fotografiert.

Wurts Bros, Chrysler Building, mens toilet, Texas Oil Co, 22nd floor,  ca 1930, from the collection of the museum of the city of New York


Wurts Bros, Chrysler Building, mens toilet, Texas Oil Co, 22nd floor,  ca 1930, from the collection of the museum of the city of New York


Wurts Bros, Chrysler Building, womens toilet, Texas Oil Co, 22nd floor,  ca 1930, from the collection of the museum of the city of New York


Von 1952 stammen diese Fotos der Räumlichkeiten der General Hanover Bank, die im Chrysler Building ansässig war:




Wurts Bros General Hanover Bank, Chrysler Building, general interior toward 43rd Stret end, 1952,  from the collection of the museum of the city of New York


Nach der Spitze folgt nun noch ein Blick auf den Fuß des Gebäudes. Da haben wir das Restaurant "Schrafft's".








Schraffts at Chrysler Bldg, 42nd Lexington, 1931,  from the collection of the museum of the city of New York


Und das Chrysler Building wäre kein Chrysler Building, wenn dort nicht auch etwas von der Firma Chrysler zu finden gewesen wäre: der Chrysler Showroom, fotografiert 1936:



















Byron Company, Chrysler showroom, chrysler building, 1936, from the collection of the museum of the city of New York



Bleibt nur noch die Frage offen, wie es dort, wo das Chrysler Building 1928 - 1930 gebaut wurde, vorher aussah. Zum Beispiel so, wie auf diesem Foto der Ecke Lexington Avenue / 42nd Street aus dem Jahr 1902:

Lexington and 42nd, 1902, from the collection of the museum of the city of New York



P.S.: Eigentlich gibt es die Spitze vom Chrysler Building ja schon seit 1998 nicht mehr, seit dem die Vorboten eines auf die Erde zurasenden Meteoriten in New York eingeschlagen sind, wie man hier sehen kann:








Nachtrag 2: 

Chrysler Building - Experte Dirk Stichweh hat noch zwei Informationen zu den Fotos übermittelt, die oben abgebildet sind:

1. Nur zwei Ergänzungen dazu: Das Foto Nummer 2 (mit 100 Park Avenue links
im Bild) wurde nicht vom Chrysler Building, sondern vom One Grand Central
Place (früher: Lincoln Building) aufgenommen.
2. Der mögliche Treppenaufgang zur Aussichtsplattform befindet sich in der
Lobby (im Norden der Lobby). Ich war ja selbst schon einmal oben, und da
gab es diese dekorierten Aufgänge nicht.

Gruß

Dirk