Sonntag, Oktober 21, 2012

Ticker Tape Parade for Apollo 11




Eine geschätzte Blogleserin hatte mir vor wenigen Tagen ein Video zu dem Nicolas Sturm-Song "Schiffbruch" zugeschickt mit der Frage, ob die Stadt, in der das Video entstanden war, New York sein könnte. Dazu muss man wissen, dass hier jemand einen alten Super 8-Film zur optischen Unterlegung eines gegenwärtigen Songs ausgewählt hat.

Zuerst braucht man ein wenig Zeit zum Orientieren, aber ziemlich schnell wird klar, dass der Film 1869 entstanden sein muss, als die Astronauten der ersten Mondmission "Apollo 11" nach erfolgreicher Rückkehr in New York mit der üblichen Konfetti-Parade gefeiert wurden. Allerdings scheint der Standort des Filmers nicht in den engen Schluchten von Downtown Manhattan gewesen zu sein, sondern an einer etwas breiteren Avenue.

Geht man mit dem Begriff Konfetti-Parade bzw. Ticker Tape Parade auf die Suche bei Wikipedia, fällt einem das Bild oben von jener Parade in die Hände, die für die Astronauten am 13. August 1969 in New York abgehalten wurde.

Hier ist erstmal das Video von Nicolas Sturm:



Ich habe es noch einige Male bei YouTube gefunden, es scheint sich wirklich um Aufnahmen zu handeln, die bei der New Yorker Konfetti-Parade gefilmt wurden:
http://youtu.be/iO6R4Lv6wRw


Was mich interessiert ist der Standort des Super-8-Filmers. Ich habe das Gefühl, dass das an der Park Avenue gewesen sein könnte, weil mir sonst spontan keine Avenue einfällt, die noch eine Trennung durch Bepflanzung zwischen den Fahrbahnen hat.




Die Bildunterschrift zu dem nachfolgenden Foto lautet: "Apollo 11 Welcome New York City welcomes the Apollo 11 crew in a ticker tape parade down Broadway and Park Avenue."
http://wodumedia.com/neil-armstrong-photo-essay/18-apollo-11-welcome-new-york-city-welcomes-the-apollo-11-crew-in-a-ticker-tape-parade-down-broadway-and-park-avenue/

Die Astronauten sind bei der Konfetti-Parade also den Broadway und die Park Avenue entlang gekommen.



Markant ist im Super-8-Film diese Stelle bei 1:04 min.




Hier könnten zwei Anhaltspunkte für den Standort sein. Einmal das dunkle burgähnliche Gemäuer im Hintergrund rechts und einmal das Marquee rechts mit der Hausnummer 443. Mit dieser Adresse setzt Google Maps einen hier ab, an der Park Avenue zwischen East 56th und 57th Street.




In den 43 Jahren seit August 1969 scheint sich der Ort ganz schön verändert zu haben:







Ich habe das Gefühl, dass das noch nicht die Lösung des Standorträtsels ist. Zumal die Songlines und NYCityMap behaupten, dass das Gebäude an der Adresse 443 Park Avenue schon seit 1947 steht.  Ich meine, dass ich das dunkle Burggemäuer auch schon mal irgendwo gesehen habe, war das möglicherweise eine Armory? Wenn jemand eine Idee hat, bitte schreiben.


Nachtrag:


Und wieder was dazu gelernt. Ein großes Dankeschön geht an mhamdorf, der die Lösung ins Kommentarfeld eingetragen hat.

Die Park Avenue hat eine Hausnummerzählung, aufgeteilt in Nord und Süd. Und ich bin natürlich der falschen Adresse hintergerannt. Richtig wäre gewesen:
443 Park Avenue South




Dieses Mal landen wir südlich von der Grand Central Station zwischen der 30th und 31st Street. Auch wenn mal wieder eine Baustelle den Blick auf das entscheidende Gebäude trübt, so sieht es doch so aus, als ob wir dieses Mal am richtigen Gebäude stehen, die markanten Arkaden erscheinen sowohl 1969 als auch 2009:







Auch was die Identität der beiden Gebäude angeht, konnte mhamdorf weiterhelfen: das Gebäude im Vordergrund links mit der Hausnummer 443 nennt sich "Stratford House Building" und wurde 1911 fertiggestellt.
http://www.emporis.com/building/443-park-avenue-south-new-york-city-ny-usa

Und bei dem dunklen burgähnlichen Gebäude im Hintergrund handelt es sich um die 71st Regiment Armory. Ich wusste, dass ich das Gebäude kenne oder schon mal darüber geschrieben hatte, nämlich hier, ist aber auch schon wieder ein gutes Jahr her:
http://nygeschichte.blogspot.de/2011/08/vanderbilt-hotel-1913.html


In die andere Richtung möchte ich dann auch noch mal kurz schauen:



Hier sehen wir ein Phänomen, dass auf deutschen Google Street View-Seiten häufiger schon mal den Spass verdirbt, in New York zum Glück noch sehr selten vorkommt:



Ich geh noch mal ein Stück weiter nach Süden, vielleicht verschwindet dann die Verfremdung oder stört nicht mehr so stark. Naja, nicht ganz, aber ein wenig:






Zuletzt noch ein Dankeschön an Andrea für die Idee und an mhamdorf für die schnelle Unterstützung.


Breakfast in America



Supertramp fast direkt nach Biohazard? Warum nicht, der gemeinsame Nenner ist hier New York. Aus Zeiten, als Musik noch auf Vinylplatten verkauft wurde und deshalb die Hüllen dieser Tonträger etwas größer waren und dementsprechend opulent gestaltet wurden, stammt dieses Cover vom 1979er-Album der englischen Band "Supertramp", das auf etwas eigenwillige Weise die damals aktuelle Skyline von New York wiedergibt, einschließlich des World Trade Centers.

Auf der deutschen Wikipedia-Seite zu BIA ist der Blickfang wie folgt beschrieben:
http://de.wikipedia.org/wiki/Breakfast_in_America
http://de.wikipedia.org/wiki/Kate_Murtagh

Das Albumcover von Designer Mike Doud zeigt einen ironisch stilisierten Blick durch ein Flugzeugfenster auf Manhattan (New York City). Die als Kellnerin gekleidete Schauspielerin Kate Murtagh verkörpert die Freiheitsstatue, ein Glas Orangensaft auf den Fingern der rechten Hand stellt die Fackel dar. Im linken Arm hält sie die Speisekarte, die den Titel des Albums trägt. Sie steht vor der angedeuteten Skyline von Manhattan mit den Zwillingstürmen des (damaligen) World Trade Centers. Die weiteren Wolkenkratzer der Südspitze von Manhattan sind durch Kaffeekannen, Tassen, Salz- und Pfefferstreuer und Eierkartons dargestellt. Auf einem Teller ist ein Frühstück serviert, Messer, Gabeln und Löffel bilden die Pieranlagen. Die Rückseite zeigt die Band zeitunglesend am Tresen beim american breakfast.


Was mich persönlich noch mehr fasziniert hat, war die Rückseite, die die Band beim typischen American Breakfast zeigt, damals noch ein nur schwer vorstellbar zu realisierender Wunschtraum, so etwas mal selbst auszuprobieren.






Und in der Tat sieht es bei einem American Breakfast in der Regel so aus, wie auf dem Foto dokumentiert. Die Kellnerin(nen) fahren regelmäßig einen ähnliches Durcheinander von Tellern mit Eiern, Schinken, Bratkartoffeln, Pfannkuchen, Toast und Kaffeetassen und Orangensaftgläsern auf wie auf dem Foto.

Zum Schluss noch ein kurzer Blick auf den Titelsong des Albums, in einer Liveversion und vorgetragen von dem klassischen Line Up der Band.



Supertramp - MyVideo

Freitag, Oktober 12, 2012

The Docks of New York (1928)




Der österreichisch-amerikanische Regisseur Josef von Sternberg drehte gegen Ende der Stummfilmära einen abenfüllenden Spielfilm mit dem Titel "The Docks of New York". Auch wenn das 1928 entstandene Werk zum allergrößten Teil in Studios gefilmt worden ist, die wahrscheinlich noch nicht mal in Raum New York, sondern wohl eher auf dem Gelände der Paramount in Hollywood standen, so gibt es dennoch wieder ein paar historische Ansichten zu bewundern. Und darüber hinaus auch ein paar Eindrücke vom Leben der einfachen Menschen in der Hafenstadt New York: "Im selben Jahr folgte mit The Docks of New York einer der reifsten und visuell schönsten Filme seiner Laufbahn. Die Geschichte um einen Seemann und eine Prostituierte wurde durch von Sternberg zu einer Sinfonie aus malerischen Schatten und Lichteffekten."

Zwei Jahre nach "The Docks of New York" drehte von Sternberg in den UFA-Studios in Berlin den frühen Tonfilm "Der blaue Engel", der Marlene Dietrich schlagartig zu einem Star machte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_von_Sternberg
http://en.wikipedia.org/wiki/The_Docks_of_New_York
http://www.fordham.edu/academics/colleges__graduate_s/undergraduate_colleg/fordham_college_at_l/special_programs/honors_program/seaportproject/decl/film.html


Wer sich für den eineinviertelstündigen Film interessiert, kann hier mal einen Blick riskieren oder direkt das ganze Erlebnis mitnehmen. Der vor fast 85 Jahren entstandene "Silent Movie" entspricht natürlich nicht mehr den Sehgewohnheiten des modernen Kinogängers, aber die künstlerisch hochwertigen Schwarz-Weiß-Kompositionen haben auch ihren Reiz.



The Docks Of New York von crazedigitalmovies


Donnerstag, Oktober 11, 2012

Five Blocks to the Subway




Zurück aus den Staaten ist es Zeit, mal wieder Aktivität zu zeigen. Mir ist spontan dieser Song von Biohazard eingefallen, der auch schon um die 20 Jahre in der Vergangenheit zu suchen ist und von der damals ziemlich populären Hardcoreband aus Brooklyn stammt, bei der ich auch ein-zweimal das Vergnügen hatte, sie live zu sehen.

Wenn ich mich richtig erinnere, stammten die Lyrics vom Vater des Sängers, der hier über seinen Alltag geschrieben hatte.

Walkin' five blocks every day to earn my keep


It ain't easy when you're walkin' on these streets

Runnin' on a tightrope it's a real thin line

Thinkin' that you might die this time

Some things will never change, a street education

So close yet so far, just a block from the station

Standin' on the corner, I might get taken out

Five blocks to the subway, just five blocks away

Five blocks to the subway, I can do that any day

There's a local wise guy he owns the whole damn block

It's easy doin' business when you're payin' off the cops

Makin' money pushin' drugs wouldn't stop if he could

Killin' kids in his own damn neighborhood

Watch out for muggers and the pickpockets beware

You get to play these games when you pay transit fare

Trials and tribulations, a journey made each day

This is my reality,the hardest game to play

Standin' on the platform and I'm waiting for the train

Good thing I'm underground, now it's startin' to rain

Always stand alone, hold the wall up with my back

Or else you might get pushed on to the tracks


So - ich habe jetzt auch einen Weg gefunden, das Video direkt hier einzubetten, die Werbung bitte ich zu entschuldigen, aber es geht wohl leider nicht ohne.



Biohazard - Five Blocks To The Subway von pantou


Mehr über Biohazard
http://de.wikipedia.org/wiki/Biohazard_(Band)

Samstag, September 29, 2012

It Happened in Brooklyn (1947)




Einen ganz kurzen Beitrag werde ich mal eben hier hinterlassen. Arnie hat mir einen Videolink geschickt, den ich gerne teilen möchte, weil man dort historische Aufnahmen aus dem 1947 entstandenen Spielfilm "It Happened in Brooklyn" sehen kann, die u.a. auf der Brooklyn Bridge entstanden sind und das schon lange verschwundene Singer Building noch als Teil der Skyline von Lower Manhattan zeigen. 


Thanks to Arnie for sharing the link.

Donnerstag, September 27, 2012

New York New York



Auf meiner Rundreise durch den Westen der USA bin ich vor drei Tagen auch in New York vorbeigekommen. Oder vielleicht eher an einem Ort, der abbildet, wie die Amerikaner sich ihr New York zurechtrücken würden, wenn sie könnten. Das Ergebnis ist ungefähr so wie alles in dieser Wüstenstadt: Laut, bunt und hell. Wenn die Aufnahmen teilweise etwas unscharf sein sollten, liegt das daran, dass ich die mit einer Amateurkamera aus der Hand und ohne Blitz geschossen habe. Sorry dafür.
















siehe auch hier:
http://en.wikipedia.org/wiki/New_York-New_York_Hotel_and_Casino

Mittwoch, September 19, 2012

San Diego und so....



Entschuldigung, dass ich schon wieder eine kleine Sendepause eingelegt habe, aber ich bin New York City gerade etwas untreu und schaue mich auf der anderen Seite der USA um, dort wo der Pazifik an die Ufer spült. Bis zu meiner Rückkehr dauert es noch ein paar Tage und die Internetzeit ist so knapp bemessen, dass ich wohl für die Dauer des Urlaubs nicht zum bloggen komme. Stay tuned...