Das Tageslicht offenbart, dass der Sturm doch seine unübersehbaren Spuren in der Stadt hinterlassen hat.
http://www.rp-online.de/panorama/ausland/In-Harlem-ist-nicht-mal-eine-Muelltonne-umgefallen_aid_1020367.htmlEine Sammlung von Bildern, Filmen und Texten zur Geschichte von New York City. Über Hochhäuser, Straßen, Bahnen, Inseln und Menschen. Für Anregungen und Kommentare bin ich jederzeit dankbar. Gruß vom Schädel.
Sonntag, August 28, 2011
Spider-Man 1 - Teil 2
Und weiter geht es mit der Locationsuche zum Film Spider-Man 1. Die übrigen Teile findest Du hier:
http://nygeschichterucksack.blogspot.com/2011/09/spiderman.html
Mehr über den Film hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Spider-Man_(Film)
Als Quelle für die Locations habe ich mich hier langgehangelt:
http://www.movie-locations.com/movies/s/spiderman.html
Karten generiert mit NYCityMap http://gis.nyc.gov/doitt/nycitymap/
Street Views mit Google Street View
Hier nochmal der erste Teil des Films:
Location 2: 44th Street at Queens Boulevard
Wir besuchen jetzt den ersten Drehort, den man im Film zu sehen bekommt. Auch dieser befindet sich im Stadtteil Queens, dieses Mal aber ein ganzes Stück weiter (nord)westlich vom ersten. Die erste Markierung ist nur sehr grob gesetzt, wir nähern uns dem tatsächlichen Ort dann mittels Zoom Schritt für Schritt an.
Hier können wir jetzt schon die beiden Drehorte lokalisieren. Der arme Peter Parker hat einen ganz schön weiten Weg zwischen dem Haus von Onkel und Tante (1) und der Haltestelle für den Schulbus (2).
Nordwestlich von Location 2 befinden sich die Queensboro Bridge und Roosevelt Island, die viel später im Film ebenfalls eine Rolle spielen.
Die Kamera stand auf der 44th Street in Queens, ein kleines Stück nördlich vom Queens Boulevard. Den Queens Boulevard haben wir weiter östlich schon einmal aufgesucht, um den Standort des Fastfood Lokals zu finden, in dem Eddie Murphy als Prinz von Zamunda gearbeitet hat.
Und hier schließlich die Detailkarte des Drehortes, das Haus, vor dem die Kamera stand und an dessen Feuertreppenplattform das erste Spinnennetz hing, lässt sich ohne Probleme finden.
Die Kamera geht vom animierten Vorspann in den Realfilm über und startet mit einer Detailaufnahme des Spinnennetzes unter die Feuertreppen-Plattform und schwenkt dann nach Osten über die 44th Street mit Blickrichtung nach Süden. Der Queens Boulevard verläuft parallel zu der höher gelegten Eisenbahntrasse.
So, dann wollen wir mal den Street View anwerfen. Von einer Position etwas weiter südlich blicken wir zunächst auf das Haus mit der Feuertreppe an der Außenfassade.
Und da haben wir die untere Plattform der Feuertreppe, unter der das eingangs gezeigte Spinnennetz hing:
Und nun Position neben dem Haus bezogen und Richtung Süden geblickt und siehe da, dieses Szenario erkennt man gut wieder. Sogar die rote Markise am südlich gelegenen Nachbarhaus existiert noch, ebenso das dreistöckige und mit ebenfalls mit Feuertreppen ausgestattete Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite an der nordöstlichen Ecke Queens Boulevard / 44th Street.
Ein wenig später im Film kehren wir nochmal zu dem Schauplatz zurück.
Tja, kehren wir hier wirklich zum Schauplatz zurück? Oberflächlich gesehen ja. Rechts und links säumen wieder Mietshäuser die Straße und im Hintergrund in der Bildmitte sieht man die höher gelegte Bahntrasse, die oberhalb des Queens Boulevard verläuft. Aber wenn man genauer hinsieht, stellt man fest, dass diese Szene nicht in der 44th Street gedreht wurde, sondern in einer anderen Straße, die vermutlich irgendwo in der Nähe liegt. Also bin ich mal ein wenig auf die Suche gegangen und schließlich fündig geworden. Und zwar in der 42nd Street, dieses Mal aber südlich vom Queens Boulevard und mit Blick Richtung Norden.
Hier nochmal die Filmszene, ein ganz kleines bisschen später als oben, Mary Jane Watson im Vordergrund und Peter Parker im Hintergrund.
Neben den Häuserfassaden aus rotem Ziegelstein waren die gemauerten Türeinfassungen der Häuser auf beiden Straßenseiten so prägnant, dass man diesen Drehort noch wiederfinden konnte.
Jetzt werden auch Aufnahmen eingeschnitten, die in die andere Richtung die Straße hinab Richtung Süden blicken.
Dann läuft Peter Parker wieder einmal dem Schulbus hinterher.
Auch dieser Teil ist in der 42nd Street gedreht worden, jetzt wieder mit Blick nach Norden.
Bus verpasst, aber Plakat gefangen. Bitte die Tür mit dem Gitter am rechten Außenrand als Orientierungspunkt beachten.
Achja, hier ist der zweite Teil des Films, aus dem wir hier und im letzten Beitrag schon geschöpft haben.
continued here:
http://nygeschichterucksack.blogspot.com/2011/09/spiderman.html
Staten Island Ferryboat Disaster 1871
Bei der Suche nach etwas anderem bin ich auf dieses Bild gestoßen, das ein lange vergangenes Unglück in New York City abbildet, welches sich am 30. Juli 1871 am Südende von Manhattan ereignete. Benannt wurde es nach dem Schiff, welches hier zu Schaden kam: Westfield Disaster.
Bilder: Google und NYPL Digital Gallery
Während der 1850er entwickelte sich Staten Island rasch fort und mit dieser Entwicklung wuchs auch die Bedeutung der Staten Island Fähre. Aber der schlechte Zustand der Boote war eine Quelle für permanente Beschwerden, ebenso wie der begrenzte Zeitplan. Die Inbetriebnahme der Staten Island Eisenbahn 1860 erhöhte das Verkehrsaufkommen noch weiter und neue Boote wurden erworben und nach Städten aus Richmond County benannt, welches die ganze Insel bedeckt. Eine dieser Fähren, die Westfield, wurde zu einem Ort der Trauer, als ein Dampfkessel am Nachmittag des 30. Juli 1871 gegen halb zwei explodierte, während sie in ihrer Bucht am South Ferry Terminal lag. Innerhalb weniger Tage nach dem Unglück waren 85 Tote und Hunderte Verletzte identifiziert, weitere wurden noch in den Wochen danach zur Totenliste hinzugefügt. Jacob Vanderbilt, der Präsident der Staten Island Railway, wurde wegen Mordes in Haft genommen, entkam aber einer Verurteilung. Der Ingenieur der Westfield war ein Schwarzer, was zu offen rassistischen Kommentaren in den New Yorker Zeitungen motivierte, obwohl Vanderbilt seinen Mitarbeiter tapfer verteidigte. Die Opfer des Unglücks wurden niemals für die erlittenen Verluste entschädigt.
Ein paar zusätzliche Informationen und Details findet man hier:
http://ahistoryofnewyork.com/2008/07/the-westfield-disaster/
Weil am 30. Juliu für einen normalen Sonntag Nachmittag ein ungewöhnlich hoher Andrang herrschte, wurde zusätzlich der holzverkleidete Raddampfer Westfield II in Betrieb genommen (eine frühere Fähre namens Westfield war unter den dreien, die von der Union während des amerikanischen Bürgerkriegs requiriert wurden. Sie kehrte niemals wieder in den Fährdienst zurück). Als die Westfield II sich kurz nach 1:00 Uhr mittags für das Ablegen bereit machte, versammelten sich die Passagier am Bug und blickten nach Staten Island hinüber. Leider befanden sich an diesem Ende des Schiffes auch die Kohlenbunker und Kessel der Westfield II und als um 1:27 Uhr einer der Kessel explodierte, wurden 66 Passagiere unmittelbar getötet und 200 verletzt. 59 von den Verletzten sollten schließlich auch noch sterben.
Der offizielle Bericht, gefertigt am 16. August vom Steamboat Inspection Service für das U.S. Finanzministerium, enthielt die Aussage des Leiters der Fährgesellschaft, James Braisted, der sagte, dass es keine unübliche Praxis war, den Dampfdruck höher zu fahren, als im Zertifikat des Prüfers vorgesehen war und dass er schon häufiger seine Ingenieure rügen musste, weil sie mit dem Dampfdruck über das hinausgingen, was durch das Gesetz erlaubt war. Im Fall der Westfield II war der Ingenieur an diesem Tag, Henry Robinson, ein Mann, der keine Ingenieurslizenz besaß und der weder lesen noch schreiben konnte, was es ihm auch unmöglich machte, das Zertifikat des Prüfers zu lesen. Der offizielle Bericht machte Braisted dafür verantwortlich, einen unqualifizierten Ingenieur beschäftigt zu haben. Der Umstand, dass es sich bei dem Ingenieur auch noch um einen schwarzen Mann handelte, führte zu offen rassistischen Kommentaren in den Zeitungen der Stadt während der folgenden Tage.
Kurz bevor die Westfield II 1916 verschrottet wurde, veröffentlichte die New York Times eine Geschichte über eine der Überlebenden des Unglücks, Mrs. Abbie Cowan Phillips, die sich mit ihrem Gatten, zwei kleinen Kindern und den Großeltern väterlicherseits in einem geschlossenen Wagen auf der Fähre befand, als sich das Unglück ereignete. Durch ihren Sohn sprechend, erinnerte sich Mrs. Phillips an das Ereignis: Mr. Phillips sagt, dass sich seine Mutter immer noch an die grauenhaften Szenen erinnern kann, als das Boot unterging, aber die klarste von allen Erinnerungen betrifft den Teil, den ihre eigene Familie in der Tragödie spielte.
Die beiden kleinen Kinder und die Großeltern starben bei dem Unglück. Mr. und Mrs. Phillips wurden in das gleiche Hospital überführt, aber in unterschiedlichen Räumen einquartiert. Die Frau hatte schreckliche Verbrennungen erlitten und sie unterzog sich einer der ersten Hauttransplantations-Behandlungen. Mrs. Phillips war mitgeteilt worden, dass ihr Ehemann überlebt habe, aber sie glaubte, dass die Ärzte sie täuschten. Tatsächlich war ihr Ehemann bei dem Unglück erblindet, aber die Verantwortlichen im Krankenhaus fürchteten sich davor, sie hierüber zu informieren. Als sich Mrs. Phillips erholte, wurde ihr erlaubt, von Station zu Station zu wandern. Als sie eines Tages unterwegs war, vernahm sie die Stimme ihres Ehemanns, der nach einer Schwester rief. Sie eilte zu ihm und Mr Phillips schlang seine Arme um sie und, wegen des Schocks und der Aufregung durch die Wiederbegegnung, erhielt er plötzlich sein Augenlicht zurück. Nachdem die Ärzte bereits für einige Zeit ihre Hoffnung aufgegeben hatten, lebte Mr. Phillips noch zwanzig Jahre lang nach dem Unfall.
Die Westfield II wurde zuletzt als Lazarettschiff verwendet. Im Anschluss an das Unglück möchte ich noch einen kurzen Blick auf die Fährverbindung werden, die dort zwischen der Südspitze von Manhattan und Staten Island eingerichtet war. Auf dieser bereits bekannten Luftaufnahme von Manhattan zu Anfang der 1870er sieht man an der Südspitze rechts den Unglücksort.
Eine sehr alte Abbildung des South Ferry Terminals sehen wir hier, datiert auf das Jahr 1828:
Hier sehen wir das South Ferry Terminal im Jahr 1875:
Zum Schluss gibt es noch eine kleine Sammlung von Stereo Cards aus den 1860ern und später, die historische Ansichten der Staten Island - Fähren oder ihrer Anlegestelle für die Nachwelt erhalten haben.
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