Dienstag, August 10, 2010

Madison Square Garden II - The Architect

Kapitel 261


Ich hatte es ja schon in einem der vorausgegangenen Kapitel angedroht, dass ich auch dem Architekten des Madison Square Gardens ein Kapitel widmen möchte. Nicht zuletzt deshalb, weil das Leben von Stanford White auf tragische Weise auf dem von ihm geschaffenen Gebäudekomplex endete.


Stanford White (geboren 09.11.1853 in New York City, verstorben 25.06.1906 in New York City) war ein berühmter amerikanischer Architekt und Partner in der Architektenfirma "Mc Kim, Mead and White", den Spitzenreitern unter den Beaux-Arts-Firmen. Er entwarf eine Anzahl von Häusern für die Reichen und die sehr Reichen sowie verschiedene öffentliche, kommerzielle oder auch religiöse Gebäude. Einige davon sind bis heute erhalten geblieben, darunter das Sea Gate in Brooklyn. Seine Design-Prinzipien verkörperten die "American Renaissance".

Leben und Karriere

Stanford White war der Sohn des Shakespeare-Gelehrten Richard Grant White (1822-1885) und von Alexina Black Mease (1830-1921). Seine Architektenkarriere begann als Leitender Assistent von Henry Hobson Richardson, dem größten amerikanischen Architekten der damaligen Zeit, dem Erfinder eines Architekturstils, der heute als "Richardsonian Romanesque" bekannt ist. Ab 1878 verbrachte White eineinhalb Jahre in Europa und als er im September 1879 nach New York zurückkehrte, tat er sich mit Charles Follen McKim und William Rutherford Mead zusammen, um "McKim, Mead and White" zu gründen.


White entwarf in New York unter anderem den zweiten Madison Square Garden (1890, abgerissen 1925), das Cable Building (siehe auch: http://nygeschichte.blogspot.com/2007/07/cable-building.html ), das Kraftwerk für die Broadway Cable Cars, die Madison Square Presbyterian Church, das New York Herald Building (1894, abgerissen), die First Bowery Savings Band an der Bowery und Grand Street (1894), die Bogen am Washington Square (1889), die Judson Memorial Church am Washington Square und den Century Club. Auch in vielen anderen amerikanischen Städten entstanden spektakuläre Gebäude unter seiner Federführung, so in Baltimore, in Virginia, in Silver Springs und in Boston und sogar in Rom in Italien. Sein letztes Werk war Tesla's Wardenclyffe Tower. An den Arbeiten für die Pennsylvania Station scheint White auch noch beteiligt gewesen zu sein, konnte dieses Projekt, welches 1910 fertiggestellt wurde, wegen seines frühen Todes aber nicht mehr abschließen.

Der Mord



Am 25. Juni 1906 feierte die Musical-Revue "Mam'zelle Champagne" ihre Premiere im Madison Square Roof Garden. Der wiederum befand sich auf dem Dach des Gebäudes, das Stanford White 16 Jahre vorher gebaut hatte. Bei der Premiere war der bekannte Architekt als Zuschauer anwesend.


Während des zweideutigen Refrains eines Songs mit dem Titel "I Could Love a Million Girls" wurde White aus unmittelbarer Nähe in das Gesicht geschossen. Er starb durch die Hand von Harry Kendall Thaw. Thaw war der eifersüchtige Millionärsgatte von Evelyn Nesbit, einer bekannten Schauspielerin, die auch für Künstler Modell stand, und mit der White eine sexuelle Beziehung unterhielt, seitdem sie 16 war (und er 47).


Die spontane Reaktion des Publikums auf das Attentat vor ihren Augen war brandender Applaus, denn spektakuläre Partyscherze waren in der New Yorker Society zu jener Zeit sehr beliebt. Als man allerdings realisierte, dass White tot war, brach Hysterie haus. Der Zeitungsmogul William Randolph Hearst stilisierte den Mord zur Sensation hoch, indem er die Gerichtsverhandlung als einen Jahrhundertprozess verkaufte. White war bekannt für seine Affären, er besaß eine rote Samtschaukel, die in einem Apartment eingebaut gewesen sein soll, wo Nesbit und andere Mädchen mit unterschiedlichen Graden des "sich Ausziehens" das Herz des Architekten erfreuten. Beim Prozess geriet diese Schaukel in den Mittelpunkt des Medieninteresses und es gab widersprüchliche Angaben, wo sie sich befunden haben soll: im Giralda Turm des alten Madison Square Gardens oder in einem nahegelegenen Gebäude an der 24th Street.



Die Geschichte von Mord an Stanford White wurde unter anderem in dem Film "The Girl in the Red Velvet Swing" (1955) und in dem Musical "Ragtime" künstlerisch verarbeitet.


Hier wird der Mord noch einmal etwas detaillierter beschrieben:
"In the spring of 1906, Harry and Evelyn decided to travel to Europe and New York. On June 25, while in New York, Evelyn and Harry saw Stanford White while dining at the Cafe Martin. After learning that White was to attend the premiere of Mam'zelle Champagne, a show the Thaws were also planning to attend, Harry took Evelyn back to their hotel and disappeared, returning just in time to pick up Evelyn and head to the show — curiously dressed in a black overcoat, though it was a hot evening. At the rooftop theatre of Madison Square Garden, the hat check girl repeatedly tried to relieve Harry of his heavy coat, but he refused. He wandered through the crowd during the show, approaching White's table several times, only to back away on each occasion. During the finale, "I Could Love A Million Girls", Thaw fired three shots at close range into Stanford White's face, killing him."
 
Quellen: Google und
http://en.wikipedia.org/wiki/Stanford_White
http://de.wikipedia.org/wiki/Stanford_White
http://en.wikipedia.org/wiki/Beaux-Arts_architecture
http://en.wikipedia.org/wiki/Richard_Grant_White
http://en.wikipedia.org/wiki/Henry_Hobson_Richardson
http://en.wikipedia.org/wiki/Harry_Kendall_Thaw
http://en.wikipedia.org/wiki/Evelyn_Nesbit

Madison Square Garden II - Beginning the Demolition 1925

Kapitel 260

Bei der Suche nach Bildern und Photographien vom Madison Square Garden II in meinem Lieblingsarchiv bei der NYPL Digital Gallery habe ich festgestellt, dass auf das Jahr 1925 eine Vielzahl der dort vorhandenen Bilder datiert waren. Davon hat auch das vorausgegangene Kapitel "Street Views" profitiert, denn der Rundgang wäre ohne eine entsprechende Anzahl an Bildern nicht möglich gewesen. Allerdings ist das nicht ganz sauber zuzuordnen. Wenn ich das aus den Begleitinformationen zu den Bildern richtig verstanden habe, ist 1925 eine Sammlung mit Bildern vom Madison Square Garden (I und II) zusammengestellt und vermutlich in Buchform veröffentlicht worden. Auch Bilder, die ziemlich offensichtlich eher entstanden waren, trugen häufiger die Jahreszahl 1925, weil sie wohl aus dem in diesem Jahr veröffentlichten Druckwerk stammten. Aber dennoch scheint in diesem letzten Jahr des Gebäudes auch ein Fotograf losgezogen zu sein, der den Madison Square Garden für die Nachwelt erhalten wollte, solange er noch stand. Aus diesem Fundus stammen auch die nun folgenden Bilder, die in einer Reihe mit einem Teil der gestern veröffentlichten Street Views zu sehen sind und die noch weitere neue Blickwinkel auf den Madison Square Garden eröffnen.


Auf Bild Nummer 1 blicken wir von oben auf den westlichen Teil des Madison Square Gardens. Ich nehme an, dass sich auf der Fläche zwischen Turm und den 4 Türmchen und der darunter befindlichen Säulengänge im Vordergrund der legendäre Dachgarten (Rooftop-Garden) des Madison Square Gardens befunden hat. Im Hintergrund jenseits des Turms sieht man noch das Dach der großen Halle. Ganz rechts sieht man die 26th Street, etwa da, wo sich die vielen Autos sammeln, ist gestern der Rundgang um das Gebäude losgegangen. Unten links die Nordwesteecke am Kreuzungspunkt Madison Ave und 27th Street.


Auf Bild Nummer 2 ist der Betrachter von einem Nachbargebäude nun auf das Dach des Madison Square Gardens gewechselt. Wir stehen nun mitten auf der Fläche, wo ich den Standort des Dachgartens vermutete. Ganz links oben auf dem Bild hinter dem Türmchen kann man ein Stück von der Fassade des Turms erkennen (erstes und zweites Bild vergleichen). Der Teil der Stadt, den man hinter den Säulenreihen sieht, befindet sich also südlich vom Madison Square, wir stehen vor den Säulenreihen auf dem südwestlichen Teil des Gebäudes. Das, was noch vorhanden ist, lässt den einstigen Glanz des Dachgartens erahnen, aber es ist angesichts der bereits vorhandenen Trümmerhaufen nicht zu übersehen, dass das letzte Stündchen  bald schlagen wird.


Drei bzw. vier der Türmchen in einer Reihe gab es nur an der Westseite des Madison Square Gardens. Gegenüber dem letzten Bild ist der Fotograf vermutlich noch ein paar Schritte gen Süden unter die Säulenreihe getreten und hat sich umgedreht. Der Blick ist nun von Süden in Richtung Nordwestecke gerichtet. Unter dem Türmchen ganz hinten  rechts auf dem Bild befand sich die Straßenecke Madison Ave / 27th Street. Hinter bzw. unter den Fassadenelementen und Türmen, die sich von links nach rechts durch das Bild ziehen, liegt die Westseite des Gebäudes. Links und nicht im Bild ist jene Gebäudeecke, die am liebsten vom Madison Square Garden fotografiert wurde (Kapitel "Corners").


Und noch eine Aufnahme, die von einem Nachbargebäude des Madison Square Gardens fotografiert wurde. Dieses Mal befinden wir uns aber nicht mehr im Westen, sondern im Süden des Gebäudes. Der Blickwinkel ist im Prinzip ähnlich dem vorausgegangenen Bild, nur dass sich der Betrachter jetzt nicht mehr auf dem Dach, sondern viel weiter weg jenseits des Gebäudes befindet. Die Häusereihe links liegt an der Madison Avenue. Links gekennzeichnet durch die vier Türmchen an der Außenseite wieder der Dachgarten, rechts daneben in der rechten Bildhälfte der Turm des Madison Square Gardens. Ganz rechts in der Bildmitte der Beginn des Daches der Haupthalle. Die gesamte untere Bildhälfte bildet die Fassade der Südseite in diesem Gebäudeteil ab. Unten links blickt man von oben auf das Dach der Säulengangs an der Südseite. Das Bild vermittelt fast den Eindruck, als seie noch alles in Ordnung. Bei genauerem Hinsehen entgeht einem jedoch nicht, dass sich auf dem Dachgarten bereits reichlich Trümmerberge angesammelt haben.


Für das letzte Bild aus der "Demolition"-Reihe hat sich der Fotograf nochmal auf ein anderes Gebäude begeben, dieses Mal eines, welches sich östlich vom Madison Square Garden irgendwo an der Park Avenue befindet. Auf der Ostseite des Gebäudes ist noch nichts von der Abbruchstimmung zu erkennen, die den Rest des Gebäudes bereits prägt. Großartig finde ich den Blick auf das Dach der Haupthalle und insbesondere, wenn man den Blick zum Turm wendet, erhält man einen Eindruck, wie groß dieses Gebäude wirklich war. Dieses Gefühl hat kein Bild vom Madison Square Garden so plastisch vermittelt. Die Gegend um den Dachgarten ist von hier aus kaum zu erkennen, so weit weg befindet sie sich. Am Fuße der Straßenschlucht zwischen Madison Square Garden und dem Hochhaus ganz rechts befindet sich die 26th Street, rechts zwischen der rechten Dachkante und der dahinter liegenden Häuserreihe liegt die 27th Street. Knapp unterhalb der Bildmitte sieht man noch einmal das Ornament über dem östlichen Eingang, in der Mitte unten lässt sich noch ein Blick auf den überdachten Eingang erhaschen.

Quelle: NYPL Digital Gallery

Montag, August 09, 2010

Madison Square Garden II - Street Views

Kapitel 259

Abseits von der bekanntesten Perspektive, aus der Madison Square Garden II immer und immer wieder fotographiert wurde (vom Südwesten aus) und die im Kapitel "Corners" zumindest visuell ausführlich Berücksichtigung gefunden hat, möchte ich nun anhand des gefundenen Bildmaterials einen virtuellen Rundgang um das Gebäude wagen, das vor 85 Jahren abgerissen wurde.

Wir starten südöstlich auf der 26th Street und blicken auf die südwestliche Gebäudehälfte, den Beginn der Säulen und den unteren Teil des Turms.


Nun begeben wir uns in die Kolonnade, die wir im vorausgegangenen Bild noch von außen betrachtet haben.


Und schon geht es wieder nach draußen und wir betrachten den südlichen Säulengang erneut von außen, dieses Mal aus südwestlicher Position. Oben rechts im Bild der Turm.


Der weitere Weg um die Westseite ist etwas schwieriger nachzuvollziehen, weil sich das Gebäude dort mit der Zeit verändert hat. Auf früheren Aufnahmen sieht man noch einen durchgängigen Säulengang, der sich ungefähr von der Mitte der Südseite um die gesamte Westseite bis hin zum ersten Drittel oder Viertel der Nordseite erstreckte.


Auf später entstandenen Aufnahmen stellt man dann fest, dass Balkon und Säulengang auf der Westseite vollständig verschwunden sind.


Auf dieser später entstandenen Aufnahme sieht man den Eingang des Madison Square Gardens an der Westseite, der nicht mehr vom Säulengang verdeckt wird:


Wir laufen nun ein Stück die Madison Avenue hoch, die an der Westseite des Gebäudekomplexes vorbeiführt. Dann drehen wir uns um und blicken wieder in südliche Richtung zum Madison Square hin auf die nordwestliche Ecke des Gebäudes.

Die ersten beiden Aufnahmen sind älteren Datums, auf beiden kann man im Bildhintergrund die dunkle, schmale Madison Square Presbyterian Church erkennen, auf die ub mich aufmerksam gemacht hat und die laut den Songlines von 1855 bis 1906 an der Südostecke der Kreuzung Madison Ave / 24th Street stand. Interessant ist darüber hinaus -  und auch darauf hat mich ub gebracht - dass direkt auf der anderen Straßenseite auf der nordöstlichen Ecke der Kreuzung 1906 eine Ersatzkirche für die abgerissene Presbyterian Church gebaut worden war und zwar von keinem geringeren als Stanford White, dem Architekten des Madison Square Gardens II. Aber dieser Kirche im griechischen Stil war kein langes Leben gegönnt, schon 1919 wurde sie wieder abgerissen, als der Gebäudekomplex um den Metropolitan Life Tower erweitert werden sollte. Wenn ich jetzt mal so richtig New York History-mäßig auf die Kacke hauen wollte, dann würde ich sagen, es handelte sich um ein geradezu gillendereskes Ende.




Eine 1908 oder später entstandene Photographie zeigt, dass sich die Umgebung doch ein wenig verändert hat. Der Madison Square Garden wird von Gebäuden in seiner Umgebung deutlich überragt. Im rechten Bildhintergrund zeichnet sich überdeutlich das zeitweilig  höchste Gebäude der Welt ab: der Metropolitan Life Tower. Und im Dunst davor meine ich sogar die unglückliche Ersatzkirche im griechischen Stil ausmachen zu können, von der soeben die Rede war. Der Säulengang an der Westseite war zu diesem Zeitpunkt aber noch vorhanden. Er scheint also erst recht spät gefallen zu sein, vielleicht auch erst im Zusammenhang mit dem Abriß des Gebäudes. 


Nun nähern wir uns wieder der nordwestlichen Ecke des Gebäudes, blicken zur Abwechslung aber nicht die Madison Ave in südliche Richtung hinunter, sondern stattdessen die 27th Street in östliche Richtung. Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme fehlt der Säulengang an der Westseite bereits wieder. Vor uns erstreckt sich die Nordseite des Madison Square Gardens, der sich noch bis zu den kleinen Türmchen vor dem größeren Gebäude mit der hellen Fassade im Bildhintergrund erstreckt.



Wir gehen nun die 27th Street in östliche Richtung ein gutes Stück hinunter und drehen uns dann um 180 Grad, um noch einmal zur Madison Avenue zurückzublicken.


Wir gehen noch ein Stück weiter die 27th Srreet hinunter, bis wir die Kreuzung mit der Park Avenue am Nordostende des Gebäudekomplexes erreichen und blicken in westliche Richtung die 27th hinunter.


Zu einem früheren Zeitpunkt dürfte die folgende Aufnahme der Nordostecke des Madison Square Gardens fotografiert worden sein, es fehlen die hohen Gebäude in der Umgebung.


Auf dieser später entstandenen Aufnahme wird das Gebäude vom Metropolitan Life Tower im Bild links oben überragt. Rechts oben der zum Gebäude gehörende Turm.


Auf den nachfolgenden zwei Aufnahmen ist ein weiteres Hochhaus in der Nachbarschaft errichtet worden, das den gesamten Bildhintergrund einnimmt.




Wir verlassen nun die Nordost-Ecke und blicken auf den Eingang des Madison Square Gardens an der Ostseite des Gebäudes. Ich gehe davon aus, dass es sich hier um den Eingang zur Haupthalle handelte, die sich im Ostteil des Gebäudes befand.


Der Weg führt uns weiter um das Gebäude, bis wir das südlöstliche Ende erreichen. Zunächst blicken wir noch einmal die Park Avenue in halbnördliche Richtung hoch.


Danach drehen wir uns gen Süden und blicken in die 26th Street hinein. Im Hintergrund sehen wir nun wieder den guten alten Turm des Madison Square Gardens.


Und mit einem letzten Blick die 26th Street hinunter in westliche Richtung auf die Stelle, an der wir vor einigen Minuten den Weg um das Gebäude begonnen haben, endet der Rundgang um den Madison Square Garden II.


Quellen: Google und NYPL Digital Gallery

Madison Square Garden II - The Tower

Kapitel 258


Nach soviel Text im letzten Kapitel folgt jetzt wieder ein kleines bildlastiges. Im Mittelpunkt: der Turm des Madison Square Garden II, sein berühmtes Wahrzeichen, das heute sicherlich besser in Erinnerung geblieben ist als die einst größte Indoor-Halle der Welt. Zwei weitere Aufnahmen des Turms aus unterschiedlichen Blickwinkeln folgen im Anschluss:


Zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung 1890 war der Turm des Madison Square Gardens das zweithöchste Gebäude in New York City. Diesen Status büßte er allerdings ein, als in den kommenden zwanzig Jahren ein unvergleichlicher Bauboom in der Stadt ausbrach und auch am Madison Square weitere Bauwerke hervorbrachte, gegen die der Turm eher mickrig wirkte.


Eher unbekannt ist dagegen die Perspektive, die den Fuß des Turms auf dem Dach des Madison Square Gardens zeigt:


Auch die berühmte Diana-Statue, die ihren Platz ganz oben auf dem Turm hatte, soll an dieser Stelle noch mit ein paar Photographien angemessen gewürdigt werden:






Quellen: google, NYPL Digital Gallery und NY-Architecture

Madison Square Garden II - Corners

Kapitel 257


Nun ist es Zeit, die Geschichte des zweiten Madison Square Gardens nochmal näher zu beleuchten. Quelle ist wie beim ersten Madison Square Garden die englischsprachige Wikipedia-Seite.

Der Madison Square Garden war eine Indoor-Arena in New York City, die zweite, die diesen Namen trug und die zweite, die sich an der Ecke 26. Straße / Madison Avenue in Manhattan befand. Er wurde 1890 erbaut und 1925 geschlossen. Die Arena war Veranstaltungsort für zahlreiche Events, darunter Boxkämpfe, Orchesterauftritte, leichte Opern und romantische Komödien, den jährlichen Französischen Ball, Zirkus-Shows sowohl von der Familie Barnum als auch von der Familie Ringling.


Und die demokratische Partei veranstaltete dort ihre "Democratic National Convention im Jahr 1924, auf der John W. Davis nach 103 Wahlgängen als Präsidentschaftskandidat nominiert wurde. Er wurde durch den dritten Madison Square Garden ersetzt, dem ersten, der auf einem Grundstück abseits vom Madison Square errichtet worden war.


Madison Square Garden II, wie er im Nachhinein gerne genannt wird, wurde von dem berühmten Architekten Stanford White entworfen., der sich selbst auch ein Apartment in dem Gebäudekomplex schuf. Da es noch mehr Interessantes über den Architekten zu berichten gibt, widme ich ihm später noch ein eigenes Kapitel.


Das neue Gebäude, welches das veraltete Open-Air-Gebäude ersetzte, welches wiederum zuvor ein Eisenbahndepot war, wurde von einem Syndikat gebäut, dem J.P. Morgan, Andrew Carnegie, James Stillman und W.W. Astor angehörten. White schuf für sie ein Beaux-Arts-Gebäude mit maurischen Zügen, einschließlich eines minarettartigen Turms. Vorbild war die Giralda, der Glockenturm der Kathedrale von Sevilla in Spanien. Mit 32 Stockwerken war er in den frühen 1890ern das zweithöchste Gebäude in der Stadt (ich nehme an, das höchste Gebäude war das World Building am City Hall Park) und beherrschte damals mit seiner Größe noch die Umgebung am Madison Square Park.


Der Madison Square Garden maß 61 m Breite mal 148 m Länge. Seine Haupthalle, zu jener Zeit die größte Halle auf der Welt, war 61 m mal 110 m groß. Sie vefügte über ständige Sitzplätze für 8.000 Menschen und Stehplätze für Tausende mehr. Im Kompley befanden sich außerdem ein Theater mit 1.200 Sitzen (Garden Theatre), eine Konzerthalle mit einer Kapazität von 1.500 Zuschauern, das größte Restaurant in der Stadt und ein Dachgarten-Cabaret. Die Gesamtkosten für das Gebäude, das die New York Times "eine der großartigsten Einrichtungen in der Stadt, so erinnerungswürdig wie der Central Park und die Brooklyn Bridge" nannte, betrugen 3 Millionen Dollars.


Der Turm des Madison Square Gardens wurde von einer Statue der Göttin Diana gekrönt, die vom berühmten Bildhauer Augustus Saint-Gaudens, geschaffen worden war. Sie war dafür verantwortlich, dass der Madison Square Garden auch "Diana's little wooded park" (wenig bewaldeter Park) genannt wurde. Die originale Bronzestatue war 5,5 m groß, wog 820 kg und drehte sich mit dem Wind. Sie wurde 1891 auf ihrem Platz oben auf dem Turm installiert, aber schon bald waren sowohl Saint-Gaudens als auch White der Meinung, dass sie zu groß geraten war. Deshalb wurde sie wieder abgenommen und stattdesssen auf einem Gebäude auf der Weltausstellung in Chicago aufgestellt. Als aber nach dem Ende der Ausstellung ein Feuer ausgebrochen war, wurde die untere Hälfte der Statue zerstört und die obere Hälfte ging verloren. 1893 wurde eine hohle zweite Version der Statue, 4 m hoch und aus vergoldetem Kupfer geschaffen, an Stelle des Originals aufgestellt. Sie befindet sich heute im Philadelphia Museum of Art, eine Kopie ist im Metropolitan Museum of Art.  Saint-Gaudens schuf noch verschiedene kleinere Versionen in Bronze, eine davon wurde sowohl im Eingangsbereich des 1925 gebauten Madison Square Gardens III als auch im gegenwärtigen Madison Square Garden IV aufgestellt.


Die Eröffnungsveranstaltung 1890 in der neuen Arena wurde von mehr als 17.000 Menschen beuscht, die bis zu 50 Dollars pro Ticket bezahlten, um an der Veranstaltung teilnehmen zu können, darunter J.P. Morgan, die Pierponts, die Whitneys und der Bürgerkriegsveteran General William Tecumseh Sherman.


Boxen hatte eine lange Tradition im Madison Square Garden. Der erste Garden präsentierte Boxkämpfe, noch bevor sie offiziell erlaubt waren und nannte sie "Austellung" oder "illustrierter Vortrag". Unter den vielen vielen Veranstaltungen im neuen Madison Square Garden waren einige berühmte Boxkämpfe:
- eine Auseinandersetzung zwischen dem Schwergewichtschampion Jess Willard und dem Herausforderer Frank Moran am 25. März 1916, bei der 152.000 Dollars eingenommen wurden, die bis dahin größten Einnamen im Garden.
- Jack Dempsey besiegte Bill Brennan mit einem k.o. in der 12. Runde am 14. Dezember 1920


Ungeachtet von seiner Bedeutung für die New Yorker Kulturszene in den frühen 1920ern war Madison Square Garden II niemals ein vergleichbarer finanzieller Erfolg beschieden wie dem originalen Madison Square Garden und die "New York Life Insurance Company", die die Hypothek besaß, entschied den Garden abzureißen und Platz zu schaffen für ein eigenes neues Hauptquartier, das das denkmalgeschützte von Cass Gilbert entworfene "New York Life Building" werden sollte. Die Bauarbeiten für das neue Gebäude begannen 1926, die Fertigstellung folgte zwei Jahre später.

Im 1924 enstandenen Anita Stewart Film "Great White Way" ist der zweite Madison Square Garden auf bewegten Bildern zu sehen.

Quellen:
http://en.wikipedia.org/wiki/Madison_Square_Garden_(1890)
http://de.wikipedia.org/wiki/John_W._Davis