Liebe Besucher, ich bin mittlerweile wieder zurück aus der internetfreien Zone und auch zurück im normalen Leben. Jedenfalls vorübergehend, denn in gut einer Woche begebe ich mich nochmal in eine Welt ohne WWW. Eigentlich wollte ich das verlängerte Pfingstwochenende mal wieder nutzen, um neues Material zu schaffen. Allerdings hat sich in der letzten Woche just an dem Tag, an dem ich abgereist bin, mittags der Rechner in meiner Homebase verabschiedet. Ich bin noch nicht so ganz dahinter gekommen, was der Grund für den Streik ist, aber ich habe den Eindruck, dass er es ernst meint. Deshalb besteht die Befürchtung, dass das neue Material nicht so reichlich fließen wird wie geplant. Vielleicht kann ich ja bis zum Wochenende noch ein bisschen Material zaubern. Wenn nicht bitte ich auf jeden Fall um Nachsicht, ich bin kein Technikwunder und vor zahlreichen Problemen mit diesen Kisten stehe ich immer noch mit großen staunenden Augen. Bis bald - DerSchaedel.
Eine Sammlung von Bildern, Filmen und Texten zur Geschichte von New York City. Über Hochhäuser, Straßen, Bahnen, Inseln und Menschen. Für Anregungen und Kommentare bin ich jederzeit dankbar. Gruß vom Schädel.
Dienstag, Mai 18, 2010
Dienstag, Mai 11, 2010
Zwischennachricht
Liebe New York - Freunde, sicher hat jeder bei seinem letzten Besuch gemerkt, dass ich den Blog ein klein wenig verändert habe. Vor hatte ich das schon länger, allerdings gab es da so eine Hemmschwelle, weil ich dafür am HTML rumschrauben musste und das habe ich schon einige Monate vor mir hergeschoben, da ich alles andere als ein Fachmann bin. In erster Linie hatte es mich gestört, dass die Blogsoftware seit längerer Zeit die Möglichkeit anbietet, Bilder im Format XL in den Blog einzustellen, ich diese Funktion aber nicht nutzen konnte, weil die Standardeinstellungen dieses nur unzureichend unterstützten: die beiden Spalten (Main Bar und Side Bar), in denen sich das Leben im Blog abspielt waren recht knapp bemessen, so dass XL-Bilder nicht vollständig abgebildet, sondern an der Grenze zwischen den beiden Bars abgeschnitten wurden.
Im Olive Thomas-Posting hatte ich dann am letzten Wochenende Videos eingebettet, die aufgrund der eng gesetzten Grenzen ebenfalls nur unvollständig zu sehen waren. Und da habe ich das erste Mal an der Größe der Main Bar geschraubt, solange bis die vollständig zu sehen waren. Und als ich gestern diese schönen alten Times Square-Fotos entdeckt habe, war ich der Meinung, dass es endlich mal an der Zeit sei, das XL-Format zu nutzen, um die richtig zur Geltung zu bringen. Also habe ich solange an der Breite der Main Bar und der Header Bar gedreht, bis auch XL ohne Einbußen dargestellt werden konnte. Ich bin mit dem Ergebnis jedenfalls sehr zufrieden.
Auch wenn die richtigen Historiker sicherlich die Nasen rümpfen, so ist eines der nicht näher definierten Ziele dieses Blogs, die Vergangenheit von New York nicht nur im Text, sondern auch im Bild wiederaufstehen zu lassen. Ich hoffe, dass die regelmäßigen Leser diesen visuellen Aspekt ebensosehr schätzen wie ich. Deshalb waren die XL-Bilder eine lange fällige Verbesserung.
Bei der Gelegenheit wollte ich auch mal kurz die Begründung liefern, warum ich die Bilder fast immer zentriere. Das ist schlicht und einfach der leichteste Weg, sie ohne Einbußen und Irritationen in den Texten unterzubringen. Der Texteditor der Blogsoftware wurde zwar schon in den letzten Monaten deutlich konfortabler gemacht, aber es ist nach wie vor keine Textverarbeitung, so dass man beim leserfreundlichen Kombinieren von Texten und Bildern immer noch auf eine permanente Bockigkeit stößt.
Jetzt kommt der eigentliche Grund für diesen Text: Ich verlasse ab morgen mein computerfreundliches Biotop und begebe mich für einige Tage in eine internetfreie Zone, was bedeutet, dass in dieser Woche nicht mehr mit neuen Beiträgen zu rechnen ist. Wann genau ich den Betrieb wieder aufnehmen werde, kann ich noch nicht sagen, wahrscheinlich im Laufe der kommenden Woche.
Ich habe noch zwei Tips, die vielleicht geeignet sind, um die Wartezeit etwas zu verkürzen:
1) Wem die Spukgeschichten in der vergangenen Woche gefallen haben, der sollte - falls er es noch nicht getan hat - auch mal in die dazugehörigen Podcasts der Bowery Boys reinhören. Es lohnt sich, denn dort sind noch eine ganze Reihe mehr Informationen vorhanden als in den Texten, die ich veröffentlicht bzw. im Original verlinkt habe. Insbesondere was die Details der jeweiligen Geistererscheinungen angeht, liefern erst die Podcasts genaue Schilderungen.
2) Vielleicht hat der eine oder andere bemerkt, dass ich seit einiger Zeit in der Sidebar ein Stichwortverzeichnis aufbaue. Wer also nochmal auf liebgewonnene oder noch nicht entdeckte Schätze zurückgreifen möchte, der kann dieses Tool, das sich im oberen Drittel der Sidebar befindet nutzen. Das Stichwortverzeichnis ist noch lange nicht vollständig und wird kontinuierlich ergänzt, wenn Zeit dafür vorhanden ist. Dort kann man aber sicherlich schon ganz gut stöbern und den einen oder anderen Beitrag (wieder)entdecken.
bis neulich
der Schaedel
Quelle:
flickr (siehe vorausgegangenen Beitrag)
Montag, Mai 10, 2010
Vintage Times Square
(1950)
(1961)
(1955)
(1972)
(1950)
(1930)
(1964)
(1969)
(1978)
(1969)
(1970er)
(1966)
(1948)
(1952)
Quelle: flickr
http://www.flickr.com/photos/christianmontone/sets/72157621957339979/
inside the Old Equitable again
Ich habe zwei weitere Photographien mit Innenansichten aus dem ersten Equitable Building gefunden:
Quelle: http://www.gettyimages.com/detail/3201661
Bild Nummer 1 stammt aus dem Jahr 1901 und ermöglicht einen Blick in das Cafe Savarin.
(1901: Several barmen, wearing white jackets, white shirts and black bow ties, stand behind the counter at Cafe Savarin before business opening, the old Equitable Building at 120 Broadway, between Pine and Cedar Streets, New York City. The Equitable was destroyed by an infamous fire in January 1912. (Photo by Museum of the City of New York/Byron Collection/Getty Images) )
Bild Nummer 2 entstand ein Jahr später, dieses Mal wurde der Pump Room abgebildet.
(1902: A worker, wearing overalls and a soiled shirt, leans against a pipe in the pump room of the old Equitable Building, New York City. The Equitable Building was destroyed in the infamous fire of January 1912. (Photo by Museum of the City of New York/Byron Collection/Getty Images) )
Quelle: http://www.gettyimages.com/detail/3201661
Sonntag, Mai 09, 2010
Manhattan - view from Staten Island
Die ganze Pracht New York City's, von Staten Island aus gesehen. Ganz links New Jersey, davor Liberty Island, daneben über die gesamte Bildmitte Manhattan, schließlich die Brooklyn Bridge und auf der rechten Seite Brooklyn.
Polly Bodine - The Witch of Staten Island
Kapitel 249
Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, bei der Übersetzung des Sinn des Originaltextes richtig zu erfassen. Das war nämlich nicht immer ganz einfach.
Quellen:
http://www.nytimes.com/2000/10/29/nyregion/city-lore-the-witch-of-staten-island.html?pagewanted=all
http://www.bklyn-genealogy-info.com/Police/Sins/Merry.html
http://www.essortment.com/all/famousmurderca_rvfa.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Das_verr%C3%A4terische_Herz
http://theboweryboys.blogspot.com/2007/10/ghost-stories-witch-of-staten-island.html
Für das nächste Kapitel reisen wir mal wieder fast 170 Jahre zurück in die Vergangenheit und landen bei einem spektakulären Mordfall, der sich in den 1840ern auf Staten Island ereignete:
"Weihnachten 1843 - Auf der Westseite der Insel Staten Island lag eine kleine Stadt mit dem Namen Graniteville. Einige der Einwohner erwachten und sahen ein Feuer im Haus des Seemanns George Housman. Obwohl er häufig auf See war, lebten dort draußen seine Frau und seine Tochter und auch George's Schwester Polly hielt sich dort auf.
Die Menschen stürmten in das brennende Haus und standen mitten in einem schaurigen Horror-Szenario. George's Ehefrau Emeline war mit einer Axt angegriffen worden, ihre Arme waren gebrochen und ihre Kehle durchgeschnitten. Die kleine Tochter Ann Eliza (20 Monate) lag mit einem zertrümmerten Schädel tot in der Nähe ihrer Mutter. Polly war verschwunden. Sie wohnte normalerweise auch nicht dort, hielt sich aber zu jener Zeit bei ihrer Schwägerin auf, weil Emeline sich alleine fürchtete, wenn ihr Ehemann auf See war. Außerdem bewahrten die Housmans zu jener Zeit 1.000 Dollar im Haus auf.
Niemand konnte sich erinnern, dass Emeline in den letzten Tagen das Haus verlassen hätte. Aber man erinnerte sich an Polly. Sie wurde gesehen, als sie Silberware mit den Initialen EH beim örtlichen Pfandleiher umsetzte. Und später am gleichen Tag hatte man sie in Manhattan gesehen, als sie Geld ausgab, um einen grünen Umhang mit Kapuze und Schleier zu kaufen. So fiel der Verdacht natürlich auf Polly. Die Stadtbewohner formierten sich zu Suchtrupps, während Frauen und Kinder in den Häusern eingeschlossen wurden.
Man hielt Polly für eine "schamlose Frau" mit einem zweifelhaften Ruf. Ihr Sohn arbeitete als Lehrling in einer Apotheke an der Canal Street in Manhattan und sein Arbeitgeber war gleichzeitig auch Polly's Liebhaber. Polly machte sich auf den Weg zum Anlegepunkt für die Tompkinsville-Fähre, eine Vorläuferin der Staten Island Fähre. Sie lagerte in einer Ecke, vom Gin betrunken und Zeugen identifizierten sie aufgrund ihrer langen Hakennase. Durch eine seltsame Fügung kehrte George Housman am gleichen Tag nach New York zurück und traf Polly auf der Straße zusammen mit George's Cousin Freeman Smith. Sie müssen sich eine ganze Menge zu erzählen gehabt haben.
Auf Neujahr 1844 wurde Polly schließlich verhaftet und ins Bezirksgefängnis überstellt. An dem Tag, an dem sie verhaftet wurde, brachte Polly ein totgeborenes Kind auf die Welt. Im Juni 1844 begann dann der Prozess vor Gericht, und schon bald verbreiteten sich Nachrichten über eine abscheuliche Mörderin in Manhattan: einen Säugling hatte sie mit einer Axt getötet, einen weiteren in ihrem Schoß!
Es wurden zusätzliche Fähren in Dienst gestellt, um die Menschen zum Gerichtsgebäude auf Staten Island zu bringen. Reporter wurden aus den angrenzenden Staaten entsandt, darunter auch einer aus dem Staat Pennsylvania, der auf den Namen Edgar Allen Poe hörte und der sich kritisch zu den Erfolgsaussichten äußerte: "Der erste Prozess um Polly Bodine wird in Richmond starten und es besteht kein Zweifel, dass er eine Menge an Interesse hervorruft. Diese Frau mag vielleicht entkommen, weil diese Angelegenheiten in New York erbärmlich gehandhabt werden. (....) Ich habe gute Gründe zu glauben, dass bei den anschließenden Prozessen um Polly Bodine öffentlicher Unfriede entstehen wird." Seltsamerweise schrieb Poe diesen Artikel im gleichen Jahr, in dem er seine Geschichte mit dem Titel "The Tell Tale Heart" (Das verräterische Herz, 1843) veröffentlichte.
Nicht jeder war sich so sicher wie Poe. Edward Van Emery gab in seinem 1945er Buch "Sins of New York" an, dass es niemals großen Zweifel an ihrer Schuld gegeben habe. Es entstanden soviel öffentlicher Aufruhr und Gerüchte, dass ein fairer Prozess nahezu unmöglich war. Laut Henry Lauren Clintons's 1896er Buch "Außergewöhnliche Fälle" wurde Polly's Leben im ersten Prozess durch einen einzigen "unbelehrbaren" Geschworenen verschont, es lag der Fall einer "hung jury" vor, also einer Jury, die sich aufgrund schwerwiegender Differenzen nicht auf ein Urteil einigen konnte.
Also folgte ein zweiter Prozess, dieses Mal in Manhattan und natürlich noch mit größerem Tamtam. Polly war inzwischen so bekannt, dass P.T. Barnum in seinem American Museum, das nur wenige Blöcke vom Gerichtsgebäude entfernt lag, eine Huldigung aus Wachs für sie aufstellen ließ. Auf der Tafel mit der Beschreibung nannte er sie "The Witch of Staten Island" (Die Hexe von Staten Island), jene Frau, die Emeline und ihre Tochter mit einer Axt abschlachtete.
Wie in den großen "Jahrhundertprozessen" der Gegenwart, so hatte auch Polly eine anwältliche Star-Vertretung (Clinton DeWitt, möglicherweise ein Sohn des früheren New Yorker Bürgermeisters?) und die Aufmerksamkeit eines jeden Blattes an der gesamten Ostküste. Während des laufenden Prozesses änderten Zeugen ihre Aussagen und die Wahrheit schöpfte sich gerne aus dem Inhalt von Gerüchten. Schließlich mündete das Verfahren in einer Stimmengleichheit.
Der letzte Prozess wurde schließlich aus Manhattan nach Orange Country in New Jersey verlegt, um eine unvoreingenommene Jury zu erhalten. Und am Ende wurde Polly als unschuldig befunden. Ihr Ruf war dennoch ruiniert, als Polly nach Hause zurückkehrte und sie verließ in den folgenden 50 Jahren nur noch sehr selten ihr Haus. Polly Bodine starb im Jahr 1892.
Ähnlich wie im Fall von OJ wurden die "wirklichen" Mörder nie gefunden. Und viele moderne Ermittler vermuten, dass Polly wirklich die Mörderin war, die ihre Schwägerin und Nichte mit dem Beil umbrachte. Das Grab von Emeline und ihrer Tochter kann man finden, wenn man einfach nur die Straße vom Housman Haus (nahe bei Forest Avenue und US 440) hinabgeht. Man sagt, dass nachts die Geister von Emeline und ihrer Tochter auf dem Friedhof wandeln und immer noch auf Gerechtigkeit warten."
Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, bei der Übersetzung des Sinn des Originaltextes richtig zu erfassen. Das war nämlich nicht immer ganz einfach.
Quellen:
http://www.nytimes.com/2000/10/29/nyregion/city-lore-the-witch-of-staten-island.html?pagewanted=all
http://www.bklyn-genealogy-info.com/Police/Sins/Merry.html
http://www.essortment.com/all/famousmurderca_rvfa.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Das_verr%C3%A4terische_Herz
http://theboweryboys.blogspot.com/2007/10/ghost-stories-witch-of-staten-island.html
Olive Thomas
Kapitel 248
http://de.wikipedia.org/wiki/Olive_Thomas
http://de.wikipedia.org/wiki/Ziegfeld_Follies
http://en.wikipedia.org/wiki/New_Amsterdam_Theatre
Dieses Mal gibt es nur ein wenig Text, dafür aber mehr Film. Olive Thomas lebte nur 25 Jahre lang, von 1894 bis 1920. Kurz vor dem ersten Weltkrieg kam sie in New York City an. Und wurde schon im Jahr 1914 als Gewinnerin des Photo-Wettbewerbs "The Most Beautiful Girl in New York City" schlagartig bekannt. Einige Zeit später erhielt sie ein Engagement für die berühmte Revue "Ziegfeld Folies", die am späten Abend im Dachgarten des New Amsterdam Theatre für ein ausgewähltes Publikum aufgeführt wurde. Und hier ist eine Verbindung zu den vorangegangenen Kapiteln.
Denn es heißt, dass der Geist von Olive Thomas, die 1920 auf nicht natürliche Weise ums Leben kam, noch immer in den Mauern des New Amsterdam Theatre spuken soll. Dabei sollte man allerdings wissen, dass Olive Thomas in Frankreich starb und nicht in New York City. Aber vielleicht sind auch Geister in der Lage, auf Schiffen zu reisen, um spektakulärere Orte zum Spuken aufzusuchen und auf diese Weise die Erinnerung an ihr früheres Leben zu bewahren.
http://de.wikipedia.org/wiki/Olive_Thomas
http://de.wikipedia.org/wiki/Ziegfeld_Follies
http://en.wikipedia.org/wiki/New_Amsterdam_Theatre
Im Anschluss gibt es noch eine interessante englischsprachige Dokumentation über das Leben von Olive Thomas (8 Teile, Sprecherin: Rossana Arquette), bei der auch das New York der 1910er-Jahre und seine Unterhaltungsindustrie nicht zu kurz kommen.
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