Sonntag, März 19, 2017

Steubenhöft



Das hier ist das erste Mitbringsel aus meinem unlängst geendeten Urlaub in Cuxhaven. Als ich dorthin gefahren bin, war mir noch nicht klar, dass es eine bedeutende Verbindung zwischen Cuxhaven und New York City gibt. Und die heißt Steubenhöft. 

Steuben kommt natürlich von General Friedrich Wilhelm von Steuben, zu dessen Ehren die New Yorker noch jedes Jahr die Steubenparade durch ihre Straßenschluchten ziehen lassen. Und Höft ist wohl ein altertümliches norddeutsches Wort für Halbinsel. 

google maps

Für alle Feinde der Erdkunde und Orientierungswunder hier die Position von Cuxhaven auf der Karte, nämlich am äußersten Südrand der Elbemündung.



Der rote Pfeil weist bereits auf die Halbinsel Steubenhöft und da, wo oben Kugelbake steht, befindet sich der nördlichste Punkt des Bundeslandes Niedersachsen.



Und hier haben wir Steubenhöft in seiner ganzen gegenwärtigen Pracht. Wer heute einen Flughafen betritt, um die Vereinigten Staaten zu fliegen, wird diese undefinierbare Kribbeln kennen, das einen befällt, wenn man davor ist, den heimischen Kontinent zu verlassen und die Ferne zu verreisen. 

Und ein ähnliches Gefühl hat früher sicherlich auch von den Menschen Besitz ergriffen, die auf dieser Halbinsel angekommen sind, um dann genau das Gleiche zu machen: den heimischen Kontinent verlassen, häufig für immer. 

Denn Cuxhaven war einst ein Auswandererhafen, über den 5,5 Millionen Menschen Europa verlassen haben, viele davon in Richtung New York City und Steubenhöft der Kai, an dem die großen Pötte anlegten, die die Menschen in die Neue Welt brachten. 



Ursprünglich sind die Menschen natürlich von der großen Stadt an der Elbe, Hamburg, ausgewandert. Doch irgendwann wurden aus den Segelschiffen Dampfschiffe und aus den Dampfschiffen große Passagierdampfer und das wurde wohl irgendwann zu schwierig, diese Teile noch in den Hamburger Hafen zu manövrieren. 

Doch da gab es ja noch Cuxhaven und Cuxhaven war nicht immer eine eigenständige Stadt, so wie heute, sondern bis 1937 ein Stadtteil von Hamburg. Und deshalb fiel es den Hamburgern nicht sonderlich schwer, ihr Problem mit den großen Pötten im Hafen zu lösen, die legten einfach zukünftig im Stadtteilhafen an der Elbemündung an. 



Die Hapag-Hallen waren bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden, um Passagierschiffe angemessen abfertigen zu können und diese Anlage wurde dann ab 1911 um einen Anleger erweitert, an dem die riesigen Schiffe der transatlantischen Linien anlegen konnten.



Und der transatlantische Verkehr an der voll ausgebauten Anlage von Steubenhöft begann am 11.03.1914, als sich die "Imperator" auf den Weg nach New York City machte. 



Tatsächlich hatte der Schiffverkehr der Hapag zwischen Cuxhaven und New York aber bereits im Jahr 1889 mit der Ankunft der "Hammonia" aus New York begonnen.






Der Dampfer Resolute, etwa im Jahr 1924:




Hier sehen wir den Anleger in den 1950ern, als der Transatlantikverkehr sich langsam von den Schiffen auf die Flugzeuge zu verlagern begann. Beide Bilder zeigen die Hanseatic. 




Anfang der 1970er wurde der Linienverkehr nach Übersee eingestellt. Die Anlage wird aber bis in die Gegenwart weitergenutzt für Kreuzfahrtschiffe und Fährschiffe.


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Mittwoch, März 08, 2017

Urlaubsgruß

photo by Schaedel


Liebe Blogleserinnen und -leser, ich habe Euch nicht vergessen und eigentlich hatte ich auch vor, die Serie über die 42nd Street während meines Urlaubs fortzusetzen. Aber ich war so schlau, eine Unterkunft aufzusuchen, die (noch) nicht mit WLAN ausgestattet ist, passenderweise ist der IT-Klempner für April 2017 angekündigt, um dann die Ferienwohnung anzuschließen. GRRRRR.

Na gut, dann muss der Blog eben wieder pausieren. Letzte Wochenende war ja schon Pause und am kommenden Wochenende wird es genauso sein. Die nächste Veröffentlichung folgt dann wahrscheinlich am dritten Märzwochende. 

Wie Ihr seht, sitze ich gerade in einem schottischen Feinkostgeschäft in der Nähe, aber die "Arbeit" an einem Beitrag dauert definitv zu lange, um das mal eben hier unter den goldenen Bögen zu machen. 

Dafür habe ich am Urlaubsort aber schon Anregungen für einen weiteren Beitrag geholt, den ich dann nach meiner Rückkehr realisieren werde. Denn es gibt auch eine nicht uninteressante historische Verbindung zwischen meinem Urlaubsort und New York City, von der ich bisher nichts wusste. 

Bis dahin
Tschau, der Schaedel.